Mittwoch, 5. Oktober 2011

.














Seit 22. September in Essen:
http://www.3www2.de/
Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg
Links zum Thema






"Millionen Soldaten aus Afrika, Asien und Ozeanien haben im Zweiten Weltkrieg gekämpft, um die Welt vom deutschen und italienischen Faschismus sowie vom japanischen Großmachtwahn zu befreien. Sowohl die faschistischen Achsenmächte als auch die Alliierten rekrutierten in ihren Kolonien Hilfstruppen und Hilfsarbeiter oftmals mit Gewalt. Hunderttausende Frauen waren Opfer sexueller Gewalt. Rekruten aus den Kolonien mussten sich mit weniger Sold, schlechteren Unterkünften und geringeren Kriegsrenten als ihre «weißen Kameraden» zufrieden geben. Weite Teile der Dritten Welt dienten auch als Schlachtfelder und blieben nach Kriegsende verwüstet und vermint zurück."





«Unsere Opfer zählen nicht» – Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg
Verlag Assoziation A. Hamburg/Berlin 2005.





Zur Ausstellung: Unterrichtsmaterialien und "Das Buch ist die erste deutschsprachige Publikation über die weit reichenden Folgen des Zweiten Weltkriegs in der Dritten Welt. Es entstand auf der Grundlage langjähriger Recherchen und zahlreicher Interviews mit Veteranen, Zeitzeugen und Historikern in 30 Ländern. Die drei Hauptkapitel beschreiben die Rolle Afrikas, Asiens und Ozeaniens im Zweiten Weltkrieg und enthalten z.B. Länderanalysen über Südafrikas Rolle im Krieg, über den landesweiten Widerstand gegen die japanischen Invasoren auf den Philippinen, Osttimors Besatzung und Befreiung sowie über die Folgen des Baus gigantischer Militärstützpunkte auf pazifischen Inseln wie Samoa, Fidschi, Neukaledonien, den Neuen Hebriden, im Zentralpazifik und in Mikronesien. Weitere Abschnitte erinnern an Kolonialsoldaten im Spanischen Bürgerkrieg, Schwarze und Native Americans in der US-Armee, die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs auf Lateinamerika und den Nahen Osten sowie an die Kriegseinsätze australischer Aborigines und neuseeländischer Maoris. Dabei wird nicht verschwiegen, dass es in der Dritten Welt nicht nur Opfer gab, sondern auch Kollaborateure der faschistischen Achsenmächte, die im Krieg an deren Seite kämpften – von Nordafrika über Palästina, den Irak und Indien bis nach Indonesien."







Aufruf "Befreiung von Faschismus und Kolonialismus"
mit einer kurzen Analyse des Faschismus in Japan und der Versklavung von Frauen im japanischen Militär (PDF-Datei)
"Weniger empörend aber dennoch nachhaltig wirksam ist das hierzulande verbreitete Phänomen eines vielfach formalen Umgangs mit der Geschichte. Geschehenes wird v.a. anhand von Opferzahlen und markanten, für das eigene Erleben bedeutsamen Daten aufgezählt. Eine Auseinandersetzung mit Inhalten, das heißt mit Hintergründen und Motiven, bleibt meistens aus. Die Ausstellung und das Buch Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg machen deutlich, dass selbst dieses formale Geschichtsbild unvollständig oder gar falsch ist. Bspw. endete der Krieg zwar am 8. Mai 1945 in Europa, der Zweite Weltkrieg endete aber erst am 2. September 1945 mit der Kapitulation Japans. Die schätzungsweise 21 Millionen Menschen, die in China während des Zweiten Weltkriegs starben, fehlen in fast allen westlichen Statistiken."
Japan führte seit 1936 den „Mandschurei-Krieg“ gegen China. Bereits am 5. Mai 1936 fielen italienische faschistische Truppen in Addis Abeba in Äthiopien ein. Drei Jahre bevor Deutschland Polen überfiel, fand ab 1936 der Spanische Bürgerkrieg statt. Die Legion Condor u.a. aus Wunstorf bei Hannover zerstörte bereits am 26. April 1937 die baskische Stadt Guernica. Der Krieg endete zwar am 8. Mai 1945 in Europa, am selben Tag richteten die französischen Kolonialtruppen aber ein Massaker an der feiernden und aufbegehrenden algerischen Bevölkerung an. Faschistische Regime bestanden in Portugal, Spanien und Griechenland bis in die 1970er Jahre fort. Der Zweite Weltkrieg endete erst am 2. September 1945 mit der Kapitulation Japans, nachdem die USA am 6. und 9. August 1945 mit den Atombombenabwürfen über Hiroshima und Nagasaki ihren zukünftigen Weltmachtsanspruch deutlich gemacht hatten. 1/3 der Opfer dieser Atombombenabwürfe waren nach Japan verschleppte Koreanische ZwangsarbeiterInnen. In vielen Weltregionen fand ein nahtloser Übergang zu Bürgerkriegen und antikolonialen Befreiungskriegen statt. Etwa in China, Korea,
Vietnam, Malaya oder auf den Philippinen. In westlichen Geschichtsbüchern wird von 55Millionen Tote im Zweiten Weltkrieg berichtet, darunter: Sowjetunion 20 Millionen, Deutschland 6,5 Millionen, Polen 5 Millionen, Jugoslawien 1,7 Millionen, Frankreich 635.000, Italien 500.000, Großbritannien 386.000, USA 273.000. In einigen Büchern folgen noch genauere Zahlen über weitere europäische Länder, so etwa Dänemark: 1400. Nur die toten AfrikanerInnen und AsiatInnen (ausgenommen Japan als Bündnispartner der Faschisten mit 2,5 Millionen Toten) kommen nicht vor."


















.