Donnerstag, 16. September 2010

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Talent zum Malen habe ich keines. Sonst wäre ich wahrscheinlich noch häufiger psychologisiert worden. Ob Alphonse Mucha wohl ein wenig depressiv war, als er 1936 "Age of Wisdom" malte? Erziehung und Coaching meiner Tochter beinhalten auch, ihr zu vermitteln, dass meine Entscheidung, Politikwissenschaft und nicht Psychologie zu studieren, eine wohlüberlegte war. Nichtsdestotrotz habe ich natürlich auch intensive Kenntnisse in Pädagogik, Psychologie und Philosophie dank Nebenfachwahl. Es erstaunt mich daher nicht der Versuch, politische Aktivistinnen zu psychologisieren, ihre Motive zu individualisieren. Es erstaunen mich auch nicht die zahlreichen Versuche, mittels der Psychologie die vermeintliche jüdische, erst recht die israelische Seele aus deutscher Sicht zu analysieren, was in der modern gewordenen rechten Ecke der Psychologie zur Schlußfolgerung führt, dass Opfer zu Täter werden. Und damit natürlich einer besonderen Kontrolle bedürfen. Die Reaktion auf die Bedrohungssituation der einzigen Demokratie im Nahen Osten: "Da muß man ja verrückt werden." Nein, das muß man nicht! Man muß nur gut ausgebildet sein und den Willen zeigen, aktives Mitglied einer wehrhaften Demokratie zu sein. Was sich wiederrum auch auf deutsche Verhältnisse übertragen lässt. Man könnte es aber auch so formulieren: Manche Familiengeschichte schärft den Sinn und das Bewusstsein für die Demokratie ganz besonders gut.

















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