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Dienstag, 15. Juli 2008

Newsletter

Hallo allerseits!


Dies ist der erste Newsletter über Aktivitäten und Neuigkeiten rund um den Rabenclan - Verein zur Weiterentwicklung heidnischer Traditionen. Er richtet sich an Menschen, die an dem, was der Rabenclan macht, interessiert sind, aber keine Vereinsmitglieder sind.


Wir begrüßen alle Bezieher dieses Newsletter ganz herzlich. Danke für Euer Interesse am Rabenclan! Zugleich müssen wir auch schon zum Einstand die erste Panne gestehen: Bedauerlicherweise wurden für einige Wochen aufgrund eines technisch-administrativen Irrtums einige persönlichen Neuanmeldungen zum Newsletter des Rabenclans (unter der Emailadresse: news@rabenclan.de) an einen anderen externen Empfänger des Newsletters weitergeleitet. Das ganze ist technisch behoben, wir benutzen jetzt ein anderes System für die Newsletter-Versendung. Für die Panne möchten wir uns ausdrücklich entschuldigen. Wer genauere Informationen wünscht, setze sich bitte mit uns in Verbindung.


Nichtsdestotrotz möchten wir die Gelegenheit nutzen, auch die erste Veranstaltungsankündigung über diesen Newsletter zu versenden: Vom *8. - 10. August* veranstaltet nämlich die "AG Bahnhof" des Rabenclan e.V. mit dem Saarbrücker Kulturtheoretiker *Dr. habil. Narahari Rao* einen theoretischen Workshop zu Grundlagenfragen naturreligiöser Traditionen. Thema diesmal: "*Götter und Menschen*".


Der aus Indien stammende Philosophiedozent Rao ist selbst in zwei Kulturkreisen zu Hause und kennt deshalb die Problematik, wie Begriffe und Vorstellungen im Westen, die unzweifelhaft vom Christentum geprägt sind, das Verständnis von polytheistischen und animistischen Lebensweisen behindern. Aufgrund eigener Erfahrung ist er mit den Herausforderungen vertraut, die sich bei der Entwicklung und Etablierung sogenannter "alternativer Lebenszusammenhänge" ergeben. Am Rabenclan-Treffen zu Beltaine 2007 veranstalteten wir mit ihm eine mehrstündige Diskussionsrunde zu Ritualen und ihrem Sinn in modernen Gesellschaften. Im Herbst letzten Jahres gab es dann gemeinsam mit dem Verein "Der Dritte Ort" einen ersten dreitägigen theoretischen Workshop zu den Themen: Traditionen, Rituale, Dankbarkeit und persönliches/personalisiertes Verhältnis zu Pflanzen, Tieren, Bergen, u.ä. (Den Bericht dazu findet Ihr hier)



Nun wollen wir am Wochenende vom 8. bis 10. August in Köln über das Thema "Götter und Menschen" nachdenken. Im Zuge der Esoterik-Welle wurden Götter wieder populär, oft allerdings in verflachter, trivialisierter oder psychologisierter Form. Wir werden in unserem Workshop folgenden Fragen nachgehen: Was macht Götter aus? Warum haben Götter Schwächen und Grenzen? Was heißt es, wenn Götter ihre Grenzen überschreiten? Wie hängt das mit dem zusammen, wenn Menschen ihre Grenzen überschreiten?



Als Arbeitsbasis werden deutsch- und englischsprachige Aufsätze verwendet werden. Eine Teilnahme ist nur nach Voranmeldung möglich, da die Teilnehmerzahl aufgrund der Räumlichkeiten begrenzt ist. Eine Rücksprache mir den Organisatoren ist aufgrund des Diskussionsinveaus ratsam. Im ebenfalls begrenzten Umfang stehen private Schlafplätze für Auswärtige zur Verfügung. Für Nicht-Vereinsmitglieder beträgt die Teilnahmegebühr 80 Euro. Studenten und andere Menschen mit geringerem Einkommen erhalten nach Absprache 20 EUR Rabatt. Genauer Veranstaltungsort in Köln, Übernachtungsmöglichkeiten und Uhrzeit des Beginn am Freitagabend (bzw. des Endes am Sonntagnachmittag) teilen wir auf Anfrage mit.



Meldet Euch bei Interesse an dieser Veranstaltung möglichst bald bei der AG Bahnhof (bahn@rabenclan.de ), um Euch einen Platz zu sichern.



