Sonntag, 22. Januar 2012

.















Seid Ihr eigentlich völlig durchgeknallt? Ihr lasst Euch sponsern auf einer Veranstaltung und verteilt Hähnchen-Werbung im Namen des Ministeriums? Ein Ministerium hat die Interessen der Allgemeinheit zu vertreten. Die MitarbeiterInnen werden für diese Arbeit bezahlt. Sie werden nicht dafür bezahlt, Werbung und Öffentlichkeitsarbeit für einzelne Firmen zu machen.
Aber fragen Sie mal Schülerinnen und Schüler. Die finden das mittlerweile auch normal, wenn in Schulen Werbung gemacht wird. Oder Adressen an Firmen weitergegeben werden. Es ist zu unterlassen, Adressen von Eltern herauszugeben. Auch nicht an ein Institut für Psychiatrie, welches Fragenbogen von Eltern über Schlafgewohnheiten und Unruhe ausfüllen lassen möchte. Wie vor Jahren bereits geschehen. Ich hoffe sehr, es war nicht wieder eines aus der Rubrik autoritäre Psychogruppen, die sich bereits zu meiner Zeit an der Uni Köln mit Heimlichkeiten, Tricks, Tarnung, Spielchen und härtestem Psycho-Druck auf einzelne so breit machten, dass wehrhaft eingeschritten werden musste.
Das Bewusstsein für die Auswüchse eines asozialen Kapitalismus schwindet. Meine Tochter findet es total normal, wenn für 25.000 Euro - Oder war es noch etwas mehr? - ein Saal und sonstige Annehmlichkeiten für die Abitur-Feier gemietet wird. Mit Sponsoren oder so wird man das schon irgendwie schaffen. Das macht doch jeder: "Wie, Ihr habt in der Aula bei Euch in der Schule gefeiert. Wir haben gar keine."
Eine der begehrtesten Plätze für derartige Schulfeiern liegt hier in der Nähe in einem riesigen Medien-Turm. Der Besitzer dieses prächtigen Platzes aus einem Kulturkreis, in dem noch schlicht und einfach die Trennung von Hure und Heilige herrscht, sitzt momentan leider für längere Zeit in Untersuchungshaft. Prostitution und andere Geschichten. Die Frage, ob er auch auf den Abitur-Bällen nach kapitalismusgeilen jungen Erwachsenen Ausschau gehalten hat, kann ich leider nicht beantworten. Aber in einer Zeit, in der Auftragsficken für einen bestimmten Zweck unter Zuhilfenahme von Tricks, Tarnung und Lüge in allen Institutionen normal geworden ist, und das eventuell anfallende Abfallprodukt Kinder dann irgendwie wegverwaltet wird, wundert einen nichts mehr. Es wundert fast nicht, wie aus Männern und Frauen Nazi-Nutten werden können, die für (Wirtschafts-)faschisten arbeiten. Aber genauso werden sie dann auch behandelt. Und bekämpft. Wir brauchen jetzt nur noch handlungskräftige Rollenmodelle für Frauen, damit diese aus ihrer Opferrolle herauskommen können.







„Mit freundlicher Empfehlung überreicht durch: Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung, Abraham – der Schinkenspezialist, Emsland Frischgeflügel, Wiesenhof“
Man kennt sich, man schätzt sich halt auf Niedersachsens flachem Land, wo die Massentierhalter seit Jahren Schlagzeilen liefern und immer wieder darauf drängen, die gesetzlichen Bedingungen, unter denen Massentierhaltung stattfindet, möglichst unternehmensfreundlich zu gestalten. Und wo das Land natürlich ein manifestes Interesse daran hat, dass Betriebe wie Wiesenhof prosperieren.
Die Ernährungswirtschaft ist nach der Autoindustrie die zweitwichtigste Branche hier. Also hilft man sich gegenseitig, auch beim „Nord-Süd-Dialog“.