Mittwoch, 13. Januar 2010

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Doris Wolf
Der Kampf gegen Weisheit und Macht
der matriarchalen Urkultur Ägyptens -
Eine Kriminalgeschichte

(Bestellungen des Buches nur beim Verlag möglich.)







Altägypten und Faschismus:
Die Pharaonische Schreckensherrschaft





"Nicht nur in Deutschland übte faschistisches Denken seinen beängstigenden Einfluss auf die Wissenschaft – auch auf die Ägyptologie – aus. Eine einzigartige Camouflage führte zu Verzerrungen, Verdrehungen, Realitätsverleugnung und Beschönigung der Terrorherrschaft der Pharaonen; auch in Frankreich wurden die Ideologien des Grafen Gobineau (›Über die Ungleichheit der menschlichen Rassen‹, 1816 – 1892) und in England die von H. S. Chamberlain (1855 – 1927) von vielen der damaligen Wissenschaftler begeistert aufgenommen.






In seinem Werk »Die orientalische Despotie« beschreibt der Soziologe Karl August Wittfogel exakt die despotische Regierungs-form, die in Ägypten unter den Pharaonen herrschte, »in welcher der Herrscher die totale Macht beansprucht und eine starke Staats-bürokratie das Land völlig beherrscht. In solchen Gesellschaften fehlen politische Gegengewichte, die für bürgerliche Freiheiten sorgen können. Die Städte sind durch eine starke Abhängigkeit von der Beamtenschaft geprägt, sodass Kaufleute und Handwerker nicht zu einer eigenen politischen Kraft werden konnten. Die orientalische Despotie hat sehr nachteilige Auswirkungen auf die Würde des Individuums« (Wittfogel 1957).







Die despotische Herrschaft der Pharaonen weist alle Schreckens-merkmale faschistischer Diktaturen auf: Es gibt keine Gewalten-teilung, alles liegt in der Hand eines Alleinherrschers, eines Führers oder Diktators, dessen alleiniges Ziel Macht und Machterweiterung, wenn möglich ›Weltmacht‹ ist. Es gibt keine demokratische Freiheit und keine Selbstbestimmung der Menschen. Durch Propaganda und Erziehung werden sie einer ständigen Indoktrination der herrschenden Ideologie, als ›Religion‹ getarnt, ausgesetzt. Wie gefährlich die Verquickung von Ideologie/Religion und Regierung ist, macht die Erfahrung mit dem Nationalsozialismus deutlich. Religiös verbrämte Ideologie ist fern jeder Vernunft und Rationalität; ist rigide, dogmatisch und intolerant und lässt keine Fragen und keine Zweifel zu; man hat sie unhinterfragt zu glauben! Die Menschen-rechte werden gering oder gar nicht geachtet. Das Volk sieht sich ständigen Kontrollen durch Spitzel und Geheimdienste willkürlichen Repressionen und Verhaftung ausgesetzt. Das Militär hat Vorrang.






Und noch etwas ist charakteristisch für faschistische Diktaturen: die protzige Architektur, der wir in Ägypten ständig begegnen. Nicht umsonst werden die bombastischen staatlichen Anlagen, die palastartigen Residenzen religiös verbrämt Tempel genannt. Gordon Childe ließ sich nicht blenden, er nannte die gewaltigen Bauwerke nicht Tempel, sondern die Paläste der frühen Herrscher, Denkmäler ihrer Macht (Childe 1958, S. 154). Auf die Frage, wo denn die Pharaonen gewohnt hätten, belehrt man uns: in Palästen aus Lehmziegeln, die vom Winde verweht sind. Doch die monumentale Anlage von Medinet Habu weist auf eine andere Wirklichkeit hin. Der Palast war selbstverständlich, wie alle ›Tempel‹, der Wohnsitz des Königs. Medinet Habu war von einer 10 Meter breiten und 21 Meter hohen Lehmziegelmauer umgeben; doch dieser Schutz nützte dem König wenig. Sein Ende wurde durch eine Revolte der Frauen des Harems vorbereitet und durchgeführt, was zeigt, dass im Innern des Palastes Frauen auch immer wieder Macht hatten und sich zur Wehr setzten. Die Auflehnung der Frauen bezeichnen die Ägyptologinnen und Ägyptologen aber nicht als Aufstand, sondern als ›Intrige‹. Frauen sind keine Revolutionärinnen oder mutige Aufständische; sie sind lediglich gemeine ›Intrigantinnen‹." (weiter)








K 9: Vom Chaos zur Ordnung und andere Lügen





Die Mythen zeigen, dass das, was sich in Ägypten zu der uns bekannten altägyptischen Religion entwickelte,
auf einen Vernichtungskampf der Eroberer gegen die Religion der Urgöttin und ihrer Verehrer/-innen richtete.
Könige wurden göttlich, indem sie die heilige Macht weiblicher Gottheiten assimilierten. (Fekri Hassan)






"Die Behauptung, das ›Chaos‹ zu überwinden, eine bessere, wahrere, höhere, spirituellere, fortgeschrittenere, vergeistigtere – und wie die eigenen Zuschreibungen alle heißen mögen –, neue Religion zu schaffen, begegnet uns jedes Mal, wenn neue Gottesvorstellungen die bisherigen ersetzen sollen. Doch ›geistig‹ ist dabei gar nichts; es sind durchwegs kriegerische Überfälle, die neue Götter, neue Mythologien, neue Kulte und eine neue Politik in den bestehenden Kulturen durchsetzen. Das geschah beim Umsturz vom Matriarchat ins Patriarchat durch die brutalen Invasionen in die neolithischen Kulturen; beginnend in Vorderasien und Ägypten, wo erste männliche Götter der Eroberer die ausschließlich weiblichen Gottheiten bekämpften und entwerteten. Dann wieder bei der Schaffung der jüdischen Religion, durch den Kampf gegen Volk und Göttin von Kanaan. >Gott< befiehlt ihre Ausrottung; er will sie vertilgen (Exodus 23,23). Die Christen verfolgten die Isis-Verehrung, die sich über das ganze Römische Reich, von Äthiopien bis nach England ausgebreitet hatte, und der Islam eliminierte die Göttinnen-Trinität Arabiens endgültig.
Es ist auffallend, jedes Mal wird die ältere Religion, die die Große Göttin verehrt, als ›Chaos‹ bezeichnet, entwertet, geächtet, verfemt, verteufelt und eliminiert. An ihre Stelle treten regelmäßig patriarchale Vorstellungen von männlichen Göttern." (weiter)









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