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Freitag, 24. März 2017

























Gegen den Widerstand strenggläubiger Juden ist in Palästina eine rege Ausgrabungstätigkeit im Gang. Man müsse dem heiligen Boden die gebührende Ruhe lassen, argumentieren die Rabbiner. Sie, die ihre Bibel am besten kennen, werden sehr wohl wissen, was die heilige Erde birgt: Den Beweis der matriarchalen Traditionen des jüdischen Volkes. Wenn Steine zu sprechen beginnen, könnte tief Verdrängtes in der jüdischen Seele wieder ins Bewußtsein gehoben werden. Das geht nicht nur Juden an, sondern die gesamte abendländische Kultur, die in einer gewaltigen Transplantation der biblischen Überlieferung aufgepropft worden ist.
Yigal Schilohs jüngste Ausgrabungen unterhalb des Salomonischen Tempels in Jerusalem haben Statuetten der Anat und Aserat zutage gefördert. Aber wir wissen bereits aus der Bibel, daß die Himmelskönigin noch zur Zeit des babylonischen Großreiches Nebukadnezar in Jerusalem verehrt worden ist. Als Jeremia, der Prophet Jahwes, das jüdische Volk zur Anbetung seines Gottes zwingen will ...









"Da antworteten dem Jeremia alle Männer, die da wohl wußten, daß ihre Weiber anderen Götter räucherten, und alle Weiber, die in großen Haufen dastanden, samt allem Volk, die in Ägyptenland wohnten und in Pathros, und sprachen:
Nach dem Wort, das du im Namen des Herrn uns sagtest,
wollen wir dir nicht gehorchen;
sondern wollen tun nach allem dem Wort,
das aus unserem Mund geht,
und wollen der Himmelskönigin räuchern
und ihr Trankopfer darbringen
wie unsere Väter und Fürsten getan haben in den Städten Judas
und auf den Gassen zu Jerusalem.
Da hatten wir auch Brot genug; es ging uns wohl,
und wir sahen kein Unglück.
Seit der Zeit aber,
daß wir haben abgelassen,
der Himmelskönigin zu räuchern und ihr Trankopfer zu opfern,
haben wir allen Mangel gelitten
und sind durch Schwert und Hunger umgekommen.










Die Jahwe-Priester bekämpfen den Kult der Anat, verbrennen die Bilder der Aserat, fordern die abstrakte, die unanschauliche Gottesverehrung.








"Du sollst dir kein Bildnis
noch irgendein Gleichnis machen,
weder des, das oben im Himmel,
noch des, das unten auf Erden,
oder des, das im Wasser unter der Erde ist.
Bete sie nicht an
und diene ihnen nicht!










Warum bekämpft der Vatergott die farbige Sinnenwelt anschaulicher Bilder? Einst war das Symbol Fundament des Glaubens. In den Bildern der Natur erfuhren die Menschen den Sinn des Daseins. Die Anschaulichkeit des Symbols gab dem Göttlichen seine Bestätigung und seine Würde. Der Mensch war noch ganz ge-Bild-et. Er lebte in Übereinstimmung mit seinen Symbolen. Die patriarchalen Schöpfungsvorstellungen kranken an der Parodoxie des Symbols. Der Vater kann den Sohn nicht gebären. "Er kommt aus des Vaters Schoß!" läßt sich predigen, singen und sagen. Bildlich darstellen läßt es sich nicht. Deshalb zieht sich der patriarchale Schöpfungsbericht auf das Wort zurück: Am Anfang war das Wort! Sind Worte nicht - von Anfang an - der Aufstand gegen das Bild gewesen? Die Revolution des Abstraktum gegen das anschauliche Symbol? Wie mit einer Beschwörungsformel wird die Verlesung jeden Bibeltextes von der Kanzel mit den Worten eingeleitet: "Es steht geschrieben!". Als könne keine Gewalt der Erde das Wort umstoßen, das Beweiskraft habe, weil es geschrieben steht. Selbst das Unglaubliche läßt sich in Worte fassen:






Adam gebiert aus der Rippe.
Die Mutter alles Lebendigen, die Seele des Alls, wird zum Geschöpf.
Die Herrin des Himmels wird zur Gehilfin des Mannes.






Gerda Weiler
Ich verwerfe im Lande die Kriege.
Das verborgene Matriarchat im Alten Testament








Ein Zitat von Gerda Weiler aus ihrem Buch "Das Matriarchat im alten Israel" von 1989, einer überarbeiteten Version von "Ich verwerfe im Lande die Kriege. Das verborgene Matriarchat im Alten Testament":








"Seit im Jahre 1986 der Vorwurf des Antijudaismus gegen die feministische Theologie erhoben worden ist, habe ich mich mit dem Phänomen judenfeindlicher Tendenzen in unserer Kultur auseinandergesetzt. Das Ergebnis meiner Arbeit ist, daß ich für antijudaistische Tendenzen im christlich-abendländischen Bewußtsein sensibel geworden bin. Um dies an einem Beispiel deutlich zu machen: Ich kann nicht mehr vom "Alten Testament" sprechen, seit mir bewußt ist, daß wir mit diesem Begriff ein Buch lebendigen Glaubens abwerten. Jahrhundertelang hat das Christentum im "Alten Testament" das Dokument eines Glaubens gesehen, der von der Theologie des "Neuen Testaments" überholt worden sei. Des weiteren hat sich die christliche Theologie Texte der hebräischen Bibel angeeignet, die sie als Weissagung auf das Kommen Jesu auslegt.
Antijudaismus krankt an den gleichen kollektivpsychologischen Symptomen wie Sexismus und Rassismus. Er neigt dazu, den eigenen verdrängten Schatten an anderen Menschen wahrzunehmen. Dabei spiegelt sich die unbewußte Angst vor den Dunkelseiten der eigenen Seele in der uneingestandenen Angst vor dem Unbekannten in der Welt. Was Angst verursacht, wird als das sogenannte Böse auf die Frau, den Fremden oder "die Juden" projiziert. Das entlastet die Psyche und stabilisiert die Überzeugung von der eigenen Großartigkeit.







Die Selbstüberschätzung des Mannes und die Diskriminierung der Frau sind sexistische Phänomene, wie Nationalstolz und patriotische Selbstüberschätzung bei gleichzeitiger Abwertung anderer Völker Erscheinungsweisen des Rassismus sind. Christlicher Antijudaismus folgt sexistischen Motiven, weil sich der Christ mit Attributen patriarchaler Männlichkeit schmückt - mit Sonne, Sieg, Heldentum und Herrlichkeit - demgegenüber "das Judentum" als unterlegen betrachtet wird. Zugleich ist der christliche Antijudaismus rassistisch, weil er die ideologische Basis für Antisemitismus und die grausame Verfolgung der Juden als "Rasse" und deren Vernichtung im Holocaust bereitet hat.
Mit dem Blick auf die Geschichte der Verfolgung des Judentums über mehr als fünfzehn Jahrhunderte hinweg bis zu dessen Eskalation in der Hitler-Zeit kann der Antijudaismus für feministische Theologinnen nur zutiefst suspekt sein. Denn Feminismus wendet sich radikal gegen jede Form der Unterdrückung und Diskriminierung des Menschen. Andererseits sind christlich erzogene Frauen dem abendländischen Bewußtsein verhaftet, das noch kaum begonnen hat, seine antijudaische Tradition zu hinterfragen.







Wenn Feministinnen glaubwürdig bleiben wollen, gilt es, den christlichen Antijudaismus als Hintergrund der eigenen Befindlichkeit in dieser Welt bewußt zu machen und aufzuarbeiten. Damit ist eine Kulturkritik großen Ausmaßes verbunden: Nicht nur die Geschichte des Christentums, sondern die Gesamtgeschichte des Patriarchats muß überdacht werden.




























Montag, 18. Juni 2007

Karuna

Dieser Artikel wird in die virtuelle Bibliothek der ISLA unter dem (vorläufigen) Stichwort "Sexualität" eingestellt. Ich bitte alle Mitglieder der ISLA, sich diesen Artikel anzusehen. Er ist zur Diskussion gestellt. Beispielsweise ist zu fragen, ob nur Mütter Liebe und Geborgenheit vermitteln können. Oder: Ist, wer ohne Mutter aufwachsen muß, nicht in der Lage, Liebe, Geborgenheit und Zärtlichkeit zu vermitteln?



Zwei Zitate aus diesem Artikel:

"Karuna ist der tantrische Begriff für mütterliche Liebe in ihrer ursprünglichen Qualität, wie das Kind sie erfährt und im Erwachsenenalter umsetzt in alle Formen von Liebe: Berührung, Zärtlichkeit, Mitleid, Sinnlichkeit und Erotik im weitesten Sinne. Viele Jahrhunderte vor Freud war die kindliche "Sexualität" oder besser Sinnlichkeit durchaus bekannt. Tantrische Gelehrte nannten Karuna die Essenz der Religion, ein unterschwelliges Gefühl liebender Güte im Gegensatz zu der oft grausamen und sinnlosen Formulierung theologischer Prinzipien.
Es herrschte Einigkeit darüber, dass Karuna bereits im Kindesalter durch die elterliche, besonders die mütterliche Zärtlichkeit erlernt werden müsse."

"Im alten Matriarchat waren die Priesterinnen der Göttin Lehrerinnen der Karuna. Aus diesem Wort ist wohl auch die italienische Bezeichnung carogna für 'Hure' abgeleitet und im Patriarchat pervertiert worden. Im heidnischen Rom gab es eine Göttin mit dem Beinamen Mater Cara, "Teure Mutter". In ihr vereinigten sich alle Qualitäten von Sexualität, Mutterschaft, Eheglück, Freundschaft, Großzügigkeit und Gnade oder auch caritas, die von dem Christentum entsinnlicht und in die sogenannte Barmherzigkeit umgewandelt wurde."




Begriffsklärung "Matriarchat" findet ihr in diesem Artikel:
(Bei der Google-Suche nach diesem Stichwort findet sich im Internet sehr viel Falsches, Wütendes und Verzerrendes.)


Zitat:
"Ich definiere Matriarchat weder als Frauenherrschaft, noch als eine Kultur oder Gesellschaft in deren Mittelpunkt Frauen oder Mütter stehen. So etwas gab und gibt es nicht.

Im Zentrum matriarchaler Strukturen steht das Individuum und seine persönliche Entwicklung. Die Gruppe trägt Sorge, dass jedes Mitglied sich seiner Persönlichkeit entsprechend entfalten und seine individuellen Lebensaufgaben bewältigen kann. Dafür schafft die Gemeinschaft das Umfeld und bietet Unterstützung, die bereits vor der Geburt eines Kindes beginnt."



Siehe zu diesem Thema auch mein gestriger Kommentar im "Captains Log"

Donnerstag, 30. August 2012



















Gegen den Widerstand strenggläubiger Juden ist in Palästina eine rege Ausgrabungstätigkeit im Gang. Man müsse dem heiligen Boden die gebührende Ruhe lassen, argumentieren die Rabbiner.
Sie, die ihre Bibel am besten kennen, werden sehr wohl wissen, was die heilige Erde birgt: Den Beweis der matriarchalen Traditionen des jüdischen Volkes.
Wenn Steine zu sprechen beginnen, könnte tief Verdrängtes in der jüdischen Seele wieder ins Bewußtsein gehoben werden.
Das geht nicht nur Juden an, sondern die gesamte abendländische Kultur, die in einer gewaltigen Transplantation der biblischen Überlieferung aufgepropft worden ist.
Yigal Schilohs jüngste Ausgrabungen unterhalb des Salomonischen Tempels in Jerusalem haben Statuetten der Anat und Aserat zutage gefördert. Aber wir wissen bereits aus der Bibel, daß die Himmelskönigin noch zur Zeit des babylonischen Großreiches Nebukadnezar in Jerusalem verehrt worden ist.
Als Jeremia, der Prophet Jahwes, das jüdische Volk zur Anbetung seines Gottes zwingen will ...









"Da antworteten dem Jeremia alle Männer, die da wohl wußten, daß ihre Weiber anderen Götter räucherten, und alle Weiber, die in großen Haufen dastanden, samt allem Volk, die in Ägyptenland wohnten und in Pathros, und sprachen:
Nach dem Wort, das du im Namen des Herrn uns sagtest,
wollen wir dir nicht gehorchen;
sondern wollen tun nach allem dem Wort,
das aus unserem Mund geht,
und wollen der Himmelskönigin räuchern
und ihr Trankopfer darbringen
wie unsere Väter und Fürsten getan haben in den Städten Judas
und auf den Gassen zu Jerusalem.
Da hatten wir auch Brot genug; es ging uns wohl,
und wir sahen kein Unglück.
Seit der Zeit aber,
daß wir haben abgelassen,
der Himmelskönigin zu räuchern und ihr Trankopfer zu opfern,
haben wir allen Mangel gelitten
und sind durch Schwert und Hunger umgekommen.










Die Jahwe-Priester bekämpfen den Kult der Anat, verbrennen die Bilder der Aserat, fordern die abstrakte, die unanschauliche Gottesverehrung.








"Du sollst dir kein Bildnis
noch irgendein Gleichnis machen,
weder des, das oben im Himmel,
noch des, das unten auf Erden,
oder des, das im Wasser unter der Erde ist.
Bete sie nicht an
und diene ihnen nicht!










Warum bekämpft der Vatergott die farbige Sinnenwelt anschaulicher Bilder?
Einst war das Symbol Fundament des Glaubens. In den Bildern der Natur erfuhren die Menschen den Sinn des Daseins. Die Anschaulichkeit des Symbols gab dem Göttlichen seine Bestätigung und seine Würde. Der Mensch war noch ganz ge-Bild-et. Er lebte in Übereinstimmung mit seinen Symbolen.
Die patriarchalen Schöpfungsvorstellungen kranken an der Parodoxie des Symbols. Der Vater kann den Sohn nicht gebären. "Er kommt aus des Vaters Schoß!" läßt sich predigen, singen und sagen. Bildlich darstellen läßt es sich nicht.
Deshalb zieht sich der patriarchale Schöpfungsbericht auf das Wort zurück:
Am Anfang war das Wort!
Sind Worte nicht - von Anfang an - der Aufstand gegen das Bild gewesen? Die Revolution des Abstraktum gegen das anschauliche Symbol?
Wie mit einer Beschwörungsformel wird die Verlesung jeden Bibeltextes von der Kanzel mit den Worten eingeleitet:
"Es steht geschrieben!".
Als könne keine Gewalt der Erde das Wort umstoßen, das Beweiskraft habe, weil es geschrieben steht. Selbst das Unglaubliche läßt sich in Worte fassen:
Adam gebiert aus der Rippe.
Die Mutter alles Lebendigen, die Seele des Alls, wird zum Geschöpf.
Die Herrin des Himmels wird zur Gehilfin des Mannes.










