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Freitag, 6. April 2012

















"Über die Überführung des deutschen Gladio-Zweigs in neue Strukturen liegt ein recht aufschlussreicher Insiderbericht vor, der leider in der Medienöffentlichkeit nie unter diesem Gesichtspunkt ausgewertet worden ist, und zwar das Buch Bedingt dienstbereit des ehemaligen BND-Agenten Norbert Juretzko aus dem Jahr 2005. Juretzko stieß im Frühjahr 1987 zu Gladio, für ihn 'eine Mischung aus staatsgefährdendem Geheimdienst-, Militär und Neonazimauscheleien.' (Fußnote)
Juretzko weiter: 'Wir waren eine geheime, paramilitärisch organisierte Truppe, die sich im Falle eines Angriffs aus Richtung Osteuropa überrollen lassen sollte. Angeblich bestand die deutsche Sektion von Gladio ... aus 104 Mitarbeitern und 26 hauptamtlichen Führungspersonen beim BND. Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges sollen es bis zu 75 Hauptamtliche des Geheimdienstes und 500 Helfer gewesen sein.' (Fußnote)
Juretzko macht das deutsche Organisationsschema von Gladio transparent: Die Truppe unterstand der DDR-Aufklärung des BND und bildete in diesem Referat die Unterabteilung 12C. Ihr Sitz war in 'einer der geheimsten Außenstellen' des BND, dem 'Sattelhof' am Bonner Platz in München. Juretzkos Chef bei Dienstantritt war der Fallschirmjägeroffizier Ollhauer, der vorher eine Spezialtruppe der Bundeswehr mit dem sprechenden Namen 'Schwarze Hand' befehligt hatte. Juretzko weiß nicht oder will nicht preisgeben, was Aufgabe dieser Spezialtruppe war. Geschichtskundige erinnern sich, dass der Name 'Schwarze Hand' auf eine Abteilung des serbischen Geheimdienstes zurückgeht, die 1914 die Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand in Sarajevo organisierte.







Juretzko selbst blieb bis April 1991 bei Gladio, als die entsprechende BND-Abteilung 12C in Folge der italienischen Enthüllungen (siehe oben) aufgelöst wurde. Danach wechselte er zu der neu geschaffenen Abteilung 12YA über, in der es zu den Aufsehen erregenden Konflikten kam, die den Zündstoff seines Buches lieferten. Diese Dienststelle in Berlin wurde nämlich gemeinsam mit dem US-Nachrichtendienst DIA betrieben, und Juretzkos Vorgesetzter erklärte gleich zu Beginn, 'dass die Amerikaner ab sofort für unsere operativen Einsätze verantwortlich seien.' Hauptaufgabe war zunächst die Überwachung des Abzugs der Roten Armee aus den neuen Bundesländern, die Besorgung von sowjetischem Militär-High-Tech und die Gewinnung von Agenten unter den russischen Soldaten und Offizieren. Im Laufe der Zeit wurde dafür auch das alte Gladio-Netz reaktiviert. Anfang 1993 gab Juretzko die Devise aus: ' Wir mobilisieren alle unsere Stay-Behind-Quellen und machen daraus Beschaffungshelfer ... (Fußnote)







