Samstag, 19. November 2011

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Eine Elite-Schule. "Angefangen hat der Horace-Mann-Skandal, der auch der New York Times eine Schlagzeile wert war, mit dem scheinbar harmlosen Projekt eines Englischlehrers. Harry Bauld, der in der Oberstufe Lyrik unterrichtet, hatte zwei renommierte Dichterinnen eingeladen, um gemeinsam mit den Kindern „kollaborative Poesie“ zu erarbeiten. Dummerweise hatte Bauld es versäumt, sich darüber zu informieren, mit welchem Material die beiden Schriftstellerinnen Denise Duhamel und Maureen Seaton zu arbeiten gedachten. Die Dichterinnen hatten eines ihrer Werke mitgebracht, das sich „Litany of the Father“ nennt. Es ist ein feministisches Gedicht, das sich gegen das misogyne, traditionelle Patriarchat wendet. Es enthält Zeilen wie „Vater, der Du uns Wörter wie Nigger, Schwuchtel und Nutte beigebracht hast, zahle uns zurück“ oder „Motherfucker, der Du unsere Mutter betrügst und Jungfrauen begehrst, lass’ uns in Ruhe“.
Die Schüler sollten beim Hören des Gedichtes aufschreiben, was sich ihnen besonders einprägte und daraus eigene kleine Poeme basteln. Das Resultat war eine Peinlichkeit sondersgleichen. Aus dem Elite-Nachwuchs brachen ungefilterte Hasstiraden gegen Frauen, Homosexuelle und Schwarze heraus. Der Kontext des Gedichtes ging komplett verloren. Eine halbe Stunde lang wirkte die Aula von Horace Mann wie ein Versammlungssaal des Ku Klux Klan im Süden der 50er-Jahre. Direktor Thomas Kelly saß versteinert und gelähmt in der Ecke."















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