Montag, 31. Oktober 2016



























Ich fasse es nicht. Lese gerade einen Artikel in einem sogenannten Forum für Philosophie. Ich zitiere die Dame. Die Überschrift lautet "Nicht meine Feste". Dann heißt es: "Ich weiß nicht, ob es für Amerikanerinnen bei Halloween etwas zu feiern gibt. Das, was hier von diesem Fest angekommen ist und was – sicher auch aus kommerziellen Gründen – von Jahr zu Jahr mehr Raum bekommt, habe ich von Anfang an abgelehnt". Den Artikel verlinke ich nicht. Und hier ist nun wieder der alljährliche Beitrag zu Halloween - Samhain. Die alte Seite der Cyberweiber aus Österreich existiert nicht mehr, von dem der lange Text stammt. Hier ist die neue Seite.





Vorher aber noch ein ganz kleines Update. Soeben Bilder-Wahl zu Samhain bei Facebook. Mein Bildschirm bot mir eine selektive Auswahl an. Und ein: Treffer! Ja. Das zum Thema selektive Bildsauswahl. Ja, es war das Bild einer Schwangeren von Gustav Klimt. Das konnte bei Facebook soeben nur mit einer verworrenden Zahlenangabe hochgeladen - oder aber - welche Überraschung - der Vorgang abgebrochen! werden. Auch im Trialog mit dem Account G.Z. herrschte eben offenbar große Freude über meine Antwort, dass der "Fahrzeug-Schein hinter der Sonnenblende oben links" zu finden sei. Meldung jetzt 15 : 12 - 23 am Smartphone. Und richtig leckere "Brot und Brötchen". Und nun der Text. Happy Halloween!






Vielfach wird Halloween als reiner Kommerz wahrgenommen, als Gaudi für Kinder, die sich immer mehr verbreitet. Kritische Artikel bezeichnen es als amerikanischen Brauch, der nach Europa importiert wurde, wobei gerade noch bewusst ist, dass Halloween usprünglich von den britischen Inseln stammte. Tatsächlich ist es eigentlich die Wiedereinführung des "heidnischen" Totengedenkens der KeltInnen, die hier, in der Schweiz und in grossen Teilen Deutschlands schon lebten, bevor sie zu "InselkeltInnen" wurden. Samhain, gesprochen Sa-un oder So-win, bedeutet Ende des Sommers und basiert auf der alten Teilung des Jahres in ein Sommer- und ein Winterhalbjahr. Erst die Römer führten einen Kalender ein, bei dem das Jahresende "unlogisch" mitten in den Winter im Dezember fiel. Samhain überstand die Christianisierung deswegen recht gut, weil die KeltInnen bei aller Freude an Festen auch in dieser Jahreszeit hierbei doch auch recht nachdenklich waren und innehielten."






Papst Gregor IV verfügte im Jahr 837, dass Tote geehrt werden sollten. So setzte man für den 1. November Allerheiligen an und am darauf folgenden Tag Allerseelen. Aus Samhain wurde etwa im 16. Jahrhundert "All Hallows Eve", woraus dann der Name Halloween entstand. In Österreich wurden Blumen und Früchte auf Gräber gelegt, es gab Musik und Tanz auf Friedhöfen. Auch das Vieh wurde vom Tod eines Menschen verständigt, man gedachte der Seelen der Toten am dritten, siebten und dreissigsten Tag.






Im Tiroler Vintschgau sagte man zu Sterbenden einst, lass dir's gutgehen oder mach's denn gut, da die Menschen überzeugt waren, dass der Tod nicht das Ende, sondern den Übergang in eine andere Welt bedeutet. In der irischen Überlieferung gibt es die Bean Sí, anglisiert Banshee, die Todesfee, die man klagen hört, bevor jemand stirbt. "Häufig kommen die Bewohner der ewigen Welt, wenn ein Mensch stirbt, hervor und treten in unsere sichtbare Welt. Es kann viele Stunden, manchmal ganze Tage dauern, bis jemand stirbt.






Kurz vor dem Moment des Todes sehen viele einen toten Angehörigen, Ehepartner oder Freund. Der Schleier, der unsere Welt von der ewigen trennt, ist im Umkreis des Todes sehr dünn. Und in manchen Fällen öffnet sich dieser Schleier tatsächlich einen Moment lang, so dass der Sterbende einen kurzen Blick in die Ewigkeit werfen kann." (John O'Donohue, "Anam Cara")