Die Schwierigkeiten für Juretzko begannen, als er einen Fall von Landesverrat innerhalb des BND aufdeckte - und zwar nicht zugunsten des früheren und möglichen Gegners in Moskau, sondern zugunsten der verbündeten Briten. 'Das Doppelspiel mit MI6' hatten drei BNDler mit dem Decknamen Gassing, Wulf und Ernst begonnen.' Sie verkauften zum eigenen pekuniären Vorteil Informationen an den Auslandsgeheimdienst des Vereinigten Königreiches. Oder arbeiteten sie im Auftrag ihres Vorgesetzten? Als die BND-Führung gegen das verdächtige Trio Ende 1995 Strafanzeige erstattete und die Bundesanwaltschaft mit Ermittlungen begann, geschah etwas Unerwartetes: Unterabteilungsleiter Wolbert Smidt, ein Protegè von BND-Sicherheitschef Volker Foertsch, bagatellisierte die Sache. Smidt forderte von Juretzko: 'Sie sollten Ihre Aussage beim Ermittlungsrichter in Karlsruhe so herunterfahren, dass wir von einer Anklage in Sachen Landesverrat wegkommen! (Fußnote)
In dieser Situation platzte Juretzko der Kragen und er beschwerte sich persönlich bei BND-Chef Konrad Porzner. Porzner ließ sich die Probleme, auch diejenigen 'in der Zusammenarbeit mit den Amerikanern' schildern und polterte schließlich: ' Wieso betreiben hier eigentlich einige Leute ihre private Dienstpolitik?'
Damit eskalierte ein Kampf zweier Linien innerhalb des BND, der sich bis in die Gegenwart fortsetzt."







Aus: Jürgen Elsässer, Terrorziel Europa. Das gefährliche Doppelspiel der Geheimdienste.
Der Autor hat sich offenbar entschlossen, wirksame Gegenmassnahmen zu ergreifen. Er betreibt einen eigenen Honigtopf auf seiner Seite.





















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Dienstag, 1. März 2011

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"So viel Scheinheiligkeit war selten"? Nun, es ist zum Beispiel scheinheilig, DAS Internet als Verteidiger bürgerlicher Werte zu bezeichnen, statt zu schreiben, dass Frontgruppenführer - Hallo Anonymous! - wieder zum (schein-)heiligen Wahn-Kampf im Netz geblasen hatten.
ISLA-Eintrag am Dienstag, den 15. September 2009: Das kleine gebildete Scheisserchen gibt sich gerne dümmer als er ist. Interessant wird es immer dann, wenn dazu noch eine gewisse Unruhe auftaucht bei der Nennung bestimmter Namen. Ich sage, dass ich es interessant finde, wie die Helden von Anonymous unter der Maske des katholischen Parlamentsstürmers Guy Fawkes, "Hää? Weer?", weltweit gegen Scientology Stimmung machen. Noch nicht gelesen habe ich da die Einleitung von Jürgen Elsässer, Terrorziel Europa, Das gefährliche Doppelspiel der Geheim-dienste, aus der ich jetzt ein bisschen länger zitiere, weil ich sie für eine gelungene bildungsbürgerliche Anekdote halte. Ich sehe übrigens gerade, hoppala, heute das zweite Mal, dass da jemand über Winnenden etwas mehr sagen wird? Las ich nicht heute schon mal etwas bei einem anderen Autor vom begleitenden Killerkommando? Das war aber nicht der, der sich hin und wieder in meinem Feedreader als Prophet betätigte? Nee nee, das war jetzt wirklich nur Spaß. Tolles Theater! Nun, also, ich zitiere denn mal Elsässer zu dem Film "Elisabeth - Das goldene Königreich":





