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Freitag, 9. Juni 2023

Das ist sehr schade! An einem Freitagabend

Die Textstelle im Buch von Rabbiner Simon Philip de Vries auf S. 64 vom Backen der Weißbrote zu Ehren des Sabbats und die Erinnerung an eine Wortwahl von Dr. Hans-Georg Maaßen im selben Moment unter Zuhilfenahme des Cyberfeldes führte gegen 17 :57 Uhr zu einer komplett beschossenen Seite rechts Hüfte abwärts mit dem Gefühl eines fast völlig verdrehten Bein und Knie rechts. Die Gefährderansprache erfolgte gegen 18.00 Uhr. Das Material wird bearbeitet. Update 20 : 46 Uhr. Sie versuchen mit den Methoden hybrider Kriegsführung an einem Freitagsabend permanent jüdische Soldaten und Polizisten insbesondere im Kontext Mittel- und Osteuropa sowie Kooperationspartner mit Ermittlern zu provozieren durch Druckdarmgespiele und die Andeutung analer Vergewaltigungen. 20 : 49 Uhr. Das"Hmmh" - Geschnattere. Cyberfeld KI. Richtig! Sie haben es erfasst! Ein Stellvertreter - Szenario. Genau diese Elite-Einheiten voller Versager sind mit dabei ... ! Weitere Provokationen am Unterleib von Ermittlern auch als Stellvertreter. Ohne nähere Angaben! Die Sicherheitsstufen bleiben weiterhin freigeschaltet. Um es noch einmal zu betonen:




Wir finden diese Kriegserklärungen ausgesprochen schade, mein Freund, mit Ihren luntegelegten Frontgruppen zur Landnahme! Sie versuchen zu provozieren, und das ist leider nicht neu! Ich darf Sie an Satellitentechnik erinnern, die mehrfach codiert ist und soeben ausgesprochen interessante Ergebnisse liefert zu den Provokateuren! Reformbewegt, mein Freund? Wieder einmal? Wollten Sie jetzt auch noch Russische Revolution spielen und die Stimmung etwas anheizen ... ? Zu wessen Gunsten? Der Versuch, hinter wem zu spielen aus Angst vor Bearbeitungen von Gefährder-Protokollen? Und auch auf der Parkbank war es wieder ganz "prima"? "Lager-Haft", mein Freund? Für wen? Sind Sie sicher, das Sie in den Kalender und auf die Welt-Karte gesehen haben? Und welcher Ermittlerin versuchen Sie seit Stunden permanent mit Ihren therapeutisch-medizinischen Kriegs-Genossen am Unterleib zu spielen? Nur ein kleiner Tipp am Rande: Beim nächsten Mal vielleicht nicht ausgerechnet diese Elite-Einheit im Stellvertreter-Szenario provozieren! Die Hilfsgenossen der Hybriden Kriegsführung! Muss ich mehr sagen? 





Und nun weiter. Es ist Freitagabend. Der Rabbiner berichtet vom feierlichen Einzug der Königin Sabbat! Eine symbolische Handlung wird angedeutet, das Backen war und ist eine ganz besondere Kunst. "Im 4. Mose 15,18 - 21 sagt die Thora: "... Wenn ihr in das Land kommt, in das ich euch bringen werde, und ihr eßt von dem Brot des Landes, so sollt ihr dem Herrn eine Opfergabe darbringen: Als Erstling eures Teigs sollt ihr einen Kuchen als Opfergabe darbringen. Wie die Opfergabe von der Tenne, so sollt auch ihr dem Herrn den Erstling euren Teigs geben für alle Zeit" ... Außerdem wird die Königin mit Wein begrüsst. Wer sich keinen guten Rotwein leisten kann, nimmt eine billigere Sorte oder auch Weißwein. Der Rabbiner meint: "Auf keinen Fall darf der Wein fehlen, mindestens ein Glas muss vorhanden sein. Denn so wird der Sabbat begrüsst."

Freitag, 2. Juni 2023

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It's Friday - Es ist Freitag

Bucharische Juden

"Die iranisch sprechenden Juden, deren Herkunft sich in das antike persische Reich zurückverfolgen lässt, bildeten bis in das 16. Jahrhundert eine Gemeinde. Gespalten wurde sie durch die Errichtung des schiitischen Königreichs der Safaviden, das den Iran vom sunnitischen Zentralasien separierte. Letzteres spaltete sich im 18. Jahrhundert in die Staaten Bucharien und Afghanistan. Seither hatten die drei Gemeinden kaum Kontakt zueinander oder zur Außenwelt, doch einige Ähnlichkeiten in der Küche - besonders bei den Reisgerichten und der Kombination von Früchten mit Fleisch und Reis - verweisen auf die ehemalige Einheit.




