Mittwoch, 10. März 2010

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Köln ist ein geldverschlingendes löchriges Pflaster geworden, der mediale Sex-Appeal geht gegen den Nullpunkt, das Angebot an Waren ist leider viel zu oft langweilig, gleichförmig und entweder von schlechter Qualität und billig oder bei guter Qualität viel zu teuer. Ausnahmen, die es zu fördern gilt, bestätigen die Regel. Statt dringend notwendiger Gewerberäume für kleines und mittleres Handwerk und Dienstleister, die für Vielfalt und bezahlbare Qualität sorgen könnten, wurde in den letzten Jahren lieber auf Großkonzern-Strukturen gesetzt und bestehende (Gewerbe-)strukturen zerstört.
Doch die Vernetzung von Vielfalt geht langsam aber sicher weiter nicht nur dank Information und Internet. Und selbstverständlich ist das Blogger-Netz mit seinen zahlreichen Chancen für Handwerk, Gewerbe und Freiberufler ausbaubar! Wie ich vor Jahren bereits in "Generation Blogger" kurz beschrieben hatte.
Gestern war ich in der Südstadt, in der auf dem Bürgersteig schon mal beim Verteilen von politischem Material anders geblinkt als abgebogen wird. Fußgänger können sich auf einem Teilstück in der Severinsstraße nur noch über Schotter und Steine fortbewegen. Jedenfalls die, die dazu in der Lage sind. Was sich in der Severinsstraße seit Jahren tut, ist eine boden.lose Unverschämtheit und hinterlässt nach dem gestrigen Besuch bei mir ein wenig den Verdacht, dass mit Absicht eine gewachsene vielfältige Struktur, in der Handel und Gewerbe seinen Platz hatte, zerstört werden soll. Die pleite gegangenen EinzelhändlerInnen und HandwerkerInnen kann man dann für billiges Geld in Fabriken und Call-Centern einsetzen, alte Menschen gehen freiwillig in die Abschiebeanstalten, weil sie den Weg über Schotter und Steine nicht mehr bewältigen können und Mütter haben genug damit zu tun, ihre Kinderwagen über die Steine zu tragen, statt (Wirtschafts-)faschisten zu bekämpfen. Wer sich trotzdem engagiert, landet in einer falschen Frontgruppe oder im esoterischen Honigtopf, ebenfalls mit falscher Frontgruppe oder mit der Lizenz zur Traumatisierung von künftigen TerroristInnen für die Strategie der Spannung zur Durchsetzung von weiterem Wirtschaftsfaschismus. Was natürlich eine absolute Übertreibung ist. Denn Geschichte wiederholt sich nicht. Und Bäume, Pflanzen und Kräuter wachsen im Himmel oder in der Hölle.
Die Berichterstattung nicht nur über die Verhältnisse in Köln ist teilweise blind auf einem Auge, dafür auf dem anderen Auge sehr intensiv über das Leben anderer informiert. Das Koch-Video des Kölner Stadtanzeiger bringt heute ein gesundes Rezept mit Kuzu für alle, die Probleme mit ihrem Magen oder Darm haben. Dann aber daneben den werbenden Artikel für die Darmspiegelung zu stellen und Öffentlichkeitsarbeit für das Krebs-Business zu betreiben, finde ich doch etwas merkwürdig. Allerdings auch sehr professionell.
Die LeserInnen des ISLA-Blogs und des Holdenhof verfolgen vielleicht genau wie ich mit Interesse das Angebot der Rezepte. Manches klingt ganz lecker. Daher ein Dankeschön auch für dieses Rezept. Und mir geht es wieder gut! Nur die Modenschau am Wochenende in den Räumen des Kölner Stadtanzeiger werde ich wohl nicht besuchen, denn mich interessiert zwar eine der Designerinnen, allerdings liegen die selbst gestalteten Dessous und die Anbindung an ein paar Marken im neuen Laden nicht ganz auf meiner Wellen-länge. "Die" bösen Feministinnen gibt es nämlich nicht, die schuld gewesen sind an den dessouslosen Zeiten. Das war lediglich ein asketischer Teilbereich. Und die 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wünsche ich mir trotz einer größeren Auswahl schöner Stoffe auch nicht zurück. Ich wünsche mir ein buntes Köln mit vielen Bäumen, Kräutern und Pflanzen. Einen Ort mit vielfältigem Handel, Handwerk und Gewerbe. Einen Ort mit farbenfrohen Bauten, in denen Menschen gerne leben möchten.












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