Sonntag, 11. Juli 2010

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"Irgendwer hat in den siebziger Jahren das Schild auf der hügeligen, malerischen Zufahrtsstraße nach Ober-Hambach zur Odenwaldschule verhunzt. "Hodenwaldschwule" stand da beinahe ein ganzes Jahr lang.
Das war nicht wirklich lustig, aber auch nicht wirklich beängstigend. Wer würde wegen zwei hinzugefügter Buchstaben gleich den Verdacht schöpfen, dass an der Schule Ungeheuerliches vor sich geht?
Dann war da der Holzphallus. Schüler rammten ihn 1975 in die Wiese vor Gerold Beckers Büro auf dem Schulgelände. Er ließ ihn umgehend entfernen.
Dann waren da die Schüler, die "Der Be-ecker, der Be-ecker, der findet kleine Jungs le-ecker" sangen.
Dann war da der Lehrer, der Karneval 1972 zum Anlass nahm, um in einer Büttenrede von "Heldenleben mit Kindertotenliedern" zu schwadronieren. Eine Anspielung auf das Geschehene oder Vermutete als Gag. Der Mann wurde danach wochenlang von den Kollegen rund um den schwer belasteten Musiklehrer Wolfgang Held gemieden.
Wenn man heute, knapp vier Jahrzehnte später, von all den scheinbaren Scherzen hört, wirken sie nicht mehr komisch."







Es gab und gibt auch an dieser Schule mutige SchülerInnen, die beim nächtlichen Versuch, die Bettdecke wegzuziehen und sich ins Ohr pusten zu lassen, sehr klar und deutlich drohen, dem sogenannten Pädagogen in den Arsch zu treten. Mögen wir unsere Kinder stark genug machen, falls sie in solche erziehenden und bildenden Netzwerke geraten, sich gegen diese Angriffe zu wehren, sich nicht von uns Eltern mit professionellen Methoden entfremden, sich nicht von diesen klammheimlich und perfide arbeitenden Strukturen zerstören zu lassen. Mögen wir als wachsame Eltern und LehrerInnen nicht in den Zersetzungssog geraten, uns nicht mit professionellen Methoden auseinandertreiben und von instrumentalisierten StiefelträgerInnen in Behörden zum Schweigen bringen zu lassen mit (Noten-)drohungen oder mit Sätzen wie: Der 6jährige Sohn habe die Erzieherin in der Mittagsgruppe sexuell belästigt, was selbstverständlich auch im Kollegium gestreut wird, und man wisse ja, was so ein Vorfall bedeuten könne. Mögen wir stattdessen jeden Fall in die Öffentlichkeit bringen und jeden einzelnen Handelnden aus diesen Netzwerken öffentlich enttarnen. Es sind Netzwerker, die leider manchmal auch - ideologisch unterfüttert - reformpädagogisch blinken und präfaschistisch abbiegen.
Aktueller Nachtrag: Ich finde nicht, dass man sich als Elternteil an der Odenwaldschule sein Schweigen mit Geld erkaufen lassen sollte.















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