So - das war er, unser erster Newsletter. Wer allgemeine Rückmeldungen zu ihm (oder Anregungen zu Form, Versand etc.) hat, ist herzlich eingeladen, sich bei der AG Presse & Öffentlichkeit des Rabenclans zu melden:

pressestelle@rabenclan.de


Die AG Presse des Rabenclan e.V.

Freitag, 8. August 2008

Bluecoat Software

UK technology site TechWorld investigates the recent controversy over the Birmingham City Council blocking access to atheist and Pagan sites, while allowing normal access to "mainstream" religions like Christianity, Hinduism, and Judaism. Bryan Betts interviews a spokesman from Bluecoat Software, who allegedly provides the council's filtering service, and uncovers a general arbitrary cluelessness concerning the categorization of religions.



"The problem is that it lists organised religions such as Christianity, Islam and Judaism in one group, while relegating less mainstream - but recognised and perfectly legal - faiths such as Wicca and Paganism to an "Alternative Spirituality/Occult" group. Rather oddly, it lists atheism both in the latter group and under Politics. And a company spokesperson couldn't explain what the difference is between "unconventional religious or quasireligious subjects" (listed under Religion) and " alternative religions" (listed as Alternative Spirituality/Occult)."



You can read a run-down of Bluecoat's filter categories, here. The dirty little secret of the web filtering business is that the categories are mostly cribbed from conservative Christian-backed programs and services. These programs are then sold to schools, libraries, and government institutions, which can lead to controversy and litigation once individuals realize the bias inherent in the filter.












Rabenclan:

Die Filtersoftware der Firma Symantec blockiert unsere Adresse. Begründung: Der Rabenclan verbreite jugendgefährdendes Material über Okkultismus und New Age. (Button rechts unten auf der Seite)



Internet Censorship:

McAfee Office: This package contains a Guard Dog program which filters dangerous, pornographic, criminal and other Internet web sites. It contains a data base of words which it uses to compare against the text and Meta tags of web sites. It prevents viewing of web sites containing any of the following words: athame, Atlantis, book of shadows, Druid, magick, Neo-pagan, New Age, occult, pagan, pentagram, Wicca, etc. It appears to discriminate heavily against Neopagan web sites.

Freitag, 14. März 2008

Beltaine 2008:

Calibans Wundersame Wandlung
Ein Fest des Rabenclan e.V.
vom 30. April (Mainacht) bis 4. Mai 2008

"Die Insel der Welt war voll Lärm, voll Tön und süßer Lieder, die ergötzten und niemandem Schaden taten. Mir klimperten oft viel tausend helle Instrument' ums Ohr und manchmal Stimmen, die mich wenn ich nach langem Schlaf erst eben aufgewacht, zum schlafen wieder brachten. Dann im Traume war mir, als täten sich die Wolken auf und zeigten Schätze, die auf mich herab sich schütten wollten, so daß ich beim Erwachen aufs Neu' zu träumen heulte."

Samstag, 27. September 2008

Schlangengesang 31

Wasserausgabe


Yemaja – die afro-karibische Santeria-Göttin des Wassers


Yemaja verfügt über viele Gesichter, viele Namen und viele Mythen. Sie ist eine Göttin vieler Völker und in vielen Ländern zuhause. Wenn wir uns die Verehrung der Yemaja betrachten, schlagen wir einen großen Bogen von Afrika über Kuba und die Karibik, bis nach Nord- und Südamerika. Und nicht nur das, Yemaja wird bis heute verehrt, sie hat viele Generationen und viel Ungemach überdauert: aus Afrika, genauer Nigeria, wurde sie über den Sklavenhandel mit ihrem Volk, den Yoruba, nach Kuba exportiert. In der Karibik überstand sie die Zeit der Sklaverei in den Zuckerrohrplantagen durch die Synkretisierung mit der christlichen Maria. Schließlich wanderte sie mit ihren Verehrern auf den amerikanischen Kontinent ein und ist heute sogar in Europa zuhause. Die weite Reise ist also nicht nur über Kontinente hinaus zu verstehen, sondern beinhaltet auch die Wandlungsfähigkeit im Bezug auf ihren Kult, der die Symbole und Riten verschiedener Religionen in sich vereint. Von der Naturreligion bis zur christianisierten Marienverehrung – überall erkennen wir die große Göttin Yemaja.
Yemaya ist Urmutter allen Lebens, Süß- und Salzwassergöttin, Muttergöttin, Göttin der Frauen, der Schwangeren, Gebärenden und Unfruchtbaren, Göttin der Fischer und der Seefahrer, der Schiffbrüchigen und der Toten.


