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Montag, 13. August 2012




















Aus der Not ihrer minderen Sprachbegabung verstanden es Männer häufig, eine Tugend zu machen. Doris Jonas erzählt von einem Indianerstamm, dessen Männer bei bestimmten Gelegenheiten absolut stumm bleiben müssen:
"Es gibt bis auf den heutigen Tag Indianer, denen die Tradition vorschreibt, daß Männer die Sprache nur spärlich benutzen dürfen und sich untereinander mittels Gesten zu verständigen haben." (Jonas, 1982, 78)
Sie folgert aus dem Schweigen der Indianer:
"Es könnte sehr wohl so gewesen sein, daß der frühmenschliche Mann eine Tugend aus seiner Sprachuntüchtigkeit machte, zumal seine Hauptaufgabe, die Jagd, sowieso komplette Stille erforderte." (Jonas 182, 209)






Mozart gestaltet in seiner Oper Die Zauberflöte ein Einweihungsritual, das den Mann durch Schweigen zur Erlösung führt. Das Schweigen ist ein Element vieler männlicher Einweihungsrituale, Einweihungsriten und Jünglingsweihen (Neumann 1953, 142), und so geht Mozarts Idee - auch wenn sie vordergründig dem Freimaurertum entlehnt ist - auf sehr alte patriarchale Initiationsgebräuche zurück. Schikaneder, der Textdichter, schöpfte aus verschiedenartigen Quellen. Die Oper stützt sich anfangs auf matriarchale Mythen und stellt erst im zweiten Teil das patriarchale Schweigegebot in den Mittelpunkt der Handlung." Die Konstruktion des Textes beruhte anfangs auf dem Märchengegensatz von der guten Fee und dem bösen Zauberer." (Neumann 1953, 126)
Die meisten Märchen gehen auf matriarchale Urmythen zurück, und es läßt sich nicht übersehen, "daß es sich bei der Königin der Nacht um eine uralte weibliche Gottheit handelt." (Neumann 1953, 126). Mozart prägt den Charakter der Großen Göttin durch die grandios monumentale musikalische Gestaltung bei allen Auftritten der Königin der Nacht - sicher ohne sich dessen bewußt zu sein. Nachdem die Oper zur Hälfte in Musik gesetzt war, forderte der Komponist von seinem Textdichter eine grundsätzliche Umgestaltung des Textes. Im zweiten Teil der Oper verkörperte die Königin der Nacht das Prinzip des Bösen, während Sarastro, der böse Zauberer, der Pamina, die Tochter der Göttin, schimpflich entführt hatte, zum Priester des Guten, zum Heiligen und Erlöser wird. Im ersten Akt vertraut die Göttin - in ihrer Erscheinung als Königin der Nacht - Tamino, dem Geliebten der Tochter, deren Rettung an - ein matriarchales Heldenritual, wodurch der Mann sich gegenüber der Mutter als würdig erweisen muß, die Tochter zu erringen. Im zweiten Akt wird Tamino durch den Priester Sarastro in die patriarchale Welt eingeweiht. Auf seinem Initiationsweg muß er schweigen. Drei Knaben, Repräsentanten des männlichen Prinzips, rufen dem Prüfling das Motto für seine Einweihung zu:





"Zum Ziele führt dich diese Bahn,
Doch mußt du, Jüngling, männlich siegen.
Drum höre unsere Lehre an:
Sei standhaft, duldsam und verschwiegen."





Demgegenüber wird die Frau zur Schwätzerin: "Ein Weib taugt wenig, plaudert viel!" sagt der Priester, während Tamino sich geringschätzig über das "Geschwätz, den Weibern nachgesagt" äußert. Der Mann soll seine Gedanken verschließen:




"Von festem Geiste ist der Mann,
Er denket, was er sprechen kann."






Pamina ist über das Schweigen des Geliebten verzweifelt. Die Kommunikation zwischen beiden ist zerstört. Während Tamino glaubt, sich durch sein Schweigen standhaft erweisen zu müssen, fühlt sich Pamina einsam, verlassen und verraten. Sie sieht nur einen Ausweg gegenüber der Untreue des Geliebten, den Selbstmord. Die drei Licht-Knaben des Sarastro hindern Pamina und erklären ihr den männlichen Initiationsweg, der über Dunkel zum Licht, über Verzicht zur Erfüllung führe:





"Ein Weib, das Nacht und Tod nicht scheut,
Ist würdig und wird eingeweiht!"






Schweigen wird mit Selbstbeherrschung, Härte und Bewußtseinsentwicklung verwechselt. Mit seinem "oberen, männlichen Bewußtsein" wehrt sich der Mann gegen die unbewußten Kräfte, die ihn bedrängen, so daß er sich selbst überschätzend und überheblich gegen all die Verhaftungen anrennt. Daraus folgt die anmaßende, für das männliche Denken selbstverständliche, Forderung nach Herrschaft über die Frau:





"Ein Mann muß eure Herzen leiten,
Denn ohne ihn pflegt jedes Weib aus seinem Wirkungskreis zu schreiten!"











Aus: Gerda Weiler, Der aufrechte Gang der Menschenfrau. Eine feministische Anthropologie II






















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Donnerstag, 25. August 2011

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Aus der Not ihrer minderen Sprachbegabung verstanden es Männer häufig, eine Tugend zu machen. Doris Jonas erzählt von einem Indianerstamm, dessen Männer bei bestimmten Gelegenheiten absolut stumm bleiben müssen:
"Es gibt bis auf den heutigen Tag Indianer, denen die Tradition vorschreibt, daß Männer die Sprache nur spärlich benutzen dürfen und sich untereinander mittels Gesten zu verständigen haben." (Jonas, 1982, 78)
Sie folgert aus dem Schweigen der Indianer:
"Es könnte sehr wohl so gewesen sein, daß der frühmenschliche Mann eine Tugend aus seiner Sprachuntüchtigkeit machte, zumal seine Hauptaufgabe, die Jagd, sowieso komplette Stille erforderte." (Jonas 182, 209)
Mozart gestaltet in seiner Oper Die Zauberflöte ein Einweihungsritual, das den Mann durch Schweigen zur Erlösung führt. Das Schweigen ist ein Element vieler männlicher Einweihungsrituale, Einweihungsriten und Jünglingsweihen (Neumann 1953, 142), und so geht Mozarts Idee - auch wenn sie vordergründig dem Freimaurertum entlehnt ist - auf sehr alte patriarchale Initiationsgebräuche zurück. Schikaneder, der Textdichter, schöpfte aus verschiedenartigen Quellen. Die Oper stützt sich anfangs auf matriarchale Mythen und stellt erst im zweiten Teil das patriarchale Schweigegebot in den Mittelpunkt der Handlung." Die Konstruktion des Textes beruhte anfangs auf dem Märchengegensatz von der guten Fee und dem bösen Zauberer." (Neumann 1953, 126)
Die meisten Märchen gehen auf matriarchale Urmythen zurück, und es läßt sich nicht übersehen, "daß es sich bei der Königin der Nacht um eine uralte weibliche Gottheit handelt." (Neumann 1953, 126). Mozart prägt den Charakter der Großen Göttin durch die grandios monumentale musikalische Gestaltung bei allen Auftritten der Königin der Nacht - sicher ohne sich dessen bewußt zu sein. Nachdem die Oper zur Hälfte in Musik gesetzt war, forderte der Komponist von seinem Textdichter eine grundsätzliche Umgestaltung des Textes. Im zweiten Teil der Oper verkörperte die Königin der Nacht das Prinzip des Bösen, während Sarastro, der böse Zauberer, der Pamina, die Tochter der Göttin, schimpflich entführt hatte, zum Priester des Guten, zum Heiligen und Erlöser wird. Im ersten Akt vertraut die Göttin - in ihrer Erscheinung als Königin der Nacht - Tamino, dem Geliebten der Tochter, deren Rettung an - ein matriarchales Heldenritual, wodurch der Mann sich gegenüber der Mutter als würdig erweisen muß, die Tochter zu erringen. Im zweiten Akt wird Tamino durch den Priester Sarastro in die patriarchale Welt eingeweiht. Auf seinem Initiationsweg muß er schweigen. Drei Knaben, Repräsentanten des männlichen Prinzips, rufen dem Prüfling das Motto für seine Einweihung zu:
"Zum Ziele führt dich diese Bahn,
Doch mußt du, Jüngling, männlich siegen.
Drum höre unsere Lehre an:
Sei standhaft, duldsam und verschwiegen."