Gerda Weiler
Ich verwerfe im Lande die Kriege.
Das verborgene Matriarchat im Alten Testament








Ein Zitat von Gerda Weiler aus ihrem Buch "Das Matriarchat im alten Israel" von 1989, einer überarbeiteten Version von "Ich verwerfe im Lande die Kriege. Das verborgene Matriarchat im Alten Testament":








"Seit im Jahre 1986 der Vorwurf des Antijudaismus gegen die feministische Theologie erhoben worden ist, habe ich mich mit dem Phänomen judenfeindlicher Tendenzen in unserer Kultur auseinandergesetzt. Das Ergebnis meiner Arbeit ist, daß ich für antijudaistische Tendenzen im christlich-abendländischen Bewußtsein sensibel geworden bin. Um dies an einem Beispiel deutlich zu machen: Ich kann nicht mehr vom "Alten Testament" sprechen, seit mir bewußt ist, daß wir mit diesem Begriff ein Buch lebendigen Glaubens abwerten. Jahrhundertelang hat das Christentum im "Alten Testament" das Dokument eines Glaubens gesehen, der von der Theologie des "Neuen Testaments" überholt worden sei. Des weiteren hat sich die christliche Theologie Texte der hebräischen Bibel angeeignet, die sie als Weissagung auf das Kommen Jesu auslegt.
Antijudaismus krankt an den gleichen kollektivpsychologischen Symptomen wie Sexismus und Rassismus. Er neigt dazu, den eigenen verdrängten Schatten an anderen Menschen wahrzunehmen. Dabei spiegelt sich die unbewußte Angst vor den Dunkelseiten der eigenen Seele in der uneingestandenen Angst vor dem Unbekannten in der Welt. Was Angst verursacht, wird als das sogenannte Böse auf die Frau, den Fremden oder "die Juden" projiziert. Das entlastet die Psyche und stabilisiert die Überzeugung von der eigenen Großartigkeit.







Die Selbstüberschätzung des Mannes und die Diskriminierung der Frau sind sexistische Phänomene, wie Nationalstolz und patriotische Selbstüberschätzung bei gleichzeitiger Abwertung anderer Völker Erscheinungsweisen des Rassismus sind. Christlicher Antijudaismus folgt sexistischen Motiven, weil sich der Christ mit Attributen patriarchaler Männlichkeit schmückt - mit Sonne, Sieg, Heldentum und Herrlichkeit - demgegenüber "das Judentum" als unterlegen betrachtet wird. Zugleich ist der christliche Antijudaismus rassistisch, weil er die ideologische Basis für Antisemitismus und die grausame Verfolgung der Juden als "Rasse" und deren Vernichtung im Holocaust bereitet hat.
Mit dem Blick auf die Geschichte der Verfolgung des Judentums über mehr als fünfzehn Jahrhunderte hinweg bis zu dessen Eskalation in der Hitler-Zeit kann der Antijudaismus für feministische Theologinnen nur zutiefst suspekt sein. Denn Feminismus wendet sich radikal gegen jede Form der Unterdrückung und Diskriminierung des Menschen. Andererseits sind christlich erzogene Frauen dem abendländischen Bewußtsein verhaftet, das noch kaum begonnen hat, seine antijudaische Tradition zu hinterfragen.







Wenn Feministinnen glaubwürdig bleiben wollen, gilt es, den christlichen Antijudaismus als Hintergrund der eigenen Befindlichkeit in dieser Welt bewußt zu machen und aufzuarbeiten. Damit ist eine Kulturkritik großen Ausmaßes verbunden: Nicht nur die Geschichte des Christentums, sondern die Gesamtgeschichte des Patriarchats muß überdacht werden.





















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Freitag, 16. März 2012

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Die Scheiterhaufen-Society. Dazu diese Information. Und eine kurze Bemerkung: Wird das nicht langsam sehr peinlich, trotz weltweit wachsendem Bewusstsein und Information der Öffentlichkeit immer noch zu versuchen, insbesondere hochgebildete Frauen derart zu verscheissern?







„Matriarchatsforschung“ in WIKIPEDIA – ein Skandal
Information aus der Internationalen Akademie HAGIA im März 2012
Leitung: Heide Göttner-Abendroth






Die schon seit Jahren existierenden Wikipedia-Artikel „Matriarchat“ und „Matriarchatsforschung“ waren seit September 2011 – durchaus in Folge der Hetzkampagne gegen den Matriarchatskongress in St. Gallen, Mai 2011 – heftigen Angriffen ausgesetzt. Die recht plötzlich in Wikipedia auftauchende „Fiona Baine/Finn“ erklärte, dass es den Begriff Matriarchat in der Wissenschaft gar nicht gebe und dass Matriarchatsforschung keine Wissenschaft sei. „Fione Baine“ ist das Wikipedia-Pseudonym von Martina Schäfer, welche die Hetzkampagne gegen den St. Galler Kongress bei Behörden, Presse und Radio betrieben hatte. Nun begann sie in Wikipedia zu agitieren und stellte als erstes einen Löschantrag für den Artikel „Matriarchatsforschung“. Es gibt jedoch die Regel, dass für wissenschaftlich umstrittene oder „nicht neutrale“ Artikel keine Löschanträge gestellt werden dürfen, schon gar nicht von einer vorher kaum präsenten Nutzerin. Ferner gilt die Regel, dass bei solchen Artikeln erst einmal die Theorie ausführlich dargestellt werden muss und danach erst die Kritik.
Durch diesen Löschantrag entstand eine heiße Diskussion, die im Oktober 2011 über 7 Tage lief. „Fiona Baine“ alias Martina Schäfer dominierte sie weitgehend und wiederholte ohne neue Argumente ihren Löschantrag mehrmals. Dabei setzte sie Heide Göttner-Abendroth als Person und Forscherin in jeder Hinsicht herab und verdrehte deren Aussagen und Arbeit ins Gegenteil. Sie schrieb unter die Kurzbiografie von Heide Göttner-Abendroth eine Rubrik „Kritik“ – ein Vorgang, der sonst nirgends in Wikipedia bei Biografien vorkommt – in der die Akademie HAGIA als „Sekte“ bezeichnet wird, zu der ehemalige Mitglieder (sie selbst!) Ausstieghilfe anbieten. Damit wurde die Wikipedia-Regel gebrochen, dass gegen lebende Personen keine spekulativen und diffamierenden Aussagen gemacht werden dürfen. Jedoch erfolgte trotz ihrer Regelbrüche keine Sanktion gegen „Fiona Baine“. Denn sie arbeitet im Verband mit einem einflussreichen Nutzer/Administrator („Atomiccocktail“), dessen Argumente und Sprachgebung rechtslastig klingen, und zwei weiteren, die von Matriarchatsforschung keine Ahnung haben, aber dagegen sind. Es war anhand dieser Diskussion leicht zu sehen, dass hier Absprachen gegen den Artikel „Matriarchatsforschung“ bestanden, was wieder eine Wikipedia-Regel verletzt. Machtkämpfe um Themen sind hier nicht erlaubt. Aber ganz entgegen diesem Ideal gibt es in diesem Medium Macht ausübende Gruppierungen, und deren Zusammenhänge oder „Seilschaften“ sind für andere Nutzer nicht durchschaubar. Diejenigen, die keine Insider sind, arbeiten also mit Wikipedia wie in einer „Black Box“, das heißt: Was sie tun, ist jederzeit durch die Administratoren abrufbar und einzusehen, jedoch was mächtige Administratoren tun, sieht der gewöhnliche Nutzer nicht. Dabei sollte bei diesem Medium nach seinen Regeln eigentlich Transparenz herrschen.







In der Löschdiskussion mehrten sich die Stimmen, die gegen eine Löschung des Artikels „Matriarchatsforschung“ plädierten, weil er relevant sei, denn es finde eine rege Diskussion in der Öffentlichkeit zum Thema statt. Außerdem gebe es zu allen möglichen Themen in Wikipedia Artikel, warum auch nicht darüber? Außerdem seien die beiden Artikel „Matriarchat“ und „Matriarchatsforschung“ durchaus gut geschrieben. Das Problem schien letztlich (für „Fiona Baine“) nur zu sein, dass Heide Göttner-Abendroth darin zu oft zitiert wurde. Alle klärenden und ausgleichenden Argumente, die vorgebracht wurden, überging die Gegenseite in polemischer Manier, was zeigt, dass es nicht um eine sachliche Klärung, sondern um einen ideologischen Angriff ging. Ein Mann, der sich in der Matriarchatsforschung gut auskennt, verteidigte sie mit ausgezeichneten Argumenten bis zuletzt. Aber da er eine von der Mainstream-Wissenschaft abweichende Position vertrat, eben die Matriarchatsforschung, wurde er von der Gegengruppe provoziert, angepöbelt und beleidigt – was gegen die Regel des Anstands bei Wikipedia verstößt. Ein unbefangener Nutzer bezeichnete den Hergang der gesamten Diskussion als „Schlammschlacht“.








Nach 7 Tagen hatte die Mehrheit der Stimmen in dieser Diskussion vorgeschlagen, den Artikel nicht zu löschen, sondern in den kommenden Monaten im Konsens umzuarbeiten. Konsens zu suchen, auch bei verschiedenen Auffassungen, ist eine weitere Regel bei Wikipedia. Die letzte Entscheidung traf nach 7 Tagen dann ein außenstehender Schiedsrichter, der offenbar dafür beauftragt worden war: Er entschied, dass der Artikel „Matriarchatsforschung“ nicht gelöscht wird, da ersichtlich dazu Informationsbedarf bestehe.
Sofort bezeichnete die Gegenseite dies als „groteske Fehlentscheidung“, weil sie ihre Ansicht, dass es bei der Matriarchatsforschung um „pseudowissenschaftliche Thesen von einer kleinen Schar Personen aus dem esoterischen Dunstkreis geht“, nicht erzwingen konnte (20. Oktober).
Sogleich begann diese kleine Gruppe, trotz des Widerstands des Kenners der Matriarchatsforschung, dem Artikel einen anderen Namen zu geben und ihn umzuarbeiten. Er wurde jetzt „Geschichte von Matriarchatstheorien“ umbenannt, womit gesagt wird, dass alles nur Theorie ist und es gar keine Forschung gibt. Dies war entgegen dem Spruch des Schiedsrichters und bedeutete eine indirekte Löschung des Artikels „Matriarchatsforschung“. Ferner wurde ein neues Konzept für den Artikel entwickelt, das die Matriarchatsforschung ausschließlich aus der Sicht der Gegnerinnen darstellt, die keineswegs sachlich argumentieren, sondern denunzieren (Röder/Hummel/Kunz, Fehlmann, u. a.). Der Name Heide Göttner-Abendroth wurde gestrichen, wo immer möglich. All das geschah binnen 4 Tagen und Nächten (bis zum 24. Oktober), entgegen der Absprache, dass im Verlauf der nächsten Monate umgearbeitet würde. Es war eine autoritär durchgeprügelte „Nacht-und Nebel-Aktion“, die niemand anderem die Chance ließ, mitzudiskutieren und Wissen einzubringen – was doch das grundlegende Ethos bei Wikipedia ist.








Dabei wurde der Verteidiger der Matriarchatsforschung an die Wand gespielt, mit Entzug der Schreibrechte bedroht, seine Argumente lächerlich gemacht. So steht es um die Konsensfindung bei Wikipedia.
Nachdem jeder Widerstand „erledigt“ war (ein Ausdruck des Machthabers in dieser letzten Diskussion), wurde dieser umbenannte Artikel ausgebaut und aufgeschwollen. Da sie sich als Kennerin der Matriarchatsforschung aufspielt, wurde er überwiegend allein von „Fiona Baine“ alias Martina Schäfer neu verfasst. Der Tenor folgt ausschließlich den Gegnerinnen der Matriarchatsforschung (besonders Fehlmann) und schließt Diffamierungen ein. Insgesamt wird so getan, als ob es gar keine ForscherInnen zu diesem Thema gibt, sondern ohne Unterschied werden alle relevanten Personen aufgelistet, ob sie nun Theorien entwickelt oder Sachforschung betrieben haben oder Kritikerinnen der Matriarchatsforschung sind. Die Lesbarkeit sowie der Informationsgehalt bleiben bei diesem „Salat“ auf der Strecke.
Dieser ganze Hergang wie dessen einseitiges Ergebnis sind ein Armutszeugnis für Wikipedia. Wie empfiehlt sich dieses Medium doch den Lesenden: „Wikipedia – die freie Enzyklopädie“! Offensichtlich sind dabei manche Themen und Personen vogelfrei.




















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Sonntag, 8. Oktober 2017






























Noch mal dieser ältere Eintrag:








Heute habe ich den Blog-Beitrag mit dem Hinweis auf die Neuerscheinung eines naturwissenschaftlich-politischen Buches entfernt. Übersteigerter Nationalismus, antisemitische Dreistigkeiten, platte Verschwörungstheorien von ganz geheimen internationalen Logen und rechtsextreme chauvinistische Hass-Tiraden gegen Frauen aus der Sowjetunion, die im zweiten Weltkrieg gegen die Nazis kämpften, haben hier keinen Platz. Auch die neue christliche Rechte in den USA versucht, ihre weltweiten Netze zu knüpfen. Sie reiht sich ein in die weltweite rechtsextreme Bewegung. Es gibt genügend Fachliteratur zum Einsatz von Methoden der Wetter-Beeinflussung, die ohne dieses Beiwerk auskommt. Die Autorin des Wetter-Buches weiss sicher, in welchem Umfeld ihr Werk eingeordnet wurde. Und sogenannte Öko-Feministinnen weltweit sollten sich gut überlegen, unter wessen Schutzmantel sie kriechen. Leider ist manche da auch als falsche Frontgruppen-Führerin unterwegs und versucht durch Einordnung in diesen Zusammenhang sämtliche Forschung lächerlich zu machen beziehungsweise in einen extremistischen Kontext zu stellen. Was nun wirklich eine ganz gewöhnliche Taktik ist.