Wenn wir uns Yemaja in Gesamtheit nähern wollen, müssen wir uns ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen einzeln nähern: (weiter)



Anmerkung:

Die Ausgabe Schlangengesang 31 enthält auch Literaturtipps aus dem Arun-Verlag. Der Rabenclan hat verschiedene Artikel zu diesem Verlag veröffentlicht.

Donnerstag, 30. Oktober 2008

"Lang lebe das geheime Deutschland"

Bis gestern war mir dieser Spruch unbekannt. Dank einer Google-Recherche zu "Isis Ägypten" stieß ich auf diesen Beitrag von Julio Lambing, unter anderem Mitgründer vom Rabenclan und ebenfalls mittlerweile in Köln beheimatet, folgte dem letzten Link "Romantik" in seinem Text, landete bei "Geheimes Deutschland", suchte noch ein wenig weiter unter "Lang lebe das geheime Deutschland" und stieß wieder auf George Steiner und Stauffenberg, der gerade medial in Szene gesetzt wird vom weltweit bekanntesten Scientologen. Oder war es doch eher vom weltweit bekanntesten CIA-Mann? Und las dann noch mal die ausführlichen Kommentare der sehr gut informierten Krieger und Ritter in meinem eigenen alten Morgaine-Blog, die mir unter anderem einen putzigen blinkenden Totenkopf in meine Bildergalerie setzten. Was ich sehr gut verstehen kann. Denn "Das Böse ist eine Frau".




Update 21.11 Uhr:


1.
Die Ikonisierung Stauffenbergs
Stefan George, Karl Wolfskehl und das „Geheime Deutschland“
von Micha Brumlik


2.
Website hinter dem Link "Geheimes Deutschland" kann - von hier aus? - nicht angezeigt werden.
Hier ein Teil der Cache-Version, die ich wieder lösche, sobald die Seite erreichbar ist:
'gelöscht'

Montag, 19. Mai 2008

Monotheismus

"Wenn nicht alles täuscht, dann steckt im – fast durchgängigen – Hass auf den Monotheismus der Schlüssel zum Verständnis des rechtsradikalen Weltbildes."

Wie wäre es mit: Der Monotheismus und sein männlich orientiertes, auf Ungleichheit der Religionen und der Geschlechter ausgerichtetes Gottesbild ist schuld an einem autoritären Weltbild, das unter anderem die Versklavung der Frauen ideologisch begründete? Viele Fragen drängen sich auf. Ich empfehle ausdrücklich die Schriften des Rabenclan zum Thema:

"Ein ganz besonderes Anliegen ist uns die Analyse und Kritik von rechtsradikalen, rassistischen, antidemokratischen und verschwörungstheoretisch orientierten Strömungen des Neu-Heidentum und der modernen Esoterik. Auch wenn wir glauben, dass entsprechende Gruppierungen im Neu-Heidentum nicht mehr die Definitionshoheit haben, halten wir es für wichtig, weiter über das solchen Strömungen zugrunde liegende Gedankengut zu berichten. In unserem Web-Magazin findet man deshalb neben entsprechenden Artikeln eine kleine Sammlung an Dokumenten zu diesem Thema."


Viele Grüsse von dieser Stelle aus. Kaffee in den nächsten Wochen!

Freitag, 8. August 2008

Wicca

Essays gefunden beim Rabenclan, den ich heute morgen im Zusammenhang mit dem Thema "Filtersoftware" bereits verlinkte:


Die Essays "Wicca - das trojanische Pferd der Theosophie" und "Zwei Widersprüche" sind in Teilen überholt und sollen in Zusammenarbeit mir kritischen Wiccas aktualisiert werden



... Notwendig ist außerdem die Etablierung von Gruppen mit basisdemokratischer Verfassung. Hierdurch verschwinden die oben erläuterten Mißstände und setzen das wahre Potential der Religion und ihrer Anhänger frei, anstatt es für Herrschaftsallüren und Grabenkämpfe in der Heidenszene zu vergeuden. Selbiges gilt für die peinliche Scharade der Einweihungen, Initiationsgeheimnisse und was dergleichen angestaubte Versatzstücke eines vor sich hin modernden Okkultismus mehr sind. Sie laden nur dazu ein, ein System zur unterschiedlichen Bewertung von Menschen zu schaffen, und das darf eine Naturreligion nicht. Die oben in einem ausführlicheren Zitat beschriebenen "primitiven" Gesellschaften kennen dergleichen Hokuspokus nicht. Initiationen dürfen nicht zu Hierarchienbildung dienen, und in denjenigen Gesellschaften, in denen Initiationen existieren, dienen sie zur Bewältigung der Übergänge zwischen Lebensabschnitten, nicht dem Eintritt in eine elitäre Kaste. Und was den dort erwähnten Schamanen angeht: dieser ist ein ganz normales Gemeinschaftsmitglied, das seine besonderen Fähigkeiten der Gemeinschaft zur Verfügung stellt wie ein guter Bogenmacher oder Jäger auch, er ist kein Miniaturpapst, wie wir sie aus der Heidenszene zur Genüge kennen.