Demgegenüber wird die Frau zur Schwätzerin: "Ein Weib taugt wenig, plaudert viel!" sagt der Priester, während Tamino sich geringschätzig über das "Geschwätz, den Weibern nachgesagt" äußert. Der Mann soll seine Gedanken verschließen:
"Von festem Geiste ist der Mann,
Er denket, was er sprechen kann."

Pamina ist über das Schweigen des Geliebten verzweifelt. Die Kommunikation zwischen beiden ist zerstört. Während Tamino glaubt, sich durch sein Schweigen standhaft erweisen zu müssen, fühlt sich Pamina einsam, verlassen und verraten. Sie sieht nur einen Ausweg gegenüber der Untreue des Geliebten, den Selbstmord. Die drei Licht-Knaben des Sarastro hindern Pamina und erklären ihr den männlichen Initiationsweg, der über Dunkel zum Licht, über Verzicht zur Erfüllung führe:
"Ein Weib, das Nacht und Tod nicht scheut,
Ist würdig und wird eingeweiht!"

Schweigen wird mit Selbstbeherrschung, Härte und Bewußtseinsentwicklung verwechselt. Mit seinem "oberen, männlichen Bewußtsein" wehrt sich der Mann gegen die unbewußten Kräfte, die ihn bedrängen, so daß er sich selbst überschätzend und überheblich gegen all die Verhaftungen anrennt. Daraus folgt die anmaßende, für das männliche Denken selbstverständliche, Forderung nach Herrschaft über die Frau:
"Ein Mann muß eure Herzen leiten,
Denn ohne ihn pflegt jedes Weib aus seinem Wirkungskreis zu schreiten!"









Aus: Gerda Weiler, Der aufrechte Gang der Menschenfrau. Eine feministische Anthropologie II

















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Mittwoch, 30. Mai 2018






























Ihr perversen Drecksstücke! Eine Prise Hobbypsychologie gefällig? Vielleicht von unseren international trainierten Florida Keys? Nach dem Abspielen des unten verlinkten Musik-Videos von Loreena McKennitt aus ihrem neuen Album "Lost Souls", und während ich danach dann weinend die Bilder bei Pinterest betrachtete, erschien an meinem Bildschirm unter anderem ein Foto mit behelmten Soldaten. Der Bild-Untertitel: "Du wolltest ja leben". Zitat aus dem morgendlichen Newsletter.







“We were expecting them not to survive.” Medical workers in Britain who treated the former Russian spy Sergei Skripal, above, and his daughter after they were poisoned with a lethal, Soviet-developed nerve agent feared that their patients would die, and that many more casualties would follow.







Ernsthaft? Nun, es sieht nach sehr viel Bedarf aus nicht nur an Bildung und Kultur. Ja. Überall gibt es solche. Und solche. Man betrachte in diesem Zusammenhang auch bitte mal das Polizei-Foto auf der Pinnwand Breakfast - Bruncch - Frühstück. Manches muss aber auch ganz ganz schrecklich sein. Ein bisschen Sport vielleicht? Goldig. Wirklich goldig. Noch etwas Yoga vielleicht? Nein, auch die UNo ist eigentlich kein Miet-Matratzen-Raum. Genau wie mancher großer Supermarkt. Das haben manche AnwärterInnen auf höhere Weihen diverser Dienste irgendwie falsch verstanden.








Ja, in der Tat, es ist Frühling. Englisch: Spring. Fragt sich nur, für wen. By the way: Das war die Lieblingslektüre von Johanna: Frank Wedekind. Frühlingserwachen. Mit ihr gemeinsam haben wir Mozarts Zauberflöte in der Oper in Duisburg gesehen. Einer der Bühnenentwürfe für diese Oper steht auf der Pinnwand 'Colours of the Night'. Es ist die Sternenkönigin und das Himmelsgewölbe. Gleich setze ich noch einmal einen Beitrag zu dieser Oper ins Blog. Religiöse Fundamentalisten aller Herren Länder reiben sich seit Generationen an diesem Thema. Nun mal sehen. Maria, wie wird das Wetter heute? Und was kommt da gerade in den Mail-Account? "Heute ist April Orangeson's Geburtstag."








08 : 58 Uhr. Ach, wen haben wir denn am Bildschirm? Diese Bilder! Manche Opern-Aufführung bietet wirklich merkwürdige Interpretationen. So so. In der komischen Oper Berlin "Anatevka"? Beispielsweise? Hach ja. Immer diese (Ost-) Juden. Die, die den alleinigen Anspruch auf das Wort Exil haben? Oder so ähnlich? Schmutzig und dreckig und arm war's halt. Im Schtetl. Nicht wahr, Manes S.? Wie ich gerade auch in diesem kleinen blauen Buch über Galizien lese? Und dazu dann ein wenig Dreamer-Kultur? Aber wenigstens ein paar Bücher hatten's halt immer im Regal. Wenn auch mit wirklich merkwürdigen Inhalten. Nun, mal sehen. Und was sonst noch? Wer ist momentan in der Technik? Bei Pinterest brachte die Suche nach "Anatevka" gerade unter anderem ein Bild von Tevje, dem Milchmann, angestrahlt im Scheinwerfer-Licht? Yepp! Da sagt die Datenbank dann jetzt gerade: Gleich gibt es wieder was zu essen.
































Freitag, 23. Juli 2010

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Aus der Not ihrer minderen Sprachbegabung verstanden es Männer häufig, eine Tugend zu machen. Doris Jonas erzählt von einem Indianerstamm, dessen Männer bei bestimmten Gelegenheiten absolut stumm bleiben müssen:
"Es gibt bis auf den heutigen Tag Indianer, denen die Tradition vorschreibt, daß Männer die Sprache nur spärlich benutzen dürfen und sich untereinander mittels Gesten zu verständigen haben." (Jonas, 1982, 78)
Sie folgert aus dem Schweigen der Indianer:
"Es könnte sehr wohl so gewesen sein, daß der frühmenschliche Mann eine Tugend aus seiner Sprachuntüchtigkeit machte, zumal seine Hauptaufgabe, die Jagd, sowieso komplette Stille erforderte." (Jonas 182, 209)
Mozart gestaltet in seiner Oper Die Zauberflöte ein Einweihungs-ritual, das den Mann durch Schweigen zur Erlösung führt. Das Schweigen ist ein Element vieler männlicher Einweihungsrituale, Einweihungsriten und Jünglingsweihen (Neumann 1953, 142), und so geht Mozarts Idee - auch wenn sie vordergründig dem Freimaurer-tum entlehnt ist - auf sehr alte patriarchale Initiationsgebräuche zurück. Schikaneder, der Textdichter, schöpfte aus verschieden-artigen Quellen. Die Oper stützt sich anfangs auf matriarchale Mythen und stellt erst im zweiten Teil das patriarchale Schweige-gebot in den Mittelpunkt der Handlung." Die Konstruktion des Textes beruhte anfangs auf dem Märchengegensatz von der guten Fee und dem bösen Zauberer." (Neumann 1953, 126)
Die meisten Märchen gehen auf matriarchale Urmythen zurück, und es läßt sich nicht übersehen, "daß es sich bei der Königin der Nacht um eine uralte weibliche Gottheit handelt." (Neumann 1953, 126). Mozart prägt den Charakter der Großen Göttin durch die grandios monumentale musikalische Gestaltung bei allen Auftritten der Königin der Nacht - sicher ohne sich dessen bewußt zu sein. Nachdem die Oper zur Hälfte in Musik gesetzt war, forderte der Komponist von seinem Textdichter eine grundsätzliche Umgestaltung des Textes. Im zweiten Teil der Oper verkörperte die Königin der Nacht das Prinzip des Bösen, während Sarastro, der böse Zauberer, der Pamina, die Tochter der Göttin, schimpflich entführt hatte, zum Priester des Guten, zum Heiligen und Erlöser wird. Im ersten Akt vertraut die Göttin - in ihrer Erscheinung als Königin der Nacht - Tamino, dem Geliebten der Tochter, deren Rettung an - ein matriarchales Heldenritual, wodurch der Mann sich gegenüber der Mutter als würdig erweisen muß, die Tochter zu erringen. Im zweiten Akt wird Tamino durch den Priester Sarastro in die patriarchale Welt eingeweiht. Auf seinem Initiationsweg muß er schweigen. Drei Knaben, Repräsentanten des männlichen Prinzips, rufen dem Prüfling das Motto für seine Einweihung zu:
"Zum Ziele führt dich diese Bahn,
Doch mußt du, Jüngling, männlich siegen.
Drum höre unsere Lehre an:
Sei standhaft, duldsam und verschwiegen."