Ich finde es zudem schade, wenn die Werke von toten AutorInnen in die Hände von organisierten RaubritterInnen geraten, die dem Geist der Schreibenden vollkommen widersprechen, aber gerne genommen werden für den Einsatz im Honigtopf. Insbesondere in der Matriarchatsforschung ist das leider nicht selten. Schon die Nazis wussten matriarchale Forschung, die Verfolgung der sogenannten Hexen, die Jahreskreisfeste für sich zu vereinnahmen.
Die Bücher von Gerda Weiler stehen in der Holdenhof - Mediathek. Sie wurde hier schon des öfteren erwähnt. Ein Zitat von Gerda Weiler aus ihrem Buch "Das Matriarchat im alten Israel" von 1989, einer überarbeiteten Version von "Ich verwerfe im Lande die Kriege. Das verborgene Matriarchat im Alten Testament":









"Seit im Jahre 1986 der Vorwurf des Antijudaismus gegen die feministische Theologie erhoben worden ist, habe ich mich mit dem Phänomen judenfeindlicher Tendenzen in unserer Kultur auseinandergesetzt. Das Ergebnis meiner Arbeit ist, daß ich für antijudaistische Tendenzen im christlich-abendländischen Bewußtsein sensibel geworden bin. Um dies an einem Beispiel deutlich zu machen: Ich kann nicht mehr vom "Alten Testament" sprechen, seit mir bewußt ist, daß wir mit diesem Begriff ein Buch lebendigen Glaubens abwerten. Jahrhundertelang hat das Christentum im "Alten Testament" das Dokument eines Glaubens gesehen, der von der Theologie des "Neuen Testaments" überholt worden sei. Des weiteren hat sich die christliche Theologie Texte der hebräischen Bibel angeeignet, die sie als Weissagung auf das Kommen Jesu auslegt.
Antijudaismus krankt an den gleichen kollektivpsychologischen Symptomen wie Sexismus und Rassismus. Er neigt dazu, den eigenen verdrängten Schatten an anderen Menschen wahrzunehmen. Dabei spiegelt sich die unbewußte Angst vor den Dunkelseiten der eigenen Seele in der uneingestandenen Angst vor dem Unbekannten in der Welt. Was Angst verursacht, wird als das sogenannte Böse auf die Frau, den Fremden oder "die Juden" projiziert. Das entlastet die Psyche und stabilisiert die Überzeugung von der eigenen Großartigkeit.









Die Selbstüberschätzung des Mannes und die Diskriminierung der Frau sind sexistische Phänomene, wie Nationalstolz und patriotische Selbstüberschätzung bei gleichzeitiger Abwertung anderer Völker Erscheinungsweisen des Rassismus sind. Christlicher Antijudaismus folgt sexistischen Motiven, weil sich der Christ mit Attributen patriarchaler Männlichkeit schmückt - mit Sonne, Sieg, Heldentum und Herrlichkeit - demgegenüber "das Judentum" als unterlegen betrachtet wird. Zugleich ist der christliche Antijudaismus rassistisch, weil er die ideologische Basis für Antisemitismus und die grausame Verfolgung der Juden als "Rasse" und deren Vernichtung im Holocaust bereitet hat.
Mit dem Blick auf die Geschichte der Verfolgung des Judentums über mehr als fünfzehn Jahrhunderte hinweg bis zu dessen Eskalation in der Hitler-Zeit kann der Antijudaismus für feministische Theologinnen nur zutiefst suspekt sein. Denn Feminismus wendet sich radikal gegen jede Form der Unterdrückung und Diskriminierung des Menschen. Andererseits sind christlich erzogene Frauen dem abendländischen Bewußtsein verhaftet, das noch kaum begonnen hat, seine antijudaische Tradition zu hinterfragen.









Wenn Feministinnen glaubwürdig bleiben wollen, gilt es, den christlichen Antijudaismus als Hintergrund der eigenen Befindlichkeit in dieser Welt bewußt zu machen und aufzuarbeiten. Damit ist eine Kulturkritik großen Ausmaßes verbunden: Nicht nur die Geschichte des Christentums, sondern die Gesamtgeschichte des Patriarchats muß überdacht werden.































Mittwoch, 17. Juli 2019






















Rechnerprotokoll und Bewegungsmelder! Indizienmaterial. Auch das hier des öfteren gehörte Geräusch des Teppichklopfers ist nichts neues. Gelle, Sonja Maria! Ziemlich pervers, diese luntegelegten Feedback-Verfahren gegenüber den eigenen Kindern. Gelle?! Ähhm, Alter. Um es mal im Präsens zu formulieren: Es nutzt nun gar nichts, wenn du dahinter erscheinst. In diesem Fall jedenfalls nicht. Nun denn, wir sehen dann mal, wie hier die Wiederholungen laufen: Die nächsten dann auf die Bühne! Und nun dieser ältere Eintrag:








Heute habe ich den Blog-Beitrag mit dem Hinweis auf die Neuerscheinung eines naturwissenschaftlich-politischen Buches entfernt. Übersteigerter Nationalismus, antisemitische Dreistigkeiten, platte Verschwörungstheorien von ganz geheimen internationalen Logen und rechtsextreme chauvinistische Hass-Tiraden gegen Frauen aus der Sowjetunion, die im zweiten Weltkrieg gegen die Nazis kämpften, haben hier keinen Platz. Auch die neue christliche Rechte in den USA versucht, ihre weltweiten Netze zu knüpfen. Sie reiht sich ein in die weltweite rechtsextreme Bewegung. Es gibt genügend Fachliteratur zum Einsatz von Methoden der Wetter-Beeinflussung, die ohne dieses Beiwerk auskommt. Die Autorin des Wetter-Buches weiss sicher, in welchem Umfeld ihr Werk eingeordnet wurde. Und sogenannte Öko-Feministinnen weltweit sollten sich gut überlegen, unter wessen Schutzmantel sie kriechen. Leider ist manche da auch als falsche Frontgruppen-Führerin unterwegs und versucht durch Einordnung in diesen Zusammenhang sämtliche Forschung lächerlich zu machen beziehungsweise in einen extremistischen Kontext zu stellen. Was nun wirklich eine ganz gewöhnliche Taktik ist.









Ich finde es zudem schade, wenn die Werke von toten AutorInnen in die Hände von organisierten RaubritterInnen geraten, die dem Geist der Schreibenden vollkommen widersprechen, aber gerne genommen werden für den Einsatz im Honigtopf. Insbesondere in der Matriarchatsforschung ist das leider nicht selten. Schon die Nazis wussten matriarchale Forschung, die Verfolgung der sogenannten Hexen, die Jahreskreisfeste für sich zu vereinnahmen.
Die Bücher von Gerda Weiler stehen in der Holdenhof - Mediathek. Sie wurde hier schon des öfteren erwähnt. Ein Zitat von Gerda Weiler aus ihrem Buch "Das Matriarchat im alten Israel" von 1989, einer überarbeiteten Version von "Ich verwerfe im Lande die Kriege. Das verborgene Matriarchat im Alten Testament":









"Seit im Jahre 1986 der Vorwurf des Antijudaismus gegen die feministische Theologie erhoben worden ist, habe ich mich mit dem Phänomen judenfeindlicher Tendenzen in unserer Kultur auseinandergesetzt. Das Ergebnis meiner Arbeit ist, daß ich für antijudaistische Tendenzen im christlich-abendländischen Bewußtsein sensibel geworden bin. Um dies an einem Beispiel deutlich zu machen: Ich kann nicht mehr vom "Alten Testament" sprechen, seit mir bewußt ist, daß wir mit diesem Begriff ein Buch lebendigen Glaubens abwerten. Jahrhundertelang hat das Christentum im "Alten Testament" das Dokument eines Glaubens gesehen, der von der Theologie des "Neuen Testaments" überholt worden sei. Des weiteren hat sich die christliche Theologie Texte der hebräischen Bibel angeeignet, die sie als Weissagung auf das Kommen Jesu auslegt.
Antijudaismus krankt an den gleichen kollektivpsychologischen Symptomen wie Sexismus und Rassismus. Er neigt dazu, den eigenen verdrängten Schatten an anderen Menschen wahrzunehmen. Dabei spiegelt sich die unbewußte Angst vor den Dunkelseiten der eigenen Seele in der uneingestandenen Angst vor dem Unbekannten in der Welt. Was Angst verursacht, wird als das sogenannte Böse auf die Frau, den Fremden oder "die Juden" projiziert. Das entlastet die Psyche und stabilisiert die Überzeugung von der eigenen Großartigkeit.









Die Selbstüberschätzung des Mannes und die Diskriminierung der Frau sind sexistische Phänomene, wie Nationalstolz und patriotische Selbstüberschätzung bei gleichzeitiger Abwertung anderer Völker Erscheinungsweisen des Rassismus sind. Christlicher Antijudaismus folgt sexistischen Motiven, weil sich der Christ mit Attributen patriarchaler Männlichkeit schmückt - mit Sonne, Sieg, Heldentum und Herrlichkeit - demgegenüber "das Judentum" als unterlegen betrachtet wird. Zugleich ist der christliche Antijudaismus rassistisch, weil er die ideologische Basis für Antisemitismus und die grausame Verfolgung der Juden als "Rasse" und deren Vernichtung im Holocaust bereitet hat.
Mit dem Blick auf die Geschichte der Verfolgung des Judentums über mehr als fünfzehn Jahrhunderte hinweg bis zu dessen Eskalation in der Hitler-Zeit kann der Antijudaismus für feministische Theologinnen nur zutiefst suspekt sein. Denn Feminismus wendet sich radikal gegen jede Form der Unterdrückung und Diskriminierung des Menschen. Andererseits sind christlich erzogene Frauen dem abendländischen Bewußtsein verhaftet, das noch kaum begonnen hat, seine antijudaische Tradition zu hinterfragen.









Wenn Feministinnen glaubwürdig bleiben wollen, gilt es, den christlichen Antijudaismus als Hintergrund der eigenen Befindlichkeit in dieser Welt bewußt zu machen und aufzuarbeiten. Damit ist eine Kulturkritik großen Ausmaßes verbunden: Nicht nur die Geschichte des Christentums, sondern die Gesamtgeschichte des Patriarchats muß überdacht werden."






















Dienstag, 9. Dezember 2008

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Ein umfangreiches und interessantes Projekt zum Thema "Matriarchat und Herrschaft" entsteht im Internet.
Eine Buchveröffentlichung ist geplant:


Bernd Hercksen
Vom Matriarchat zur Megamaschine




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Sonntag, 21. November 2010

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Der lange Weg der Schamaninnen. Lernen von alten und ehrwürdigen weisen Frauen. Ich habe erfahren, dass Menschen mich belogen, mich benutzten als Tarnung, sich ihre Freundschaft unter falschen Vorzeichen erschlichen. Ich habe erfahren, dass man versuchte, mein Selbstwertgefühl professio-nell zu untergraben, dass mir inszenierte Misserfolge als persönliches Versagen angedichtet wurden. Ich wurde bedroht nicht nur damit, sollte ich aussagen wollen, meine Aussagen dann als paraonoid abgestempelt werden. Ich habe viele kleine Details aus meinem Leben in diversen Medien am Bildschirm wiedergefunden. Man zeigte sich mir gegenüber mit einem Grinsen im Gesicht, welches wohl das Selbstwertgefühl angeblicher Überlegenheit ausdrücken sollte. Ideen aufgrund meiner ausgeprägten Intuition wurden nicht nur mit 24-7-Technik für kapitalistische Strukturen abgezogen, die immer auch auf Ausbeutung und Raub fremden Eigentums beruhen.
Hellsichtige Frauen mit ausgepräger Intuition, Seherinnen, wurden im Patriarchat genutzt und gefürchtet. Und viel zu oft wurden sie vom Patriarchat und einem dienstbaren Mob aufgrund genau dieser Fähigkeiten vernichtet.
Blogs habe ich als Co-Autorin von 'Generation Blogger' geschildert als ein Mittel für die soziale Marktwirtschaft, als ein Mittel für Frauen und Mütter, sich eine eigene Stimme zu verschaffen im weltweiten Netz. Es war das erste deutsche Buch zum Thema Blogs. Ich wählte diese Schwerpunkte sehr bewußt. Nicht nur, weil ich vorher als politische Referentin gearbeitet hatte zum Thema Extremismus und autoritäre Psychogruppen.
Ich wußte, was es heißt, ein kleines Kind alleine zu erziehen und gleichzeitig zu versuchen, selbstständig außer Haus zu arbeiten, um Geld zu verdienen.
Auch der Pazifismus muß manchmal wehrhaft und bewaffnet sein, wie wir aus der Geschichte seiner Vernichtung durch den Faschismus wissen. Es braucht die Unterstützung Gleichgesinnter.
Das Matriarchat ist vor langer Zeit untergegangen. Schamaninnen und Priesterinnen wurden getötet oder in den Untergrund getrieben. In immer neuen Wellen systematischer Gewalt tobte ein offener und verdeckt geführter Vernichtungskrieg.
Das Matriarchat befand sich sehr sehr lange im Untergrund. Wir wissen, was zu tun ist.




