"Mit Hilfe katholischer Glaubensgenossen unter Führung von Anthony Babington und der katholischen Schutzmacht Spanien plante Maria Stuart ihren Ausbruch, ja sogar den Sturz von Elisabeth, und lief dabei in die Falle des englischen Polizeiministers Walsingham. Der nämlich schaffte es, Marias Verschwörertruppe mit seinen V-Leuten zu unterwandern und so den Ereignissen eine Wendung zu geben, welche schließlich mit der Hinrichtung Maria Stuarts endete - und dem Aufstieg Englands zur Kolonialmacht.
Fanatiker und Instrukteure. Im Elisabeth-Film wird die Geheimdienstoperation der Engländer unterschlagen, und es bleibt einzig übrig, was von schottischer Seite gegen Elisabeth geplant wurde: die Verschwörung von Marias Anhängern. Wer sich für die Tatsachen interessiert (und trotzdem gut unterhalten werden möchte), muss zu einem Buch von Stefan Zweig aus dem Jahre 1951 greifen. In seiner historischen Kolportage Maria Stuart zeichnet der Schriftsteller anhand zeitgenössischer Dokumente nach, wie Walsingham, "einer der fähigsten und skrupellosesten Polizei-minister aller Zeiten", in Babingtons Verschwörergruppe "unter der Maske leidenschaftlicher Katholiken einige seiner Spione ... geschickt hat. (Fußnote)
Im Jahre 1586 ist Maria Stuart bereits seit 18 Jahren in der Schutzhaft von Elisabeth. Die Männer von Babington - allesamt fanatische Katholiken, erfüllt von der "Gläubigkeit junger romantischer Naturen (Zweig) - planen den Ausbruch ihrer Königin aus der düsteren Festung Fotheringhay und hoffen, dass sie dann die Unzufriedenen auf der Insel sammeln und den Londoner Thron usurpieren kann. "Bald aber tauchen in dem Bunde der Ehrlichen einige Männer auf, die viel entschlossener sind oder sich gebärden als Babington und seine Freunde. Vor allem jener Gifford, den Elisabeth später mit einer Jahrespension von hundert Pfund für seine Dienste belohnen wird. Ihnen scheint es nicht genug, die eingeschlossene Königin zu retten. Mit einem merkwürdigen Ungestüm drängen sie auf eine ungleich gefährlichere Tat, auf die Ermordung Elisabeths ... (Fußnote) Walsingham "lässt seine schuftigen Agents Provocateurs drängen und drängen, bis endlich Babington und seine Freunde wirklich auch das von Walsingham benötigte Attentat gegen Elisabeth ins Auge fassen. (Fußnote)
"Benötigt" wird das Attentat von Geheimdienstchef Walsingham aus triftigem Grund: Für die bloße Befreiung Maria Stuarts könnte er zwar die Entführer selbst enthaupten lassen, nicht aber die Schottin selbst. Ein gerade verabschiedetes Sondergesetz gibt jedoch die Handhabe, im Falle eines Mordkomplotts jeden hinzurichten - auch die Thronrivalin. Also werden die katholischen Konspirateure mit Hilfe von Polizeispitzeln dazu gebracht, ihren ursprünglich harmlosen Plan auf dieses Ziel hin zuzuspitzen. Maria Stuart wird indessen, wiederum durch Einflüsterungen von V-Leuten, dazu überredet, eigenhändig der Wahnsinnstat ihre Zustimmung zu geben (es gibt auch Hinweise, dass der entsprechende Brief Maria Stuarts komplett vom Secret Service gefälscht wurde). Nun konnte das Komplott aufgedeckt werden, nun war die Gelegenheit für die große Abrechnung gekommen: Die schottische Königin wurde verhaftet, schuldig gesprochen und schließlich am 8. Februar 1587 vom Scharfrichter geköpft. Es war das erste Mal in der Geschichte der europäischen Dynastien, dass ein gekröntes Haupt abgeschlagen wurde.






Stefan Zweig schildert die weltpolitischen Auswirkungen: "Elisabeth hat endgültig gesiegt und England mit dem Tode Maria Stuarts seine äußerste Gefahr bestanden. Die Zeiten der Abwehr sind vorüber, mächtig wird nun seine Flotte ausgreifen können über die Ozeane nach allen Erdteilen und sie großartig zum Weltreich verbinden. Der Reichtum wächst, eine neue Kunst blüht auf in Elisabeths letzten Lebensjahren. Nie war die Königin mehr bewundert, mehr geliebt und verehrt als nach ihrer schlimmsten Tat. Immer sind aus den Quadern der Härte und des Unrechts die großen Staatsgebäude gebaut, immer ihre Fundamente mit Blut vermörtelt; Unrecht haben in der Politik nur die Besiegten, und mit ehernem Schritt geht die Geschichte über sie hinweg. (Fußnote)






