Donnerstag, 7. August 2014



















Eigentlich wollte ich irgendwann einmal mit meinem Bekannten Mohammed von Tunesien aus nach Libyen reisen. Bei ihm entdeckte ich auf einer Packung tunesischer Zigaretten ein Beispiel dafür, wie sich kluge Menschen im Alltag heute noch ihrer wunderbar weiblichen Kulturgeschichte erinnern. Nach dem Besuch in Libyen hätten wir dann vielleicht noch eine Kreuzfahrt unternommen.
Nun ist jemand aus Libyen nach Köln gekommen, hat ein paar Aufnahmen mitgebracht. Und ich freue mich immer noch auf einen Besuch. Greetings from Germany to Libya. Libyen? Hier ein paar Hinweise auf die wechselvolle Geschichte dieses afrikanischen Landes:






Die Geschichte der Tuareg ist voll von solchen Stammesgründerinnen und regierenden Königinnen, was auf ihr gemeinsames Erbe mit den Berbern in Libyen und im Atlas hinweist. Es waren ihre Ahnfrauen, die von dort in die große Wüste hinein auswanderten. Immer wieder wichen sie den verschiedenen Invasionen patriarchaler Eroberer der nordafrikanischen Mittelmeerküste aus, emigrierten mit ihrem Volk in die uferlose Weite von Sand und Stein, unterwarfen und beugten sich nicht.
Doch die begrenzten Weidegründe bei den Gebirgen der Sahara fanden sie nicht immer unbesiedelt vor, und so kam es zu Überlagerungskämpfen, denen sich spätere Hegemonie-Kämpfe der eingewanderten Stämme untereinander anschlossen. Diese Dynamik entstand durch die Knappheit an fruchtbarem Land unter den harten Bedingungen der Wüste, und sie führte zur Klassengesellschaft der Tuareg.
Wir wollen diese Geschichte hier verfolgen, sie spiegelt uns ein Stück der Entwicklung von Matriarchat in extremer Situation: So beginnt die Geschichte der Tuareg mit den sagenumwobenen "Libyern" der antiken Chronisten Herodot, Strabon und Plinius. Diese "Libyer" sind keineswegs ein einheitliches Volk gewesen, denn der Name ist nur eine Ortsbezeichnung. Gemeint sind mit ihnen alle weißafrikanischen Völker, die seit sehr langer Zeit den fruchtbaren, nordafrikanischen Küstenstreifen und die Oasen bewohnten. Was den antiken Schriftstellern am meisten an ihnen auffiel, ist ihre matriarchale Sozialordnung und ihre hohe Verteidigungsbereitschaft; dies und ihre Lebensweise zeigen, daß sie die Ahnen der Berber bzw. sogar mit ihnen identisch sind. Ihre kriegerischen Fähigkeiten haben sie entwickeln müssen, denn das Patriarchat hat ihre nordafrikanische Heimat in verschiedenen Gestalten heimgesucht und sie ununterbrochen bedrängt.







Libyer sind am dauerhaftesten aus der ägyptischen Geschichtsschreibung bekannt, wo sie über Jahrhunderte hinweg in Kämpfe mit den patriarchalen Pharaonen verwickelt waren. Die Ägypter hatten ihnen ihre Gebiete im Nildelta und der Oase Fayum weggenommen und sie in die libysche Wüste hinausgedrängt. Über Generationen kämpften sie um die Rückgewinnung ihrer alten Länder und Heiligtümer, mit wechselndem Erfolg. So sind auch die Isebeten ein alter libyscher Stamm, der 450 vor u.Z. vom Ägyperkönig Ramses III. geschlagen wurde und dessen Reste sich in die Wüste retteten. Ihre Ahnfrau und Gründungskönigin ist Esebet, nach der sie sich "Isebeten" nannten. Sie hatten Ackerbau und Viehzucht, d.h. eine gemischte Wirtschaft aus Anbau in Oasen mit nomadischer Ziegenzucht, ergänzt durch die Jagd auf Wildtiere, besonders die Wildesel. Damit waren sie wirtschaftlich den Bedingungen der Wüste - die damals noch regenreicher war - sehr gut angepaßt. Sie ließen sich im Ahaggar-Gebirge als ihrer Bastion nieder und hatten Höhlenwohnungen, in denen sie Felszeichnungen anbrachten, sie bauten Megalithgräber entlang der Flüsse und Wadis und unterirdische Vorratshäuser, rund und mit konischem Dach, für die Ernte. Sie waren keineswegs "primitiv", sondern kultivierte Leute und sprachen eine Variante des Tamazigh. Ihre Königinnen waren Kriegerinnen geworden; von einer wird berichtet, daß sie eine hervorragende Streitwagenkämpferin war. Sie wurde bei der Schlacht von Sagunt getötet (218 vor u.Z.), als sie mit ihren Leuten gegen Hannibal kämpfte.
Die Isebeten blieben nicht lange allein, denn auch andere matriarchale, altberberische Stämme flohen vor dem sich ausbreitenden Patriarchat in die Wüste.