Die bucharischen Juden blieben vom restlichen Judentum bis 1793 abgeschottet. Damals soll ein Gesandter aus Tétuan in Marokko, Joseph Maman al-Maghribi, von ihrer Unwissenheit schockiert gewesen sein und beobachtet haben, wie Gruppen von ihnen zum Übertritt zum Islam gezwungen wurden, weshalb er sich zum Bleiben entschloss.  Er wurde ihr Anführer und gründete die Bewegung Chibbat Zion (Liebe zu Zion), die letzlich Tausende von Juden nach Jerusalem brachte, zunächst als Siedler, später als Pilger. Sie begannen im 19. Jahrhundert in Jerusalem zu siedeln. Die Zuwanderung nahm zwischen 1917 und 1924 zu, als die Russische Revolution sie unter bolschewistische Herrschaft brachte. Lange Zeit hatten sie in Jerusalem ein eigenes Viertel mit eigenen Synagogen und die Gemeinde behielt ihre ethnische Identität. Vor nicht allzu langer Zeit belebten Neuankömmlinge aus der Sowjetunion in Israel und den USA mit ihren farbenfrohen Seidengewändern die ursprüngliche Identität. 





Die bucharischen Juden, die in Städten wie Samarkand, Buchara, Taschkent, Duschanbe, Kokand und zahlreichen kleinen Städten in Usbekistan lebten, sind bekannt für gutes Essen und Gastfreundschaft, Traditionen, die sie mit ortsansässigen Muslimen teilten. Im Gegensatz zu afghanischen Juden, die vorwiegend arme Bergbewohner waren, und zu persischen Juden, die sehr arm gewesen waren, bevor sie unter dem Schah freier und wohlhabender wurden, hatten bucharische Juden immer gut gelebt. Wie sie sagen, gabe es immer eine Kuh oder ein Schaf zum Schlachten, ihre großen Festessen sind legendär. 





Von Penina Mirzoeff, die bis 1925 in Samarkand lebte, habe ich die bucharischen Rezepte in diesem Buch. Sie erzählte von der Gemeinde, blühend und wohlhabend bis zur Russischen Revolution. Juden waren vorwiegend Kaufleute. Sie waren am Seidenhandel beteiligt, als Samarkand an der Karawanenstraße nach China lag. Später brachten sie Ware aus Moskau, die sie auf örtlichen Märkten verkauften. Sie produzierten die vielfarbigen, mit Blumen bedruckten Seidenstoffe, für welche die Bucharen berühmt sind. Alles, was die benutzten, bestand aus reiner Seide - Kleider, Kopftücher, Vorhänge, Bettüberwürfe, Polster. Seidenmäntel und Hüte waren mit echtem Goldfaden bestickt. Juden handelten auch mit Edelsteinen - Lapislazuli und Saphir. Herrn Mirzoeffs Familie handelte mit Pelzen aus Afghanistan. Es gab eine großen Klasse Reicher. Es gab in der Gemeinde keine Bettler. Sogar die Armen hatten Arbeit, sie handelten mit kleinen Stoffstücken und besaßen eigene kleine Häuser. In Samarkand lebten die meisten in der Altstadt, die neben dem Markt und dem Basar lag. Manche lebten außerhalb in großen Häusern."




...




Das traditionelle bucharische Freitagabendessen beginnt mit boyjon (Melanzanipüree mit Salz und Knoblauch) und einem Salat aus gehackten Tomaten, Gurken, Blattsalaten, Zwiebeln und Koriander mit Salz und Zitrone, gefolgt von gebratenem Fisch in einer Sauce mit Knoblauch und Koriander. Das Hauptgericht, yakhni, besteht aus zwei Sorten gekochtem Fleisch und Huhn. Das Fleisch wird erst bei Tisch aufgeschnitten und serviert mit etwas Suppe, gekochtem Gemüse - Karotten, Kartoffeln, Lauch und Rüben - als Garnitur. Die Spezialität des Freitagabends ist khalti barsch - Reis mit Faschiertem und Leber sowie reichlich gehacktem Koriander, alles in einem Stoffsack gekocht.










