Montag, 28. Mai 2012

.















Sei es Hase, Hure oder Königin. Die Zuschreibungen anderer sind uninteressant, wenn die Persönlichkeit stabil genug ist und sich auch in unsicheren Situationen nicht abhängig macht von Fremdzuschreibungen. Eigentlich sollte Erziehung dazu ein solides Fundament legen. Und insbesondere spätestens ein Studium dazu führen, mit Unsicherheit souverän umzugehen, ja, diese als Chance zu begreifen. Aufgrund der Tendenz allerdings, Studiengänge immer weiter zu verschulen und die Freiheit des Bildungsprozesses damit zu unterbinden, verliert sich diese Chance leider immer mehr, von äußeren Strukturen abhängige Frauen und Männer verlassen verstärkt unsere Universitäten. Und können dann mit der Unsicherheit nur sehr schwer umgehen.






Wer ist verantwortlich? Wer ist schuld? Gibt es irgendwo einen Sündenbock? Ist eine Weltverschwörung im Gange? Sind die Russen schuld? Die Juden? Die Israelis? Die Amerikaner? Mit Politik will ich mich nicht befassen. Ich habe ja doch keine Chance gegen die da oben. Und wo ich einkaufe, ist doch egal. Bin ich besser vor den bösen Blicken von Männern geschützt, wenn ich ein Kopftuch trage? Erhöht mich das Kopftuch nicht endlich zur Königin, die ich immer sein wollte? Eine Königin statt einer Frau, die sich wie ein hässliches Stück Fleisch im Kartoffelsack fühlt? Sollte ich die Chance nicht nutzen und endlich mein Selbstbewusstsein stärken? Mir meine Nase operieren lassen und meine Brüste? Sollte ich das Seminar nicht doch dringend mitmachen? Und dort wird dann mundgerecht vorgekaut.
Doch erklärt es sich nicht von selbst, dass Seminare vielleicht Denkanstösse bringen, nicht aber zu einer wirklich weisen Persönlichkeit führen können, deren Schönheit nach aussen und innen wirkt? Schönheit und Ausstrahlung lassen sich nicht durch Seminare oder Operationen erzwingen und erkaufen. Im Gegenteil: Viele geglättete Gesichter haben die Ausstrahlung eines Bügeleisens. Und sie wirken farblos trotz aller Tünche.
Eine wirklich weise Persönlichkeit reift langsam in Freiheit und lässt sich gerne inspirieren von allem, was gut tut. Und das sieht man ihr dann an.








Aber was tut wirklich gut? Wer weiss den Weg in dieser unsicheren Welt? Autoritäre Gruppen und ihre HilfsdienstleisterInnen haben ein immer leichteres Spiel. Auch die schwangere Frau und die Mutter mit Baby sieht sich in einer neuen Lebenssituation mit Dingen konfrontiert, die ihr unbekannt sind. Und sie verspürt den Wunsch nach Veränderung. Sie braucht neue Kleidung in ihrer neuen Lebenssituation. Einen anderen Kleiderstil. Zum Beispiel. Getarnte und kostümierte AnwerberInnen gehen auf junge oder ältere, unsichere oder sinnsuchende Personen zu, gerne genommen werden auch sogenannte alternative Kulturprojekte aller Art, destabilisieren Menschen mit angelernten Psychotechniken, manchmal unter Zuhilfenahme von heimlich verabreichten Medikamenten und Drogen, um ihnen dann einen neuen Rahmen im Sinne der Gruppe zu geben, sie unter Kontrolle zu bringen für eigene Zwecke und die unsichere, gedemütigte und destabilisierte Persönlichkeit aufzubauen in ihrem Sinne. Dabei hilft auch die Technik mit. Und zeigt zum Beispiel am Bildschirm Fotos von verzweifelt aussehenden Frauen, die sich eine Pistole an den Kopf halten. Ausserdem werden in regelmässigen Abständen Fotos gezeigt von Frauen neben jemandem, der so aussieht wie derjenige, der sich Stück für Stück als Auftragslover entpuppt. Wenn alles nach Plan verläuft, trudelt dann irgendwann eine neue Aufgabe, und nach dem Bad Guy der Good Guy ein. Das ist Bewusstseinskontrolle.
Narzisstische Personen, die selber den Prozess der Bewusstseinskontrolle in der Gruppe durchlaufen haben, sonnen sich gerne im Glanze des vermeintlichen Persönlichkeitsaufbaus bei einem anderen Menschen. Erst zerstören. Und dann neu aufbauen: Diese Schock-Strategie wird überall auf der Welt angewendet. Doch narzisstische Personen merken selber gar nicht, wie lächerlich sie dabei wirken. Vor allem dann, wenn sie an jemanden mit stabiler und gut geschulter Persönlichkeit geraten.






















.