Demgegenüber wird die Frau zur Schwätzerin: "Ein Weib taugt wenig, plaudert viel!" sagt der Priester, während Tamino sich geringschätzig über das "Geschwätz, den Weibern nachgesagt" äußert. Der Mann soll seine Gedanken verschließen:
"Von festem Geiste ist der Mann,
Er denket, was er sprechen kann."

Pamina ist über das Schweigen des Geliebten verzweifelt. Die Kommunikation zwischen beiden ist zerstört. Während Tamino glaubt, sich durch sein Schweigen standhaft erweisen zu müssen, fühlt sich Pamina einsam, verlassen und verraten. Sie sieht nur einen Ausweg gegenüber der Untreue des Geliebten, den Selbstmord. Die drei Licht-Knaben des Sarastro hindern Pamina und erklären ihr den männlichen Initiationsweg, der über Dunkel zum Licht, über Verzicht zur Erfüllung führe:
"Ein Weib, das Nacht und Tod nicht scheut,
Ist würdig und wird eingeweiht!"

Schweigen wird mit Selbstbeherrschung, Härte und Bewußtseins-entwicklung verwechselt. Mit seinem "oberen, männlichen Bewußt-sein" wehrt sich der Mann gegen die unbewußten Kräfte, die ihn bedrängen, so daß er sich selbst überschätzend und überheblich gegen all die Verhaftungen anrennt. Daraus folgt die anmaßende, für das männliche Denken selbstverständliche, Forderung nach Herrschaft über die Frau:
"Ein Mann muß eure Herzen leiten,
Denn ohne ihn pflegt jedes Weib aus seinem Wirkungskreis zu schreiten!"









Aus: Gerda Weiler, Der aufrechte Gang der Menschenfrau. Eine feministische Anthropologie II














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Freitag, 27. Juni 2014




















Ja. So sind sie. Der Feuersalamander und die Angst vor den Geistern. Vor allem aber vor Undine. Goethe war leider auch stellenweise ein sehr unwissender Mann.







Aus der Not ihrer minderen Sprachbegabung verstanden es Männer häufig, eine Tugend zu machen. Doris Jonas erzählt von einem Indianerstamm, dessen Männer bei bestimmten Gelegenheiten absolut stumm bleiben müssen:
"Es gibt bis auf den heutigen Tag Indianer, denen die Tradition vorschreibt, daß Männer die Sprache nur spärlich benutzen dürfen und sich untereinander mittels Gesten zu verständigen haben." (Jonas, 1982, 78)
Sie folgert aus dem Schweigen der Indianer:
"Es könnte sehr wohl so gewesen sein, daß der frühmenschliche Mann eine Tugend aus seiner Sprachuntüchtigkeit machte, zumal seine Hauptaufgabe, die Jagd, sowieso komplette Stille erforderte." (Jonas 182, 209)






Mozart gestaltet in seiner Oper Die Zauberflöte ein Einweihungsritual, das den Mann durch Schweigen zur Erlösung führt. Das Schweigen ist ein Element vieler männlicher Einweihungsrituale, Einweihungsriten und Jünglingsweihen (Neumann 1953, 142), und so geht Mozarts Idee - auch wenn sie vordergründig dem Freimaurertum entlehnt ist - auf sehr alte patriarchale Initiationsgebräuche zurück. Schikaneder, der Textdichter, schöpfte aus verschiedenartigen Quellen. Die Oper stützt sich anfangs auf matriarchale Mythen und stellt erst im zweiten Teil das patriarchale Schweigegebot in den Mittelpunkt der Handlung." Die Konstruktion des Textes beruhte anfangs auf dem Märchengegensatz von der guten Fee und dem bösen Zauberer." (Neumann 1953, 126)
Die meisten Märchen gehen auf matriarchale Urmythen zurück, und es läßt sich nicht übersehen, "daß es sich bei der Königin der Nacht um eine uralte weibliche Gottheit handelt." (Neumann 1953, 126). Mozart prägt den Charakter der Großen Göttin durch die grandios monumentale musikalische Gestaltung bei allen Auftritten der Königin der Nacht - sicher ohne sich dessen bewußt zu sein. Nachdem die Oper zur Hälfte in Musik gesetzt war, forderte der Komponist von seinem Textdichter eine grundsätzliche Umgestaltung des Textes. Im zweiten Teil der Oper verkörperte die Königin der Nacht das Prinzip des Bösen, während Sarastro, der böse Zauberer, der Pamina, die Tochter der Göttin, schimpflich entführt hatte, zum Priester des Guten, zum Heiligen und Erlöser wird. Im ersten Akt vertraut die Göttin - in ihrer Erscheinung als Königin der Nacht - Tamino, dem Geliebten der Tochter, deren Rettung an - ein matriarchales Heldenritual, wodurch der Mann sich gegenüber der Mutter als würdig erweisen muß, die Tochter zu erringen. Im zweiten Akt wird Tamino durch den Priester Sarastro in die patriarchale Welt eingeweiht. Auf seinem Initiationsweg muß er schweigen. Drei Knaben, Repräsentanten des männlichen Prinzips, rufen dem Prüfling das Motto für seine Einweihung zu:





"Zum Ziele führt dich diese Bahn,
Doch mußt du, Jüngling, männlich siegen.
Drum höre unsere Lehre an:
Sei standhaft, duldsam und verschwiegen."





Demgegenüber wird die Frau zur Schwätzerin: "Ein Weib taugt wenig, plaudert viel!" sagt der Priester, während Tamino sich geringschätzig über das "Geschwätz, den Weibern nachgesagt" äußert. Der Mann soll seine Gedanken verschließen:




"Von festem Geiste ist der Mann,
Er denket, was er sprechen kann."






Pamina ist über das Schweigen des Geliebten verzweifelt. Die Kommunikation zwischen beiden ist zerstört. Während Tamino glaubt, sich durch sein Schweigen standhaft erweisen zu müssen, fühlt sich Pamina einsam, verlassen und verraten. Sie sieht nur einen Ausweg gegenüber der Untreue des Geliebten, den Selbstmord. Die drei Licht-Knaben des Sarastro hindern Pamina und erklären ihr den männlichen Initiationsweg, der über Dunkel zum Licht, über Verzicht zur Erfüllung führe:





"Ein Weib, das Nacht und Tod nicht scheut,
Ist würdig und wird eingeweiht!"






Schweigen wird mit Selbstbeherrschung, Härte und Bewußtseinsentwicklung verwechselt. Mit seinem "oberen, männlichen Bewußtsein" wehrt sich der Mann gegen die unbewußten Kräfte, die ihn bedrängen, so daß er sich selbst überschätzend und überheblich gegen all die Verhaftungen anrennt. Daraus folgt die anmaßende, für das männliche Denken selbstverständliche, Forderung nach Herrschaft über die Frau:





"Ein Mann muß eure Herzen leiten,
Denn ohne ihn pflegt jedes Weib aus seinem Wirkungskreis zu schreiten!"











Aus: Gerda Weiler, Der aufrechte Gang der Menschenfrau. Eine feministische Anthropologie II























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Montag, 4. Juni 2018





























"Wer heute behauptet, die Zeit vor 1968 sei eine des Stillstands und der Restauration gewesen, schreibt nicht nur der heutigen Kultur der Rieslingfeste und Schloßplatzremmidemmis zu viel Belegkraft für eine offene Gesellschaft zu, sondern berichtet auch einseitig.





