Sonntag, 30. November 2014



















So so. Der angeblich isolierte Präsident Putin am Tisch wurde also im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gezeigt. Und jetzt wird selber veröffentlicht, wie sehr an dieser Szene geschnitten wurde. Es waren wohl doch einige da. Und nun das Interview:




Wolfgang Bittner: Das abgehörte Telefonat der EU-Beauftragten des US-Außenministeriums, Victoria Nuland mit dem US-Botschafter in Kiew belegt US-Einmischungen in der Ukraine. Danach plante Washington bereits das Szenario für die Zeit nach dem lange vorbereiteten Staatsstreich und favorisierte seinen Günstling, den Oligarchen Jazenjuk, der dann auch Präsident wurde. Jazenjuks Stiftung "Open Ukraine" pflegt intensive Beziehungen zur US-Regierung und zur Nato und wird vom Westen gesponsert.




Laut Nuland haben die USA mehr als fünf Milliarden Dollar in den "Regime Change" in der Ukraine investiert. Rundfunk und Presse bei uns lenkten die Aufmerksamkeit aber nur auf das vergleichsweise belanglose "Fuck the EU"-Zitat aus dem Telefonat der US-Diplomatin. Auch die US-Unterstützung für Rechtsextremisten ist belegt: So bekam der Chef der rechtsextremen Swoboda-Partei, Oleg Tjagnibok, Zusicherungen des ultrakonservativen US-Senators John McCain, den die Republikaner immerhin als Präsidentschaftskandidaten ins Rennen gegen Obama geschickt hatten. Jazenjuks Kooperation mit den militanten Rechtsextremisten wurde von westlichen Medien kaum problematisiert.





Dass sich aber die überwiegend russischsprechenden Ostukrainer nicht "von einer Sammlung von Verbrechern, Abkömmlingen ukrainischer Nazis und in den IWF und die EU verliebten Oligarchen" regieren lassen wollten - so der niederländische Politikwissenschaftler Karel van Wolferen -, ist nur zu verständlich. Ergebnis des prowestlichen Umsturzes: Der frisch zum Staatspräsidenten gekürte Oligarch Petro Poroschenko unterzeichnete eilig das umstrittene Assoziierungsabkommen mit der EU."






Dann mal an die Arbeit. Ich jedenfalls reiche nicht nur höchstpersönlich jedem und jeder die Leiter, falls er oder sie über die Balkonbrüstung springen möchte. Vielleicht bellt irgendwo vor Freude ja auch noch ein kleiner Hund. Dem geht es dann genau wie mir. Gruss an den sehr transparenten, sehr sichtbaren Mythos Odessa. Und andere gladiosen Nummern.






Update: Lese gerade die aktuellen Kommentare. Gibt es hier eine Quelle? "USAID waren die, die afghanische Schulkinder unter anderem dadurch radikalisierten, dass sie sie mit Schulbüchern beglückten, in denen sie mit Handgranaten und getöteten russichen Soldaten rechnen lernen sollten."






Update Montag 7.16 Uhr: Auch hier gibt es offenbar erheblichen Aufklärungsbedarf.







Update Montag 23:17 Uhr: "Mitte November hatte der ukrainische Präsident, Petro Poroschenko, bekannt gegeben, dass in die "okkupierten Gebiete" (gemeint sind die selbsternannten Republiken) keine Renten und andere Sozialleistungen mehr überwiesen werden. Außerdem sollen aus den selbsternannten Republiken alle staatlichen ukrainischen Unternehmen abgezogen werden. Betroffen von der Wirtschaftsblockade sind etwa vier Millionen ukrainische Staatsbürger, die noch in den von Aufständischen kontrollierten Gebieten leben.


In dem ARD-Interview am Sonntagabend begründete der ukrainische Präsident die Nichtzahlung der Sozialleistungen damit, dass es in den "okkupierten Gebieten" faktisch kein Bankensystem mehr gäbe. Die Banken würden von den "Banditen" (gemeint sind die Aufständischen) ausgeraubt. Beweise für diese Behauptung nannte Poroschenko nicht. Der ARD-Korrespondent wollte offenbar auch keine Beweise hören. Zumindest fragte er nicht nach (Poroschenko: "Ich weiß, dass die Wahrheit mit uns ist")."