Bildquelle: https://www.amazon.de/-/en/Claudia-Roden/dp/0241996643




Zitat aus: Claudia Roden, Das Buch der jüdischen Küche. Eine Odyssee von Samarkand nach New York, S. 381 f, Lernumgebung des Zug der Zeit, Board "Tradition, Heimat und Moderne im Judentum - Ordner Geschichte", Board "Eine kleine Kulturgeschichte der Küche", "Zug der Zeit D", Board "World War I" und Zug der Zeit E" sowie "It's Friday - Es ist Freitag"

Freitag, 4. November 2022

Schalet: Apfelauflauf

Verlinkt in der Lernumgebung des Zug der Zeit, Boards

Eine kleine Kulturgeschichte der Küche

Shtetl - Tradition - Heimat, Ordner Rezepte

Tradition, Heimat und Moderne

It's Friday - Es ist Freitag




6 Portionen

1 kg säuerliche Äpfel

100 g Korinthen oder helle oder dunkel Rosinen

125 ml Weißwein

175 g Zucker

6 Eier, getrennt


(Anmerkung: ungefähre Angaben, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt...) 





Schalet ist der altehrwürdige Sabbatauflauf. Der Name ist austauschbar  mit dem Wort Tscholent für den Sabbateintopf (siehe S. 119). In alter Zeit war er mit einer Teigkruste bedeckt und blieb gemeinsam mit dem Eintopf über Nacht im Backofen. In Frankreich blieb die Tradition mit dem Apfelauflauf erhalten. Es gibt mehrere Versionen ... 




Schälen Sie die Äpfel, halbieren Sie diese und entfernen die Kerngehäuse. Geben Sie die Äpfel gemeinsam mit den Rosinen und dem Wein in eine Pfanne mit dicht schließendem Deckel. Dünsten Sie die Äpfel bei mittlerer Hitze, bis sie zerfallen, (ca. 15 Minuten). Pürieren Sie sie mit einer Gabel und fügen sie den Zucker hinzu. Kochen Sie das Mus ohne Deckel 1 - 2 Minuten lang. 
Lassen Sie das Mus ein wenig abkühlen, bevor Sie die Eidotter einrühren. Schlagen Sie die Eiklar steif, und heben Sie den Schnee unter das Mus. Backen Sie die Masse in einer gut gefetteten flachen Backform im vorgeheizten Ofen bei 180 Grad Celsius, bis der Auflauf an der Oberfläche bräunt (ca. 50 Minuten). Er ist heiß oder kalt großartig.




Variationen


Sie können 100 g gehackte Walnüsse hinzufügen.

Sie können mit der Schale von 1 Zitrone oder 1 Teelöffel Zimt würzen. 

Für einen Auflauf mit Brot gießen Sie die Masse über 6 entrindete gewürfelte Scheiben Challa-Brot, die in Wasser eingeweicht und mit den Händen ausgedrückt wurden

... Weitere Angaben zu Varianten für Feste und ein Schalet nach französischer Art siehe im Buch von Claudia Roden, Seite 141


Traditionen: Das Mahl als rituelle Handlung

In ihrem Buch über algerische jüdische Traditionen, Le culte de la table dressée: Rites et traditions de la table juive algérienne, beschreibt die Sozialanthropologin Joelle Bahloul die Festtagsriten als Kultplatz und das Fortschreiten des Mahles als eine liturgische Wiederholung der Riten im Tempel. Sie erklärt, dass die Ritualisierung gastronomischer Tätigkeiten die Küche in ein Heiligtum verwandelt, das Speisezimmer in einen kleinen Tempel, den Tisch in einen Altar, das gesellige Beisammensein in eine Verwandlung Gläubiger und die Köchin in eine Hohepriesterin. Das Anzünden der Kerzen durch die Dame des Hauses, das rituelle Händewaschen, das Sprechen des Kiddusch über den Wein durch das Familienoberhaupt, das Brechen des Brotes und Herumreichen von Brotstücken mit einer Prise Salz - all diese Handlungen, begleitet von Segnungen, Hymnen und besonderen Gebeten, verleihen dem Mahl einen heiligen Charakter.




















Claudia Roden, Das Buch der Jüdischen Küche. Eine Odyssee von Samarkand nach New York, S. 24, Siehe dazu auch eine frühere Anmerkung zu internationalen Werte-Gemeinschaften und Kooperationen sowie dieses Zitat mit dem Hinweis uralter matriarchaler Tradition mit dem Herd der Clanmutter als spirituellem Zentrum. 