Als Hoffmann 1970 sein Amt in Frankfurt antrat, war der Ruf der Stadt in vielen Hinsichten zweifelhaft. Schön fanden sie, um es vorsichtig zu sagen, nur wenige. An das kurz danach gebaute Technische Rathaus wird beispielsweise denken, wer sich erinnert, wie damals gebaut wurde. Das Geld der Banken verbreitete keinen Flair, die Studentenbewegung befand sich langsam im Übergang zur K-Gruppenbildung, Frankfurts Kriminalstatistik galt auch diesseits der ersten linksradikalen Anschläge als beeindruckend, und der Main floss mitunter in seltsamen Farben. Dass in der „Frankfurter Schule“ ästhetische Fragen zu Schlüsselfragen der Gesellschaftsdiagnose erhoben wurden, strahlte über die damalige Präsenz des Suhrkamp Verlages und des Generalmusikdirektors der Oper, Michael Gielen, hinaus wenig in die Stadt aus."






http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/zum-tod-von-hilmar-hoffmann-15621075.html






























Sonntag, 17. April 2011

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Ich bin dieses Kriegsnuttenbusiness so leid. Sich vermeintlichen Feinden durch Ficken zu nähern scheint mir ein weltweites Hobby zu sein. Interessant wäre sicher mal ein Erfahrungsaustausch der Kinder aus solchen Verbindungen. Jedenfalls den zur Welt gekommenen Kindern, die nicht vorher getötet wurden. Ohne Wissen der Mutter. Zum Beispiel. Den Kindern, die es nicht vorzogen, ihrem Leben endgültig ein Ende zu bereiten, nachdem sie erfahren haben, was der wahre Grund für die schizoiden Anfälle war. An wievielen Menschen wurde von diversen Diensten Lunte gelegt, damit diese besonders scharf im Einsatz wurden?
Wieviele Kinder sind sehr misstrauisch, verschlossen, ziehen es vor, lieber alleine zu spielen, wollen als Erwachsene alleine bleiben oder halten sich gleich einen ganzen Harem so, wie man halt auch möglichst mehrere Ersatzschlüssel hat? Die Literatur und die Oper sind voll von solchen suizidalen Männer-Figuren, deren Schöpfer auch noch bewundert werden. Menschen, die alles tun, um nicht noch einmal in diese Gefühlswelt geraten, in denen ihnen Liebe vorgegaukelt wird, sie aber ständig das Gefühl haben, dass man sie am liebsten verlassen will. Selbstverständlich sind es die Kinder, die spinnen. Laut den Aussagen der Erwachsenen. Sie brauchen daher bestimmt die Psychologie. Während die Erwachsenen weiter an ihrem lebenslangen Lügengebilde basteln. Manche greifen glücklicherweise dann doch mal ins Politik- und Geschichtslexikon. Oder werden MatriarchatsforscherInnen.















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Sonntag, 29. August 2010

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Ein Trigger-Telefonat und ein Märchen für mich mit ein paar größeren Seiten-hieben. Woaw! Sehr professionell! Habe ich doch tatsächlich gestern abend vergeblich den Anzünder gesucht. Aber das Wichtigste war wohl wieder mal, den Eindruck zu hinterlassen, dass das Gesicht und die roten Haare einfach nicht auf dominant autoritäre Männer mit institutionellem Verdrängungsfaktor wirken will. Wie schön, dass da das Glück wenigstens diese netten Fußpflegerinnen mit Tatoo heimsucht, die vor lauter Liebe spontan mit diesen harten Kerlen in Uniform zusammengezogen sind. Gut, die Masche kennen wir ja. Was dem fremdgeführten Führervolk mit aggressiv-depressiven Anfällen und merkwürdig arrogantem Mitleid für etwas freiheitlich gesinnte Menschen eben noch so alles an Geschichten zum Weitersagen erzählt wird oder aber im eigenen Bewusstsein, vor allem aber im Unterbewusstsein einfällt. Das Psychologie-Lexikon muss in diesem Fall nicht mehr aus dem Schrank geholt werden. Es reicht ein kurzer Augenblick, um festzustellen, ob sich der Lackmus-Streifen verfärbt hat. Dann geht es mit dem Motorrad durch die sichtbar gemachte Papp-Wand. Deren Bestand für mich schon lange kein Geheimnis mehr ist. Ich gehe im übrigen davon aus, dass die zitierte Bemerkung gestern abend auch kein Zufall war: "es ist in meinem Umfeld auch vorgekommen, dass eine sehr intelligente und kreative Frau erst mit allen möglichen Mitteln verunsichert wurde, und sie dann Hilfe und eine Hand gereicht bekam von einer Gruppe. Nun triggert sie mir mein Abendessen. Was mich auch in diesem Fall sehr traurig macht. Das sind die Methoden autoritärer Psycho-gruppen: Leute, die man haben will, werden instabil gemacht. Dann reicht man ihnen die Hand. Es können zwei verschiedenen Fronten, zwei verschiedene Gruppen sein. Es kann aber auch dieselbe Gruppe sein."
Meiner Großmutter, zu der ich als Jugendliche nach jahrelangem Kontaktabbruch wieder fahren durfte, war es ein Anliegen, mit mir in Mozarts Zauberflöte zu gehen. Mir gefiel die Oper zwar nicht besonders. Aber es war gut gemeint. Und das war das Wesentliche. Das, was später in den letzten Jahren und insbesondere im letzten Jahr ihres Lebens passierte, kann ich mir bis heute nicht verzeihen. Das einzige, was ich sagen kann, ist, dass ich damals noch so gut wie nichts wußte. Mein Vater hingegen schon. Da bin ich mir heute sicher. Nur ertrinkt das menschliche Mass des Erträglichen leider manchmal vor lauter Vermischung und Arbeit im Alkohol. Es ist anstrengend, soviel Salz zu verstreuen, bis die Flaschen mit dem autoritären Anstrich nach und nach auftauchen.
















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Donnerstag, 14. November 2019

Gut. Mehr Material. Es hat funktioniert. Und nun noch mehr luntegelegte Lappen, die den Antwortmodus nicht verkraften können. Da gibt es nur eines: Erst gar nicht anfangen. Gelle, die Dinger da im Skoda. Das grüne Lammfell ist bestellt für das Zimmer von Davina. Und nun das nächste Paket. Vielleicht wieder ein Postamt? Engelchens Postamt. Das steht jetzt in MEINER Küche. Eine historische Zeitreise auch an diesem Ort. Und das ist mein Projekt. Ganz nach guter alter Art. Gelle, der Dreamer Lappen soeben um 15 : 42 Uhr. Haben wir uns da alle deutlich genug verstanden? Ich bestelle dann mal weiter. Test. Treffer. Nächste Nummer. Gelle, da drüben. Zur Frage des Tauchens unter mir gibt es genügend altes Film - Material. Seeigel und Muscheln? Und wer möchte als nächstes ins Indizienprotokoll? Eine Fernlenkung vielleicht? Bei der Ankunft des nächsten Paketes? Wer will? Gassi gehen? 15 : 38 Uhr. Eintrag in die Datenbank: treffer .. nächste nummer ... ads im haustechnikprotokoll ... check lunge und tauber unterschenkel rechts. 15 : 39 Uhr. Druck Kopf und leichtes Brennen Hals links und rechts. So. Abholen! Nächster terroristischer Gefährder im Indizienprotokoll? Verifizieren, bitte!






17 : 29 Uhr. Die Datenbank sagt: so white pride .. haben wir uns jetzt verstanden? mehr indizien material .. für die kollegen mit der lizenz .. und die nächsten ... noch mehr krefelder auch im bereich law? indizienprotokoll ...





Und nun noch mal beim Schreiben auf meinem Mittelfinger rechts mit Hobbytechnik beim Schreiben wirken wollen? Und noch mal ein Screenshot mit der Bemerkung offener Lizenzen?




17 : 32 Uhr. Leichte Atemlähmung. Check Atmung. Auch nix neues. Jens, Szenario. Eure ... Noch mehr luntegelegten Lappen mit dem Traum der Fernlenkung von Gelb - Grün?





Was genau war das beim Anklicken der Pinnwand von Moussa Faki Mahamat? Intrigantenstadl in der internen Kommunikation, nächste Nummer? Na, noch ein Krefelder?