Mobilmachung und Krieg. In vielen Polizeiaktionen gegen den sogenannten islamistischen Terror wiederholten sich die Grundmuster der Walsingham-Operation ggen die katholischen Untergrundkämpfer: Auf der einen Seite befinden sich religiöse Fanatiker und Schwärmgeister, die für ihren Gott und den Sieg ihres Glaubens durchaus zu kriminellen Aktivitäten bereit sind. Vor dem Äußersten, dem Massenmord, schrecken sie jedoch zurück, oder sie sind zumindest aufgrund ihres Dilettantismus nicht dazu in der Lage. Auf der anderen Seite stehen Instrukteure der jeweiligen Staatssicherheit, die in die klandestinen Strukturen der Verschwörer einsickern, dort die irregeleiteten Desperados zu immer blutigeren Vorhaben drängen und ihnen erforderlichenfalls auch das Know-how sowie den Sprengstoff für den Terror liefern. Wenn dann der Coup - vor oder nach dem Blutbad - aufgedeckt wird, hat die Staatsmacht die Legitimität zur Durchsetzung diktatorischer Befugnisse".














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Freitag, 18. September 2009

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Gibt's eigentlich Gladio-Listen im Netz? Denn Gladio existiert ja längst nicht mehr. Hier der neue Hit aus dem Trigger-Tiger-Tank Telepolis, in dem von einer Intrige gegen Sarkozy berichtet wird,
der sich auf welchen Spielfeldern bewegt? Ich lese übrigens gerade:
"Über die Überführung des deutschen Gladio-Zweigs in neue Strukturen liegt ein recht aufschlussreicher Insiderbericht vor, der leider in der Medienöffentlichkeit nie unter diesem Gesichtspunkt ausgewertet worden ist, und zwar das Buch Bedingt dienstbereit des ehemaligen BND-Agenten Norbert Juretzko aus dem Jahr 2005. Juretzko stieß im Frühjahr 1987 zu Gladio, für ihn 'eine Mischung aus staatsgefährdendem Geheimdienst-, Militär und Neonazi-mauscheleien.' (Fußnote)
Juretzko weiter: 'Wir waren eine geheime, paramilitärisch organisierte Truppe, die sich im Falle eines Angriffs aus Richtung Osteuropa überrollen lassen sollte. Angeblich bestand die deutsche Sektion von Gladio ... aus 104 Mitarbeitern und 26 hauptamtlichen Führungspersonen beim BND. Auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges sollen es bis zu 75 Hauptamtliche des Geheimdienstes und 500 Helfer gewesen sein.' (Fußnote)
Juretzko macht das deutsche Organisationsschema von Gladio transparent: Die Truppe unterstand der DDR-Aufklärung des BND und bildete in diesem Referat die Unterabteilung 12C. Ihr Sitz war in 'einer der geheimsten Außenstellen' des BND, dem 'Sattelhof' am Bonner Platz in München. Juretzkos Chef bei Dienstantritt war der Fallschirmjägeroffizier Ollhauer, der vorher eine Spezialtruppe der Bundeswehr mit dem sprechenden Namen 'Schwarze Hand' befehligt hatte. Juretzko weiß nicht oder will nicht preisgeben, was Aufgabe dieser Spezialtruppe war. Geschichtskundige erinnern sich, dass der Name 'Schwarze Hand' auf eine Abteilung des serbischen Geheim-dienstes zurückgeht, die 1914 die Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand in Sarajevo organisierte.
Juretzko selbst blieb bis April 1991 bei Gladio, als die entsprechende BND-Abteilung 12C in Folge der italienischen Enthüllungen (siehe oben) aufgelöst wurde. Danach wechselte er zu der neu geschaffenen Abteilung 12YA über, in der es zu den Aufsehen erregenden Konflikten kam, die den Zündstoff seines Buches lieferten. Diese Dienststelle in Berlin wurde nämlich gemeinsam mit dem US-Nachrichtendienst DIA betrieben, und Juretzkos Vorgesetzter erklärte gleich zu Beginn, 'dass die Amerikaner ab sofort für unsere operativen Einsätze verantwortlich seien.' Hauptaufgabe war zunächst die Überwachung des Abzugs der Roten Armee aus den neuen Bundesländern, die Besorgung von sowjetischem Militär-High-Tech und die Gewinnung von Agenten unter den russischen Soldaten und Offizieren. Im Laufe der Zeit wurde dafür auch das alte Gladio-Netz reaktiviert. Anfang 1993 gab Juretzko die Devise aus: ' Wir mobilisieren alle unsere Stay-Behind-Quellen und machen daraus Beschaffungshelfer ... (Fußnote)
Die Schwierigkeiten für Juretzko begannen, als er einen Fall von Landesverrat innerhalb des BND aufdeckte - und zwar nicht zugunsten des früheren und möglichen Gegners in Moskau, sondern zugunsten der verbündeten Briten. 'Das Doppelspiel mit MI6' hatten drei BNDler mit dem Decknamen Gassing, Wulf und Ernst begonnen.' Sie verkauften zum eigenen pekuniären Vorteil Informationen an den Auslandsgeheimdienst des Vereinigten Königreiches. Oder arbeiteten sie im Auftrag ihres Vorgesetzten? Als die BND-Führung gegen das verdächtige Trio Ende 1995 Strafanzeige erstattete und die Bundesanwaltschaft mit Ermittlungen begann, geschah etwas Unerwartetes: Unterabteilungsleiter Wolbert Smidt, ein Protegè von BND-Sicherheitschef Volker Foertsch, bagatellisierte die Sache. Smidt forderte von Juretzko: 'Sie sollten Ihre Aussage beim Ermittlungsrichter in Karlsruhe so herunterfahren, dass wir von einer Anklage in Sachen Landesverrat wegkommen! (Fußnote)
In dieser Situation platzte Juretzko der Kragen und er beschwerte sich persönlich bei BND-Chef Konrad Porzner. Porzner ließ sich die Probleme, auch diejenigen 'in der Zusammenarbeit mit den Amerikanern' schildern und polterte schließlich: ' Wieso betreiben hier eigentlich einige Leute ihre private Dienstpolitik?'
Damit eskalierte ein Kampf zweier Linien innerhalb des BND, der sich bis in die Gegenwart fortsetzt."