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Donnerstag, 7. August 2014



















Eigentlich wollte ich irgendwann einmal mit meinem Bekannten Mohammed von Tunesien aus nach Libyen reisen. Bei ihm entdeckte ich auf einer Packung tunesischer Zigaretten ein Beispiel dafür, wie sich kluge Menschen im Alltag heute noch ihrer wunderbar weiblichen Kulturgeschichte erinnern. Nach dem Besuch in Libyen hätten wir dann vielleicht noch eine Kreuzfahrt unternommen.
Nun ist jemand aus Libyen nach Köln gekommen, hat ein paar Aufnahmen mitgebracht. Und ich freue mich immer noch auf einen Besuch. Greetings from Germany to Libya. Libyen? Hier ein paar Hinweise auf die wechselvolle Geschichte dieses afrikanischen Landes:






Die Geschichte der Tuareg ist voll von solchen Stammesgründerinnen und regierenden Königinnen, was auf ihr gemeinsames Erbe mit den Berbern in Libyen und im Atlas hinweist. Es waren ihre Ahnfrauen, die von dort in die große Wüste hinein auswanderten. Immer wieder wichen sie den verschiedenen Invasionen patriarchaler Eroberer der nordafrikanischen Mittelmeerküste aus, emigrierten mit ihrem Volk in die uferlose Weite von Sand und Stein, unterwarfen und beugten sich nicht.
Doch die begrenzten Weidegründe bei den Gebirgen der Sahara fanden sie nicht immer unbesiedelt vor, und so kam es zu Überlagerungskämpfen, denen sich spätere Hegemonie-Kämpfe der eingewanderten Stämme untereinander anschlossen. Diese Dynamik entstand durch die Knappheit an fruchtbarem Land unter den harten Bedingungen der Wüste, und sie führte zur Klassengesellschaft der Tuareg.
Wir wollen diese Geschichte hier verfolgen, sie spiegelt uns ein Stück der Entwicklung von Matriarchat in extremer Situation: So beginnt die Geschichte der Tuareg mit den sagenumwobenen "Libyern" der antiken Chronisten Herodot, Strabon und Plinius. Diese "Libyer" sind keineswegs ein einheitliches Volk gewesen, denn der Name ist nur eine Ortsbezeichnung. Gemeint sind mit ihnen alle weißafrikanischen Völker, die seit sehr langer Zeit den fruchtbaren, nordafrikanischen Küstenstreifen und die Oasen bewohnten. Was den antiken Schriftstellern am meisten an ihnen auffiel, ist ihre matriarchale Sozialordnung und ihre hohe Verteidigungsbereitschaft; dies und ihre Lebensweise zeigen, daß sie die Ahnen der Berber bzw. sogar mit ihnen identisch sind. Ihre kriegerischen Fähigkeiten haben sie entwickeln müssen, denn das Patriarchat hat ihre nordafrikanische Heimat in verschiedenen Gestalten heimgesucht und sie ununterbrochen bedrängt.







Libyer sind am dauerhaftesten aus der ägyptischen Geschichtsschreibung bekannt, wo sie über Jahrhunderte hinweg in Kämpfe mit den patriarchalen Pharaonen verwickelt waren. Die Ägypter hatten ihnen ihre Gebiete im Nildelta und der Oase Fayum weggenommen und sie in die libysche Wüste hinausgedrängt. Über Generationen kämpften sie um die Rückgewinnung ihrer alten Länder und Heiligtümer, mit wechselndem Erfolg. So sind auch die Isebeten ein alter libyscher Stamm, der 450 vor u.Z. vom Ägyperkönig Ramses III. geschlagen wurde und dessen Reste sich in die Wüste retteten. Ihre Ahnfrau und Gründungskönigin ist Esebet, nach der sie sich "Isebeten" nannten. Sie hatten Ackerbau und Viehzucht, d.h. eine gemischte Wirtschaft aus Anbau in Oasen mit nomadischer Ziegenzucht, ergänzt durch die Jagd auf Wildtiere, besonders die Wildesel. Damit waren sie wirtschaftlich den Bedingungen der Wüste - die damals noch regenreicher war - sehr gut angepaßt. Sie ließen sich im Ahaggar-Gebirge als ihrer Bastion nieder und hatten Höhlenwohnungen, in denen sie Felszeichnungen anbrachten, sie bauten Megalithgräber entlang der Flüsse und Wadis und unterirdische Vorratshäuser, rund und mit konischem Dach, für die Ernte. Sie waren keineswegs "primitiv", sondern kultivierte Leute und sprachen eine Variante des Tamazigh. Ihre Königinnen waren Kriegerinnen geworden; von einer wird berichtet, daß sie eine hervorragende Streitwagenkämpferin war. Sie wurde bei der Schlacht von Sagunt getötet (218 vor u.Z.), als sie mit ihren Leuten gegen Hannibal kämpfte.
Die Isebeten blieben nicht lange allein, denn auch andere matriarchale, altberberische Stämme flohen vor dem sich ausbreitenden Patriarchat in die Wüste.






Heide Göttner-Abendroth, Das Matriarchat II, 2. Stammesgesellschaften in Amerika, Indien, Afrika






















Donnerstag, 9. Februar 2012

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Heute habe ich den Blog-Beitrag mit dem Hinweis auf die Neuerscheinung eines naturwissenschaftlich-politischen Buches entfernt. Übersteigerter Nationalismus, antisemitische Dreistigkeiten, platte Verschwörungstheorien von ganz geheimen internationalen Logen und rechtsextreme chauvinistische Hass-Tiraden gegen Frauen aus der Sowjetunion, die im zweiten Weltkrieg gegen die Nazis kämpften, haben hier keinen Platz. Auch die neue christliche Rechte in den USA versucht, ihre weltweiten Netze zu knüpfen. Sie reiht sich ein in die weltweite rechtsextreme Bewegung. Es gibt genügend Fachliteratur zum Einsatz von Methoden der Wetter-Beeinflussung, die ohne dieses Beiwerk auskommt. Die Autorin des Wetter-Buches weiss sicher, in welchem Umfeld ihr Werk eingeordnet wurde. Und sogenannte Öko-Feministinnen weltweit sollten sich gut überlegen, unter wessen Schutzmantel sie kriechen. Leider ist manche da auch als falsche Frontgruppen-Führerin unterwegs und versucht durch Einordnung in diesen Zusammenhang sämtliche Forschung lächerlich zu machen beziehungsweise in einen extremistischen Kontext zu stellen. Was nun wirklich eine ganz gewöhnliche Taktik ist.







Ich finde es zudem schade, wenn die Werke von toten AutorInnen in die Hände von organisierten RaubritterInnen geraten, die dem Geist der Schreibenden vollkommen widersprechen, aber gerne genommen werden für den Einsatz im Honigtopf. Insbesondere in der Matriarchatsforschung ist das leider nicht selten. Schon die Nazis wussten matriarchale Forschung, die Verfolgung der sogenannten Hexen, die Jahreskreisfeste für sich zu vereinnahmen.
Die Bücher von Gerda Weiler stehen in der Holdenhof - Mediathek. Sie wurde hier schon des öfteren erwähnt. Ein Zitat von Gerda Weiler aus ihrem Buch "Das Matriarchat im alten Israel" von 1989, einer überarbeiteten Version von "Ich verwerfe im Lande die Kriege. Das verborgene Matriarchat im Alten Testament":








"Seit im Jahre 1986 der Vorwurf des Antijudaismus gegen die feministische Theologie erhoben worden ist, habe ich mich mit dem Phänomen judenfeindlicher Tendenzen in unserer Kultur auseinandergesetzt. Das Ergebnis meiner Arbeit ist, daß ich für antijudaistische Tendenzen im christlich-abendländischen Bewußtsein sensibel geworden bin. Um dies an einem Beispiel deutlich zu machen: Ich kann nicht mehr vom "Alten Testament" sprechen, seit mir bewußt ist, daß wir mit diesem Begriff ein Buch lebendigen Glaubens abwerten. Jahrhundertelang hat das Christentum im "Alten Testament" das Dokument eines Glaubens gesehen, der von der Theologie des "Neuen Testaments" überholt worden sei. Des weiteren hat sich die christliche Theologie Texte der hebräischen Bibel angeeignet, die sie als Weissagung auf das Kommen Jesu auslegt.
Antijudaismus krankt an den gleichen kollektivpsychologischen Symptomen wie Sexismus und Rassismus. Er neigt dazu, den eigenen verdrängten Schatten an anderen Menschen wahrzunehmen. Dabei spiegelt sich die unbewußte Angst vor den Dunkelseiten der eigenen Seele in der uneingestandenen Angst vor dem Unbekannten in der Welt. Was Angst verursacht, wird als das sogenannte Böse auf die Frau, den Fremden oder "die Juden" projiziert. Das entlastet die Psyche und stabilisiert die Überzeugung von der eigenen Großartigkeit.







Die Selbstüberschätzung des Mannes und die Diskriminierung der Frau sind sexistische Phänomene, wie Nationalstolz und patriotische Selbstüberschätzung bei gleichzeitiger Abwertung anderer Völker Erscheinungsweisen des Rassismus sind. Christlicher Antijudaismus folgt sexistischen Motiven, weil sich der Christ mit Attributen patriarchaler Männlichkeit schmückt - mit Sonne, Sieg, Heldentum und Herrlichkeit - demgegenüber "das Judentum" als unterlegen betrachtet wird. Zugleich ist der christliche Antijudaismus rassistisch, weil er die ideologische Basis für Antisemitismus und die grausame Verfolgung der Juden als "Rasse" und deren Vernichtung im Holocaust bereitet hat.
Mit dem Blick auf die Geschichte der Verfolgung des Judentums über mehr als fünfzehn Jahrhunderte hinweg bis zu dessen Eskalation in der Hitler-Zeit kann der Antijudaismus für feministische Theologinnen nur zutiefst suspekt sein. Denn Feminismus wendet sich radikal gegen jede Form der Unterdrückung und Diskriminierung des Menschen. Andererseits sind christlich erzogene Frauen dem abendländischen Bewußtsein verhaftet, das noch kaum begonnen hat, seine antijudaische Tradition zu hinterfragen.







Wenn Feministinnen glaubwürdig bleiben wollen, gilt es, den christlichen Antijudaismus als Hintergrund der eigenen Befindlichkeit in dieser Welt bewußt zu machen und aufzuarbeiten. Damit ist eine Kulturkritik großen Ausmaßes verbunden: Nicht nur die Geschichte des Christentums, sondern die Gesamtgeschichte des Patriarchats muß überdacht werden.
Zitatende







Nachtrag: Ich empfehle niemandem, den ich nicht ausdrücklich hier mit Namen nenne, unter der Flagge der ISLA aufzutreten. Und auch das Anklicken von Videos für den Haustürschlüssel zum TOR empfiehlt sich nur mit viel Vergnügen am Spiel. Humor hilft. Und heilt.

















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Sonntag, 26. Juni 2016

























"Europa der Regionen ist die Bezeichnung für ein politisches Konzept, das die Regionen in den EU-Mitgliedsländern fördern und in ihrer regionalen Eigenständigkeit unterstützen soll. Es steht dabei nicht bzw. nicht unbedingt für eine europaskeptische Haltung. Man verspricht sich von diesem föderalistischen Konzept eine effizientere regionale Verwaltung mit mehr Sachkompetenz und Bürgernähe, eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und der Infrastrukturen der Regionen und die Verwirklichung der Grundsätze der Subsidiarität."






Das Konzept der Subsidiarität, das Handeln auf möglichst lokaler bürgernaher Ebene stammt ursprünglich NICHT aus der katholischen Soziallehre, wie immer wieder behauptet. Es ist das Konzept des guten alten bis uralten matriarchalen Clans. Siehe die zahlreichen historischen und aktuellen Beispiele auch hier im Blog. Umfangreiches Material zum Thema findet sich in den Bänden von Heide Göttner-Abendroth. Band I, Das Matriarchat. Geschichte seiner Erforschung; Band II,1 Stammesgesellschaften in Ostasien, Indonesien, Ozeanien; Das Matriarchat II,2 Stammesgesellschaften in Amerika, Indien, Afrika. Kohlhammer Verlag


























Donnerstag, 22. Mai 2014

Matriarchale Kulturen: Die Minangkabau




















'Alam Minangkabau', die Welt der Minangkabau auf Sumatra, ist die ursprüngliche soziale Verfassung aller Malayen. Die Welt war eine matriarchale und ist es bei den Minangkabau bis in die jüngste Geschichte hinein geblieben. Die Minangkabau spiegeln mit ihrem 'Adat', dem matriarchalen Stammesgesetz, nicht nur eine uralte, früher bekannte Sozialordnung, sondern sie sind heute auch noch das größte bekannte matriarchale Volk.





... Das Beispiel der Minangkabau zeigt, daß wir niemals von einer patriarchalen Bedrohung oder einem Bündel davon automatisch auf die Umwälzung einer matriarchalen Gesellschaft in eine patriarchale schließen dürfen. Eine so tiefgreifende Veränderung ist kein mechanischer Ablauf, denn das Bewußtsein und die Wertschätzung, welche die Menschen von ihrer eigenen Gesellschaftsordnung haben, kann die Entwicklung auch anders bestimmen. So sehen wir hier eine erstaunliche Flexibilität des 'Adat', ein Matriarchat, das keine Rückzugsgesellschaft ist, sondern sich unter den aufeinanderfolgenden patriarchalen Herausforderungen wie patriarchales Königtum, patriarchale Missionierung, Kolonialisierung, Industrialisierung weiterentwickelt. "Das Adat verwittert nicht im Regen und bekommt im Sonnenschein keine Risse!" sagen die Minangkabau selber dazu.






Heide Göttner-Abendroth, Das Matriarchat II,1. Stammesgesellschaften in Ostasien, Indonesien, Ozeanien





















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Montag, 9. Juli 2018
































Gegen den Widerstand strenggläubiger Juden ist in Palästina eine rege Ausgrabungstätigkeit im Gang. Man müsse dem heiligen Boden die gebührende Ruhe lassen, argumentieren die Rabbiner. Sie, die ihre Bibel am besten kennen, werden sehr wohl wissen, was die heilige Erde birgt: Den Beweis der matriarchalen Traditionen des jüdischen Volkes. Wenn Steine zu sprechen beginnen, könnte tief Verdrängtes in der jüdischen Seele wieder ins Bewußtsein gehoben werden. Das geht nicht nur Juden an, sondern die gesamte abendländische Kultur, die in einer gewaltigen Transplantation der biblischen Überlieferung aufgepropft worden ist.
Yigal Schilohs jüngste Ausgrabungen unterhalb des Salomonischen Tempels in Jerusalem haben Statuetten der Anat und Aserat zutage gefördert. Aber wir wissen bereits aus der Bibel, daß die Himmelskönigin noch zur Zeit des babylonischen Großreiches Nebukadnezar in Jerusalem verehrt worden ist. Als Jeremia, der Prophet Jahwes, das jüdische Volk zur Anbetung seines Gottes zwingen will ...









