Die zweite gute Erfahrung mit einer Online-Bestellung von Gewürzen: Heimerls.de Gefunden über Amazon. Wichtig ist auch ein vertrauensvoller Lieferant, denn der Wettbewerb geht manchmal merkwürdige Wege. Worüber uns die Firma Tchibo sicher auch Auskunft geben kann. Gerne stehe ich immer wieder draußen am Stehtisch bei einer leckeren Tasse Kaffee und unterhalte mich über Märkte, Inspirationen und Methoden. Ich fand daher heute das Angebot der Marken-Maschine für 69 Euro und 30 Prozent Rabatt echt interessant. Sicher kommen jetzt andere auch öfter.
Mittwoch, 19. August 2015
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Eine DVD mit Beuys, daneben die mit Blut. Eine bekannte Buchhandlung in der Ehrenstraße, draussen ein Titel-Bild mit Porsche neben einem mit rosafarbenem Fleisch. Solch ein Anblick macht dann Durst auf einen Schluck kühlendes Mineralwasser. Aus der Flasche. Und wenn man sich damit dann am Laternenmast auf dem Bürgersteig fast gegenüber vom Honigtopf abstützt, sieht man noch mehr von dieser hübschen männlichen Muskelmasse mit T-Shirt. "Deadly Engine". Beispielsweise. War da was?
Dienstag, 18. August 2015
Die Amme von Iphinoe ist mit ihr gegangen. Das Kind müsse doch wenigstens ein vertrautes Gesicht sehen, wenn es sterbe, soll die Frau gesagt haben. Sie soll die ganze Zeit über mit dem Mädchen geredet und ihr die alten Schlaflieder vorgesungen haben. Sie soll sie an der Hand gehalten und hinter den Priestern, die für den Vollzug des Opfers ausgewählt waren, und vor den königlichen Beamten, die diesen Vollzug zu bezeugen hatten, den durch Fackeln beleuchteten Gang entlanggeführt haben. Wohin gehen wir, soll Iphinoe einmal gefragt haben, die Amme habe beruhigend ihre Hand getätschelt, was tun die, habe Iphinoe ganz am Schluß gefragt, als jemand ihren Nacken packte und den Kopf auf den Altar hinunterbeugte, was hat mich Unseligen dazu bewogen, einen der jungen Beamten nach diesen Einzelheiten auszufragen, er war froh, sie loszuwerden, mir hat er sie aufgeladen. Die Amme habe ihre Hand nicht losgelassen, die zuckte, als das Messer tief in ihren Hals fuhr. Nicht einmal die Ältesten in Korinth haben sich an Menschenopfer erinnern können, wohl wahr, sagte der oberste Priester, und zu rechtfertigen sei es nur, weil es uns andere, schlimmere Menschenopfer erspare.
Die Amme ist natürlich geisteskrank geworden, mit wirrem Haar und irrem Blick lief sie tagelang durch die Straßen von Korinth, von Wächtern umgeben, die es nicht zuließen, daß jemand sie ansprach. Sie mied die Königin, eines Tages fand man ihren zerschmetterten Körper unterhalb der Klippen. Sie habe den Verlust ihres Brustkindes nicht verwinden können, wurde vom Palast ausgestreut, die Wahrheit also, nur daß sie, wie so viele Wahrheiten, auf falschen Voraussetzungen beruhte. Denn Korinth war ja mit der Nachricht versorgt worden, die junge Iphinoe sei entführt worden, man stehe in Verhandlungen mit dem Königshaus, in das sie einheiraten solle, es gebe keinen Grund zur Beunruhigung.
Ich lernte viel an diesem Fall. Ich lernte, daß keine Lüge zu plump ist, als daß Leute sie nicht glauben würden, wenn sie ihrem geheimen Wunsch, sie zu glauben, entgegenkommt. Ich war überzeugt, um das Verschwinden der kleinen Iphinoe, die allein durch die Straßen von Korinth gehen konnte, umgeben und getragen und bewacht von der Liebe des Volkes, von der Rührung der Menschen über soviel Zartheit und Verletztheit - um Iphinoes Verschwinden würden Unruhen ausbrechen, da doch die Täuschung, mit der man das Volk abgespeist hatte, derart plump war. Nichts dergleichen. Ja, wenn die Korinther geglaubt hätten, das Mädchen befinde sich noch in der Stadt, dann hätten sie jedes Gebäude gestürmt, in dem sie es vermutet hätten, auch den Palast.