Ein radikaler Bruch mit der braun verfilzten Heidenszene ist ebenfalls dringend geboten, eine Szene ist kein Ort für Naturreligion, wie wir in "Rassismus und Szene" gesehen haben. Aufgrund all dessen sollte jeder, der an der Etablierung von Naturreligion in der Gegenwart interessiert ist, die kritischen Wicca unterstützen.

Dienstag, 14. Oktober 2008

Göttin des Tages:

Marzana (auch Morena, Morana, Marena, oder Marzanna)
Polen, Russland


Wikipedia:

The Burning of Morena is a traditional folk festivals still surviving in Slovakia and Czech Republic. The Drowning of Marzanna is a traditional folk fest in Poland, besides in some parts of Poland is quite popular Burning of Marzanna, it depends on choice. The two festivals are to symbolically welcome the spring and bury the winter. The ritual involves burning of a straw mannequin representing Morena. Although nowadays it has no more religious meaning there are apparent Slavic roots of this fest, which makes the tradition attractive. Children in Polish Kindergartens and in incipient years of Primary school are always preparing Marzanna.



Rabenclan:

Göttin des Winters und des Todes; erscheint als alte, weiß gekleidete Frau; zum Frühlingsanfang wurde eine Strohpuppe von ihr gefertigt, aus dem Dorf getragen und fortgejagt; in Polen wurde die Puppe erst verbrannt und dann "ertränkt", der betreffende Tag heißt "Weißer Sonntag"; in neuerer Zeit teilweise eher mit Heim und Herd in Verbindung gebracht; der ehemals märkische Ort Marzahn, heute Stadtteil von Berlin, trägt ihren Namen

Sonntag, 2. März 2008

Beltaine 2008:

Calibans Wundersame Wandlung
Ein Fest des Rabenclan e.V.
vom 30. April (Mainacht) bis 4. Mai 2008

Die Insel der Welt war voll Lärm, voll Tön und süßer Lieder, die ergötzten und niemandem Schaden taten. Mir klimperten oft viel tausend helle Instrument' ums Ohr und manchmal Stimmen, die mich wenn ich nach langem Schlaf erst eben aufgewacht, zum schlafen wieder brachten. Dann im Traume war mir, als täten sich die Wolken auf und zeigten Schätze, die auf mich herab sich schütten wollten, so daß ich beim Erwachen aufs Neu' zu träumen heulte.

Samstag, 21. Juni 2008

Mittwoch, 3. Februar 2010

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"Razzia in 600 deutschen Bordellen: Ein engmaschiges Netz von Zuhältern, Geldwäschern und Schleusern vermutet die Polizei in der deutschen Bordell-Szene. Mit einer Großrazzia ging das BKA nun gegen die Menschenhändler vor ...
Den Eltern würden regelmäßige Zahlungen aus Europa versprochen, berichtete der rheinland-pfälzische LKA-Chef Wolfgang Hertinger. Die Opfer verpflichteten sich, die durch die Schleusung entstehenden Kosten abzuzahlen. So könnten Schulden von bis zu 70 000 Euro auf die Frauen zukommen. Durch eine Voodoo-ähnliche Praktik, in Nigeria als „Juju“ bekannt, würden die Frauen und Mädchen zur Einhaltung ihrer Pflichten gezwungen. Kontrolliert würden sie von durchweg weiblichen Zuhältern, den sogenannten Madames. Auch dies sei eine westafrikanische Besonderheit."





Zwangsprostitution: "Mit psychischer Folter machen nigerianische Priester junge Frauen gefügig - eine Abhängigkeit, die sie sogar bis nach Europa verfolgt. Die Aussteigerin Joana Adesuwa Reiterer erzählt."