"Da antworteten dem Jeremia alle Männer, die da wohl wußten, daß ihre Weiber anderen Götter räucherten, und alle Weiber, die in großen Haufen dastanden, samt allem Volk, die in Ägyptenland wohnten und in Pathros, und sprachen:
Nach dem Wort, das du im Namen des Herrn uns sagtest,
wollen wir dir nicht gehorchen;
sondern wollen tun nach allem dem Wort,
das aus unserem Mund geht,
und wollen der Himmelskönigin räuchern
und ihr Trankopfer darbringen
wie unsere Väter und Fürsten getan haben in den Städten Judas
und auf den Gassen zu Jerusalem.
Da hatten wir auch Brot genug; es ging uns wohl,
und wir sahen kein Unglück.
Seit der Zeit aber,
daß wir haben abgelassen,
der Himmelskönigin zu räuchern und ihr Trankopfer zu opfern,
haben wir allen Mangel gelitten
und sind durch Schwert und Hunger umgekommen.









Die Jahwe-Priester bekämpfen den Kult der Anat, verbrennen die Bilder der Aserat, fordern die abstrakte, die unanschauliche Gottesverehrung.








"Du sollst dir kein Bildnis
noch irgendein Gleichnis machen,
weder des, das oben im Himmel,
noch des, das unten auf Erden,
oder des, das im Wasser unter der Erde ist.
Bete sie nicht an
und diene ihnen nicht!









Warum bekämpft der Vatergott die farbige Sinnenwelt anschaulicher Bilder? Einst war das Symbol Fundament des Glaubens. In den Bildern der Natur erfuhren die Menschen den Sinn des Daseins. Die Anschaulichkeit des Symbols gab dem Göttlichen seine Bestätigung und seine Würde. Der Mensch war noch ganz ge-Bild-et. Er lebte in Übereinstimmung mit seinen Symbolen. Die patriarchalen Schöpfungsvorstellungen kranken an der Parodoxie des Symbols. Der Vater kann den Sohn nicht gebären. "Er kommt aus des Vaters Schoß!" läßt sich predigen, singen und sagen. Bildlich darstellen läßt es sich nicht. Deshalb zieht sich der patriarchale Schöpfungsbericht auf das Wort zurück: Am Anfang war das Wort! Sind Worte nicht - von Anfang an - der Aufstand gegen das Bild gewesen? Die Revolution des Abstraktum gegen das anschauliche Symbol? Wie mit einer Beschwörungsformel wird die Verlesung jeden Bibeltextes von der Kanzel mit den Worten eingeleitet: "Es steht geschrieben!". Als könne keine Gewalt der Erde das Wort umstoßen, das Beweiskraft habe, weil es geschrieben steht. Selbst das Unglaubliche läßt sich in Worte fassen: Adam gebiert aus der Rippe. Die Mutter alles Lebendigen, die Seele des Alls, wird zum Geschöpf. Die Herrin des Himmels wird zur Gehilfin des Mannes.









Aus: Gerda Weiler
Ich verwerfe im Lande die Kriege.
Das verborgene Matriarchat im Alten Testament















"Es wird nicht möglich sein herauszufinden, unter welchem Namen die Himmelskönigin in den Städten von Judäa und in den Gassen Jerusalems angebetet worden ist; daß aber Frauen und Männer - und auch viele Fürsten und Könige - bis in die antike Spätzeit hinein neben der Religion, die sich später als der offizielle Kult durchgesetzt hat, die Göttinnenverehrung bewahrt haben, belegt der Jeremia-Text eindeutig.
In jüngster Zeit bestätigen auch archäologische Befunde, daß Anat in biblischer Zeit in Jerusalem verehrt worden ist. Yigal Schilohs Ausgrabungen unterhalb des Salomonischen Tempels in Jerusalem haben Statuen der Anat und der Aserat zutage gefördert. (Allgemeine Pressemitteilungen über AP/AFP vom 17.8.1983) aber es ist seit 1983, soviel ich weiß, über diese Ausgrabungen nichts Näheres bekanntgeworden".
Zitat aus: Gerda Weiler, Das Matriarchat im Alten Israel, Kohlhammer 1989, S. 73f






"In Part II of this interview which will appear in the May/June BAR (“BAR Interview: Yigal Shiloh—Last Thoughts, Part II,” BAR 14:03), Yigal Shiloh describes his confrontations with ultra-Orthodox extremists who claimed that the City of David archaeologists were defiling a cemetery and tried to close down the dig."







Published: November 19, 1987: Yigal Shiloh, an Israeli archeologist who led the excavation of the City of David, died of cancer Saturday in Jerusalem, where he lived and worked as a professor at the Hebrew University Institute of Archeology. He was 50 years old."

































Sonntag, 8. Oktober 2017






























Und noch einmal dieser Eintrag:








Gegen den Widerstand strenggläubiger Juden ist in Palästina eine rege Ausgrabungstätigkeit im Gang. Man müsse dem heiligen Boden die gebührende Ruhe lassen, argumentieren die Rabbiner. Sie, die ihre Bibel am besten kennen, werden sehr wohl wissen, was die heilige Erde birgt: Den Beweis der matriarchalen Traditionen des jüdischen Volkes. Wenn Steine zu sprechen beginnen, könnte tief Verdrängtes in der jüdischen Seele wieder ins Bewußtsein gehoben werden. Das geht nicht nur Juden an, sondern die gesamte abendländische Kultur, die in einer gewaltigen Transplantation der biblischen Überlieferung aufgepropft worden ist.
Yigal Schilohs jüngste Ausgrabungen unterhalb des Salomonischen Tempels in Jerusalem haben Statuetten der Anat und Aserat zutage gefördert. Aber wir wissen bereits aus der Bibel, daß die Himmelskönigin noch zur Zeit des babylonischen Großreiches Nebukadnezar in Jerusalem verehrt worden ist. Als Jeremia, der Prophet Jahwes, das jüdische Volk zur Anbetung seines Gottes zwingen will ...









"Da antworteten dem Jeremia alle Männer, die da wohl wußten, daß ihre Weiber anderen Götter räucherten, und alle Weiber, die in großen Haufen dastanden, samt allem Volk, die in Ägyptenland wohnten und in Pathros, und sprachen:
Nach dem Wort, das du im Namen des Herrn uns sagtest,
wollen wir dir nicht gehorchen;
sondern wollen tun nach allem dem Wort,
das aus unserem Mund geht,
und wollen der Himmelskönigin räuchern
und ihr Trankopfer darbringen
wie unsere Väter und Fürsten getan haben in den Städten Judas
und auf den Gassen zu Jerusalem.
Da hatten wir auch Brot genug; es ging uns wohl,
und wir sahen kein Unglück.
Seit der Zeit aber,
daß wir haben abgelassen,
der Himmelskönigin zu räuchern und ihr Trankopfer zu opfern,
haben wir allen Mangel gelitten
und sind durch Schwert und Hunger umgekommen.










Die Jahwe-Priester bekämpfen den Kult der Anat, verbrennen die Bilder der Aserat, fordern die abstrakte, die unanschauliche Gottesverehrung.








"Du sollst dir kein Bildnis
noch irgendein Gleichnis machen,
weder des, das oben im Himmel,
noch des, das unten auf Erden,
oder des, das im Wasser unter der Erde ist.
Bete sie nicht an
und diene ihnen nicht!










Warum bekämpft der Vatergott die farbige Sinnenwelt anschaulicher Bilder? Einst war das Symbol Fundament des Glaubens. In den Bildern der Natur erfuhren die Menschen den Sinn des Daseins. Die Anschaulichkeit des Symbols gab dem Göttlichen seine Bestätigung und seine Würde. Der Mensch war noch ganz ge-Bild-et. Er lebte in Übereinstimmung mit seinen Symbolen. Die patriarchalen Schöpfungsvorstellungen kranken an der Parodoxie des Symbols. Der Vater kann den Sohn nicht gebären. "Er kommt aus des Vaters Schoß!" läßt sich predigen, singen und sagen. Bildlich darstellen läßt es sich nicht. Deshalb zieht sich der patriarchale Schöpfungsbericht auf das Wort zurück: Am Anfang war das Wort! Sind Worte nicht - von Anfang an - der Aufstand gegen das Bild gewesen? Die Revolution des Abstraktum gegen das anschauliche Symbol? Wie mit einer Beschwörungsformel wird die Verlesung jeden Bibeltextes von der Kanzel mit den Worten eingeleitet: "Es steht geschrieben!". Als könne keine Gewalt der Erde das Wort umstoßen, das Beweiskraft habe, weil es geschrieben steht. Selbst das Unglaubliche läßt sich in Worte fassen:






Adam gebiert aus der Rippe.
Die Mutter alles Lebendigen, die Seele des Alls, wird zum Geschöpf.
Die Herrin des Himmels wird zur Gehilfin des Mannes.






Gerda Weiler
Ich verwerfe im Lande die Kriege.
Das verborgene Matriarchat im Alten Testament












Und dieser Eintrag:








"Es wird nicht möglich sein herauszufinden, unter welchem Namen die Himmelskönigin in den Städten von Judäa und in den Gassen Jerusalems angebetet worden ist; daß aber Frauen und Männer - und auch viele Fürsten und Könige - bis in die antike Spätzeit hinein neben der Religion, die sich später als der offizielle Kult durchgesetzt hat, die Göttinnenverehrung bewahrt haben, belegt der Jeremia-Text eindeutig.
In jüngster Zeit bestätigen auch archäologische Befunde, daß Anat in biblischer Zeit in Jerusalem verehrt worden ist. Yigal Schilohs Ausgrabungen unterhalb des Salomonischen Tempels in Jerusalem haben Statuen der Anat und der Aserat zutage gefördert. (Allgemeine Pressemitteilungen über AP/AFP vom 17.8.1983) aber es ist seit 1983, soviel ich weiß, über diese Ausgrabungen nichts Näheres bekanntgeworden".
Zitat aus: Gerda Weiler, Das Matriarchat im Alten Israel, Kohlhammer 1989, S. 73f






"In Part II of this interview which will appear in the May/June BAR (“BAR Interview: Yigal Shiloh—Last Thoughts, Part II,” BAR 14:03), Yigal Shiloh describes his confrontations with ultra-Orthodox extremists who claimed that the City of David archaeologists were defiling a cemetery and tried to close down the dig."







Published: November 19, 1987: "Yigal Shiloh, an Israeli archeologist who led the excavation of the City of David, died of cancer Saturday in Jerusalem, where he lived and worked as a professor at the Hebrew University Institute of Archeology. He was 50 years old."































Donnerstag, 5. April 2018




























Dieser ältere Beitrag in der Datenbank wurde nach meiner Recherche soeben als einziger aufgerufen, obwohl ich mehrere veröffentlicht hatte. Er ist mit einer 78 markiert. Ohne weiteren Kommentar.










Gegen den Widerstand strenggläubiger Juden ist in Palästina eine rege Ausgrabungstätigkeit im Gang. Man müsse dem heiligen Boden die gebührende Ruhe lassen, argumentieren die Rabbiner. Sie, die ihre Bibel am besten kennen, werden sehr wohl wissen, was die heilige Erde birgt: Den Beweis der matriarchalen Traditionen des jüdischen Volkes. Wenn Steine zu sprechen beginnen, könnte tief Verdrängtes in der jüdischen Seele wieder ins Bewußtsein gehoben werden. Das geht nicht nur Juden an, sondern die gesamte abendländische Kultur, die in einer gewaltigen Transplantation der biblischen Überlieferung aufgepropft worden ist.
Yigal Schilohs jüngste Ausgrabungen unterhalb des Salomonischen Tempels in Jerusalem haben Statuetten der Anat und Aserat zutage gefördert. Aber wir wissen bereits aus der Bibel, daß die Himmelskönigin noch zur Zeit des babylonischen Großreiches Nebukadnezar in Jerusalem verehrt worden ist. Als Jeremia, der Prophet Jahwes, das jüdische Volk zur Anbetung seines Gottes zwingen will ...









"Da antworteten dem Jeremia alle Männer, die da wohl wußten, daß ihre Weiber anderen Götter räucherten, und alle Weiber, die in großen Haufen dastanden, samt allem Volk, die in Ägyptenland wohnten und in Pathros, und sprachen:
Nach dem Wort, das du im Namen des Herrn uns sagtest,
wollen wir dir nicht gehorchen;
sondern wollen tun nach allem dem Wort,
das aus unserem Mund geht,
und wollen der Himmelskönigin räuchern
und ihr Trankopfer darbringen
wie unsere Väter und Fürsten getan haben in den Städten Judas
und auf den Gassen zu Jerusalem.
Da hatten wir auch Brot genug; es ging uns wohl,
und wir sahen kein Unglück.
Seit der Zeit aber,
daß wir haben abgelassen,
der Himmelskönigin zu räuchern und ihr Trankopfer zu opfern,
haben wir allen Mangel gelitten
und sind durch Schwert und Hunger umgekommen.










Die Jahwe-Priester bekämpfen den Kult der Anat, verbrennen die Bilder der Aserat, fordern die abstrakte, die unanschauliche Gottesverehrung.








"Du sollst dir kein Bildnis
noch irgendein Gleichnis machen,
weder des, das oben im Himmel,
noch des, das unten auf Erden,
oder des, das im Wasser unter der Erde ist.
Bete sie nicht an
und diene ihnen nicht!










Warum bekämpft der Vatergott die farbige Sinnenwelt anschaulicher Bilder? Einst war das Symbol Fundament des Glaubens. In den Bildern der Natur erfuhren die Menschen den Sinn des Daseins. Die Anschaulichkeit des Symbols gab dem Göttlichen seine Bestätigung und seine Würde. Der Mensch war noch ganz ge-Bild-et. Er lebte in Übereinstimmung mit seinen Symbolen. Die patriarchalen Schöpfungsvorstellungen kranken an der Parodoxie des Symbols. Der Vater kann den Sohn nicht gebären. "Er kommt aus des Vaters Schoß!" läßt sich predigen, singen und sagen. Bildlich darstellen läßt es sich nicht. Deshalb zieht sich der patriarchale Schöpfungsbericht auf das Wort zurück: Am Anfang war das Wort! Sind Worte nicht - von Anfang an - der Aufstand gegen das Bild gewesen? Die Revolution des Abstraktum gegen das anschauliche Symbol? Wie mit einer Beschwörungsformel wird die Verlesung jeden Bibeltextes von der Kanzel mit den Worten eingeleitet: "Es steht geschrieben!". Als könne keine Gewalt der Erde das Wort umstoßen, das Beweiskraft habe, weil es geschrieben steht. Selbst das Unglaubliche läßt sich in Worte fassen: Adam gebiert aus der Rippe. Die Mutter alles Lebendigen, die Seele des Alls, wird zum Geschöpf. Die Herrin des Himmels wird zur Gehilfin des Mannes.









