Sonntag, 9. September 2012


















"Randale bei Kurdenfest in Mannheim"? Ach ja? Wer hat denn da genau randaliert? Gezielte Propaganda vor Ort? Wer hat denn den ersten Stein geworfen? War vielleicht auch "ein schlichtes ampelfarbenes Fähnchen" initiativ bei den Auseinandersetzungen? Waren die Ordner Kurden oder waren sie keine Kurden? "Wer hatte also Interesse, eine Fahne aus dem Kulturkreis Kurden aus dem Verkehr zu ziehen und warum?"




20 Jahre lang ist nichts passiert. Und dann? mannheim.de: "Das ‚Kurdische Kultur-Festival’ fand bereits zum 20. Mal statt – bisher meist in Nordrhein-Westfalen. In diesem Jahr wurde das Fest erstmals in Baden-Württemberg veranstaltet. Laut dem Dachverband kurdischer Vereine in Deutschland (YEK-KOM), der das Festival organisiert, waren die bisherigen Veranstaltungen friedlich abgelaufen. „Das Festival bringt die Forderung der Kurdinnen und Kurden nach einem friedlichen Zusammenleben aller Menschen mit ihren verschiedenen Kulturen, Sprachen und Traditionen zum Ausdruck“, hatte der Veranstalter im Vorfeld verlautbaren lassen.




Aus den Stuttgarter Nachrichten: "Nach Angaben eines Polizeisprechers hatten kurdische Ordnungskräfte die Polizei gerufen, weil sich ein Festivalbesucher weigerte, am Eingang eine Flagge mit einem verbotenen politischen Symbol abzugeben. Daraufhin seien die Beamten von mehreren Besuchern angegriffen worden. Sie mussten sich demnach zurückziehen und forderten Unterstützung an. Mehrere Hundertschaften der Polizei wurden dann immer wieder mit Gegenständen beworfen. Über Stunden habe man „keine Chance“ gehabt, die Lage zu beruhigen, sagte der Sprecher."




"So überraschend schienen die Ausschreitungen nicht gewesen zu sein."





Die Polizei wurde "mit Flaschen und Ziegelsteinen!!! beworfen"?
"Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) verurteilte die Ausschreitungen. Die Politik müsse sich dafür einsetzen, dass künftig solche Veranstaltungen nicht mehr stattfinden dürfen, hieß es in einer Erklärung der GdP."
So so. Das würde manche sicher sehr freuen. "Ein Kulturfestival in Deutschland verbieten? Oder nur zulassen,wenn die "echten" Germanen mit "Arier Nachweis" dies organisieren und durchführen?"
Im Forum zu diesem verlinkten Artikel steht übrigens auch: "Im Mannheimer Universitäts-klinikum liegt definitiv kein schwerverletzter Polizeibeamter." Ist das richtig?





"Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall (SPD) verurteilte die Krawalle und kündigte Konsequenzen an etwa für künftige Genehmigungen solcher Festivals. «Das war grundlose Gewalt gegen die Polizei», sagte er am Sonntag. «Es ist völlig unakzeptabel, mit Gewalt politische Auseinandersetzungen auf dem Rücken der Polizei auszutragen.» Die Organisatoren des Festivals seien «heillos überfordert» gewesen und müssten bei künftigen Veranstaltungen mehr Verantwortung übernehmen.
Der Dachverband kurdischer Vereine in Deutschland (YEK-KOM) wies dies zurück. «Die Verantwortung für den Ausbruch der Gewalt trägt in erster Linie die Polizei, die in den vergangenen Tagen vor allem kurdische Jugendliche drangsalierte und zu provozieren versuchte», erklärte der Verband am Sonntag."





Über dem Beitrag "Zunehmende Bedrohung durch Radfahrer" heisst es am 7.9. auf den Seiten der Gewerkschaft der Polizei (GdP) :

"GdP zu sich jährenden Terroranschlägen von New York
Witthaut: Parteipolitische Grabenkämpfe spielen Terroristen in die Hand
Berlin. Die zunehmend komplexe Bedrohung Deutschlands durch extremistisch wie religiös geprägten Terrorismus erfordert nach Auffassung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) gleichsam eine angemessene Gesetzgebung, eine regelmäßige Evaluation der inneren Sicherheitsarchitektur wie die nachhaltige Stärkung von Polizei und Nachrichtendiensten, mahnte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Bernhard Witthaut wenige Tage vor dem elften Jahrestag der Anschläge auf das New Yorker World Trade Center. Witthaut: „Das hohe Anschlagpotenzial von Terrororganisationen, radikalisierten Kleingruppen oder Einzelgängern ist zu gefährlich, um die Bevölkerung weiterhin einem unnötigen Va-Banque-Spiel auszuliefern. Noch bestehende Lücken in der Terrorbekämpfung, wie die Mindestspeicherung von Telekommunikationsdaten, müssen schnell geschlossen werden. Parteipolitisch motivierte Grabenkämpfe spielen Terroristen in die Hand.“