Freitag, 29. August 2014

Kultstätten auf den Bergen und unter Bäumen

Im 17. Jahrhundert nahm der Hexenwahn eine neue ideologische Wende. Die Motive der Ketzer- und Judenverfolgungen wurden systematisch in den Hexenwahn integriert. Die Dämonologen des 17. Jahrhunderts leiteten das "Hexenwesen" von Ketzern und Juden her und gingen gegen "Hexen" und "Teufel" nach dem Vorbild der Ketzerprozesse in Südfrankreich im 13. Jahrhundert und entsprechend der Verfolgungsmethoden gegen die Juden vor. Die Inquisitoren deuteten den "Hexenkult" nun als Perversion der christliche Messe.
Diese Ideologie löschte die Erinnerung an vorchristliche Kulte aus. Vergessen war das "Heidentum", das die Kirche in Europa vorgefunden hatte. Die geschichtliche Wirklichkeit wurde umgekehrt, als habe sich das Heidentum aus dem Christentum erst entwickelt und kämpfe nun mit Widersachern und Teufelsanbetern gegen eine "von Anfang an" bestehende Kirche.






Die Inquisition spricht - anknüpfend an den Vorwurf der "Synagoga Satanae" - vom "Hexensabbat". Sie unterstellt, die regelmäßigen Hexenzusammenkünfte hätten am wöchentlichen Feiertag der Juden stattgefunden. So suchen Männer ihren Frauenhaß, ihre uralte Abwehr gegen die menstruierende, gebärende, ihnen so fremde Frau, rational zu begründen. Ihr Widerwillen gegen weibliche Lebenszusammenhänge wird mit dem Haß auf jüdische Glaubensgemeinschaften verschmolzen und findet im Kampf gegen den "Hexensabbat" eine oberflächliche Begründung. Dabei haben die Theologen vergessen, daß der Sabbat bis weit ins 4. Jahrhundert u.Z. der gemeinsame Feiertag von Juden und Christen gewesen ist.
Auch der Vorwurf, der "Hexensabbat" würde auf Höhen und auf Bergen begangen, resultiert unmittelbar aus der Verschiebung des christlichen Judenhasses auf die Frauen; spricht doch die hebräische Bibel von Kultstätten "auf allen Bergen und unter allen grünen Bäumen". Christliche Theologen werfen den Juden vor, sie hätten die Kulte auf den Bergen nicht abgeschafft, das Volk Israel habe sich niemals völlig Gott zugewandt, sondern stets auf den Höhen "andere Götter" angebetet.







Auch in Europa lagen die matriarchalen Kultstätten auf den Höhen und Bergen. In der Sprache der mittelalterlichen Dämonologen wurden sie "Hexentanzplätze" genannt. Diese Vorstellung wirkt bis auf den heutigen Tag. Jedes Gebirge kennt einen geheimnisvoll schauerlichen Ort, dessen Name an die "Zeit der Verzweiflung" erinnert.
Kultische Tänze sind schon aus dem alten Ägypten überliefert. Das Hohelied der Bibel weiß vom Tanz der Kultpriesterin. Tanz begleitet die kultischen Feste im antiken Griechenland. Tanz ist Bestandteil der römischen Saturnalien. Die Kirche hat ihren Gläubigen das Tanzen untersagt. Als "Hexentanz" wurde jede Freude an tänzerischer Bewegung dämonisiert. Und dennoch hat im Karneval kultisches Brauchtum überlebt - auch der Tanz.
Läßt sich die Vorstellung vielschichtiger Rituale, welche die "Hexen und Teufel" auf den Bergen mit Tanz, Gelage und sexuellen Orgien begangen haben sollen, als Perversion überlieferter matriarchaler Religionen begreifen, so bekommt der angebliche Teufelskult mit dem Begriff "Hexensabbat" den Charakter antichristlicher Machenschaften
... Kirchliche liturgische Handlungen finden Eingang in die Teufelsphantasien. Der Teufelskult wird nun allgemein als Perversion der christlichen Messe interpretiert. Die Phantasie wird nicht mehr auf den "Hexenkult" als Gegenbild zum Göttinnenkult gerichtet, sondern auf den "Hexensabbat", mit dem die christliche Messe verteufelt wird. Damit wird die Erinnerung an die einstigen Frauenkulte ausgelöscht. Sie sind noch nicht einmal mehr in pervertierter Gestalt greifbar.








Gerda Weiler, Ich brauche die Göttin. Zur Kulturgeschichte eines Symbols