Donnerstag, 30. Mai 2013




















Julius Evola. Den Tiger reiten. Wenn aus schamanischer und heidnischer Vorstellung von energievollen Verbindungen ein esoterisch begründeter und frauenverachtender Faschismus wird. Sogenannte Kshatriya sind in Evolas Werk „spirituelle Krieger“ die es bewältigen „den Tiger zu reiten“ (Cavalcare la Tigre) – also der Moderne zu widerstehen und sie zu überwinden:
"Evola vertritt in seiner Philosophie eine polare bzw. duale Sicht der Dinge: dem männlich-solar-transzendenten, dem Spirituellen zugewandten sakralisierten Kshatriya-Prinzip[7], stellt er das weiblich-lunare, dem Spirituellen abgewandte entgegen. So bezeichnet er die dem Römischen Reich in Europa folgenden, sich mit fortschreitender Zeit immer stärker dem Materialismus zuneigenden Gesellschaftsordnungen als lunar-dekadent und daher involutiv, d.h. als vom kulturellen Niedergang gezeichnet und somit dem Untergang geweiht, denn es fehle, aus Evolas Sicht, „das Sakrale der Antike“."





Matriarchal strukturierte Gesellschaften sind nach dieser Auffassung dem Untergang, also dem Gang nach unten geweihte, lunar-dekadente Gesellschaften. Der zum Lichte strebende Mann, der spirituelle Krieger lässt sich hoffentlich nicht vom Weg ablenken und läuft in die dunkle Höhle. Oder ist es die Hölle? Ist es dort, wo einem der Teufel im Nacken sitzt, wenn man weiter die zur Ekstase, zur Verbindung mit dem All fähigen Frauen erniedrigt und die Göttin - in uns allen - verleugnet?