Nigeria:




In ethnischer Sicht ist Nigeria ein Vielvölkerstaat. Mehr als 400 unterschiedliche Sprach- und Volksgruppen sind in den verschiedenen Regionen des Landes verteilt. Die größten ethnischen Gruppen stellen die Haussa-Fulani (32%) im Norden, gefolgt von den Yoruba (21%)im Südwesten und den Igbo (18%) im Südosten. Die Minderheiten umfassen u.a. die Kanuri (4%) im Nordosten, die Nupe (1,7%) und Tiv (2,5%) im Mittelgürtel "Middle Belt", die Edo (3,4%) im Südwesten sowie die Ijaw (1,8%) und die Ibibio (3,4%) im Südosten. Das Problem der Machtverteilung zwischen den Ethnien führt laufend zu Konflikten in Nigeria, da die Minderheiten oft das politische Gewicht der großen Volksgruppen als Dominanz empfinden. Fakt ist, dass das gesellschaftliche Leben heute im Land durch Stammesdenken, Machtkämpfe und Religion bestimmt wird.






Islam:




Aus den Marktzentren des Transsahara-Handels am Tschadsee entwickelte sich im 9. Jahrhundert das Reich Kanem-Bornu im Nordosten Nigerias. Hier begann die Islamisierung des Nordens Nigerias. Denn die Herrscher dieses Reiches waren die ersten, die im 11. Jahrhundert zum Islam übertraten. Zwischen dem 11. und 15. Jahrhundert breitete sich durch den Transsahara-Handel der Islam in die benachbarten Haussa-Staaten (Kano, Katsina, Zaria) aus. Eine völlige Islamisierung des Haussa-Gebietes setzte 1804 mit dem Jihad unter der Führung des Islamgelehrten Usman Dan Fodio ein, der mit der Gründung des Kalifats Sokoto und dem Vordringen bis nach Ilorin im nördlichen Yoruba-Land die Stellung des Islam endgültig festigte.







Das Christentum:




Abgesehen von Niederlassungen einzelner Missionare in den großen Sklavenumschlagplätzen (Badagry, Calabar, Lagos) begann eine systematische christliche Missionierung erst um 1842, ausgehend vom "Fourah Bay College" in Freetown/Sierra Leone, wo Großbritannien befreite Sklaven angesiedelt hatte. So stammte auch der erste Bischof Nigers (Westafrika), Samuel Ajayi Crowther, von dort. Den Anfang der Christanisierung machten die anglikanischen Missionare aus England. In den Folgejahren breitete sich das Christentum im Süden Nigerias nach und nach aus. Das Zentrum der Missionierung war die Stadt Abeokuta im Südwesten Nigerias. Die erste Missionsstation im Südosten Nigerias wurde erst 1885 in Onitsha gegründet.







Die Naturreligionen:




Trotz der Anfeindungen der etablierten Glaubenseinrichtungen über Jahrhunderte hinweg haben sich die traditionellen Religionen behaupten können, ja sie erleben eine Art Renaissance. Je nach Volksgruppe glaubt man an Erdgeister, Wassergötter, Ahnengeister, Gottheiten, Magie und Zauberei. Ausgeprägt bei den Volksgruppen im Süden Nigerias ist der "Juju-Glaube", in dessen Zentrum Juju als magische Zauberkraft steht. Erscheinungsformen sind Juju-Wälder, Juju-Flüsse, Juju-Pflanzen, Juju-Bäume oder auch Gegenstände wie Amulett und Talisman.
Trotz der Akzeptanz von Christentum und Islam sucht die breite Mehrheit der nigerianischen Bevölkerung im Juju Schutz vor fremden Mächten. Die nominelle Zugehörigkeit zu einer etablierten Religion bedeutet für viele Afrikaner keineswegs die Aufgabe ihrer traditionellen Religion. Das ist nur für Europäer ein Widerspruch.








Politische und gesellschaftliche Bedeutung von Religionen




Über den Islam und seine Glaubensinhalte wird wenig diskutiert. Das Problem der Moslembruderschaften wird zunächst als ein islamisches Problem angesehen. Anhänger von traditionellen Religionen stellen sich und ihren Glauben nicht öffentlich zur Diskussion. Christen dagegen diskutieren unentwegt über Vor- bzw. Nachteile der einzelnen Kirchen oder einzelner Prediger. Ein Wechsel von einer Kirche zur anderen geht problemlos. An Boden gewonnen haben in den letzten Jahren die evangelikalen Kirchen amerikanischer Prägung. Der Tagesablauf in muslimischen Gebieten wird durch die Gebetszeiten festgelegt. Frauen - besonders mit Kleinkindern - fürchten vor allem den sog. "bösen Blick". Dagegen schützen sie sich durch Amulette, die um den Hals getragen werden. Im islamischen Kontext handelt es sich oft um einen eingenähten Koranspruch oder um "Fatimas Hand", Christen tragen vorwiegend ein Kreuz und die Anhänger der traditionellen Yoruba-Religion bevorzugen die "Axt des Donnergottes Shango". Ende Zitat







