Donnerstag, 25. April 2013




















Das wilde Gartenblog: EU-Saatgutverordnung: Samen- und Pflanzentausch demnächst strafbar? Dürfen Bauern und Privatleute (also auch Kleingärtner!!!) in Zukunft ihre selbst gezüchteten Samen noch nicht einmal mehr untereinander verschenken?




“Tatsächlich wird aktuell an einer Reform des europäischen Saatgutrechts gearbeitet. Gerade die Akteure aus dem kleinteiligen Bereich, Initiativen und Vereine aber auch engagierte Fachleute sind über die derzeit diskutierten Entwürfe beunruhigt. Zwar ist die EU auch an internationale Vorgaben und Gepflogenheiten (die den allgemeinen und freien Zugang zu genetischen Ressourcen regeln und fordern…) gehalten, aber durch Art und Form einer gesetzlichen Regulation kann sicher manches ad absurdum geführt werden.
Erst in den letzten Jahren hatte dieser Bereich durch sogenannte “Erhaltungssortenregelungen” Erleichterung erfahren. Mit der geplanten Neuregelung soll zwar primär der “normale” kommerzielle Saatgutsektor für Landwirtschaft und Erwerbsgartenbau geregelt werden, aber die Gefahr besteht, dass durch Übernahme nicht erforderlicher Restriktionen und Vorschriften dieser, auf freien Zugang sonst kaum nachgefragter Sorten und Varietäten beruhender Umgang, überwiegend nichtkommerziell, stark behindert wird. Sicherlich gibt es dafür auch eine einflussreiche Lobby, auch wenn ein ökonomischer Sinn dabei kaum erkennbar ist."





ORF.at: "Das sieht ein Vorschlag der EU-Kommission für eine neue Saatgutverordnung vor, der noch vor der offiziellen Vorlage aus der Brüsseler Behörde gesickert ist. Zentraler Bestandteil ist ein Zulassungsverfahren für Nutzpflanzen. Jede Sorte muss in Zukunft getestet, registriert und zugelassen werden, damit ihr Saatgut in der EU legal verkauft werden darf. "Aber, das ist noch nicht das wirklich perfide", ärgert sich Niznik. "Das Problem ist, dass das Hauptzulassungskriterium für eine Sorte die Uniformität ist. Wenn man jetzt aber die alten und seltenen Sorten anschaut, basieren die nicht auf Einheitlichkeit. Die basieren auf Vielfalt, genetische Breite. Genau das ist ihre Stärke. Das heißt, die meisten seltenen und alte Sorten können diesen Test aus biologischen Gründen nicht schaffen."
Abgesehen davon, dass der Aufwand und die Kosten für einen solchen Registrierungsprozess sich für kleine Produzenten und für Nischensorten ohnehin verbieten würden."




Mit dem Merkmal der Uniformität sinkt die Möglichkeit der regionalen Anpassung an die ökologischen Verhältnisse.