20 : 25 Uhr. Vorhin ein kurzer Besuch auf dem Twitter Account der New Yorker Staatsanwältin, die ein Verfahren gegen Trump geführt hatte. Eigentlich nicht erwähnenswert, dass sie keine weiße Hautfarbe hat. Hier aber doch. Weitere Bilder auf den Seiten einer jüdischen Zeitschrift, die ich abonniert habe. Noch mehr gemischte Beziehungen? Und dann: Ich glaube es nicht. Ein Tag der offenen Tür Video? Und eine Krefelder Kopie? Oder wie? In der Küche simmert der Grünkohl, dazu gibt es Bandnudeln. Ich hatte vorhin laut gesagt, dass ich jetzt lernen gehe. Zwei Studiengänge bis Ende des Jahres müssen doch zu schaffen sein. Judaistik und Osteuropäische Geschichte. Nach dem Anklicken des Links auf die Oper Libussa von Smetana ging es dann los. Jede Menge Bilder bei Pinterest. Du verdammtes Stück Scheisse. So. White Pride ... Noch ein Röntgenbild mit Photoshop verändert? Die Katze? Und die Augen ... Das Bild mit dem Kind über der Schulter wurde im Kontext benutzt. Und weitere Bilder im Kontext. Und soeben noch ein Hmmh Dreamer Lappen? Und auch noch ein Florida - Effekt? So. Die Datenbank sagt: screenshot .. und dazu noch eine aversive reaktion auf schwarzrosane schweinchen .. yo .. wie wäre es dazu dann noch mit schleierkraut? ach, und der löwenthalphobiker ist auch wieder anwesend in de dreamer kultur? das passt




Und:



Die Nummer mit der Zyste ist im Protokoll - Update: Beim Korrekturlesen jetzt leichtes Brennen auf meinem Eierstock rechts? Ich bestelle gleich das nächste Lammfell, grün gefärbt

Mittwoch, 11. April 2012

Der Garten der Medea

Medea ist das Urbild der abendländischen Hexe. Sie ist schön, sinnlich und verführerisch. Sie kann sich mit geheimnisvollen Salben alt und hässlich machen oder andere verzaubern. Sie hat die Sehergabe, kennt die Kräfte der Gifte und Wirkungen der Kräuter, sie ist die Barbarin aus einem fremden Land. Sie ist bewandert in der geheimen Kunst, sie kennt den Lauf der Gestirne und wird als Priesterin der Artemis tätig. Sie steht unter dem Schutz der Titanin und Erdgöttin Themis und Artemis, die von ihr als ‚Erhabene’ angerufen werden. Themis war nach ihrer Mutter Gaia die zweite Orakelgöttin von Delphi, bevor das Heiligtum von Apollon annektiert wurde. (Ovid, Metamorphosen I, 320 f). Themis, „die die Eide wahrt“, war als Tochter der Erdgöttin entweder mit Python, die ebenfalls von Gaia geboren worden war, identisch, oder eine Schwester des Drachens mit „giftigem Bauche“ (ebd. 459). Als Helferin und Schutzgöttin hat sich Medea die Göttin Hekate/Trivia erkoren, die in ihres „Herdes Grund“ wohnt (Euripides, Medea 399; Seneca, Medea 785). Es heißt bei Seneca, dass Prometheus einer ihrer Lehrer gewesen ist (Medea 820 ff.). Medea kann auf einem Wagen mit Drachengespann durch die Lüfte fahren oder auf Schlangen durch den Äther reiten. Sie kann mit Räucherwerk beschwören, das Wunder der Verjüngung erwirken und Illusionen erschaffen. Sie kennt die Heilkunst genau wie den Schadenzauber. Was sie zum Urbild macht, ist vor allem ihr Kessel, in dem sie die Gebräue für ihre Zaubereien kocht. Seneca beschreibt in seinem Drama ‚Medea’ wie die Zauberin ihren Trunk bereitet. Eine Hauptingredienz sind Schlangen und ‚jegliches Gewürm’. Der Dichter nennt auch eine Reihe von – kaum identifizierbaren Zauberpflanzen aus Medeas Hexenbotanik: „Nachdem sie Schlangen beschworen jeder Art, wirft sie in eins, was an verwunschenen Kräutern sprießt, was auf den Kuppen, die der ewige Schnee bedeckt, feucht von Prometheus’ Blut der Kaukasus erzeugt [Ferula communis] , der reiche Araber an seine Pfeile streicht [Aconitum spp.], was flinke Parther, Meder, bogenkampferprobt was edle Suebenfrauen unterm kalten Pol an Säften lesen im herkynischen Wald, was auch im nestbaufreudigen Lenz die Erde schafft und was in tiefen Winters Kälte, wenn der Wald den Schmuck schon abwarf, alles starr in Schnee und Eis, an Kräutern, todesschwanger blühend, grünt [Helleborus niger], was in gewundner Wurzel grauenvoller Saft [Mandragora] an giftiger Wirkung zeugt, all dies nimmt sie zur Hand. Haemoniens Athos steuert jenes Giftkraut bei, der riesige Pindus dies, auf des Pangǽum Höhn ließ unter blutiger Sichel dies das zarte Blatt.“ (Seneca, Medea 705 – 722) Medea ist noch ganz die Schamanin, die sich gründlich in Botanik, Heilkunst und Magie (Zaubergesänge) auskennt. Sie ist noch nicht die ‚böse Hexe’ späterer Epochen. Sie setzt ihr Wissen und Können zum Schutz und Heil ihrer Freunde und Verbündeten, aber auch zum Schaden und Untergang ihrer Feinde ein. Wer sie fürchtet, der fürchtet sie zu Recht. Sie ist je nach Bedarf und Zweck Heilerin und Schadenszauberin zugleich. Sie hat – wenn sie will – den ‚bösen Blick’ (Apollonios IV, 1670 f.). Bei Euripides wird sie als ‚Löwin’ angesprochen (Medea 1316); möglicherweise ein Hinweis darauf, dass Medea sich als gute Schamanin in eine Katze verwandeln konnte. Bei ihren Beschwörungen entblößt sie die Brüste, flicht sie lebende Schlangen ins Haar und hält je eine Schlange in jeder Hand (Seneca, Medea). Sie gleicht also ganz der minoischen Schlangengöttin von Kreta. Später wurde sie unsterblich und regierte als Hexenkönigin und Braut des Achilles die elysischen Gefilde (Robert von Ranke-Graves, Griechische Mythologie. Quellen und Deutung. Rowohlt Reinbek 1984, S. 577) Mit ihrer Schönheit – Hesiod nannte sie die ‚schönfüßige Medea’ oder ‚Schönäugige’ -, Erotik und Zauberkunst hat sie schon die alten Dichter fasziniert, aber auch mit Angst und Schrecken erregt. Euripides hat ihr eine ganze Tragödie gewidmet. Auch Ovid, der üppig einige von Medeas Taten in den Metamorphosen beschreibt, hat ebenfalls eine Tragödie namens Medea verfasst, von der allerdings nur ein Vers erhalten geblieben ist (Christine Binroth-Bank, Medea in den Metamorphosen Ovids, Peter Lang (Europäische Hochschulschriften, Bd. 62), Frankfurt/M. 1994 und Theodor Heinze (Hg.), P. Ovidius Naso – Der XXI. Heroidenbrief. Medea an Jason, Mit einer Beilage: Die Fragmente der Tragödoie Medea, Brill Leiden 1997). Euripides’ Dichtung wurde zur Vorlage für zahlreiche Medea-Bearbeitungen in der Weltliteratur. Im 18. und 19. Jahrhundert entstanden mehrere Opern, die sich der kolchischen Zauberin annahmen. Die Anziehungskraft der Medea strahlt bis heute. So ist sie etwa in der modernen Frauenliteratur zu einem Sujet geworden. Nicht ohne Grund fordert Ursula Haas einen Freispruch für Medea (1991), den Rolf Liebermann jüngst als Oper vertont hat (1995). Medea, die blonde ‚Kolchierin’ mit ‚göttergleichem’ Haupt, stammt aus Kolchis, einem Land, das von ‚schwarzgesichtigen’ Barbaren bevölkert war. (Apollonios III, 828ff.). Ihr Großvater war Helios , der große Demiurg, der das orphische Welten-Ei ausbrütet (vgl. Robert von Ranke-Graves, Die Weiße Göttin: Sprache des Mythos, Rowohlt, Reinbek 1985); diese Abstammung wird bereits von Hesiod berichtet! Medea, Kirke und Hekate gehören zum Stamm des Helios/Sol : das heißt die Hexen sind Kinder der Sonne! Medea gebar nach Hesiod aus der Verbindung mit Jason, dem Argonauten, einen Sohn namens Medeios, „den in den Bergen Cheiron aufzog“ (Theogonie, 1001). Das heißt, der Nachfahre der zauberkundigen Mutter wurde von Geburt an von dem schamanischen Kentauren Cheiron, der auch den Herakles erzogen hatte, in der Heilkunst ausgebildet. „Nacht, Vertrauteste du der heimlichen Dinge; Ihr Sterne, die ihr der tragenden Glut nachfolgt mit der goldenen Luna; Du, Hekate mit dreifachem Kopf, du weißt, was jetzt anhebt: komm doch und hilf mir mit murmelndem Spruch und kunstvollem Zauber. Und du, Erde, du gibst den Hexen die mächtigen Kräuter. Lüftchen und Winde und Berge, ihr Flüsse all und ihr Teiche, Göttin der Haine, herbei! O helft mir , ihr Götter der Nächte.“ (Ovid, Metamorphosen VII, 192) Aus: Claudia Müller-Ebeling/Christian Rätsch, Wolf-Dieter Storl, Hexenmedizin. Die Wiederentdeckung einer verbotenen Heilkunst – schamanische Traditionen in Europa. AT-Verlag Aarau/Schweiz, 1998 .