Aus: Gerda Weiler
Ich verwerfe im Lande die Kriege.
Das verborgene Matriarchat im Alten Testament















"Es wird nicht möglich sein herauszufinden, unter welchem Namen die Himmelskönigin in den Städten von Judäa und in den Gassen Jerusalems angebetet worden ist; daß aber Frauen und Männer - und auch viele Fürsten und Könige - bis in die antike Spätzeit hinein neben der Religion, die sich später als der offizielle Kult durchgesetzt hat, die Göttinnenverehrung bewahrt haben, belegt der Jeremia-Text eindeutig.
In jüngster Zeit bestätigen auch archäologische Befunde, daß Anat in biblischer Zeit in Jerusalem verehrt worden ist. Yigal Schilohs Ausgrabungen unterhalb des Salomonischen Tempels in Jerusalem haben Statuen der Anat und der Aserat zutage gefördert. (Allgemeine Pressemitteilungen über AP/AFP vom 17.8.1983) aber es ist seit 1983, soviel ich weiß, über diese Ausgrabungen nichts Näheres bekanntgeworden".
Zitat aus: Gerda Weiler, Das Matriarchat im Alten Israel, Kohlhammer 1989, S. 73f






"In Part II of this interview which will appear in the May/June BAR (“BAR Interview: Yigal Shiloh—Last Thoughts, Part II,” BAR 14:03), Yigal Shiloh describes his confrontations with ultra-Orthodox extremists who claimed that the City of David archaeologists were defiling a cemetery and tried to close down the dig."







Published: November 19, 1987: "Yigal Shiloh, an Israeli archeologist who led the excavation of the City of David, died of cancer Saturday in Jerusalem, where he lived and worked as a professor at the Hebrew University Institute of Archeology. He was 50 years old."































Donnerstag, 29. November 2018

Die Himmelskönigin - Aversive Reaktionen - Rezept Kyphi

Update 14.7.2025


ohn MacArthur Studienbibel:44, 17: Himmelskönigin. S. Anm. zu 7, 18. In einer Vermischung von Christentum und Heidentum schreibt die römisch-katholische Kirche diesen Titel fälschlicherweise Maria zu, der Mutter Jesu. Das verdrehte jüdische Denken führte Judas Wohlstand vor der Gefangenschaft auf den Götzen zurück und spottete zudem der Güte Gottes.


Jeremia 44, 17

Das Buch des Propheten Jeremia

Kapitel: 44, Vers: 17





https://info2.sermon-online.com/german/bible/Hexapla/24044017.html



Rezept Kyphi - Recherche Heidentum Christentum Judentum - Traditionen






Gegen den Widerstand strenggläubiger Juden ist in Palästina eine rege Ausgrabungstätigkeit im Gang. Man müsse dem heiligen Boden die gebührende Ruhe lassen, argumentieren die Rabbiner. Sie, die ihre Bibel am besten kennen, werden sehr wohl wissen, was die heilige Erde birgt: Den Beweis der matriarchalen Traditionen des jüdischen Volkes. Wenn Steine zu sprechen beginnen, könnte tief Verdrängtes in der jüdischen Seele wieder ins Bewußtsein gehoben werden. Das geht nicht nur Juden an, sondern die gesamte abendländische Kultur, die in einer gewaltigen Transplantation der biblischen Überlieferung aufgepropft worden ist.
Yigal Schilohs jüngste Ausgrabungen unterhalb des Salomonischen Tempels in Jerusalem haben Statuetten der Anat und Aserat zutage gefördert. Aber wir wissen bereits aus der Bibel, daß die Himmelskönigin noch zur Zeit des babylonischen Großreiches Nebukadnezar in Jerusalem verehrt worden ist. Als Jeremia, der Prophet Jahwes, das jüdische Volk zur Anbetung seines Gottes zwingen will ...









"Da antworteten dem Jeremia alle Männer, die da wohl wußten, daß ihre Weiber anderen Götter räucherten, und alle Weiber, die in großen Haufen dastanden, samt allem Volk, die in Ägyptenland wohnten und in Pathros, und sprachen:
Nach dem Wort, das du im Namen des Herrn uns sagtest,
wollen wir dir nicht gehorchen;
sondern wollen tun nach allem dem Wort,
das aus unserem Mund geht,
und wollen der Himmelskönigin räuchern
und ihr Trankopfer darbringen
wie unsere Väter und Fürsten getan haben in den Städten Judas
und auf den Gassen zu Jerusalem.
Da hatten wir auch Brot genug; es ging uns wohl,
und wir sahen kein Unglück.
Seit der Zeit aber,
daß wir haben abgelassen,
der Himmelskönigin zu räuchern und ihr Trankopfer zu opfern,
haben wir allen Mangel gelitten
und sind durch Schwert und Hunger umgekommen.









Die Jahwe-Priester bekämpfen den Kult der Anat, verbrennen die Bilder der Aserat, fordern die abstrakte, die unanschauliche Gottesverehrung.








"Du sollst dir kein Bildnis
noch irgendein Gleichnis machen,
weder des, das oben im Himmel,
noch des, das unten auf Erden,
oder des, das im Wasser unter der Erde ist.
Bete sie nicht an
und diene ihnen nicht!









Warum bekämpft der Vatergott die farbige Sinnenwelt anschaulicher Bilder? Einst war das Symbol Fundament des Glaubens. In den Bildern der Natur erfuhren die Menschen den Sinn des Daseins. Die Anschaulichkeit des Symbols gab dem Göttlichen seine Bestätigung und seine Würde. Der Mensch war noch ganz ge-Bild-et. Er lebte in Übereinstimmung mit seinen Symbolen. Die patriarchalen Schöpfungsvorstellungen kranken an der Parodoxie des Symbols. Der Vater kann den Sohn nicht gebären. "Er kommt aus des Vaters Schoß!" läßt sich predigen, singen und sagen. Bildlich darstellen läßt es sich nicht. Deshalb zieht sich der patriarchale Schöpfungsbericht auf das Wort zurück: Am Anfang war das Wort! Sind Worte nicht - von Anfang an - der Aufstand gegen das Bild gewesen? Die Revolution des Abstraktum gegen das anschauliche Symbol? Wie mit einer Beschwörungsformel wird die Verlesung jeden Bibeltextes von der Kanzel mit den Worten eingeleitet: "Es steht geschrieben!". Als könne keine Gewalt der Erde das Wort umstoßen, das Beweiskraft habe, weil es geschrieben steht. Selbst das Unglaubliche läßt sich in Worte fassen: Adam gebiert aus der Rippe. Die Mutter alles Lebendigen, die Seele des Alls, wird zum Geschöpf. Die Herrin des Himmels wird zur Gehilfin des Mannes.









Aus: Gerda Weiler
Ich verwerfe im Lande die Kriege.
Das verborgene Matriarchat im Alten Testament















"Es wird nicht möglich sein herauszufinden, unter welchem Namen die Himmelskönigin in den Städten von Judäa und in den Gassen Jerusalems angebetet worden ist; daß aber Frauen und Männer - und auch viele Fürsten und Könige - bis in die antike Spätzeit hinein neben der Religion, die sich später als der offizielle Kult durchgesetzt hat, die Göttinnenverehrung bewahrt haben, belegt der Jeremia-Text eindeutig.
In jüngster Zeit bestätigen auch archäologische Befunde, daß Anat in biblischer Zeit in Jerusalem verehrt worden ist. Yigal Schilohs Ausgrabungen unterhalb des Salomonischen Tempels in Jerusalem haben Statuen der Anat und der Aserat zutage gefördert. (Allgemeine Pressemitteilungen über AP/AFP vom 17.8.1983) aber es ist seit 1983, soviel ich weiß, über diese Ausgrabungen nichts Näheres bekanntgeworden".
Zitat aus: Gerda Weiler, Das Matriarchat im Alten Israel, Kohlhammer 1989, S. 73f






"In Part II of this interview which will appear in the May/June BAR (“BAR Interview: Yigal Shiloh—Last Thoughts, Part II,” BAR 14:03), Yigal Shiloh describes his confrontations with ultra-Orthodox extremists who claimed that the City of David archaeologists were defiling a cemetery and tried to close down the dig."







Published: November 19, 1987: Yigal Shiloh, an Israeli archeologist who led the excavation of the City of David, died of cancer Saturday in Jerusalem, where he lived and worked as a professor at the Hebrew University Institute of Archeology. He was 50 years old."

Montag, 22. Juni 2015
















Das Matriarchat in Südamerika - 1.1. Die Arawak und ihre Kultur






Als Kolumbus 1492 Amerika entdeckte, brach über die indianischen Völker das Schicksal in Form von Versklavung, Krankheit, Kulturzerstörung und Völkermord größten Ausmaßes herein, Greuel, die noch heute nicht beendet sind. Nach seiner ersten Reise über den Atlantik landete er auf den Bahamas, besuchte zugleich das nördliche Kuba und das nördliche Haiti. Die ersten Indianer, die er fand, waren die Arawak (Aruak), die damals auf den Inseln der Großen und Kleinen Antillen lebten. Nach seiner Abreise zerstörten sie sein Fort. Auf seiner zweiten Reise (1493/96) entdeckte Kolumbus alle Inseln der Großen Antillen, etablierte die feste Siedlung Isabela auf Haiti und "pazifizierte" die Indianer, indem er sie tributpflichtig machte. Alle drei Monate sollten sie eine bestimmte Menge Gold abliefern. Bei seiner dritten Reise (1500) setzte er einen spanischen Gouverneur über Haiti ein, und das Tributsystem wurde über die ganze Insel ausgedehnt. Aber die Indianer waren nicht in der Lage, den Tributforderungen nachzukommen, deshalb wurden Goldminen gebaut, die männliche Bevölkerung unter die Kolonialherren aufgeteilt und zur Sklavenarbeit in den Goldminen oder den Plantagen gezwungen. Das geschah nach Meinung der Spanier zum Wohl der Indianer. Sie durften nun Spanisch lernen und das Christentum annehmen. Jedoch verhungerten die Arawak bei der Sklavenarbeit oder begingen Selbstmord. Mütter töteten ihre Kinder, um ihnen das Los der Erwachsenen zu ersparen. Schwarze Pocken grassierten und dezimierten die Bevölkerung, so daß schon 1535 von sechs Millionen Indianern (Schätzung) nur noch 500 auf der ganzen Insel übrigblieben.







Nun wurden Arawak von anderen Inseln des Karibischen Meeres importiert, aus Puerto Rico und Jamaika, und damit ereilte sie dasselbe Schicksal. Zugleich begann der Handel mit schwarzen Sklaven aus Afrika, weil sich die Indianer als "arbeitsuntauglich" erwiesen. Als sich die Indianer gegen diese Behandlung wehrten und rebellierten, wurde ihre Aufstände schnell und äußerst brutal niedergeschlagen, die Gefangenen grausam massakriert. Zwischen 1540 und 1550 waren die Goldminen auf Haiti erschöpft, die umliegenden Inseln boten ebenfalls nicht viel von diesem Metall. Da wandten sich die Spanier den sagenhaften Goldländern Peru und Mexiko zu und leiteten dort denselben zerstörerischen Prozeß ein. In Haiti wurde das Sklavensystem aufgehoben, aber niemand hatte mehr etwas davon. Denn als Francis Drake 1585 Haiti besuchte, gab es dort keinen einzigen Indianer mehr







... Die Geschichte der Arawak-Indianer führt uns weit in die Anfänge der Besiedlung Amerikas durch Ackerbaukulturen zurück, sie sind ein uraltes, geheimnisvolles Volk ... Ihre materielle Kultur hat sich durch ihre verschiedenen geographischen Lebensbedingungen sehr verschieden entwickelt, ihre gemeinsame Sprache und ihre besonderen sozialen und religiösen Muster verbinden sie jedoch. Sie sind matrilinear und matrilokal organisiert, leben also in matriarchalen Clans. Gewisse Einzelzüge wie Matrilinearität bei benachbarten Stämmen reichen bis nach Südbrasilien und Argentinien zurück (Ge, Bororo) und gehen auf die Arawak zurück. Sie glauben an eine Urgöttin Mamona, Erdgöttin und Mutter des Himmelsgottes, die von ihrem Bruder an ihrer Seite beschützt wird. Häufig gibt es nicht einmal diesen Himmelsgott, sondern die Mondgöttin als zweite Urgöttin. Ihre Kultur weist rings um die Karibik (Zirkumkaribische Kultur) verblüffende Ähnlichkeit mit den alten Ackerbaukulturen der Vor-Inka-Zeit in den Anden auf (Chibcha in Kolumbien, Tiahuanaca in Bolivien, 550 nach u.Z.). Diese gehen ihrerseits auf die noch ältere Chavin-Kultur in den Anden zurück (1000 vor u.Z.). Diese wiederum hat eine uralte Vorläuferin an der Pazifikküste Kolumbien: Valdivia-Chorrera, die älteste Ackerbaukultur auf dem Boden ganz Amerikas überhaupt (ab 5000 vor u.Z.). Wo kam diese her und, und in welch große historische Tiefe reicht die Arawak-Tradition mit ihrem Erdmutter-Glauben und ihren matriarchalen Clans zurück?








