Donnerstag, 18. Juni 2015















Hadas-Handelsman: Wir haben unsere Vorstellung über „Breaking the Silence“. Man darf dabei nicht vergessen, dass „Breaking the Silence“ eine israelische NGO ist und auch in Israel tätig ist. Das ist kein Problem. Das Problem mit der Ausstellung ist, dass es nur einseitig die Probleme und Geschichte Israels vorstellt. Sie zeigen nur ein Teilbild Israels, und das ist leider schon eine Aussage. Wenn es Ungerechtigkeiten gibt, und leider gibt es sie wie in jedem Land, dann setzen wir uns damit auseinander. Vor zehn Jahren haben wir Gaza einseitig geräumt. Schimon Peres hatte zu dem Zeitpunkt gesagt, dass Gaza das „Singapur des Nahen Ostens“ werden könnte. Stattdessen hat es sich zu einem Drehkreuz des Terrorismus im Nahen Osten entwickelt.





... Sie haben kein Problem mit der Ausstellung an sich in Deutschland, das ist Pluralismus, sagen Sie. Aber in der Schweiz wurde vehement von der israelischen Botschaft gegen die Ausstellung in Zürich interveniert. Ist es nicht klüger, souverän damit umzugehen?




... Hadas-Handelsman: Im Fall der Schweiz war es ein Problem, dass die Regierung der Schweiz „Breaking the Silence“ finanziell unterstützte. Es stellte sich die Frage, ob das nicht eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines anderen westlich-demokratischen Staates ist. Das ist es, was uns geärgert hat. Man muss sich erstens fragen, ob das von Seiten der Organisation klug ist, das Geld eines fremden Staates zu nehmen. Und zweitens ist die Frage, warum eine ausländische Regierung die Organisation unterstützt.