Mädchen haben immer noch die gleichen Vorbilder wie ihre Mütter, ihre Grossmütter. Wenn sie denn überhaupt welche haben. Es sind immer noch die Prinzessin, die Elfe. Oder Barbie. Da genügt der kurze Blick auf die begehrtesten Karnevalskostüme. Später wechseln die Kostüme nur scheinbar. Die Elfe trägt nun zu Karneval Netzstrümpfe und möchte ansonsten nicht merken, dass da irgendetwas nicht stimmt. Natürlich merkt es fast jede. Trotz allen Geredes über Emanzipation. Sie merkt es spätestens nach der Geburt des ersten Kindes, weshalb diese Gruppe, also die Mütter, besonders anfällig für Aufspaltungen der Persönlichkeit sind. Wie soll sonst die riesige Kluft zwischen Alltag und schönem Schein verkraftet werden? Da gibt es dann reichlich Angebote zur Abhilfe. Teure Therapien beispielsweise. Oder der nächste Guru um die Ecke springt gerne in diese Lücke. Es hat alles seinen tieferen Sinn. Im nächsten Leben wirst du wissen, was ich meine. Om! Bis dahin jedoch führe ich dich und du folgst mir. Peace! Vor allem natürlich dorthin, wo ich dich gut gebrauchen kann.
Dankbar sein sollten wir dem guten Mann in Gelb. Oder Orange. Bewahrt er uns doch vor diesen teuren Therapien gegen Persönlichkeitsstörungen. Denn so eine psychologisch ausgeklügelte Borderliner-Kur ist schließlich kein harmloser Spaziergang an der schönen Spree ohne Blick auf den Landwehrkanal, wo früher die besonders renitenten Frauen einfach ohne Rettungsring reingeworfen worden. Dankbar sein sollten wir diesen ach so selbstlosen Frauenführern, denn jahrtausendelanges Patriarchat hinterlässt leider tiefe Spuren und so teilen sich denn die weiblichen Hirne einerseits in das liebe, allzu liebe Wesen von der Erde und andererseits in das bitterböse Alien. Schrecklich, was dann alles passiert. Geraspelt werden da nicht nur grüne Gurken, wie es das Genre des Horrorfilms so drastisch und plastisch zu vermitteln mag. Die Botschaft: Das Böse ist eine Frau!
Aber ist das nicht tatsächlich so? Sind die Frauen nicht in ihrem Innersten böse Menschen, so wie es schon die Bibel wußte? War es nicht Kardinal Lehmann, der einmal erklärte, man müßte die Bundeswehr gegen die Frauen einsetzen? Genauer sagte er allerdings: Man müsste sie dann einsetzen, wenn sie sich wirklich ihrer Rechte bewußt würden. Wenn. Ja, wenn.
Statt dem Einsatz der Bundeswehr und anderer Organisationen weiß ich eine andere Lösung: Wie wäre es mit der Zerstörung falscher Vorbilder? Statt Prinzessin ohne Reich oder blonder Barbie ohne Füße hätte ich als Alternative anzubieten die tatkräftige Lady, die uns den sach- und fachgerechten Umgang mit Terroristen zeigte. Golda Meir ist sicher nicht nur Frauen von heute mit zu wenig Sicht aus der blauen Burka zu empfehlen. Wer will, der zeige seinen Töchtern Filme wie "München". Ich halte ihn für geeigneter als die gerne gesehenen Filme über Johanna von Orleans. Denn die landete schließlich auf dem Scheiterhaufen.

Foto:
Picturing Golda Meir
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