Freitag, 1. Januar 2010

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Die Baba Yaga.
Eine mythologische Figur aus Osteuropa





"Das Wort Baba (Weib) bezeichnet in den meisten slawischen Sprachen eine ältere oder verheiratete Frau von niedriger sozialer Herkunft oder einfach eine Großmutter. Jaga ist auch eine polnische Abkürzung des weiblichen Vornamen Jadwiga.
Es gibt seit Neuestem linguistische Hinweise, dass der Begriff "Jaga" womöglich von dem Skythischen Namen Aga (alte geehrte Frau/ schamanistische Priesterin in den Finno-ugrischen, turkischen und mongolischen Völkern mit der schamanistischen Religion Tengrismus) abstammt.
In ganz alten Märchen lebt die Baba Jaga sesshaft (etwa in einem Tal oder in einem Waldabschnitt) und kann ihre Unterkunft nicht verlassen, weil ihre Zauberkraft mit dem Ort verbunden ist. In späteren vorchristlichen Märchen bewegt sie sich sehr schnell zu Fuß und ist nur an bestimmte natürliche Landesgrenzen gebunden. (Flüsse, Berge, Wälder, Täler). In Märchen nach der Christianisierung bekam die Baba Jaga einen Besen, eine schwarze Katze und steht – wie die Hexen – im Bunde mit dem Teufel. Das Christentum begann im Mittelalter die heidnischen Sagen, unter anderem die Sagengestalt Baba Jaga, abzuwerten. So wird aus der machtvollen, klugen alten Frau eine böse, unheimliche Frau, die mit dem Teufel im Bunde steht. Teilweise wird sie sogar als die Großmutter des Teufels bezeichnet.








In den variantenreichen Geschichten erscheint Baba Jaga einerseits als eine magere und hässliche alte Hexe mit eisernen Zähnen, die im Wald lebt. Sie isst Menschen und dekoriert ihren Gartenzaun mit deren Schädeln. Andererseits tritt sie auch als helfende Gestalt auf, die gute Ratschläge erteilt oder kostbare Geschenke macht. Sie wohnt in einer Hütte, die auf Hühnerbeinen steht. Manchmal heißt es sogar, dass sie damit die sterbenden Menschen verfolgt und schließlich zu sich holt. Oft wird das Häuschen auf Hühnerbeinen als Hütte ohne Eingang beschrieben. Es dreht sich nur bei einem bestimmten Codewort um und hat dann eine Eingangstür. In anderen Geschichten reitet sie auf einem eisernen Ofen, der auf Hühnerbeinen läuft. Sie kann auch in einem Mörser fliegen, den sie mit dem Mörserstößel lenkt und verwischt ihre Spuren mit einem Besen. Häufig gilt sie als Mutter von Koschei dem Unsterblichen.
In späteren ukrainischen, weißrussischen und ostpolnischen Märchen tritt die Baba Jaga als gestaltänderndes weibliches Wesen auf, das dem Teufel als Untertan bzw. Seelenfänger dient. Dabei spielt der Kampf zwischen den treuen Christen (meist männlich) und der hinterlistigen Hexe (Vedjma; Wiedźma), die versucht, in der Gestalt einer hilflosen Frau auf den Rücken des Protagonisten zu springen, um ihn dann zu Tode zu hetzen (buchstäblich zu reiten) oder ihn mit Hilfe von Illusionen vom Glauben abzubringen, die zentrale Rolle in den Sagen über die Baba Jaga.
In modernen Märchen und Erzählungen lebt Baba Jaga als normale Frau (meistens als Schwiegermutter, Großmutter, Mutter oder die Frau des Dorfältesten) unter den Menschen und wird nur nachts bzw. bei Vollmond als böse offenbar."







In der Kunst treibt die Vorstellung von der Baba Yaga als teuflisch böse Frau bunte Blüten. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Film namens Baba Yaga - Foltergarten der Sinnlichkeit? Gibt's im Angebot zusammen mit "Geschändetes Fleisch". Und dann wäre da auch noch der Horrorfilm "Baba Yaga", Distributor Blue Underground, welcher ganz prima zu diesem Beitrag bei der Encyclopedia Mythica passt: In a number of East European myths, a Baba Yaga (there are more than one) is a cannibalistic witch who lives in a hut on the edge of the forest.







Bei der BBC sieht man das so: Baba Yaga - the Archetype
Baba Yaga the Crone is a fearsome, wild creature. She is above all powerful, and to be feared and respected. She is an aspect of the Triple Goddess: maiden, mother, crone. Confronting and integrating her lessons make the heroines stronger and wiser. In confronting her, the heroines have to listen to their intuition. She represents life, death and rebirth, and has similarities to Kali and Hecate. She is a wise woman. The word 'witch' originally meant 'wise'.
In the modern age, women are learning how to respect the crone aspect of their lives. This is a balancing aspect for the 'youth cult', in which young is beautiful and desirable and older is seen as being something to be avoided. The crone aspect shows the wisdom and the power of the grandmother. This can only be for the better.









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