Wir werden uns diesen Fragen an späterer Stelle wieder zuwenden, hier verfolgen wir zuerst die Linie der jüngeren, nachkolumbischen Geschichte der Arawak. In ihrem weiten Verbreitungsgebiet auf dem südamerikanischen Kontinent, in welchem die spanischen Eroberer sie nach der Vernichtung der Antillen-Arawak antrafen, ereilte sie überall dasselbe Schicksal: Ganze Stämme brachen im Kampf ums Überleben gegen Ausbeutung, Krankheiten und Krieg zusammen. Durch den permanenten Genozid wurde sie entlang der Küsten und der großen Wasserwege sehr schnell ausgelöscht oder absorbiert. Selbst versteckte Völker erlitten bereits vor jedem Kontakt mit den Weißen durch Flucht und Krankheit Schaden. Dabei ist es gleichgültig, ob sie als Eroberer, Kolonialherren, Missionare oder Siedler kamen, denn die Wirkungen blieben dieselben. So waren Missionsstationen oft der erste Kontakt, aber durch sie wurden Seuchen eingeschleppt, ganz zu schweigen von der Kulturzerstörung durch aufgezwungene christliche Werte. Diejenigen, die bei den Missionsstationen blieben, starben zuerst aus, während ihre widerspenstigen Stammesgenossen sich in den Urwald zurückzogen und zu ihrer alten Lebensweise zurückkehrten. Doch hier, in unwirtliche Gebiete des Kontinents vertrieben und von ihren anderen Stammesvölkern getrennt, konnten sie die Höhe ihrer Kultur, die sie einst besessen hatten und über welche die Archäologie beredtes Zeugnis abgibt, nicht halten. Krasse Dekulturation war die Folge. Sie sanken auf die Stufe einfachster Urwald-Kultur zurück, wie die Campa, oder überlebten als Sekundär-Viehzüchter in glühender Wüste, wie die Goajiro auf der Halbinsel Guajira am Golf von Maracaibo (Kolumbien)
... Die Goajiro sind matrilinear und bilden etwa 30 große Clans, je mit einem Tier als Erkennungszeichen, und mit eigenem Territorium. Jeder Clan wird von der ältesten Frau, der Sippenmutter oder Matriarchin zusammengehalten. Ihr ältester Bruder ist der Vertreter des Clans nach außen und genießt großes Ansehen. Aus diesen männlichen Sippenvertretern wird der Dorfhäuptling gewählt, und die Wahl fällt immer auf den Wohlhabendsten. Dieser muß sich dann für sein ganzes Dorf verausgaben, denn er ist verpflichtet, mit seinem Clanvermögen allen anderen Schutz zu geben. Dadurch sinkt sein Reichtum bzw. der seines Clans beträchtlich, und bald wird der nächste wohlhabende Mann mit denselben Pflichten zum Häuptling gewählt. Mit dieser intelligenten Methode werden die Güter in Umlauf gehalten, und es kann nicht zu einer Güterhäufung bei einigen wenigen kommen, der allgemeine Lebensstandard gleicht sich immer wieder aus. Obendrein haben diese Häuptlinge keine Befehlsgewalt, sondern nur Vertretungsbefugnis. Mit der Verausgabung ihrer Güter gewinnen sie bzw. ihre Clans nichts außer "Ehre". Dieses Ansehen bewirkt jedoch, daß sie in Notzeiten von den anderen nicht im Stich gelassen werden.
Der Lebenslauf der einzelnen ist untrennbar mit der Sippe verbunden, denn die Sippe, repräsentiert durch die Clanmutter, schützt ihre Angehörigen. Diese vergelten es dadurch, daß sie alles zur Verteidigung und Stärkung ihrer Sippe tun. Die wirtschaftliche Basis jeder Sippe ist das Vieh, es ist Gemeinschaftsbesitz und wird gemeinschaftlich betreut. Die Männer weiden und tränken die Herden, die Frauen melken, stellen Käse her und bereiten das Fleisch zu. Viehdiebstahl ist ein ebenso großes Verbrechen wie die Vergewaltigung einer Frau, beides wird mit der strengsten Strafe geahndet, denn dadurch ist die Ehre einer ganzen Sippe beleidigt worden.








Heide Göttner-Abendroth, Das Matriarchat II,2. Stammesgesellschaften in Amerika, Indien, Afrika


















Donnerstag, 4. September 2014




















Das Matriarchat in Südamerika - 1.1. Die Arawak und ihre Kultur






Als Kolumbus 1492 Amerika entdeckte, brach über die indianischen Völker das Schicksal in Form von Versklavung, Krankheit, Kulturzerstörung und Völkermord größten Ausmaßes herein, Greuel, die noch heute nicht beendet sind. Nach seiner ersten Reise über den Atlantik landete er auf den Bahamas, besuchte zugleich das nördliche Kuba und das nördliche Haiti. Die ersten Indianer, die er fand, waren die Arawak (Aruak), die damals auf den Inseln der Großen und Kleinen Antillen lebten. Nach seiner Abreise zerstörten sie sein Fort. Auf seiner zweiten Reise (1493/96) entdeckte Kolumbus alle Inseln der Großen Antillen, etablierte die feste Siedlung Isabela auf Haiti und "pazifizierte" die Indianer, indem er sie tributpflichtig machte. Alle drei Monate sollten sie eine bestimmte Menge Gold abliefern. Bei seiner dritten Reise (1500) setzte er einen spanischen Gouverneur über Haiti ein, und das Tributsystem wurde über die ganze Insel ausgedehnt. Aber die Indianer waren nicht in der Lage, den Tributforderungen nachzukommen, deshalb wurden Goldminen gebaut, die männliche Bevölkerung unter die Kolonialherren aufgeteilt und zur Sklavenarbeit in den Goldminen oder den Plantagen gezwungen. Das geschah nach Meinung der Spanier zum Wohl der Indianer. Sie durften nun Spanisch lernen und das Christentum annehmen. Jedoch verhungerten die Arawak bei der Sklavenarbeit oder begingen Selbstmord. Mütter töteten ihre Kinder, um ihnen das Los der Erwachsenen zu ersparen. Schwarze Pocken grassierten und dezimierten die Bevölkerung, so daß schon 1535 von sechs Millionen Indianern (Schätzung) nur noch 500 auf der ganzen Insel übrigblieben.







Nun wurden Arawak von anderen Inseln des Karibischen Meeres importiert, aus Puerto Rico und Jamaika, und damit ereilte sie dasselbe Schicksal. Zugleich begann der Handel mit schwarzen Sklaven aus Afrika, weil sich die Indianer als "arbeitsuntauglich" erwiesen. Als sich die Indianer gegen diese Behandlung wehrten und rebellierten, wurde ihre Aufstände schnell und äußerst brutal niedergeschlagen, die Gefangenen grausam massakriert. Zwischen 1540 und 1550 waren die Goldminen auf Haiti erschöpft, die umliegenden Inseln boten ebenfalls nicht viel von diesem Metall. Da wandten sich die Spanier den sagenhaften Goldländern Peru und Mexiko zu und leiteten dort denselben zerstörerischen Prozeß ein. In Haiti wurde das Sklavensystem aufgehoben, aber niemand hatte mehr etwas davon. Denn als Francis Drake 1585 Haiti besuchte, gab es dort keinen einzigen Indianer mehr







... Die Geschichte der Arawak-Indianer führt uns weit in die Anfänge der Besiedlung Amerikas durch Ackerbaukulturen zurück, sie sind ein uraltes, geheimnisvolles Volk ... Ihre materielle Kultur hat sich durch ihre verschiedenen geographischen Lebensbedingungen sehr verschieden entwickelt, ihre gemeinsame Sprache und ihre besonderen sozialen und religiösen Muster verbinden sie jedoch. Sie sind matrilinear und matrilokal organisiert, leben also in matriarchalen Clans. Gewisse Einzelzüge wie Matrilinearität bei benachbarten Stämmen reichen bis nach Südbrasilien und Argentinien zurück (Ge, Bororo) und gehen auf die Arawak zurück. Sie glauben an eine Urgöttin Mamona, Erdgöttin und Mutter des Himmelsgottes, die von ihrem Bruder an ihrer Seite beschützt wird. Häufig gibt es nicht einmal diesen Himmelsgott, sondern die Mondgöttin als zweite Urgöttin. Ihre Kultur weist rings um die Karibik (Zirkumkaribische Kultur) verblüffende Ähnlichkeit mit den alten Ackerbaukulturen der Vor-Inka-Zeit in den Anden auf (Chibcha in Kolumbien, Tiahuanaca in Bolivien, 550 nach u.Z.). Diese gehen ihrerseits auf die noch ältere Chavin-Kultur in den Anden zurück (1000 vor u.Z.). Diese wiederum hat eine uralte Vorläuferin an der Pazifikküste Kolumbien: Valdivia-Chorrera, die älteste Ackerbaukultur auf dem Boden ganz Amerikas überhaupt (ab 5000 vor u.Z.). Wo kam diese her und, und in welch große historische Tiefe reicht die Arawak-Tradition mit ihrem Erdmutter-Glauben und ihren matriarchalen Clans zurück?








Wir werden uns diesen Fragen an späterer Stelle wieder zuwenden, hier verfolgen wir zuerst die Linie der jüngeren, nachkolumbischen Geschichte der Arawak. In ihrem weiten Verbreitungsgebiet auf dem südamerikanischen Kontinent, in welchem die spanischen Eroberer sie nach der Vernichtung der Antillen-Arawak antrafen, ereilte sie überall dasselbe Schicksal: Ganze Stämme brachen im Kampf ums Überleben gegen Ausbeutung, Krankheiten und Krieg zusammen. Durch den permanenten Genozid wurde sie entlang der Küsten und der großen Wasserwege sehr schnell ausgelöscht oder absorbiert. Selbst versteckte Völker erlitten bereits vor jedem Kontakt mit den Weißen durch Flucht und Krankheit Schaden. Dabei ist es gleichgültig, ob sie als Eroberer, Kolonialherren, Missionare oder Siedler kamen, denn die Wirkungen blieben dieselben. So waren Missionsstationen oft der erste Kontakt, aber durch sie wurden Seuchen eingeschleppt, ganz zu schweigen von der Kulturzerstörung durch aufgezwungene christliche Werte. Diejenigen, die bei den Missionsstationen blieben, starben zuerst aus, während ihre widerspenstigen Stammesgenossen sich in den Urwald zurückzogen und zu ihrer alten Lebensweise zurückkehrten. Doch hier, in unwirtliche Gebiete des Kontinents vertrieben und von ihren anderen Stammesvölkern getrennt, konnten sie die Höhe ihrer Kultur, die sie einst besessen hatten und über welche die Archäologie beredtes Zeugnis abgibt, nicht halten. Krasse Dekulturation war die Folge. Sie sanken auf die Stufe einfachster Urwald-Kultur zurück, wie die Campa, oder überlebten als Sekundär-Viehzüchter in glühender Wüste, wie die Goajiro auf der Halbinsel Guajira am Golf von Maracaibo (Kolumbien)
... Die Goajiro sind matrilinear und bilden etwa 30 große Clans, je mit einem Tier als Erkennungszeichen, und mit eigenem Territorium. Jeder Clan wird von der ältesten Frau, der Sippenmutter oder Matriarchin zusammengehalten. Ihr ältester Bruder ist der Vertreter des Clans nach außen und genießt großes Ansehen. Aus diesen männlichen Sippenvertretern wird der Dorfhäuptling gewählt, und die Wahl fällt immer auf den Wohlhabendsten. Dieser muß sich dann für sein ganzes Dorf verausgaben, denn er ist verpflichtet, mit seinem Clanvermögen allen anderen Schutz zu geben. Dadurch sinkt sein Reichtum bzw. der seines Clans beträchtlich, und bald wird der nächste wohlhabende Mann mit denselben Pflichten zum Häuptling gewählt. Mit dieser intelligenten Methode werden die Güter in Umlauf gehalten, und es kann nicht zu einer Güterhäufung bei einigen wenigen kommen, der allgemeine Lebensstandard gleicht sich immer wieder aus. Obendrein haben diese Häuptlinge keine Befehlsgewalt, sondern nur Vertretungsbefugnis. Mit der Verausgabung ihrer Güter gewinnen sie bzw. ihre Clans nichts außer "Ehre". Dieses Ansehen bewirkt jedoch, daß sie in Notzeiten von den anderen nicht im Stich gelassen werden.
Der Lebenslauf der einzelnen ist untrennbar mit der Sippe verbunden, denn die Sippe, repräsentiert durch die Clanmutter, schützt ihre Angehörigen. Diese vergelten es dadurch, daß sie alles zur Verteidigung und Stärkung ihrer Sippe tun. Die wirtschaftliche Basis jeder Sippe ist das Vieh, es ist Gemeinschaftsbesitz und wird gemeinschaftlich betreut. Die Männer weiden und tränken die Herden, die Frauen melken, stellen Käse her und bereiten das Fleisch zu. Viehdiebstahl ist ein ebenso großes Verbrechen wie die Vergewaltigung einer Frau, beides wird mit der strengsten Strafe geahndet, denn dadurch ist die Ehre einer ganzen Sippe beleidigt worden.








Heide Göttner-Abendroth, Das Matriarchat II,2. Stammesgesellschaften in Amerika, Indien, Afrika
























Dienstag, 20. Juni 2017































Entschuldigung, aber wenn ich das lese, könnte ich anfangen zu kotzen.
https://jungefreiheit.de/kultur/2017/erste-deutsche-hochschule-schafft-lehrstuhl-fuer-christenverfolgung/
Hier daher noch einmal verschiedene Zitate:








"Die Dimensionen werden langsam, langsam aber sicher klar. Ich erinnere noch einmal an die Beiträge zum Thema Evangelikale, aktuelle Pest in Afrika, Hexenjagd, Teufelsaustreibung. Die Damen und Herren FundamentalistInnen aller Herren Länder gehen wirklich bemerkenswerte Koalitionen ein. Greifen zu wirklich bemerkenswerten Mitteln. 3 und 4. Macht 7. Und 1 macht 8. Clear. Klar. Cleaner. Diet Dieter? Später noch einmal ein paar Beiträge und Links. Ich muss jetzt erst mal wieder etwas anderes machen."









