Mittwoch, 19. September 2012


















'Vielfältig waren die Darstellungen der Ishtar, die in Mesopotamien, Syrien und Kleinasien so viel Popularität genoß wie keine andere Gottheit, und der in altbabylonischer Zeit in ganz Mesopotamien in nahezu jeder Stadt ein Tempel geweiht war. In der Frühgeschichte erscheint sie symbolisiert als "Schilfringbündel", das bei den Rohrhütten als Stütze des Eingangs und als Tor gedient hat" (A. Falkenstein).
Etwas später wird ein achtzackiger Stern ihr Sinnbild, als Verkörperung des Planeten Venus. Damit ist sie die "Herrin des Himmels", wobei die zweifache Erscheinung dieses Gestirns am Himmel, als Abend- und Morgenstern, ihrem zweifachen Charakter entspricht. Im Abendstern ist sie mehr die Göttin der Liebe, im Morgenstern mehr die Göttin des Krieges.
Die frühesten sumerischen Darstellungen in Menschengestalt (um 2600 v.Chr.) lassen ihr aus den Schultern Keulen und Krummsäbel wachsen, seit akkadischer Zeit ist ihr der Löwe beigegeben, und in altbabylonischer Zeit scheint sich ihr Bild mit geringen Variationen zu verfestigen. Die Göttin ist mit einem geschlitzten Rock, einer Bluse und über der Brust gekreuzten Bändern bekleidet. Sie setzt ein nacktes Bein auf den Löwen und hält in ihren Händen Doppellöwenkeule und Krummsäbel, aus ihren Schultern wachsen je drei Waffen.
Diese Waffenauswüchse wurden später zu Köchern und Pfeilen, die sie schultert, rationalisiert. Ihren Kopf bedeckt oft der zylindrische Polos, bekrönt von einem Stern.'








Aus:
Dea Syria
Die Große Göttin des Alten Orient
Katolog zur Ausstellung im Frauenmuseum Bonn
Mit einem Grußwort des syrischen Botschafters
28.6. - 27.10.1996




















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