Heide Göttner-Abendroth, Das Matriarchat II, 2. Stammesgesellschaften in Amerika, Indien, Afrika








































Freedom of Mind Video
Human Trafficking as a Commercial Cult Mind Control Phenomenon
via Steven Hassan







































Der Nachwuchs kam gerade aus dem Urlaub. Habe kurz das Video über die Wildpferde aus Ostfriesland gesehen. Schön, wie die Tiere sich Helen vorsichtig näherten. Luca geht es gut. Seiner Gesichtsfarbe nach zu urteilen war es sehr sonnig. In Köln ist das Wetter wechselhaft und hier oben in der Dachrinne sammeln sich bei Regen und Wind manchmal sehr viele Blätter von den Bäumen aus dem Park gegenüber, die dann dafür sorgen, dass das Wasser kaum ablaufen kann. Wahrscheinlich hatte die Hausmeisterin, Frau Christine Becker, das im Sinn, als sie mit Datum 6.8. diesen Zettel schrieb, der heute morgen auf dem Küchentisch lag:




"Hallo, Herr Berghausen, vor dem Sieb haben sich Blätter gesammelt, wodurch das Wasser nicht gut ablaufen kann. Würden Sie bitte veranlassen, daß Helen die Blätter in den Hof runter wirft?"
Nun, mit einem Telefonat und wenigen Worten habe ich dann alles Notwendige veranlasst.
Die gelb-blaue Stange, die jetzt im Flur neben dem Holzreiniger für die Regenrinne liegt, werden wir dann ebenfalls sinnvoll nutzen. Denn die Sicherheit ist auch unser Job.






Viel zu tun. Allerorten. Da knallen dann nicht nur die Türen. Nein, manchmal auch die (Sekt-) Korken, wenn man ahnungslos in wenig Unterwäsche so viel Vergnügen vor Augen hat. Habe heute in der Bäckerei kurz Kaffee getrunken, ein paar Erinnerungsmomente eingefangen, der abgespreizte Zeigefinger des 80-jährigen Ex-Polizisten beim Festhalten des Wasserglases hinter dem Mann erinnerte mich ein wenig an meine Großmutter, und, ja, ich habe wahrscheinlich wieder ein wenig abgenommen, dann einen Blick auf das Handy-Bild um 14:04 Uhr werfen dürfen, die telefonischen Grüsse von Wolfgang mit viel Freude entgegengenommen, der nämlich ganz Ohr ist, wenn es um Mode und guten Geschmack geht, und später dann noch eine gesunde Hühnersuppe beim Özurfali in der Weidengasse bestellt, die ich nun in aller Ruhe zu Hause geniessen kann.
So. Und jetzt geht Hase wieder ans Werk. Morgen ist dann Freitag. In manchen Mythologien der freie Tag für Zigeuner, zauberhafte Green Men, allerlei Hexen und viele andere Huren.






















Montag, 4. August 2014



















Ja. Ich bin Linkshänderin. Nicht nur nachts.








































Indigene Überraschungen unter dem Kommando von Subcomandante Marcos:
Der Zapatistischen Armee zur Nationalen Befreiung (EZLN) war am vergangenen Freitag ein Überraschungscoup gelungen: Ohne dass die Aktion an die Öffentlichkeit gedrungen ist, konnte die Organisation mit rund 50.000 Anhängern in fünf Bezirkshauptstädte des Bundesstaates Chiapas einmarschieren."





























Die Geschichte von dem Einen und von den Allen




"... Und so sahen die allerersten Götter, dass zum Lernen, zum Arbeiten, zum Leben und zum Lieben ein jeder und eine jede notwendig ist. Aber sie sahen auch, dass einer oder eine allein nicht ausreicht. Sie sahen, dass alle gebraucht werden und dass nur alle zusammen ausreichend sind, um die Welt in Gang zu setzen. So wurden die ersten Götter zu Wissenden, jene, die die Welt erschufen. Sie verstanden es, zu reden und zuzuhören, diese Götter. Und Wissende waren sie geworden. Nicht weil sie viele Dinge kannten und auch nicht weil sie viel von der Sache wußten, sondern weil sie verstanden hatten, dass ein jeder und eine jede und alle zugleich notwendig und ausreichend sind."





Der Alte Antonio war gegangen. Ich blieb wartend zurück. Wartend, wie man auf das Meer und den Weizen wartet, wissend, dass beide kommen werden ... weil sie nie gegangen sind.




Alles Gute! Und vergesst Acteal nicht. Die Erinnerung ist die Wurzel der Weisheit.










Subcommandante Marcos
(Aus dem Kommunique an die nationale und internationale Zivilgesellschaft vom Dezember 1998)
(Assoziation A)























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"Für Kahina und all' die Königinnen, die mit ihrem Volk in die Wüste gingen"
Einleitung zu einem Essay über die Tuareg
Mit großem Dank für das Lebenswerk von Dr. Heide Göttner-Abendroth