Dienstag, 21. September 2010

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Hat es in letzter Zeit eigentlich unerklärliche Suizide von Juristen gegeben? Und Kaliber .22 zur Erinnerung? Unter anderem eine Walter-Pistole? Nicht nur in internen Zoll-Netzwerken aus Braunschweig in Notsituationen manchmal gern gesehene Helfer. Netzwerke, die sich auch in Deutschland einen erbitterten Kampf gegen andere interne Netzwerke liefern. Manche werden da irgendwie einfach dazwischen geworfen. Und manche ach so ganz kurz Grinsende sollte aufpassen, dass sie nicht von außen angeschoben wird. Da gibt es alte Kameradschaften, die schon mal aus Eigennutz dafür sorgen, dass vor dem Spiegel intensiv übende Postkartenmaler mit Sündenbock-syndrom viel Erfolg haben. Erfolg damit haben, den Arm zackig zu heben, damit ganz viele folgen. Ladies and Gentlemen: We proudly present Stephen Colbert!






Schade, dass selbst - oder gerade? - in so engen Familienbanden die rote Haarfarbe doch nicht so gut gelitten ist, wie manches Lippen-bekenntnis einst den Eindruck hinterließ. Was der besseren Erkenntnis halber ein wenig professioneller verbaler Sprengarbeit bedurfte. Ich bin sicher, auch manche Buddhisten sind aus Ver-bundenheit der alten Achse gegenüber willkommen, wenn man ein wenig nachhilft. Eine kreative und kluge Frau wird verunsichert mit allen Mitteln? Und ergreift dann die hilfreiche Hand der Trigger-Tiger-Gilde, triggert nun ihr einst Nahestehende, die allerdings in einem etwas schwierigen Verhältnis zu ihr standen? Hoffentlich war es nicht ein und dieselbe Gruppe, die sich ihr angeboten hat. Siehe der Eintrag "Organisiertes Stalking".
Ich habe statt eines Geburtstagsgeschenks einen schönen alten Rock mit wertvoller Spitze für die Oper erhalten. Vielen Dank! Manchmal ist es etwas anstrengend, so viel Salz zu verstreuen, bis die Flaschen alle auftauchen. Um die Nachfahren werden wir uns kümmern.

















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Dienstag, 3. Dezember 2024

Bündnispartnerschaften und KMU-Strukturen

Kriegsjahr 2024. Und Lösungen. Kooperationen. Mittel- und Osteuropa als ein Beispiel: Es gibt Pinterest in vielen Ländern. Und eine Kombination mit Amazon ist selbstverständlich auch möglich, ich habe den Buchtitel "Maria" auch mit guter alter Freimaurer-Perspektive und vielen verschiedenen historischen Aspekten verlinkt als ein Beispiel. Siehe dazu auch in der Lernumgebung des Zug der Zeit das öfter verlinkte Beispiel Oper "Zauberflöte" von Mozart und die Theater-Dekorationen in verschiedenen Ausführungen, sagen wir, mit etwas unterschiedlichen Auffassungen! 




KMU-Strukturen und Kooperationen: Pinterest Beta-Versionen AT und D sind nur zwei Möglichkeiten von vielen! Das sind keine historischen Andeutungen von Hierarchie, wohl aber Andeutungen von vielfältigen Bündnis-Partnerschaften. Mehr? Was soll ich sagen! Erhebliche Blockaden! Historisch gesehen auch nicht ganz so neu .. ! Nicht wahr ...? Siehe auch Lernumgebung des Zug der Zeit.




19 : 21 Uhr. Das aversiv sublime Gesabble dahinter, Darling! Satellitentechnik! Ohne nähere Angaben! Setzen Sie bitte genau an dieser Stelle mit einer weiteren terroristischen Fernlenkung von Einheiten auf! Wir empfehlen beispielsweise Scheisse, die aus Federn tropft mit Paragrafen-Zeichen auf Amts-Papier und weitere terroristische Lagerhaft durch luntegelegte Frontgruppen zur Landnahme ... !  Wir empfehlen das 3. Ultimatum verstreichen zu lassen ... ! Wir verstehen uns? Die Damen und Herren? Kontext "Hundepension". Bearbeitungen. Reparationsleistungen! Einheiten ... ! 




19 : 25 Uhr. Terroristische Fernlenkung und Brustbereich sublim. Doch, das aversiv sublime Gesabble! GPS Clouding, Satellitentechnik, Ermittlung weiterer terroristischer Strukturen zur Bearbeitung! Das Material auf Ihren Servern! Inklusive BKA - Material, Mäuschen .. Und bitte noch einen Abfick - Automaten ... Eine kleine private Anmerkung am Rande, auch was bestehende Beziehungen betrifft ...  Noch eine perfekte Melone, bitte, mein Freund ... Cyberfeld KI. Wollsze de Daten ... ?





Auch eine Alfred-Allergie? "Bullshit in Bozen", Ermittler Einheit Polizei und Militär. Und eine Dienst-Tour auch im Erftkreis! Sie kennen das Stellvertreter-Szenario! KI .. Einheiten, Internationale Wert-Gemeinschaft. Muss ich mehr sagen?19 : 29 Uhr. Versuchen Sie es doch bitte genau an dieser Stelle weiter mit terroristischem Druckdarmgespiele soeben als Andeutung und Fernlenkung! Die Brennnessel an meinem Kopf! Glückwunsch ... ! Gewonnen!




Kooperationen. Bündnis-Partnerschaften: Die Versuche von Blockaden sind im Zuge hybrider Kriegsführung enorm! Es gibt hier vor Ort beispielsweise momentan auch einige Probleme mit weiteren sogenannten Top-Level-Domains! Von Herzrhythmusstörungen und terroristischen Fernlenkungen wie Atemlähmungen ganz abgesehen! Ein Vorschlag für ein traditionelles österreichisches Produkt, erweitert um modernste Sicherheitsanforderungen? Dank Cyberfeld KI! Schuhe! Mit modernster Logistik und Mess-Software möglich! Nur um es dezent anzudeuten! Es mit völlig egal, wie oft die Damen und Herren Terroristen die Methoden hybrider Kriegsführung versuchen! Ermittelnde Einheiten, Internationale Werte-Gemeinschaft! Ohne nähere Angaben, bitte ... !

Mittwoch, 1. September 2010

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Es freut mich mal wieder sehr, dass nicht nur ich lerne, sondern auch meine kleinen mitlesenden Trigger-Tiger. Vor einigen Tagen nahm ich als Bett-Lektüre nach langer Zeit wieder das Lexikon der Symbole von Wolfgang Bauer, Irmtraud Dümotz und Sergius Golowin zur Hand in der Absicht, die Kapitel von Sergius Golowin nun von Anfang an zu lesen. Nach wenigen Seiten schlief ich nach Mitternacht ein und las dann vorhin endlich weiter, um nun mit einem kleinen Kichern auf meinem Lippen dieses Zitat ins Blog zu setzen. Ich sagte es ja schon: Ich bin nur ein hellsichtiges schamanistisches Medium auf einem langen Lernweg. Mehr nicht, meine mutigen mitlesenden Trigger-Tiger, die ihr selbstverständlich nicht in Gefahr geraten sollt, wie Tiere im Zoo dressiert zu werden. LeserInnen können ja selber einmal die Blog-Beiträge der vergangenen Tage durchgehen und lesen, was hinter den Links "Elefant" (Leibwächterinnen) und "Sprache" (hinter dem Link "die Oper") im Blog steht. Die Stelle mit dem Magier im Buch überspringe ich jetzt und zitiere aus dem Kapitel über indische Symbole:






Sarasvati erscheint als die eigentliche Begründerin aller echten Künste und Wissenschaften, die die Weisheit Gottes im Rahmen der erschaffenen Welten erkennen und entsprechend preisen. (sic!) Von ihr soll alle Sprache, also das Wort kommen, selbstverständlich auch die Schrift, die Fähigkeit, gelehrte und weise Bücher zu schreiben, die Dichtung, die Musik, die bildenden Künste.
Wenn sie mehrhändig dargestellt wird, hält sie etwa neben der Vina noch ein Buch (jede Dichtung und Wissenschaft ist für ihre Anbeter ein Wiederfinden und Neugestalten der Überlieferungen oder Erinnerung aus früheren Welten!) dann noch etwa den Rosenkranz, die aufgereihten Kugeln Zeichen für Frömmigkeit, wie auch für den Weisen der Hinweis auf den endlosen Kreislauf all der früheren und kommenden Schöpfungen. Auch einen Haken, wie ihn die Treiber für die Lenkung der Elefanten verwenden: Es ist die Erkenntnis der göttlichen Harmonie, die nach den Mythen der schönen Sarasvati ermöglicht, durch ihre heilige Kunst und ihr in der Urreligion wurzelndes Wissen die Welt zu bewegen und zu ihrem Ziel zu lenken.
















