Dienstag, 16. Februar 2016























Wer sich auf die Suche machen sollte nach Bildern, Dokumenten und Anregungen zu matriarchaler Kulturgeschichte, möge sich bitte nicht abschrecken lassen. Es ist immer die Frage, wer aus welchen Gründen wen wie fotografiert. Und vor allem: Wer für die Bilder bezahlt. Das gilt nicht nur für die Modebranche. Auch im Elfenbeinturm hat man teilweise einen sehr selektiven Blickwinkel. Es ist wirklich erstaunlich, was da manches ethnologische Institut an Bildern veröffentlicht. Wer war das noch gleich, der da im Zoo die Grimassen für die Besucher zieht? Doch vieles ist eben einfach eine Frage von umfassender Bildung, und die erhält man nicht zwangsweise durch ein Studium. Wer bestimmt den Bildungskanon? Wie definierte und definiert man Ästhetik? Unsere philosophischen Väter hatten da doch einen recht eingeschränkten Blickwinkel. Und nun? Das Pascha-Paradies mit seinen StiefelträgerInnen reagiert jetzt teilweise ein wenig beleidigt, weil die Schablonen aus irgendwelchen Gründen immer weniger Gefallen finden. Das gilt für viele Bereiche. Fanden sich in der Fachliteratur beispielsweise jede Menge Hinweise auf florierende Märkte und diesen Ort als soziales Zentrum der Gemeinschaft, so suchte man im Internet eine Zeit lang ziemlich vergebens. So eine Supermarkt-Kette hat halt einen wesentlich größeren Werbe-Etat. Das ändert sich nun langsam. Suchte man nach der schönen älteren Dame mit Doktortitel, die mit silbergrauer Kurzhaarfrisur als Clanchefin viel Verantwortung trägt, in den meisten Fällen ebenso vergeblich, so finden Fotografen nun tatsächlich immer mehr Gefallen daran, nicht nur frischen Fisch und Geflügel die ganze Bandbreite eines würdevollen oder auch weniger würdevollen Lebens zu zeigen.