Aus:
Jürgen Elsässer, Terrorziel Europa. Das gefährliche Doppelspiel der Geheimdienste








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Dienstag, 15. September 2009

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Das kleine gebildete Scheisserchen gibt sich gerne dümmer als er ist. Interessant wird es immer dann, wenn dazu noch eine gewisse Unruhe auftaucht bei der Nennung bestimmter Namen. Ich sage, dass ich es interessant finde, wie die Helden von Anonymous unter der Maske des katholischen Parlamentsstürmers Guy Fawkes, "Hää? Weer?", weltweit gegen Scientology Stimmung machen. Noch nicht gelesen habe ich da die Einleitung von Jürgen Elsässer, Terrorziel Europa, Das gefährliche Doppelspiel der Geheimdienste, aus der ich jetzt ein bisschen länger zitiere, weil ich sie für eine gelungene bildungsbürgerliche Anekdote halte. Ich sehe übrigens gerade, hoppala, heute das zweite Mal, dass da jemand über Winnenden etwas mehr sagen wird? Las ich nicht heute schon mal etwas bei einem anderen Autor vom begleitenden Killerkommando? Das war aber nicht der, der sich hin und wieder in meinem Feedreader als Prophet betätigte? Nee nee, das war jetzt wirklich nur Spaß. Tolles Theater! Nun, also, ich zitiere denn mal Elsässer zu dem Film "Elisabeth - Das goldene Königreich":





"Mit Hilfe katholischer Glaubensgenossen unter Führung von Anthony Babington und der katholischen Schutzmacht Spanien plante Maria Stuart ihren Ausbruch, ja sogar den Sturz von Elisabeth, und lief dabei in die Falle des englischen Polizeiministers Walsingham. Der nämlich schaffte es, Marias Verschwörertruppe mit seinen V-Leuten zu unterwandern und so den Ereignissen eine Wendung zu geben, welche schließlich mit der Hinrichtung Maria Stuarts endete - und dem Aufstieg Englands zur Kolonialmacht.