21 % aller Nigerianer sind Yoruba. Sie leben vor allem in den südwestlichen Bundesstaaten Oyo, Ogun, Lagos, Ondo, Osun, Ekiti und Kwara, ferner in den Nachbarstaaten Benin, Ghana und Togo.


















Ein Bild des Künstlers Harvey Dinnerstein - Rene und Oshun










Siehe ISLA-Eintrag vom 20. Oktober 2008: Göttin des Tages. Heute in Luisa Francia, Eine Göttin für jeden Tag, der Vorschlag:



Oschun (Oshun, Osun)
Nigeria


"Oschun, die Yoruba-Göttin des fruchtbaren Wassers, 'färbt ihre Wangen mit dem Blut ihrer Feinde.'"





Woher dieses reizende Zitat kommt, steht leider nicht im Buch. Ich verlinke daher den Wikipedia-Eintrag über die Göttin Oshun mit dem Hinweis, dass ihr Hain (dank der Grazer Künstlerin Susanne Wenger) zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört und blättere gerade noch mal in meinem eigenen Blog zu dem Beitrag "Ob Hören bewegen kann":
"Mich jedenfalls schon. Den Hinweis auf Angelique Kidjo habe ich beim Stöbern im 'Parteibuch' gefunden. Lieder wie Summertime singt sie in der Sprache ihrer Heimat, der Yoruba-Sprache.






















Von den Yoruba haben sich auch europäische Künstlerinnen inspirieren lassen und die weltweite Göttinnen-Bewegung erinnert an die Mythologien der Yoruba:




Schlangengesang 31: Wasserausgabe
Yemaja – die afro-karibische Santeria-Göttin des Wassers




Yemaja verfügt über viele Gesichter, viele Namen und viele Mythen. Sie ist eine Göttin vieler Völker und in vielen Ländern zuhause. Wenn wir uns die Verehrung der Yemaja betrachten, schlagen wir einen großen Bogen von Afrika über Kuba und die Karibik, bis nach Nord- und Südamerika. Und nicht nur das, Yemaja wird bis heute verehrt, sie hat viele Generationen und viel Ungemach überdauert: aus Afrika, genauer Nigeria, wurde sie über den Sklavenhandel mit ihrem Volk, den Yoruba, nach Kuba exportiert. In der Karibik überstand sie die Zeit der Sklaverei in den Zuckerrohrplantagen durch die Synkretisierung mit der christlichen Maria. Schließlich wanderte sie mit ihren Verehrern auf den amerikanischen Kontinent ein und ist heute sogar in Europa zuhause. Die weite Reise ist also nicht nur über Kontinente hinaus zu verstehen, sondern beinhaltet auch die Wandlungsfähigkeit im Bezug auf ihren Kult, der die Symbole und Riten verschiedener Religionen in sich vereint. Von der Naturreligion bis zur christianisierten Marienverehrung – überall erkennen wir die große Göttin Yemaja.
Yemaya ist Urmutter allen Lebens, Süß- und Salzwassergöttin, Muttergöttin, Göttin der Frauen, der Schwangeren, Gebärenden und Unfruchtbaren, Göttin der Fischer und der Seefahrer, der Schiffbrüchigen und der Toten. Wenn wir uns Yemaja in Gesamtheit nähern wollen, müssen wir uns ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen einzeln nähern: (weiter)" Ende Zitat





Anmerkung: Die Ausgabe Schlangengesang 31 enthält auch Literaturtipps aus dem Arun-Verlag. Der Rabenclan hat verschiedene Artikel zu diesem Verlag veröffentlicht.
Wir können im Internet natürlich auch sehen, wie eine andere Yoruba-Göttin, die Göttin Orisha, für Kuba wirbt. Womit wir wieder mal die fruchtbare Verbindung von Politik und Religion vor Augen haben. Natürlich gibt es genauso zu sehen ein "Festival for Oshun", selbstverständlich angeführt von einem wissenden und hoffentlich weisen Mann. Manche Ladies kommen nämlich nicht ganz ohne männliche spirituelle Gebrauchsanweisung aus.











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