"Die Versuche von Seiten der extremen Rechten in Israel, den arabischen Bürgern des Landes zu verbieten, der Nakba zu gedenken, sind bösartig, töricht und zum Scheitern verurteilt. Allerdings sind auch die Initiativen der extremen Linken, die darauf abzielen, den Nakba-Tag zu einem gemeinsamen Gedenktag aller Bürger Israels zu machen, zum Scheitern verurteilt. Israel ist kein binationaler Staat, und bei aller Liberalität und Humanität, ist es schwer, Sieg und Niederlage auf gleiche Weise zu behandeln. Was von der jüdischen Mehrheit gefordert werden kann, ist, der Trauer der Palästinenser respektvoll zu begegnen. Das Hindernis, das bislang jedem ernsthaften Versuch in dieser Richtung im Wege gestanden hat, ist die Art und Weise, in der die Nakba im palästinensischen Narrativ dargestellt wird. Liberale Israelis müssen aufrichtig genug sein, sich gerade auch mit dieser Frage auseinanderzusetzen. Erstens, ist der bloße Begriff „Nakba“, dessen arabische Bedeutung am ehesten „Unglück“ ist – als ob von einer Naturkatastrophe die Rede wäre und nicht vom Ergebnis menschlichen Handelns -, ein Ausweichen vor dem historischen Kontext der Ereignisse. Die „Nakba“ war kein Unglück; sie war das Ergebnis einer militärischen und politischen Niederlage, die von politischen Entscheidungen herrührt, für die es Verantwortliche gab."
"Über den erfolgreichen Widerstand der Berliner Frauen in der Rosenstraße ist in der GWR immer wieder berichtet worden (vgl. GWR 138, 149, 176, 222): während der ersten Märzwoche im Jahr 1943 gelang es insgesamt ca. 1000 Frauen, die in Mischehen mit jüdischen Männern lebten, mit öffentlichem, unbewaffnetem zivilen Ungehorsam ca. 1700 Juden, die deportiert werden sollten, frei zu bekommen. Einige wurden deshalb sogar aus Auschwitz, wohin sie schon deportiert worden waren, zurückgeholt. Die Frauen hatten sieben Tage lang, oftmals auch die ganze Nacht hindurch, vor dem Sammellager in der Rosenstraße demonstriert. Manchmal wurden Maschinengewehre gegen sie aufgefahren und sie flüchteten in angrenzende Hauseingänge - aber immer wieder kamen sie zurück und schrien: "Gebt uns unsere Männer wieder!" oder "Mörder!" Es war die größte und erfolgreichste innerdeutsche Widerstandsaktion während der gesamten Zeit des Nationalsozialismus. ... Es kann gar nicht deutlich genug darauf hingewiesen werden, daß diese Machtheorie aus Hitlers Erfahrung der Niederlage im Ersten Weltkrieg stammte. Seiner Wahrnehmung nach wurde der "Dolchstoß" damals von zwei Strömungen geführt: dem Pazifismus und den Frauen. Und in der Tat waren ja die großen Friedensdemonstrationen des Jahres 1918 mehrheitlich Frauendemonstrationen. Hitler nahm also wahr, daß öffentliche Unzufriedenheit von Frauen im eigenen Hinterland die Kriegsanstrengungen an der Front und damit eine vermeintlich unantastbare Macht vollständig zerstören konnten. Es war für ihn eine Lehre: sowas sollte sich nie wiederholen."
.
.
'Für den Fall der Fälle gab Hubbard seinen Agenten folgenden Ratschlag: "Lokalisiere die möglichen Ärgernisverursacher, indem du nach Leuten Ausschau hältst, die Gerüchte verbreiten. Finde dann den Unterdrücker und "drück ab". Ruhe wird eintreten. Tech ist drinnen. (Fußnote) Zum Ausbildungsprogramm des Guardian's Office gehörten folglich Tipps, wie man richtig "abdrücken" sollte. Die Novizen lernten, anonyme Morddrohungen gegen Journalisten zu verfassen, Rufmordkampagnen gegen missliebige Kritiker anzuzetteln, Zeitungsausschnitte zu fälschen und Einbrüche zu planen und durchzuführen. Hubbards geheimdienstliches Curriculum, der Guardian's Office Intelligence Training Course umfasste 800 Seiten und enthielt Kapitel über das Abhören von Telefonen, Kampagnen zur Erzeugung von Psychosen, das bewusste Streuen von Gerüchten und alle denkbaren Arten von Desinformation - für eine "Kirche" sicher ein einzigartiges Dokument. (Fußnote) Mit seiner Hilfe wurden Scientology-Pressesprecher darauf gedrillt, die Medien bewusst zu belügen. Damit lernten sie die Rollback Technology, die gezielte Indiskretionen und durch das Streuen von Gerüchten Misstrauen und Feindschaften zwischen der Zielperson und ihren Freunden, Kollegen, Bekannten sät. Weitere Mittel der Kritikerbekämpfung fungierten unter so sprechenden Titeln wie Dirty Tricks, Dead Agenting (den Gegner zerstören) oder dem altem Geheimdienstcode Black Propaganda für Verleumdungstechniken. Das Repertoire scientologischer Aufklärungs- und Abwehrmethoden war von Diensten wie der CIA abgekupfert, entsprechend ausgetüftelt worden.'
Aus: Frank Nordhausen - Liane v. Billerbeck, Scientology. Wie der Sektenkonzern die Welt erobern will.
Avey: Unsere Wächter gehörten zur Wehrmacht und waren weniger brutal und sadistisch als die SS-Männer. Im Sinne der Nazis waren Engländer Arier. Das Programm "Vernichtung durch Arbeit" galt nur für die Stripeys.
Welt Online: Was war das Unmenschlichste, was Sie bei Ihrer Arbeit mit angesehen haben?
Avey: Einmal wurde ich zu einer Bahnstation außerhalb unseres Lagers gebracht, um Baumaterial zu holen. Aus Viehwaggons wurden Häftlinge in Zivilkleidung getrieben. Eine Frau hielt ihren weinenden Säugling in den Armen. Ein SS-Mann schrie sie deswegen an.
Als der Säugling weiterheulte, holte der Mann aus und rammte dem Baby seine Faust ins Gesicht. Das Baby war sofort tot. Ich erbrach mich beinahe vor Entsetzen. Ein anderes Mal stand beim Kabelverlegen ein junger Jude neben mir, vielleicht 18 Jahre alt.
Ein SS-Offizier schlug ihm so lange ins Gesicht, bis er fast tot war. Ich weiß nicht, was über mich kam, aber ich brüllte den SS-Mann auf Deutsch an: "Du verfluchter Untermensch!"
Mir war klar, dass für einen Nationalsozialisten "Untermensch" die allergrößte Beleidigung war. Er hämmerte mir seinen Pistolengriff aufs rechte Auge, und ich verlor das Bewusstsein. Nach dem Krieg entwickelte sich in dem verletzten Auge Krebs. Seither habe ich ein Glasauge.
Welt Online: Sie waren mit rund 1000 alliierten Kriegsgefangenen im Lager E715 untergebracht. Wussten Sie, dass sich in Ihrer unmittelbaren Nähe das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau befand, in dem mehr als eine Million Menschen ermordet wurden?
Avey: Nein. Bei Westwind kroch einem ein widerlicher süßlicher Gestank in die Nase. Er kam aus Schornsteinen, die einige Meilen entfernt standen. Dass sie zu Krematorien gehörten, in denen Menschen verbrannt wurden, wussten wir nicht.