Fanatiker und Instrukteure. Im Elisabeth-Film wird die Geheimdienstoperation der Engländer unterschlagen, und es bleibt einzig übrig, was von schottischer Seite gegen Elisabeth geplant wurde: die Verschwörung von Marias Anhängern. Wer sich für die Tatsachen interessiert (und trotzdem gut unterhalten werden möchte), muss zu einem Buch von Stefan Zweig aus dem Jahre 1951 greifen. In seiner historischen Kolportage Maria Stuart zeichnet der Schriftsteller anhand zeitgenössischer Dokumente nach, wie Walsingham, "einer der fähigsten und skrupellosesten Polizei-minister aller Zeiten", in Babingtons Verschwörergruppe "unter der Maske leidenschaftlicher Katholiken einige seiner Spione ... geschickt hat. (Fußnote)
Im Jahre 1586 ist Maria Stuart bereits seit 18 Jahren in der Schutzhaft von Elisabeth. Die Männer von Babington - allesamt fanatische Katholiken, erfüllt von der "Gläubigkeit junger romantischer Naturen (Zweig) - planen den Ausbruch ihrer Königin aus der düsteren Festung Fotheringhay und hoffen, dass sie dann die Unzufriedenen auf der Insel sammeln und den Londoner Thron usurpieren kann. "Bald aber tauchen in dem Bunde der Ehrlichen einige Männer auf, die viel entschlossener sind oder sich gebärden als Babington und seine Freunde. Vor allem jener Gifford, den Elisabeth später mit einer Jahrespension von hundert Pfund für seine Dienste belohnen wird. Ihnen scheint es nicht genug, die eingeschlossene Königin zu retten. Mit einem merkwürdigen Ungestüm drängen sie auf eine ungleich gefährlichere Tat, auf die Ermordung Elisabeths ... (Fußnote) Walsingham "lässt seine schuftigen Agents Provocateurs drängen und drängen, bis endlich Babington und seine Freunde wirklich auch das von Walsingham benötigte Attentat gegen Elisabeth ins Auge fassen. (Fußnote)
"Benötigt" wird das Attentat von Geheimdienstchef Walsingham aus triftigem Grund: Für die bloße Befreiung Maria Stuarts könnte er zwar die Entführer selbst enthaupten lassen, nicht aber die Schottin selbst. Ein gerade verabschiedetes Sondergesetz gibt jedoch die Handhabe, im Falle eines Mordkomplotts jeden hinzurichten - auch die Thronrivalin. Also werden die katholischen Konspirateure mit Hilfe von Polizeispitzeln dazu gebracht, ihren ursprünglich harmlosen Plan auf dieses Ziel hin zuzuspitzen. Maria Stuart wird indessen, wiederum durch Einflüsterungen von V-Leuten, dazu überredet, eigenhändig der Wahnsinnstat ihre Zustimmung zu geben (es gibt auch Hinweise, dass der entsprechende Brief Maria Stuarts komplett vom Secret Service gefälscht wurde). Nun konnte das Komplott aufgedeckt werden, nun war die Gelegenheit für die große Abrechnung gekommen: Die schottische Königin wurde verhaftet, schuldig gesprochen und schließlich am 8. Februar 1587 vom Scharfrichter geköpft. Es war das erste Mal in der Geschichte der europäischen Dynastien, dass ein gekröntes Haupt abgeschlagen wurde.
Stefan Zweig schildert die weltpolitischen Auswirkungen: "Elisabeth hat endgültig gesiegt und England mit dem Tode Maria Stuarts seine äußerste Gefahr bestanden. Die Zeiten der Abwehr sind vorüber, mächtig wird nun seine Flotte ausgreifen können über die Ozeane nach allen Erdteilen und sie großartig zum Weltreich verbinden. Der Reichtum wächst, eine neue Kunst blüht auf in Elisabeths letzten Lebensjahren. Nie war die Königin mehr bewundert, mehr geliebt und verehrt als nach ihrer schlimmsten Tat. Immer sind aus den Quadern der Härte und des Unrechts die großen Staatsgebäude gebaut, immer ihre Fundamente mit Blut vermörtelt; Unrecht haben in der Politik nur die Besiegten, und mit ehernem Schritt geht die Geschichte über sie hinweg. (Fußnote)






