Dienstag, 22. Januar 2013


















'Das Angebot ist ganz nach dem Geschmack von Arbeitgebern: "Wir bringen die benötigten MitarbeiterInnen zu Ihnen: Kurzfristig, auf Zeit oder auf Dauer und ohne Risiko!" So wirbt die Weitblick-Personalpartner GmbH auf ihrer Website für ihre Dienste, wie Hunderte andere Firmen auch. Ungewöhnlich ist hier allerdings: Weitblick ist eine Tochterfirma des Berufsfortbildungswerks des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB).




Das Unternehmen mit Hauptsitz in Erkrath und Filialen in Hamburg, Berlin, Frankfurt am Main und Essen bietet Beratung, Personalbeschaffung und auch Arbeitnehmerüberlassung, kurz Zeitarbeit.
Die DGB-Gewerkschaften, allen voran die IG Metall, kritisieren die Zeitarbeit zum Teil heftig. Sie sprechen von Leiharbeit und prekärer Beschäftigung, weil Arbeitnehmer auf Zeit weniger Sicherheiten haben als Festangestellte und häufig auch schlechter bezahlt werden. Erstaunlich also, dass der DGB mit der Vermittlung von Leiharbeitern Geld verdient. Im Jahr 2011 hat Weitblick immerhin einen Gewinn von 850.000 Euro gemacht - mit dem Übertrag aus dem Vorjahr lag der Überschuss sogar bei 3,2 Millionen Euro.





Besonders pikant aber ist die Tatsache, dass die Firma zwar den Gewerkschaften gehört, aber seit dem 1. Mai 2006 unter der Mitgliedsnummer 15608 auch im Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) registriert ist - dem Arbeitgeberverband der Branche. Für den Tarifvertrag in der Zeitarbeitsbranche hat der DGB also quasi mit sich selbst verhandelt." (weiter)'