Montag, 4. Juni 2018





























"Wer heute behauptet, die Zeit vor 1968 sei eine des Stillstands und der Restauration gewesen, schreibt nicht nur der heutigen Kultur der Rieslingfeste und Schloßplatzremmidemmis zu viel Belegkraft für eine offene Gesellschaft zu, sondern berichtet auch einseitig.





Als Hoffmann 1970 sein Amt in Frankfurt antrat, war der Ruf der Stadt in vielen Hinsichten zweifelhaft. Schön fanden sie, um es vorsichtig zu sagen, nur wenige. An das kurz danach gebaute Technische Rathaus wird beispielsweise denken, wer sich erinnert, wie damals gebaut wurde. Das Geld der Banken verbreitete keinen Flair, die Studentenbewegung befand sich langsam im Übergang zur K-Gruppenbildung, Frankfurts Kriminalstatistik galt auch diesseits der ersten linksradikalen Anschläge als beeindruckend, und der Main floss mitunter in seltsamen Farben. Dass in der „Frankfurter Schule“ ästhetische Fragen zu Schlüsselfragen der Gesellschaftsdiagnose erhoben wurden, strahlte über die damalige Präsenz des Suhrkamp Verlages und des Generalmusikdirektors der Oper, Michael Gielen, hinaus wenig in die Stadt aus."






http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/zum-tod-von-hilmar-hoffmann-15621075.html






























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