Dienstag, 9. April 2013




















"In Chile endete am 25. Januar nach fast 15 Jahren der Prozess gegen sechs Führungsmitglieder der Colonia: Alle wurden vom Obersten Gerichtshof des Landes rechtskräftig verurteilt wegen "Beihilfe zum sexuellen Missbrauch" - sie sollen Paul Schäfer, dem pädophilen Anführer der evangelikalen Sekte, Kinder zugeführt haben."





(ISLA-Search zum Thema. Ich zitiere ausserdem mit viel Vergnügen aus Wikipedia: "1956 gründeten der ehemalige evangelische Jugendpfleger Paul Schäfer und der aus der Gronauer Baptistengemeinde ausgeschlossene Prediger Hugo Baar in Lohmar-Heide bei Siegburg die „Private Sociale Mission“, ein Erziehungsheim für Kinder von Gruppenmitgliedern. Die Trennung von der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Gronau, bei der sich 35 von 93 Ehepaaren Paul Schäfer anschlossen, erfolgte zur Jahreswende 1959/60. Nach Aufnahme von Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen Schäfer wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs flohen Mitglieder der Gruppe nach Chile, wo 1961 die Colonia Dignidad gegründet wurde. Schäfer versprach ein „urchristliches Leben im gelobten Land“ und prophezeite eine angeblich drohende russische Invasion in Deutschland, um Zögernde und Ängstliche umzustimmen. Schäfer entführte auch Minderjährige nach Chile, deren Eltern ihre Erlaubnis zu einer angeblichen Chorfreizeit gegeben hatten. Neben millenaristischen Elementen und dem Bezug auf die Gütergemeinschaft der Jerusalemer Urgemeinde spielen in der Lehre auch pfingstliche Ansichten eine Rolle.
In Chile baute die Gruppe eine Kolonie auf, in der sie streng abgeschottet von der Außenwelt lebte und nur auserwählte Besucher empfing. Die Siedler konnten lange Zeit fast autark leben, da sie ein Mustergut aufgebaut hatten, für das sie viel Bewunderung ernteten. Die Führung hatte Kontakte zur rechtsextremen Gruppierung Patria y Libertad und unterstützte damit indirekt den Putsch des chilenischen Militärs am 11. September 1973. Dabei wurden unter Ausnutzung zollrechtlicher Vorteile Feuerwaffen und Munition von Deutschland über den Seeweg illegal nach Chile eingeschleust".





"Der Fernsehjournalist Gero Gemballa, der zwei Bücher zum Thema verfasst hat, meint: „Es ist erstaunlich, dass die Colonia Dignidad anders als andere Sekten in der internationalen Berichterstattung so nah am Tatsächlichen beschrieben wurde, so wenig Übertreibung, Phantasie und Gruseliges hinzugefügt wurde. Vielleicht lag das daran, dass die Realität eigentlich nur noch schwer zu übertreffen ist.“ Er widerspricht der These, dass es für die Verbrechen der Colonia Dignidad nur einen einzigen, allein verantwortlichen Täter gebe, nämlich Paul Schäfer. Seine Nachforschungen machen ein institutionalisiertes Geflecht aus deutschen, chilenischen und internationalen Wirtschafts- und Geheimdienstinteressen, Waffenschieberei und aktiver Komplizenschaft bei der Liquidierung von Gegnern des Pinochet-Regimes deutlich. Darum habe man die Dignidad unantastbar zu machen versucht, woran alle Versuche, diese kriminelle Vereinigung auszuschalten, gescheitert seien.
Der Journalist Jürgen Schübelin merkt in einer Rezension[8] zu einem Buch Gemballas an, dass Zynismus schon immer fester Bestandteil von Terrorherrschaft gewesen sei: „Arbeit macht frei, schrieb die SS über das Haupttor vieler Konzentrationslager, Libertad nannte die uruguayische Militärjunta das größte und furchtbarste Foltergefängnis im Land, und Colonia Dignidad (Kolonie der Würde) ist der Name eines kleinen faschistischen Modellstaates in der südchilenischen Provinz, umgeben von Stacheldraht, Wachtürmen, Stolperfallen – autark, aggressiv und schwer bewaffnet. Nirgendwo wird dem Prinzip Sauberkeit so gehuldigt wie in Dignidad. Wer etwas verschmutzt oder zerbricht, wird bestraft. Wer „unreine“ Gedanken hegt, wird dafür geprügelt und mit Elektroschocks gefoltert“.
Auch Friedrich Paul Heller warf der Colonia Dignidad Klerikalfaschismus und Unterstützung des Regimes von Pinochet vor".





Tja. "Dann sollten ja auch Kinder kommen". Wer da wohl wen angefickt hat? Heiligt der Zweck eigentlich alle Mittel? Werden die Bilder der anderen wieder vor lauter Wut in die graue Stahl-Kassette gepackt und die historischen Dokumente einfach in die Mülltonne geworfen? Und was passiert sonst noch mit unterschwelliger Wut der vollbusigen Brutkästen? Es gibt sicher viele, die einiges zu erzählen haben. Und auch das schlechte Gewissen im Gesicht des Mannes beim Blick auf die Verbrühungen des kleinen Kindes wird nicht vergessen.