Mittwoch, 6. Mai 2009

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Wer bin ich und wenn ja wie viele?



Dieser Frage liegt eine neue Sichtweise der menschlichen Psyche zugrunde. Während die Hauptströmungen der Psychologie das menschliche Innenleben immer noch wie ein einziges zusammenhängendes Ganzes betrachten, behandeln einige neue Ansätze (u. a. systemische, konstruktivistische Konzepte) den Menschen so, als ob wir unterschiedliche Persönlichkeitsanteile in uns haben, die wechselseitig miteinander darüber im Wettstreit (metaphorisch) liegen welcher Anteil sich durchsetzt und damit nach außen in Erscheinung tritt.
Nach dieser Sichtweise gibt es kein ausschließliches Entweder-Oder mehr (tertium non datur / ein Drittes gibt es nicht) sondern je nach Kontext und eigenen Gestaltungsmöglichkeiten sind wir mal diese oder mal jene Person. Die Frage ist nur, gibt es eine innere Steuerungsinstanz (den Vorsitzenden der inneren Familie), welche entscheidet, wer wann in Erscheinung tritt? Wie organisieren wir uns innerlich selbst, auch und gerade ohne es zu wissen? Denn irgendeine Form der inneren Selbstorganisation findet immer statt. Es fragt sich nur, ist diese gewünscht oder nicht, führt sie zum erwünschten Ergebnis oder eher weniger? Interessanterweise ist dieser innere Familienvorsitzende dem inneren Beobachter der spirituellen Traditionen sehr ähnlich. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass ich eine ungeheuere Befreiung empfand, als ich als junger knapp 30-jähriger Mann das erste Mal in einem Therapie-Setting eingeladen wurde, mich als viele zu betrachten. Die Konzepte, die ich Ihnen, den HörerInnen des Auditorium diesmal vorstellen möchte, haben alle diesen Fokus. Als Einstieg verweise ich auf die Aufnahme von Gunther Schmidt:
„Wer bin ich und wenn ja wie viele“, „Konferenzen mit der inneren Familie“.






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