Auch in Afrika, der Heimat der schwarzen Madonna (Update: Seite von Lucia Chiavola Birnbaum nicht erreichbar), der Königin und Frau im Fenster, der einstigen Heimat von Frauen wie der Philosophin und Mathematikerin Hypathia, auf dem Kontinent, in dem Frauen einst die Versorgung lokaler Dorfgemeinschaften oblag und ihr Herdfeuer der spirituelle Mittelpunkt der Gemeinschaft war, konkurrieren heute diverse religiöse KriegerInnen im Kampf um den rechten Glauben als Grundlage für den männlich monotheistisch begründeten Pascha-Kapitalismus. Angeblich im Namen des Islam werden kleine Mädchen bei vollem Bewusstsein mit Werkzeugen wie Glasscheiben beschnitten, d.h. es werden diverse Körperteile wie Klitoris und oder Schamlippen abgeschnitten, manchmal der Penis-Abdruck des Auserwählten passgenau in die offene Wunde gelegt und zugenäht. Was dieses traumatische Erlebnis für die Persönlichkeit der Mädchen bedeutet, kann sich jede selber vorstellen.
Weltweite evangelikale Netzwerke mit gut gefüllten Kriegskassen machen sich in Afrika breit. 4.000 evangelikale Führungskräfte und Missionsexperten aus 190 Nationen trafen sich beispielsweise zum 3. Internationalen Lausanner Kongress für Weltevangelisation in Kapstadt. Dort, wo besonders intensiv missioniert wird, kommt es verstärkt zu Gewalt gegen Frauen, die als Hexen gebrandmarkt werden, und zu Gewalt gegen Kinder, die angeblich vom Teufel besessen sind.









Bei Youtube gibt es dazu ein 5-teiliges Video: Hexenkind - Folter im Namen Jesu 1/5
"Teufelsaustreibung an kleinen Kindern ist ein Phänomen, das in jüngster Zeit auch Europa erreicht. Die Opfer sind oft Kinder von Mitgliedern freier evangelikaler Kirchen, die aus armen afrikanischen Ländern stammen. Die Dokumentation begleitet den Religionssoziologen und Afrika-Experten Richard Hoskins in den Kongo. Ein neue Art von Verbrechen an Kindern hat Europa erreicht: Teufelsaustreibung im Namen Jesu Christi. In England wurden mehrere Fälle schwerer Misshandlung bekannt, zuletzt starb ein Kind nach einer wochenlangen Tortur. Die Opfer gehören zur afrikanischen Gemeinde in England, die Täter sind Verwandte, oft die eigenen Eltern, begleitet vom allerhöchsten Segen evangelikaler freier Kirchen."





Bei Wikipedia ist als PdF-Dokument ausserdem verlinkt: Die Synagoge Satans“ - Zum evangelikalen Antisemitismus in den USA.







"Campus Crusade for Christ"
"Stuttgart Evangelikale"
"Mission Gottesreich"
"Dämonenglaube Evangelikale"






"Mit einem jungen Missionsprogramm wirbt JesusHouse unter Jugendlichen für das Christentum. Dahinter steht jedoch eine evangelikale Gruppe mit reaktionären Überzeugungen ... Während die Kirche in Deutschland Mitglieder verliert, gewinnen Fundamentalisten hinzu"




"Von Gott „zurüsten“ lassen - Evangelikale Missionsveranstaltung „ProChrist“
„Zweifeln und Staunen“ – der Werbeschriftzug leuchtet in weißen Buchstaben auf blauem und orangefarbenem Grund. Mit riesigen Bannern und Plakaten werben die Organisatoren im März 2009 in vielen deutschen Städten für die evangelikale Missionsveranstaltung „ProChrist“. Die sogenannte „Großevangelisation“ beginnt offiziell am 29. März in Chemnitz. Schon für den Vorabend, am 28., ist ein „Motivationsgottesdienst“ geplant. Im Programm steht: „Wir freuen uns, wenn viele dabei sind und wir uns gemeinsam von Gott zurüsten und segnen lassen.“ Auf den ersten Blick ist nicht erkennbar, dass viele der Organisatoren fundamentalistische Positionen vertreten."





'Freikirchen: “Heimliche Kultur des Prügelns” - In dem Artikel heißt es, nach Angaben von Studienleiter Christian Pfeiffer zeigten die Daten, dass sich mit zunehmender Religiosität offenbar stärker gewaltorientierte Erziehungsmethoden der Eltern ergeben würden. Das gelte vor allem für jene, die evangelikal-freikirchlich seien. Und das, obwohl Kinder in Deutschland ein Recht auf gewaltfreie Erziehung haben. Im Bürgerlichen Gesetzbuch steht: “Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.”'




Youtube-Video
Jesus Camp (deutsch) 1/5





via:

Mission Gottesreich - Fundamentalistische Christen in Deutschland | ein Blog






"Auf dem deutschen Buchmarkt gibt es viele äußerst kritische Abhandlungen über die Rolle christlich-konservativer Prediger in den USA, aber kaum eine über die Evangelikalen im eigenen Land. Dabei sind sie, glaubt man den Autoren, keineswegs einflusslos. Die Evangelikalen verfügen hierzulande über Verlage, Pressedienste, Internetplattformen, Radiosender und - wie im Falle von Bibel TV - gar über einen eigenen Fernsehsender. Sie sind modern, gut vernetzt, verfügen mit der "Evangelikalen Allianz" über einen Dachverband mit einem offiziellen Lobbyvertreter in Berlin, der sich Gehör verschafft."







Youtube - Video
Hexenkind - Folter im Namen Jesu
via










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Das Matriarchat in Südamerika - 1.1. Die Arawak und ihre Kultur






Als Kolumbus 1492 Amerika entdeckte, brach über die indianischen Völker das Schicksal in Form von Versklavung, Krankheit, Kulturzerstörung und Völkermord größten Ausmaßes herein, Greuel, die noch heute nicht beendet sind. Nach seiner ersten Reise über den Atlantik landete er auf den Bahamas, besuchte zugleich das nördliche Kuba und das nördliche Haiti. Die ersten Indianer, die er fand, waren die Arawak (Aruak), die damals auf den Inseln der Großen und Kleinen Antillen lebten. Nach seiner Abreise zerstörten sie sein Fort. Auf seiner zweiten Reise (1493/96) entdeckte Kolumbus alle Inseln der Großen Antillen, etablierte die feste Siedlung Isabela auf Haiti und "pazifizierte" die Indianer, indem er sie tributpflichtig machte. Alle drei Monate sollten sie eine bestimmte Menge Gold abliefern. Bei seiner dritten Reise (1500) setzte er einen spanischen Gouverneur über Haiti ein, und das Tributsystem wurde über die ganze Insel ausgedehnt. Aber die Indianer waren nicht in der Lage, den Tributforderungen nachzukommen, deshalb wurden Goldminen gebaut, die männliche Bevölkerung unter die Kolonialherren aufgeteilt und zur Sklavenarbeit in den Goldminen oder den Plantagen gezwungen. Das geschah nach Meinung der Spanier zum Wohl der Indianer. Sie durften nun Spanisch lernen und das Christentum annehmen. Jedoch verhungerten die Arawak bei der Sklavenarbeit oder begingen Selbstmord. Mütter töteten ihre Kinder, um ihnen das Los der Erwachsenen zu ersparen. Schwarze Pocken grassierten und dezimierten die Bevölkerung, so daß schon 1535 von sechs Millionen Indianern (Schätzung) nur noch 500 auf der ganzen Insel übrigblieben.







Nun wurden Arawak von anderen Inseln des Karibischen Meeres importiert, aus Puerto Rico und Jamaika, und damit ereilte sie dasselbe Schicksal. Zugleich begann der Handel mit schwarzen Sklaven aus Afrika, weil sich die Indianer als "arbeitsuntauglich" erwiesen. Als sich die Indianer gegen diese Behandlung wehrten und rebellierten, wurde ihre Aufstände schnell und äußerst brutal niedergeschlagen, die Gefangenen grausam massakriert. Zwischen 1540 und 1550 waren die Goldminen auf Haiti erschöpft, die umliegenden Inseln boten ebenfalls nicht viel von diesem Metall. Da wandten sich die Spanier den sagenhaften Goldländern Peru und Mexiko zu und leiteten dort denselben zerstörerischen Prozeß ein. In Haiti wurde das Sklavensystem aufgehoben, aber niemand hatte mehr etwas davon. Denn als Francis Drake 1585 Haiti besuchte, gab es dort keinen einzigen Indianer mehr







... Die Geschichte der Arawak-Indianer führt uns weit in die Anfänge der Besiedlung Amerikas durch Ackerbaukulturen zurück, sie sind ein uraltes, geheimnisvolles Volk ... Ihre materielle Kultur hat sich durch ihre verschiedenen geographischen Lebensbedingungen sehr verschieden entwickelt, ihre gemeinsame Sprache und ihre besonderen sozialen und religiösen Muster verbinden sie jedoch. Sie sind matrilinear und matrilokal organisiert, leben also in matriarchalen Clans. Gewisse Einzelzüge wie Matrilinearität bei benachbarten Stämmen reichen bis nach Südbrasilien und Argentinien zurück (Ge, Bororo) und gehen auf die Arawak zurück. Sie glauben an eine Urgöttin Mamona, Erdgöttin und Mutter des Himmelsgottes, die von ihrem Bruder an ihrer Seite beschützt wird. Häufig gibt es nicht einmal diesen Himmelsgott, sondern die Mondgöttin als zweite Urgöttin. Ihre Kultur weist rings um die Karibik (Zirkumkaribische Kultur) verblüffende Ähnlichkeit mit den alten Ackerbaukulturen der Vor-Inka-Zeit in den Anden auf (Chibcha in Kolumbien, Tiahuanaca in Bolivien, 550 nach u.Z.). Diese gehen ihrerseits auf die noch ältere Chavin-Kultur in den Anden zurück (1000 vor u.Z.). Diese wiederum hat eine uralte Vorläuferin an der Pazifikküste Kolumbien: Valdivia-Chorrera, die älteste Ackerbaukultur auf dem Boden ganz Amerikas überhaupt (ab 5000 vor u.Z.). Wo kam diese her und, und in welch große historische Tiefe reicht die Arawak-Tradition mit ihrem Erdmutter-Glauben und ihren matriarchalen Clans zurück?








Wir werden uns diesen Fragen an späterer Stelle wieder zuwenden, hier verfolgen wir zuerst die Linie der jüngeren, nachkolumbischen Geschichte der Arawak. In ihrem weiten Verbreitungsgebiet auf dem südamerikanischen Kontinent, in welchem die spanischen Eroberer sie nach der Vernichtung der Antillen-Arawak antrafen, ereilte sie überall dasselbe Schicksal: Ganze Stämme brachen im Kampf ums Überleben gegen Ausbeutung, Krankheiten und Krieg zusammen. Durch den permanenten Genozid wurde sie entlang der Küsten und der großen Wasserwege sehr schnell ausgelöscht oder absorbiert. Selbst versteckte Völker erlitten bereits vor jedem Kontakt mit den Weißen durch Flucht und Krankheit Schaden. Dabei ist es gleichgültig, ob sie als Eroberer, Kolonialherren, Missionare oder Siedler kamen, denn die Wirkungen blieben dieselben. So waren Missionsstationen oft der erste Kontakt, aber durch sie wurden Seuchen eingeschleppt, ganz zu schweigen von der Kulturzerstörung durch aufgezwungene christliche Werte. Diejenigen, die bei den Missionsstationen blieben, starben zuerst aus, während ihre widerspenstigen Stammesgenossen sich in den Urwald zurückzogen und zu ihrer alten Lebensweise zurückkehrten. Doch hier, in unwirtliche Gebiete des Kontinents vertrieben und von ihren anderen Stammesvölkern getrennt, konnten sie die Höhe ihrer Kultur, die sie einst besessen hatten und über welche die Archäologie beredtes Zeugnis abgibt, nicht halten. Krasse Dekulturation war die Folge. Sie sanken auf die Stufe einfachster Urwald-Kultur zurück, wie die Campa, oder überlebten als Sekundär-Viehzüchter in glühender Wüste, wie die Goajiro auf der Halbinsel Guajira am Golf von Maracaibo (Kolumbien)
... Die Goajiro sind matrilinear und bilden etwa 30 große Clans, je mit einem Tier als Erkennungszeichen, und mit eigenem Territorium. Jeder Clan wird von der ältesten Frau, der Sippenmutter oder Matriarchin zusammengehalten. Ihr ältester Bruder ist der Vertreter des Clans nach außen und genießt großes Ansehen. Aus diesen männlichen Sippenvertretern wird der Dorfhäuptling gewählt, und die Wahl fällt immer auf den Wohlhabendsten. Dieser muß sich dann für sein ganzes Dorf verausgaben, denn er ist verpflichtet, mit seinem Clanvermögen allen anderen Schutz zu geben. Dadurch sinkt sein Reichtum bzw. der seines Clans beträchtlich, und bald wird der nächste wohlhabende Mann mit denselben Pflichten zum Häuptling gewählt. Mit dieser intelligenten Methode werden die Güter in Umlauf gehalten, und es kann nicht zu einer Güterhäufung bei einigen wenigen kommen, der allgemeine Lebensstandard gleicht sich immer wieder aus. Obendrein haben diese Häuptlinge keine Befehlsgewalt, sondern nur Vertretungsbefugnis. Mit der Verausgabung ihrer Güter gewinnen sie bzw. ihre Clans nichts außer "Ehre". Dieses Ansehen bewirkt jedoch, daß sie in Notzeiten von den anderen nicht im Stich gelassen werden.
Der Lebenslauf der einzelnen ist untrennbar mit der Sippe verbunden, denn die Sippe, repräsentiert durch die Clanmutter, schützt ihre Angehörigen. Diese vergelten es dadurch, daß sie alles zur Verteidigung und Stärkung ihrer Sippe tun. Die wirtschaftliche Basis jeder Sippe ist das Vieh, es ist Gemeinschaftsbesitz und wird gemeinschaftlich betreut. Die Männer weiden und tränken die Herden, die Frauen melken, stellen Käse her und bereiten das Fleisch zu. Viehdiebstahl ist ein ebenso großes Verbrechen wie die Vergewaltigung einer Frau, beides wird mit der strengsten Strafe geahndet, denn dadurch ist die Ehre einer ganzen Sippe beleidigt worden.








Heide Göttner-Abendroth, Das Matriarchat II,2. Stammesgesellschaften in Amerika, Indien, Afrika