Montag, 18. Juni 2012

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"Im HORIZONT-Interview hatte Mathias Müller von Blumencron auf die Frage „Brauchen Verlage ein Leistungsschutzrecht im Digitalen?" im September vergangenen Jahres geantwortet: „Ich bin niemand, der die Abschaffung des Copyrights will. Aber ich bin bei der Forderung nach Schutzrechten zurückhaltend. Wir verdienen an jedem Klick, den Google uns bringt. Wir optimieren unsere Seiten für Google und Facebook. Warum tun wir das? Weil die Reichweite, die von diesen Plattformen kommt, uns bei der Vermarktung hilft."
... Das Leistungsschutzrecht soll eigentlich ein Befreiungsschlag sein - stattdessen wirft es neue Fragen auf, ohne die alten Probleme zu lösen. Dies gilt auch für die Interpretation dessen, was künftig private und was gewerbliche Nutzung von Presseerzeugnissen ist - dies trifft auch die deutsche Bloggerszene. Liebe Blogger, herzlich willkommen im Club - Ihr seid bald offiziell Verleger. In der Entwurfsbegrüdung heißt es: „Wenn ein Blog sich als eine redaktionell ausgewählte Sammlung journalistischer Beiträge darstellt, die fortlaufend unter einem Titel erscheint, wird auch ein Blogger durch das neue Leistungsschutzrecht geschützt und ist damit vergütungsberechtigt, wenn andere seinen Blog nutzen." Umgekehrt gilt aber auch: Sobald ein Blog auch Banner aufweist, gilt er nicht mehr als private, sondern gewerbliche Nutzung. Heißt: Wenn Blogger künftig Verlagscontent zitieren, müssen sie streng genommen erst einmal eine Lizenz erwerben, bevor sie sich das deutsche Verlagswesen zur Brust nehmen. Vielleicht gibt es sogar Verleger, die sich klammheimlich freuen, dass auf diese Weise Kritiker mundtot gemacht werden. Dem Diskurs über Journalismus und Geschäftsmodelle im digitalen Zeitalter ist dies mehr als abträglich".'







"Als einer der ersten Presseverleger hat der Herausgeber des Donau-Kurier Georg Schäff sein Unverständnis über ein solches Leistungsschutzrecht in einem Interview mit seiner Zeitung im März 2012 geäußert:
Ich kann einfach nicht verstehen, wie man auf den Gedanken kommt, so etwas ins Leben zu rufen. Das zeigt in meinen Augen, wie weit sich unsere Verwaltung und auch bestimmte Herren in den Medien von der Realität verabschiedet haben."





















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