Donnerstag, 7. Juni 2012

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"Im deutschen Sprachgebrauch ist aus Zigeuner der „herumziehenden Gauner“ geworden. Ist es dann nicht besser, so einen negativ belasteten Begriff nicht zu verwenden?"



Reinhardt: "Ihr dürft uns Zigeuner nennen. Die Vorsicht im Umgang mit dem Wort ist Blödsinn. Die neuen Begriffe haben Politiker erfunden. Wir Zigeuner haben uns krummgelacht, als man entschieden hat, dass man nicht mehr Zigeuner sagen darf."



"Bei einem Auftritt mit der Band EleganCi auf einer kleinen Karnevalsbühne haben Sie sich selber mit den Worten anmoderiert: Haltet eure Portemonnaies fest, hier kommen die Zigeuner. Und dann ein Lied drüber gemacht. Verstärkt man nicht so die Klischees?"



Rumstajn: "Mein Vater war Clown im Zirkus. Man muss über sich selber lachen können. Ist doch klar: Wenn man einen Zigeuner sieht, hält man sein Portemonnaie fest, oder? Das mache ich auch. Das ist ein Automatismus."
Zigeunerfestival.de









Anmerkung:




Keiner sollte für sich in Anspruch nehmen, Frontführer und Sprachrohr aller zu sein. Veranstalter und Partner dieses Festivals sind unter anderem die Evangelische Kirche und die "Katholische Seelsorge für Roma, Sinti und verwandter Gruppen".
Interessant! Was dazu wohl der Schweizer Sergius Golowin sagen würde? Hier noch einmal ein ISLA-Eintrag:



"Als Fahrende einst sowohl geachtet als auch gefürchtet, da sie über enormes Wissen um Magie, Heil- und Kräuterkunde verfügten, das zum großen Teil verlorenging, als Clans zwangsweise sesshaft gemacht wurden und man versuchte, sie zum Christentum zu bekehren. Wieder und wieder vertreibt man sie seitdem von ihren Plätzen, da die Clanmitglieder zu oft nicht willig sind, sich in billigster entfremdeter Arbeit zu verdingen. Die Stammesmütter haben immer noch relativ viel Macht, die sich auch spirituell entfaltet. Nicht weiter verwunderlich ist es, dass Hitler auch Zigeuner ins KZ steckte, denn es war eine Zigeunerin, die ihm prophezeit hatte: "Dein Stern wird erbleichen und du wirst durch Feuer untergehen!"






Literatur von Sergius Golowin unter anderem:
Der ewige Zigeuner im Abendland
Die weisen Frauen. Die Hexen und ihr Heilwissen
Hexen, Hippies, Rosenkreuzer. 500 Jahre magische Morgenlandfahrt
Das Reich des Schamanen. Der eurasische Weg der Weisheit
Alle Titel sind in der Holdenhof - Mediathek verfügbar.







Einmal im Jahr findet im französischen Saintes-Maries-de-la-Mer eine Wallfahrt der Sinti und Roma statt. Es ist das Fest der Schwarzen Sarah. "Die heilige Sarah, auch Schwarze Sarah genannt, ist die Schutzheilige der französischen und spanischen Roma. Ihre Reliquien werden im französischen Saintes-Maries-de-la-Mer aufbewahrt. Dort befindet sich auch eine Statue der Kali-Sara.
... Jeder Cinto und Rom sollte mindestens einmal in seinem Leben an einer der vielen Wallfahrten teilnehmen. Bei einer der herausragendsten Wallfahrten geht es vor allem um die Heilige Sara la Kali – Sara die Schwarze. Von der „schwarzen“ Jungfrau gibt es neben vielen anderen Legenden schon seit 1521 Berichte. Man erzählt sich, dass sie, eine gitana*), mit ihrem Stamm an der Rhônemündung lebte und um Gaben bittend in der Camargue herumzog:
„Die heiligen Frauen, Maria Salomäa und Maria Jakobäa, wurden vor langer Zeit aus Ägypten vertrieben. Ihre Magd, Sara, begleitete sie. In einer zerbrechlichen Barke trieben die drei Frauen über das Meer und landeten an einem flachen Strand, über den sich die Kirche, von Fischerhütten umgeben, erhob. Dieses Dorf nannte man später Les-Saintes-Maries-de-la-Mer.“ Sara, die „ägyptische“ Dienerin, wurde so zur Schutzpatronin der europäischen Cinti und Roma. Zum Fest in der Nacht vom 24. zum 25. Mai pilgert man alljährlich in Scharen zu ihr. Neben dem religiösen Erlebnis ist der feierliche Anlass auch geprägt durch seinen internationalen Charakter. Französische, spanische, italienische und deutsche Cinti und Roma finden hier regelmäßig zu einem Familientreffen zusammen, das alle nationalen Grenzen überschreitet."






Siehe zum Thema: Schwarze Madonna. Sie ist die dreifache Göttin. Die Himmelskönigin. In der Holdenhof - Mediathek verfügbar dazu unter anderem: Gerda Weiler, Ich brauche die Göttin. Zur Kulturgeschichte eines Symbols. Weitere Informationen auch bei:






darkmother.net
http://darkmother.net/
african origins and godmother
Website Lucia Birnbaum
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