Montag, 30. März 2015
















Gestern blätterte ich in einem Buch über matriarchale Kultplätze in der Eifel. Der Neanderthaler muss wieder herhalten. Dieser ist schuld daran, dass es rote Haare auch heute noch gibt. Und rote Haare sind bekanntlich des Teufels, welcher sich gerne mit Hexen, Huren und Juden umgibt. Nachdem der Neanderthaler ausgestorben war, so die Autorin, ging es endlich bergauf mit der Kultur. Ach, ehrlich? Gefördert wurde dieses Werk von der Gerda-Weiler-Stiftung. Nun war Gerda Weiler eine der Autorinnen, deren kulturgeschichtliche Kenntnisse ich sehr schätze. Leider kannte sie aber wohl zu wenig Risiken und Folgen biologischer Kriegsführung. Anders sind ihre Dialoge über ihre diversen Krankheitssymptome mit der späteren Sachverwalterin ihres Werkes in einem kleinen Bändchen mit so mutmachendem Titel kaum zum verstehen. Das Bedauern über die Krankheitssymptome von Gerda Weiler hat für mich einen ganz schalen Beigeschmack.
Gerda Weiler hat sich explizit gegen jeden Versuch der Vereinnahmung matriarchaler Kulturgeschichte durch antisemitische Strömungen gewendet, die sich leider eben auch in Teilen der Matriarchatsforschung zeigen. Ich kenne die Gründe von Heide Göttner-Abendroth für ihre Danksagung und Widmung im neuen Buch nicht, finde sie aber sehr interessant. Der Titel: Matriarchale Landschaftsmythologie. Von der Ostsee bis Süddeutschland. Sie erwähnt drei Stiftungen, mit Hilfe dessen das Buch veröffentlicht werden konnte. Und schreibt: "Eine Stiftung, die nicht genannt werden möchte - Der "Fonds für Matriarchatsforschung" im Förderverein der Akademie HAGIA e.V. - Die Gerda-Weiler-Stiftung für feministische Frauenforschung, Mechernich - Eifel