Der Selbstmord der Amme hat uns unschätzbare Dienste geleistet: Jedermann glaubte, daß Iphinoe weg war. Für ein Phantom setzen normale Leute ihr Leben nicht ein. Lieber stellen sie sich das Kind glücklich verheiratet vor, in einem blühenden Land, bei einem jungen König, als tot und verwesend in einem finsteren Gang ihrer eigenen Stadt. Das ist menschlich. Der Mensch schont sich, wenn er es irgend einrichten kann, so haben die Götter ihn gemacht. Sonst gäbe es ihn nicht mehr auf dieser Erde. Lieder kamen auf, in denen sie Iphinoe besingen, als schöne junge Braut. Sie erleichtern den Korinthern das Herz, sie schmelzen ihren bösen Verdacht und ihre Trauer um in eine süße Sehnsucht. Man kann nicht genug staunen, die Weisheit der Götter nicht genug bewundern, die es so und nicht anders eingerichtet haben. Es kann zu einem Zwang werden, das immer und immer wieder zu beobachten, wenn man einmal durchschaut hat, wie es geht.
Aus:
Christa Wolf, Medea Stimmen, dtv
"Ich glaube, die Auseinandersetzung mit unseren Volksmärchen, die an Altvertrautes, an Kindheitserinnerungen rühren, erlaubt auch zaghaften Frauen, einen ersten Schritt in Richtung Aufbruch zu tun. Das aufgezwungene Rollendiktat kann angstfreier gelockert und durchschaut werden, wenn wahrgenommen wird, wie der geschichtliche Gesellschaftswandel Stellung und Autonomie der Frau verformte, wie psychisch-physische Eigenständigkeit unterdrückt wurde.
Die verhüllte, geheimnisvolle Symbolsprache des Märchens erlaubt der Frau - schrittweise - zögernd, abwartend-verpönte, andrängende und abgewehrte Bedürfnisse als innere Bilder wieder zu beleben. Dabei hat die Frau die Möglichkeit, Farbtöne und Schattierungen anzuwenden, die vorerst wenig angstauslösend sind, um dann langsam, Schritt für Schritt, dem neu entstehenden inneren Bild mehr Kraft und Ausdruck zu verleihen.
Der mit dem Gesellschaftswandel einhergehende Unterdrückungsprozess, die Umschichtung aller Werte und die Auswirkung dieser Entwicklung schildert Christa Wolf in ihrem Buch Kassandra. Die literarische Kassandra Christa Wolfs erlebt stufenweise den oben angesprochenen Bewusstseinsprozess. Kassandra erlebt die Qual der Ambivalenz, sie schildert ihre Ängste und Widersprüche. Auf einer höheren Bewusstseinsebene angekommen, meint Kassandra rückblickend:
Ich gönnte mir Zeit, ehe ich ihn (den Widerspruch) bemerkte, immer habe ich mir diese Zeiten von Teilblindheit gegönnt. Auf einmal sehend werden - das hätte mich zerstört.
Kassandra sucht ihre Identität, sie geht einen schmerzvollen Weg und findet zu den Müttern. Sie gewahrt Gleichgesinnte, die die alte matriarchale Gesellschaftsordnung beibehalten haben und zu Kybele, der großen Mutter vom Berge, beten. Diese Eingeweihten in die Kybele-Mysterien begleiten die suchende Kassandra sehr behutsam, ohne sie je zu drängen, ohne ihr Wissen aufzuzwingen.
Christa Wolf gibt uns mit Kassandra ein wichtiges Beispiel dafür, wie eine 'Frau im Aufbruch' begleitet werden muß. Leider wird vor allem in der Frauenbewegung oft wenig Toleranz und Verständnis gezeigt, wenn eine Frau erstmals ihre Fühler ausstreckt und ihre Erfahrungen vielleicht noch patriarchal gefärbt, darstellt. Oft wird sie brüskiert, und aggressiv angegangen. Verletzt ziehen sich diese Frauen dahin zurück, wo ihr Rollenverhalten nicht Anstoß nimmt. Feministinnen können von Christa Wolf lernen, wie Novizinnen aufgenommen und begleitet werden sollten."
Aus:
Sonja Rüttner-Cova, Frau Holle - Die gestürzte Göttin. Märchen, Mythen, Matriarchat
Montag, 17. August 2015
Und nun in meinem Account etwas psychologischer Mist. Der aber fruchtbar sein kann, wenn man den Dreck zum Wachsen wiederverwertet. Die Rede ist dort von Familienaufstellungen. Und wie die Seele bindet. Ja. In der Tat. Und wie wir alle wissen: Das kann sie sogar sehr erfolgreich. Manche - Berufsgruppen - fürchten aus diversen Gründen sogar, es gebe alte Hexen, die in Kontakt treten können mit uralten Seelen und sich von diesen hin und wieder ein wenig Hilfe holen können. Das ist natürlich schrecklich. Ganz schrecklich. Nicht wahr?
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