Montag, 26. September 2011

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Während des Zweiten Weltkriegs wurde Jugoslawien von den Achsenmächten aufgeteilt und Pavelic wurde der Führer oder "Poglavnik" des unabhängigen Kroatiens. Die Alliierten verurteilten die Zerstückelung Jugoslawiens und weigerten sich, Pavelic' Regime anzuerkennen. Grünes Licht für seine mörderische Politik erhielt Pavelic während eines Treffens mit Hitler im Juni 1941. Hitler umriss bei diesem Treffen eine Reihe "rassepolitischer Maßnahmen"; Pläne, die er als "vorübergehend schmerzhaft" bezeichnete, die aber gleichwohl "dauerndem Leiden" vorzuziehen seien. Wenn Kroatien stark bleiben wolle, so erklärte Hitler, dann müsse fünfzig Jahre lang eine national intolerante Politik verfolgt werden, zu viel Toleranz in dieser Sache würde nur schaden. (Fußnote)
Pavelic hatte Hitlers Wünsche wohl vorausgeahnt, denn schon in den ersten Tagen nach Ausrufung der kroatischen Unabhängigkeit am 10. April 1941 verabschiedete Zagreb eine Reihe von Rassegesetzen, die die "Arisierung" jüdischen Eigentums einschlossen. In Kroatien wurden nicht nur Juden gezwungen, eine Armbinde mit Davidstern und dem Buchstaben "Z" zu tragen (Zidov = Jude), sondern auch Serben mussten eine blaue Armbinde mit dem Buchstaben "P" tragen (Pravoslavni = Orthodoxer).
Quer durch Bosnien und Kroatien wurden Konzentrationslager eingerichtet, mit dem Lagersystem von Jasenovac als Zentrum der Vernichtung. Die "rassepolitischen" Prinzipien des Regimes wurden in folgenden stumpfen und simplen Worten am 22. Juni 1941 erklärt: "Für den Rest, für Serben, Juden und Zigeuner haben wir drei Millionen Kugeln. Wir werden ein Drittel aller Serben töten. Wir werden ein weiteres Drittel deportieren, und den Rest werden wir zwingen, den römisch-katholischen Glauben anzunehmen", erklärte Mile Budak, Pavelic' Minister für Erziehung und Religion, in einer überall verbreitete Rede.








Auch wenn der Vatikan es versäumte, die mörderische Rassepolitik der Nazis zu verurteilen, so hieß er sie doch sicher nicht gut. Die römisch-katholische Kirche in Kroation hingegen war eine glühende Unterstützerin der Verbrechen Pavelic'.
Im Mai 1941 begrüßte das Kirchenorgan Hrvatska Straza die Rassegesetze ausdrücklich und erklärte den "Schutz unserer Ehre und unseres Blutes" für unabdingbar. Auch manche Bischöfe äußerten sich in diesem Sinne. "Es gibt Grenzen der Liebe" erklärte etwa der Erzbischof von Sarajevo, Ivan Saric. Er lobte die neuen Gesetze und stellte fest, es sei "dumm und für einen Jünger Christi unangebracht, zu glauben, der Kampf gegen das Böse könne auf noble Weise mit Handschuhen geführt werden". Auch der führende Rassetheoretiker des kroatischen Regimes, Ivo Guberina, war ein römisch-katholischer Priester. Er verband Konzepte religiöser "Reinheit" und der "Rassengesetze" mit den Aufruf an Kroatien, "sich von fremden Elementen zu säubern". (Fußnote)
Anders als ihre Nazi-Vorbilder führten die Kroaten ihren Holocaust am hellichten Tag durch. Die Zeitung Katolicki Tjednik stellte am 31. August 1941 fest: " Gott hat entschieden, andere Mittel einzusetzen. Er wird uns Missionen auftragen, europäische Missionen, Weltmissionen. Sie werden nicht von Priestern durchgeführt werden, sondern von Armeekommandeuren, angeführt von Hitler. Die Predigt wird mit Hilfe von Kanonen, Tankern und Bomben gehört werden. Die Sprache dieser Predigt wird international sein."









Aus:
Uki Goni, Odessa. Die wahre Geschichte. Fluchthilfe für NS-Kriegsverbrecher, Assoziation A








Klappentext: Der Name "Odessa" steht für eines der irritierendsten Kapitel der Nachkriegsgeschichte: die massenhafte Flucht nahmhafter NS-Verbrecher - unter ihnen Adolf Eichmann, Klaus Barbie und Josef Mengele -, die sich mithilfe eines hoch organisierten Netzwerkes der Gerichtsbarkeit entziehen konnten.
Der argentinische Historiker und Journalist Uki Goni hat auf der Basis langjähriger Recherchen in US-amerikanischen, argentinischen und europäischen Archiven bisher unbekannte Quellen erschlossen und durch 200 Zeitzeugeninterviews untermauert. Seine umfassende Untersuchung zeichnet nach, auf welchen "Ratlines" genannten - Fluchtrouten und mithilfe welcher staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen es Tausenden von Nazis, Ustascha-Faschisten und Vertretern anderer europäischer Kollaborationsregime gelang, nach Lateinamerika zu entkommen. Gonis Standardwerk legt erstmals den Blick auf das gesamte Panorama dieser komplexen Operation frei. Hauptaufnahmeland und zentrale Drehscheibe war das Argentinien unter Juan Domingo Perón. Die Fluchthilfeorganisation verfügte über Basen in Skandinavien, Spanien und Italien, aktive Hilfe leisteten Schweizer Behörden - und im Vatikan liefen alle Fäden zusammen. Zitatende



Ja, es ist dieses Argentinien: "Don't cry for me, Argentina ..."




















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