Die Polarisierer haben jedenfalls wieder aktiv wirken wollen. Und der Stammtisch hat wieder Gesprächsstoff. Mit dem er sich weiter lächerlich machen und seine Komplexe pflegen kann. Die dann genutzt werden. Trotzdem ebenfalls einen schönen Sonntag!






Ein Zitat, das ich hier extra erwähne: "Als 1961 die Türkei wegen ihrer hohen Arbeitslosigkeit und anderer wirtschaftlichen Probleme mit Westdeutschland ein „Anwerbeabkommen“ abschließen wollte, hat dies ein CDU-Minister noch strikt abgelehnt.
Arbeitsminister Theodor Blank lehnte es ab, da er die kulturell-religiöse Distanz zwischen „Gastarbeitern“ und Einheimischen und mögliche, daraus resultierende Konflikte als zu groß einschätzte; des Weiteren bestünde einstweilen auch kein Bedarf an türkischen Arbeitskräften, da das Potenzial an deutschen Arbeitslosen aus strukturschwachen Regionen noch nicht hinreichend ausgeschöpft sei.

Aufgrund des außenpolitischen Drucks der USA, welche nach der geostrategisch motivierten Aufnahme der Türkei in die Nato dieses Land ökonomisch stabilisieren wollte, übernahm das bundesdeutsche Außenministerium – anstelle des ursprünglich zuständigen Arbeitsministeriums – die Verhandlungsführung mit der Türkischen Republik.

Bei Abschluss des Abkommens standen die außenpolitischen Ziele der Nato sowie die innenpolitischen und wirtschaftlichen Ziele der Türkei im Vordergrund.






Aus der Einleitung von "Graue Wölfe heulen wieder. Türkische Faschisten und ihre Vernetzung in der Deutschland":
Es war kein Zufall, dass Bayerns oberster Innenminister und Verfassungsschützer Günther Beckstein vor einigen Jahren einer Einladung der Türk Federasyon, einer Ablegerorganisation der MHP / Grauen Wölfe (Nationale Bewegungspartei), gefolgt ist. Posierend läßt er sich vor einem Bild des früheren Vorsitzenden der MHP, Alparslan Türkes, fotografieren. Auch in der Bundesrepublik Deutschland ist der Einfluß von ethnisch-rechtsnationalistischen Organisation in den letzten Jahren weiter gestiegen. Etwa 2,2 Millionen Menschen türkischer Herkunft leben in Deutschland, die ihre eigenen sozialen und politischen Netzwerke geschaffen haben: Allein mehr als 350 Vereine und Gmeinden haben die türkisch-rechtsextremen Organisationen bislang gegründet und insbesondere in Großstädten mit hohem türkischsprachigen Migrantenanteil etabliert.









Inhalt




Einleitung


Historische Wurzeln der rechtsnationalistischen und faschistischen Bewegung in der Türkei


Die Republik Türkei


Die türkische rechtsextreme Bewegung und ihre Ideologie nach 1990


Der 'Nationale Reflex' in der Türkei: Die fundamentalistische Disposition des Nationalen in der Türkei und der proto-faschistische Nationalismus der MHP


Graue Wölfe: Zwischen Herrschernation, Mythos und Symbolik


Die Konterguerilla-Republik


Der Spezialkrieg des türkischen Staates in Kurdistan und die Rolle der MHP


Der Türkische Staat, die Mafia und die Faschisten - ein mörderisches Syndikat


Ergenekon - ein mythischer Name für den 'Tiefen Staat'


Die 'demokratischen' bürgerlichen Parteien und der Nationalismus


Re-Islamisierungstendenzen in der Türkei


Türkische Faschisten in Deutschland


Widerstand gegen den (türkischen) Rechtsradikalismus








Ergänzender Link zu diesem Inhaltsverzeichnis:
Gladio (Türkei)







Und noch ein Zitat zum Kurden-Festival:



"wo sollen die kurden sonst für ihr land demonstrieren, wenn sie keins haben? diese ganzen rechten kommentare von wegen wenn sie hier krawall machen sollen sie gehen.. die deutschen soldaten machen ja auch krawall in afghanistan und hier interessierts auch keinen was die afghanen drüber denken."



.... ähhhh





















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