Mobilmachung und Krieg. In vielen Polizeiaktionen gegen den sogenannten islamistischen Terror wiederholten sich die Grundmuster der Walsingham-Operation ggen die katholischen Untergrundkämpfer: Auf der einen Seite befinden sich religiöse Fanatiker und Schwärmgeister, die für ihren Gott und den Sieg ihres Glaubens durchaus zu kriminellen Aktivitäten bereit sind. Vor dem Äußersten, dem Massenmord, schrecken sie jedoch zurück, oder sie sind zumindest aufgrund ihres Dilettantismus nicht dazu in der Lage. Auf der anderen Seite stehen Instrukteure der jeweiligen Staats-sicherheit, die in die klandestinen Strukturen der Verschwörer einsickern, dort die irregeleiteten Desperados zu immer blutigeren Vorhaben drängen und ihnen erforderlichenfalls auch das Know-how sowie den Sprengstoff für den Terror liefern.
Wenn dann der Coup - vor oder nach dem Blutbad - aufgedeckt wird, hat die Staatsmacht die Legitimität zur Durchsetzung diktatorischer Befugnisse".








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Freitag, 11. September 2009

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Off-Topic
Arbeitsstichworte für Blog-Beitrag










Weiße Schafe. Graue Schafe. Gelbe Schafe (Miau). Große Schafe. Blöde Schafe. (Wuff). Schwarze Schafe. Schlaue Schafe. Schafe halten hinter'm Haus? Nee, das ist jetzt nicht das Thema..









Reihenfolge heute abend auf meinem Bildschirm. 3 Artikel untereinander in der Süddeutschen:


- Artikel "Mission Impossible" (in unnachahmlicher Anspielung an Mr Tom Cruise und das überall agierende und frei floatierende Wirtschaftsunternehmen aus den USA. War früher mein allerschönstes Seminarthema: Psycho-Gruppen und wie werde ich reich und berühmt. Vielleicht, indem ich als Scientologe nicht der CIA beitrete? *g*)

- Artikel El-Masri, Rätsel Attacke Neu-Ulmer Bürgermeister
Khaled el-Masri, traumatisiertes CIA-Entführungsopfer, hat den Neu-Ulmer Oberbürgermeister verprügelt. Seine Motive sind unklar.

- Artikel Renault-Crash
Erpressung oder Renn-Intrige?



dazu:


Hier heute bei mir angekommen: schriftliche Forderung Otto-Lascana, siehe Blogeintrag, gleichzeitig mit alter, abgetretener Forderung Renault aus Potsdam Brandenburg. Siehe Datum? erste Blog-Erwähnung "Zufall" Forderung aus Potsdam, gleiche Straße, Mit Namen des Inkasso-Unternehmens veröffentlichen! Beim letzten Mal war nach Ankündigung der Namensnennung Warnung im Feedreader angekommen.


Stichworte traumatisierter El-Masri, und (scheinheilige SZ) aus Trigger-Hausen, Neu-Ulm, Da muss irgendwo ein Nest sein: Kuckuck, kommen die etwa nicht alle aus der Ukraine? Homegrown Terror, Terror selbstgebacken, wie mache ich einen Terroristen? Bisschen Wut-Virus verteilen reicht da nicht. ;-) Habe hier die Gebrauchsanleitung schon des öfteren erwähnt. ;-) So ein speziell Behandelter hat ja immer die Möglichkeit, sich kreativ zu organisieren. Hat Golda Meir auch gemacht. Sehr wirkungsvoll.

