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Dienstag, 10. Juli 2007

Statement

Ich kann die an mich herangetragenen Bedenken gerade zum Thema der Sexualität verstehen. Ich möchte hier deswegen einen Satz aus dem letzten Beitrag kopieren, den ich auf Lilith L. verlinkt habe:


"Als ich an der NYU auf dem Podium stand, applaudierten zwanzigjährige Mädchen wie wild. Das ist schockierend, weil dort, wo ich herkomme, alte Typen in Regenmänteln applaudierten. Jetzt besteht mein Publikum aus zwanzigjährigen Mädchen! Sie verbringen viel Zeit am Computer. Sie forschen über Sex. Vielleicht werden sie keine Performance-Künstlerinnen oder Sexarbeiterinnen, aber es wird auf den Internet-Seiten passieren. Es nimmt andere Formen an."


Ich kann verstehen, dass manche über derartige Aussagen geschockt sind. Aber auch ich habe hingesehen. Und ich werde niemandem mit Gänseblümchen kommen, der bereits am Duft von Rosen mit Dornen gerochen hat. Ich habe als Politologin schon in meinen Extremismus-Seminaren die Erfahrung mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen gemacht, dass sie die Seifenblasen und die falschen Versprechungen, die vorgegaukelten heilen Zuckerwelten der Erwachsenenwelt als Lügen enttarnen. Und sich dann aus Enttäuschung abwenden.

Ich glaube, dass wir mit Wahrhaftigkeit alle zusammen wesentlich besser leben. Dazu gehört auch, Sexualität und ihre Irrungen und Wirrungen anzusprechen. Und wir gleichzeitig selber versuchen sollten, in unserer Aufgabe als Vorbilder Sexualität mit Respekt, mit Liebe und Zuwendung, mit Geborgenheit, mit Lust und Leidenschaft gleichzusetzen. Dass wir versuchen sollten, auch das Internet in unsere Vorbildfunktion einzubeziehen und die Energie und Aufmerksamkeit damit von destruktiven Richtungen abgezogen wird.

Wenn diese Haltung fundamental christlich-pietistische oder muslimische oder sonstige Weltbilder stören sollte, dann kann ich nur sagen, dass es Seiten im Netz gibt, die diesen anscheinend immer mehr in Mode kommenden Erwartungen vielleicht eher entsprechen. Und ich erinnere daran, dass es auch unter den Christen Menschen wie Uta Ranke-Heinemann oder Eugen Drewermann gibt, die das Thema der nicht gelebten Sexualität und ihrer Perversionen im Christentum und anderen Religionen offen thematisieren.


Ich kann die Besorgnis eines jeden verstehen, der hier um seinen Ruf fürchtet. Ich kann nur um ein Verstehen und ein Vertrauen in meine Erfahrung bitten. Und hoffen, dass das Projekt noch viele weitere UnterstützerInnen finden wird.


Einen großen Dank an diejenigen, die mir bisher geholfen haben.


Köln, 10. Juli 2007
Commander Morgaine

Dienstag, 8. Mai 2007

Independent Sensitive Liberation Army (ISLA)


Kunst-, Lern- und Ausstellungsprojekt

Gesellschaft zur Rettung, Befreiung und (Wieder-)herstellung der ungestörten, respekt- und lustvollen Ein-, Zwei- und Mehrsamkeit

Satirisches Bootcamp



Jeder Mensch nimmt eine Fülle an Sinneseindrücken wahr. Jeder Mensch hat Lust, seinen eigenen Sinnen zu trauen. Jeder Mensch hat Lust, diese Sinneseindrücke zu verarbeiten und jeder Mensch hat grundsätzlich Lust zu lernen. Das Internet unterstützt Lernprozesse durch eine Vernetzungsstruktur, die es ermöglicht, sich das anzueignen, was einem selber gut tut und der Lebenswelt und Sozialisation entspricht. Es bietet die Möglichkeit, sich an Knotenpunkten mit anderen zu treffen, zu lernen. Und gemeinsame Lebenswege zu finden.

Grundsätzlich verfügen alle Menschen über herausragende Fähigkeiten. Es ist nur die Frage, wie man an diese Fähigkeiten gelangt.


Ein Zitat aus Andrea Brackmann, Ganz normal hochbegabt. Leben als hochbegabter Erwachsener, Klett-Cotta Stuttgart 2007:

Der Mehrheit gelingt es, sich gegen die Fülle an Geräuschen, Musik, Lärm, Nachrichten und Informationen in der modernen Welt abzuschotten, unterschwellige soziale Signale, Gemütszustände und unangenehme Stimmungen anderer auszublenden und sich von eigenen Gefühlen, Sorgen, Ängsten, inneren Widersprüchen abzulenken. Viele betreiben hierfür einen beträchtlichen Aufwand. Es ist für sie selbstverständlich, nicht so vieles wahrzunehmen, sich nicht zu viele Gedanken zu machen und nicht zu vieles zu hinterfragen. Ich möchte hier nicht beurteilen, welches die 'richtigere' oder legitimere Lebensform ist. Aber ich weiß, dass viele Hochbegabte das Gefühl haben, 'falsch' zu sein, zu empfindlich, zu nachdenklich, zu schwierig, zu anspruchsvoll, zu kompliziert, zu labil oder gar gestört. Insofern wage ich also doch die vorsichtige Behauptung, dass 'richtig leben' bedeutet, intensiv zu leben, intensiv zu empfinden, sich geistig und menschlich ständig weiterzuentwickeln, ehrlich zu leben, etwas zu wagen, sich um die Entfaltung eigener Fähigkeiten zu bemühen und damit - anstrengend zu leben.

Betrachtet man das Leben mit offenen Augen, erweist es sich als kompliziert, rätselhaft, ungeheuerlich, widersprüchlich, ungerecht, absurd, tragisch, komisch, unsicher, geheimnisvoll, unberechenbar und unendlich vielfältig; es gibt nirgends einfache Wahrheiten, hinter jeder Erkenntnis tun sich neue Fragen auf. Sich dem zu öffnen macht Angst und trägt zugleich der Natur des Lebens, also seiner eigenen Beschaffenheit, Rechnung.

Ende Zitat


Die ISLA ist ein Ort, an dem jede und jeder ermutigt wird, der Fülle der eigenen Sinne nicht nur zu trauen, sondern sie zum persönlichen Wohl und zum Wohl der Gemeinschaft zu schützen und zu nutzen.