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"Die öffentlich-rechtlichen Medien holen in ihre dämlichen Talkshows gelegentlich "Kritiker" hinzu, sind aber in ihrer Gesamtbotschaft auf Seiten der großen Investoren und Banken. So ist etwa der tägliche ARD-Börsenbericht vor der "Tagesschau" eine der dümmsten Sendungen überhaupt: Er suggeriert, dass die Wertentwicklung der Aktien ein Indikator für das wirtschaftliche Wohlergehen aller sei – während in Wirklichkeit das Gegenteil der Fall ist.
Wie können die Arbeitnehmer die gegenwärtige Situation wieder rückgängig machen? Können sie dabei auf Hilfe der Arbeitnehmer-organisationen, des Bundesarbeitsgerichts und der politischen Parteien hoffen?
Werner Rügemer: In den Gewerkschaften tut sich einiges, aber es gibt noch kein einheitliches und konsequentes Vorgehen. Sie sind wegen der ständigen Erpressungssituation, in der sich die (Noch-)Beschäftigten wegen der hohen Dauerarbeitslosigkeit, wegen des ständigen Lohndumpings und wegen der Drohung mit dem Absturz in den Status als Arbeitslosengeld II-Empfängers in der Defensive. Es kommt dazu, dass "christliche Gewerkschaften" aus ihrem jahr-zehntelangen Schläferdasein erwachen bzw. von den Unternehmen erweckt oder auch neu gegründet werden; sie machen wie bei der Marktkette Schlecker und bei den privaten Postdienstleistern Tarifabschlüsse, die unter denen der klassischen Gewerkschaften liegen."
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