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Freitag, 15. Mai 2009

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Große Lust, dieses Geschwafel nach drei Seiten Einleitung auf den Müll zu werfen. Ein Hansdampf, der seinem rein männlich besetzten Akademikerclub dankt, wie großartig er nun über die Mysterien der Isis in dieser Oper plaudern kann. Manche Pfeife kommt zu keinem einzigen Konzert.





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Montag, 18. Januar 2010

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Der Garten der Medea




Medea ist das Urbild der abendländischen Hexe. Sie ist schön, sinnlich und verführerisch. Sie kann sich mit geheimnisvollen Salben alt und hässlich machen oder andere verzaubern. Sie hat die Sehergabe, kennt die Kräfte der Gifte und Wirkungen der Kräuter, sie ist die Barbarin aus einem fremden Land. Sie ist bewandert in der geheimen Kunst, sie kennt den Lauf der Gestirne und wird als Priesterin der Artemis tätig. Sie steht unter dem Schutz der Titanin und Erdgöttin Themis und Artemis, die von ihr als ‚Erhabene’ angerufen werden. Themis war nach ihrer Mutter Gaia die zweite Orakelgöttin von Delphi, bevor das Heiligtum von Apollon annektiert wurde. (Ovid, Metamorphosen I, 320 f). Themis, „die die Eide wahrt“, war als Tochter der Erdgöttin entweder mit Python, die ebenfalls von Gaia geboren worden war, identisch, oder eine Schwester des Drachens mit „giftigem Bauche“ (ebd. 459). Als Helferin und Schutzgöttin hat sich Medea die Göttin Hekate/Trivia erkoren, die in ihres „Herdes Grund“ wohnt (Euripides, Medea 399; Seneca, Medea 785). Es heißt bei Seneca, dass Prometheus einer ihrer Lehrer gewesen ist (Medea 820 ff.).






Medea kann auf einem Wagen mit Drachengespann durch die Lüfte fahren oder auf Schlangen durch den Äther reiten. Sie kann mit Räucherwerk beschwören, das Wunder der Verjüngung erwirken und Illusionen erschaffen. Sie kennt die Heilkunst genau wie den Schadenzauber. Was sie zum Urbild macht, ist vor allem ihr Kessel, in dem sie die Gebräue für ihre Zaubereien kocht. Seneca beschreibt in seinem Drama ‚Medea’ wie die Zauberin ihren Trunk bereitet. Eine Hauptingredienz sind Schlangen und ‚jegliches Gewürm’. Der Dichter nennt auch eine Reihe von – kaum identifizierbaren Zauberpflanzen aus Medeas Hexenbotanik:






„Nachdem sie Schlangen beschworen jeder Art,
wirft sie in eins, was an verwunschenen Kräutern sprießt,
was auf den Kuppen, die der ewige Schnee bedeckt,
feucht von Prometheus’ Blut der Kaukasus erzeugt [Ferula communis] ,
der reiche Araber an seine Pfeile streicht [Aconitum spp.],
was flinke Parther, Meder, bogenkampferprobt
was edle Suebenfrauen unterm kalten Pol
an Säften lesen im herkynischen Wald,
was auch im nestbaufreudigen Lenz die Erde schafft
und was in tiefen Winters Kälte, wenn der Wald
den Schmuck schon abwarf, alles starr in Schnee und Eis,
an Kräutern, todesschwanger blühend, grünt [Helleborus niger],
was in gewundner Wurzel grauenvoller Saft [Mandragora]
an giftiger Wirkung zeugt, all dies nimmt sie zur Hand.
Haemoniens Athos steuert jenes Giftkraut bei,
der riesige Pindus dies, auf des Pangǽum Höhn
ließ unter blutiger Sichel dies das zarte Blatt.“



(Seneca, Medea 705 – 722)






Medea ist noch ganz die Schamanin, die sich gründlich in Botanik, Heilkunst und Magie (Zaubergesänge) auskennt. Sie ist noch nicht die ‚böse Hexe’ späterer Epochen. Sie setzt ihr Wissen und Können zum Schutz und Heil ihrer Freunde und Verbündeten, aber auch zum Schaden und Untergang ihrer Feinde ein. Wer sie fürchtet, der fürchtet sie zu Recht. Sie ist je nach Bedarf und Zweck Heilerin und Schadenszauberin zugleich. Sie hat – wenn sie will – den ‚bösen Blick’ (Apollonios IV, 1670 f.). Bei Euripides wird sie als ‚Löwin’ angesprochen (Medea 1316); möglicherweise ein Hinweis darauf, dass Medea sich als gute Schamanin in eine Katze verwandeln konnte. Bei ihren Beschwörungen entblößt sie die Brüste, flicht sie lebende Schlangen ins Haar und hält je eine Schlange in jeder Hand (Seneca, Medea). Sie gleicht also ganz der minoischen Schlangengöttin von Kreta. Später wurde sie unsterblich und regierte als Hexenkönigin und Braut des Achilles die elysischen Gefilde (Robert von Ranke-Graves, Griechische Mythologie. Quellen und Deutung. Rowohlt Reinbek 1984, S. 577)
Mit ihrer Schönheit – Hesiod nannte sie die ‚schönfüßige Medea’ oder ‚Schönäugige’ -, Erotik und Zauberkunst hat sie schon die alten Dichter fasziniert, aber auch mit Angst und Schrecken erregt. Euripides hat ihr eine ganze Tragödie gewidmet. Auch Ovid, der üppig einige von Medeas Taten in den Metamorphosen beschreibt, hat ebenfalls eine Tragödie namens Medea verfasst, von der allerdings nur ein Vers erhalten geblieben ist (Christine Binroth-Bank, Medea in den Metamorphosen Ovids, Peter Lang (Europäische Hochschulschriften, Bd. 62), Frankfurt/M. 1994 und Theodor Heinze (Hg.), P. Ovidius Naso – Der XXI. Heroidenbrief. Medea an Jason, Mit einer Beilage: Die Fragmente der Tragödoie Medea, Brill Leiden 1997). Euripides’ Dichtung wurde zur Vorlage für zahlreiche Medea-Bearbeitungen in der Weltliteratur. Im 18. und 19. Jahrhundert entstanden mehrere Opern, die sich der kolchischen Zauberin annahmen. Die Anziehungskraft der Medea strahlt bis heute. So ist sie etwa in der modernen Frauenliteratur zu einem Sujet geworden. Nicht ohne Grund fordert Ursula Haas einen Freispruch für Medea (1991), den Rolf Liebermann jüngst als Oper vertont hat (1995).






Medea, die blonde ‚Kolchierin’ mit ‚göttergleichem’ Haupt, stammt aus Kolchis, einem Land, das von ‚schwarzgesichtigen’ Barbaren bevölkert war. (Apollonios III, 828ff.). Ihr Großvater war Helios , der große Demiurg, der das orphische Welten-Ei ausbrütet (vgl. Robert von Ranke-Graves, Die Weiße Göttin: Sprache des Mythos, Rowohlt, Reinbek 1985); diese Abstammung wird bereits von Hesiod berichtet! Medea, Kirke und Hekate gehören zum Stamm des Helios/Sol : das heißt die Hexen sind Kinder der Sonne! Medea gebar nach Hesiod aus der Verbindung mit Jason, dem Argonauten, einen Sohn namens Medeios, „den in den Bergen Cheiron aufzog“ (Theogonie, 1001). Das heißt, der Nachfahre der zauberkundigen Mutter wurde von Geburt an von dem schamanischen Kentauren Cheiron, der auch den Herakles erzogen hatte, in der Heilkunst ausgebildet.






