Samstag, 15. Februar 2014




















Die beste Literatur zur Traumaverarbeitung, die ich gelesen habe, kommt von Überlebenden des Holocaust. Diejenigen, die versuchen, auf ihren Spuren zu wandeln, erzählen wie die Blinden von blühenden Landschaften. Wenn sie nicht gleich die ganze Erfahrung versuchen, ins (politische) Gegenteil ziehen. Von diesen Überlebenden hat keiner geschrieben, man müsse zur Traumabewältigung noch einmal das Trauma durchleben. Es fehlt jetzt nur noch die Atemtechnik im Abzählreim einer deutschlandbekannten Quasseltante, Autorin und Klinikleiterin.




Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten! Mit schamanischen Grüssen. Denn das Überleben hat einen Sinn. Ich lebe zum Beispiel in einem Land, in dem Menschen mir das Wort "Kässbohrer" an den Bildschirm blenden. LeserInnen dieses Blogs haben sicher eine Vorstellung davon, was gemeint sein könnte. Ein Land, in dem Menschen nicht nur mir eine kochend heiße Tasse Wasser vorsetzen und das Team mich in aller Ruhe darauf aufmerksam macht. Eine Tasse kochend heißes Wasser, so, wie sie das kleine Kind vom Brutkasten aus wiederverwertetem Haus erhalten hatte. Ein Land, in dem Menschen mir vorspielen, was meine nächtliche Leselektüre war, die keltische Frau von Jean Markale kennt das Wort Mohammed, und nicht Mustafa. Was jetzt nur wenige verstehen. Ein Land, in dem missbrauchte Menschen nicht ihre Missbraucher angehen, sondern lieber einen Sündenbock verantwortlich machen und ihre Sehnsucht nach Seife in die Welt hinausschreien. Ein Land, in dem Frauen entsetzt sind über ihre Kollegin im Dienst, die sich als luntegelegte Nazi-Nutte entpuppt, die den Granatapfelsaft daher genau in der richtigen Dosierung bekommt. Nazi-Nutten wie diese gilt es, ausfindig zu machen. Sie zu enttarnen. Und sie zu neutralisieren. Denn das Überleben hat einen Sinn. Und dem Kreis des Lebens wohnt eine Schönheit inne, die es zu schützen gilt vor den Zerstörern.























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