Spiegelfechter

Elsässer Buch „Terrorziel Europa“ dazu:

Fast jede der erwähnten Terrorattacken lässt sich auf zwei europaweit agierende Strukturen zurückführen. Zum einen auf das Londoner Terrornetz rund um die Finsbury Moschee, das im zweiten Kapitel vorgestellt wird; zum anderen auf eine süddeutsche Zelle, die sich zunächst in Freiburg herausgebildet hat und sich von dort nach Ulm/Neu-Ulm verlagerte. Darüber informiert das dritte Kapitel. Während es zum ersten Täterkreis in Großbritannien – allerdings nicht in Deutschland – bereits einige Studien gibt, wird der zweite Kontaktring in diesem Buch erstmals in seiner ganzen Tragweite enthüllt.









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Montag, 15. September 2008

Terrorziel Europa

Noch mehr Buchauszüge für Coaching mit Kapuzen zum "Terroziel Europa". Dieses Mal bei Hintergrund.de

Teil 1:
Oberschledorn: Die »Wasserstoff­peroxidbomber« taten ihr Möglichstes, um auf sich aufmerksam zu machen


Teil 2:
Madrid: Die juristische Aufarbeitung der Anschläge vom 11. März 2004 weist entscheidende Leerstellen auf.


Und
Nachrichten heute:
Terrorhysterie und Putschgefahr

Samstag, 13. September 2008

Vorabdruck

Der tote Frosch und die geheime Datenpolizei

aus:
Terrorziel Europa
Das gefährliche Doppelspiel der Geheimdienste

Terrorziel Europa

"Um Missverständnisse zu vermeiden: Dieses Buch richtet sich nicht gegen die deutschen Sicherheitsorgane. Ganz im Gegenteil: Die allermeisten Mitarbeiter unserer Polizei und unserer Geheimdienste tun alles in ihrer Macht Stehende, um »Schaden vom deutschen Volk abzuwenden«, wie es in der Eidesformel heißt. Das Wohl dieses Landes und seiner Menschen hängt davon ab, dass sie den anderen, die sich zum Gegenteil verschworen haben, nicht das Feld überlassen."

Montag, 28. Juli 2008

P2OG

"Die für P2OG konzipierten Techniken beinhalten, mit dem Begehen von Terroranschlägen Terror zu provozieren, damit Terroristen sich bei der Terrorantwort öffentlich zu erkennen geben und dann mit "Schnellen Antworten" vom US-Militär angegriffen werden können. Damit würde dann auch ein "Signal" für Staaten gesetzt werden, die Terroristen beherbergen, dass sie damit ihre Souveränität riskieren."


Hinweis gesehen im Beitrag "Die Bomben und die Medien", der die Frage nach der Täterschaft weiblicher Selbstmordattentäterinnen stellt und ein Zitat von Vincenzo Vinciguerra enthält, 1990 wegen Mordes an drei Carabinieri verurteilter Rechtsextremist und Mitglied der Geheimorganisation Gladio. Im Rahmen dieses Themas wird am 11. September 2008 ein Buch mit dem Titel "Terrorziel Europa" erscheinen.

Sonntag, 27. Juli 2008

Terrorziel Europa

Ein neues Buch von Jürgen Elsässer erscheint am 11. September und die ersten drei Kapitel lauten:


1 Osama bin Laden und der Secret Service
Al Qaida ist von westlichen Geheimdienstleuten durchsetzt – bis an die Spitze


2 Londonistan
Militante Prediger schufen mit Geheimdienst-Lizenz die wichtigste Schaltzentrale des europäischen Dschihad


3 Das süddeutsche Netz
In einem Balkandörfchen trafen Mitte der neunziger Jahre die wichtigsten Männer zusammen, die später in Mitteleuropa zum Dschihad antreten sollten



Laut Kommentar von Jürgen Elsässer gibt es das Buch kostenlos bis 15. August bei richtiger Einsendung zu dieser kleinen Rätselaufgabe:


a) Wie heißt die Nachfolgeorganisation von Gladio (englischer Name und Abkürzung)?
(Anm.: Zu Gladio siehe Daniele Ganser)

b) Nennen Sie mindestens zwei Ihrer Mitglieder!