„Nacht, Vertrauteste du der heimlichen Dinge;
Ihr Sterne, die ihr der tragenden Glut nachfolgt mit der goldenen Luna;
Du, Hekate mit dreifachem Kopf, du weißt, was jetzt anhebt:
komm doch und hilf mir mit murmelndem Spruch und kunstvollem Zauber.
Und du, Erde, du gibst den Hexen die mächtigen Kräuter.
Lüftchen und Winde und Berge, ihr Flüsse all und ihr Teiche,
Göttin der Haine, herbei!
O helft mir , ihr Götter der Nächte.“



(Ovid, Metamorphosen VII, 192)







Aus:
Claudia Müller-Ebeling/Christian Rätsch, Wolf-Dieter Storl, Hexenmedizin. Die Wiederentdeckung einer verbotenen Heilkunst – schamanische Traditionen in Europa, AT-Verlag Aarau/Schweiz, 1998









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Sonntag, 17. Juli 2022

Der Garten der Medea

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Medea ist das Urbild der abendländischen Hexe. Sie ist schön, sinnlich und verführerisch. Sie kann sich mit geheimnisvollen Salben alt und hässlich machen oder andere verzaubern. Sie hat die Sehergabe, kennt die Kräfte der Gifte und Wirkungen der Kräuter, sie ist die Barbarin aus einem fremden Land. Sie ist bewandert in der geheimen Kunst, sie kennt den Lauf der Gestirne und wird als Priesterin der Artemis tätig. Sie steht unter dem Schutz der Titanin und Erdgöttin Themis und Artemis, die von ihr als ‚Erhabene’ angerufen werden. Themis war nach ihrer Mutter Gaia die zweite Orakelgöttin von Delphi, bevor das Heiligtum von Apollon annektiert wurde. (Ovid, Metamorphosen I, 320 f). Themis, „die die Eide wahrt“, war als Tochter der Erdgöttin entweder mit Python, die ebenfalls von Gaia geboren worden war, identisch, oder eine Schwester des Drachens mit „giftigem Bauche“ (ebd. 459). Als Helferin und Schutzgöttin hat sich Medea die Göttin Hekate/Trivia erkoren, die in ihres „Herdes Grund“ wohnt (Euripides, Medea 399; Seneca, Medea 785). Es heißt bei Seneca, dass Prometheus einer ihrer Lehrer gewesen ist (Medea 820 ff.). 







Medea kann auf einem Wagen mit Drachengespann durch die Lüfte fahren oder auf Schlangen durch den Äther reiten. Sie kann mit Räucherwerk beschwören, das Wunder der Verjüngung erwirken und Illusionen erschaffen. Sie kennt die Heilkunst genau wie den Schadenzauber. Was sie zum Urbild macht, ist vor allem ihr Kessel, in dem sie die Gebräue für ihre Zaubereien kocht. Seneca beschreibt in seinem Drama ‚Medea’ wie die Zauberin ihren Trunk bereitet. Eine Hauptingredienz sind Schlangen und ‚jegliches Gewürm’. Der Dichter nennt auch eine Reihe von – kaum identifizierbaren Zauberpflanzen aus Medeas Hexenbotanik: 







 „Nachdem sie Schlangen beschworen jeder Art, wirft sie in eins, was an verwunschenen Kräutern sprießt, was auf den Kuppen, die der ewige Schnee bedeckt, feucht von Prometheus’ Blut der Kaukasus erzeugt [Ferula communis] , der reiche Araber an seine Pfeile streicht [Aconitum spp.], was flinke Parther, Meder, bogenkampferprobt was edle Suebenfrauen unterm kalten Pol an Säften lesen im herkynischen Wald, was auch im nestbaufreudigen Lenz die Erde schafft und was in tiefen Winters Kälte, wenn der Wald den Schmuck schon abwarf, alles starr in Schnee und Eis, an Kräutern, todesschwanger blühend, grünt [Helleborus niger], was in gewundner Wurzel grauenvoller Saft [Mandragora] an giftiger Wirkung zeugt, all dies nimmt sie zur Hand. Haemoniens Athos steuert jenes Giftkraut bei, der riesige Pindus dies, auf des Pangǽum Höhn ließ unter blutiger Sichel dies das zarte Blatt.“ (Seneca, Medea 705 – 722) 






Medea ist noch ganz die Schamanin, die sich gründlich in Botanik, Heilkunst und Magie (Zaubergesänge) auskennt. Sie ist noch nicht die ‚böse Hexe’ späterer Epochen. Sie setzt ihr Wissen und Können zum Schutz und Heil ihrer Freunde und Verbündeten, aber auch zum Schaden und Untergang ihrer Feinde ein. Wer sie fürchtet, der fürchtet sie zu Recht. Sie ist je nach Bedarf und Zweck Heilerin und Schadenszauberin zugleich. Sie hat – wenn sie will – den ‚bösen Blick’ (Apollonios IV, 1670 f.). Bei Euripides wird sie als ‚Löwin’ angesprochen (Medea 1316); möglicherweise ein Hinweis darauf, dass Medea sich als gute Schamanin in eine Katze verwandeln konnte. Bei ihren Beschwörungen entblößt sie die Brüste, flicht sie lebende Schlangen ins Haar und hält je eine Schlange in jeder Hand (Seneca, Medea). Sie gleicht also ganz der minoischen Schlangengöttin von Kreta. Später wurde sie unsterblich und regierte als Hexenkönigin und Braut des Achilles die elysischen Gefilde (Robert von Ranke-Graves, Griechische Mythologie. Quellen und Deutung. Rowohlt Reinbek 1984, S. 577) Mit ihrer Schönheit – Hesiod nannte sie die ‚schönfüßige Medea’ oder ‚Schönäugige’ -, Erotik und Zauberkunst hat sie schon die alten Dichter fasziniert, aber auch mit Angst und Schrecken erregt.







Euripides hat ihr eine ganze Tragödie gewidmet. Auch Ovid, der üppig einige von Medeas Taten in den Metamorphosen beschreibt, hat ebenfalls eine Tragödie namens Medea verfasst, von der allerdings nur ein Vers erhalten geblieben ist (Christine Binroth-Bank, Medea in den Metamorphosen Ovids, Peter Lang (Europäische Hochschulschriften, Bd. 62), Frankfurt/M. 1994 und Theodor Heinze (Hg.), P. Ovidius Naso – Der XXI. Heroidenbrief. Medea an Jason, Mit einer Beilage: Die Fragmente der Tragödoie Medea, Brill Leiden 1997). Euripides’ Dichtung wurde zur Vorlage für zahlreiche Medea-Bearbeitungen in der Weltliteratur. Im 18. und 19. Jahrhundert entstanden mehrere Opern, die sich der kolchischen Zauberin annahmen. Die Anziehungskraft der Medea strahlt bis heute. So ist sie etwa in der modernen Frauenliteratur zu einem Sujet geworden. Nicht ohne Grund fordert Ursula Haas einen Freispruch für Medea (1991), den Rolf Liebermann jüngst als Oper vertont hat (1995). 








Medea, die blonde ‚Kolchierin’ mit ‚göttergleichem’ Haupt, stammt aus Kolchis, einem Land, das von ‚schwarzgesichtigen’ Barbaren bevölkert war. (Apollonios III, 828ff.). Ihr Großvater war Helios , der große Demiurg, der das orphische Welten-Ei ausbrütet (vgl. Robert von Ranke-Graves, Die Weiße Göttin: Sprache des Mythos, Rowohlt, Reinbek 1985); diese Abstammung wird bereits von Hesiod berichtet! Medea, Kirke und Hekate gehören zum Stamm des Helios/Sol : das heißt die Hexen sind Kinder der Sonne! Medea gebar nach Hesiod aus der Verbindung mit Jason, dem Argonauten, einen Sohn namens Medeios, „den in den Bergen Cheiron aufzog“ (Theogonie, 1001). Das heißt, der Nachfahre der zauberkundigen Mutter wurde von Geburt an von dem schamanischen Kentauren Cheiron, der auch den Herakles erzogen hatte, in der Heilkunst ausgebildet. „Nacht, Vertrauteste du der heimlichen Dinge; Ihr Sterne, die ihr der tragenden Glut nachfolgt mit der goldenen Luna; Du, Hekate mit dreifachem Kopf, du weißt, was jetzt anhebt: komm doch und hilf mir mit murmelndem Spruch und kunstvollem Zauber. Und du, Erde, du gibst den Hexen die mächtigen Kräuter. Lüftchen und Winde und Berge, ihr Flüsse all und ihr Teiche, Göttin der Haine, herbei! O helft mir , ihr Götter der Nächte.“ (Ovid, Metamorphosen VII, 192) 







 Aus: Claudia Müller-Ebeling/Christian Rätsch, Wolf-Dieter Storl, Hexenmedizin. Die Wiederentdeckung einer verbotenen Heilkunst – schamanische Traditionen in Europa, AT-Verlag Aarau/Schweiz, 1998