Donnerstag, 29. September 2011

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Ich habe meine eigene Großmutter zehn Jahre nicht gesehen. Als wir sie wieder sehen durften, war jeder Besuch von strengster Missbilligung vorher und nachher begleitet: "Der Bekannte von ihr hat auch im Lokal gesagt, die haben die Falschen vergast". Wir sind trotzdem mal nach Amsterdam gefahren, sie konnte alles verstehen und noch ganz gut sprechen, und auch Mozart habe ich mit ihr sehen dürfen. Was sonst bei uns nicht vorkam. Sie konnte nicht. Er wollte wohl nicht. Was war ich da erstaunt, ihm samstags mal vom Rücksitz aus im stundenlangen lockeren Gespräch mit der Kunstlehrerin zuzuhören. Und dann doch wieder nicht erstaunt. Früher hatte er meiner Grundschullehrerin schon mal viele kleine Kärtchen mit den Strophen der deutschen Nationalhymne gegeben: "Falls Sie die nicht auswendig wissen, sollten Sie die Hymne mal im Unterricht singen wollen". Boah, was war er mir da wieder peinlich. Später gab er eine Zeit lang den gymnasialen Aushilfslehrer. Grüsse übrigens an die im kulturgemischten Doppel auftretenden und sich sehr sportlich gebenden Absis von der viel zu empfindlichen Rothaarigen: Wie war denn die Heimreise nach Tunesien? Es tut mir Leid. Es tut mir so Leid, dass die Gehirnwäsche so weit ging, die alte Dame in den letzten Jahren ihres Lebens so alleine zu lassen. Die Nummer, innige Beziehungen unter Menschen mit großen Nasen und roten Haaren entweder auseinander zu reissen, erst gar nicht entstehen zu lassen, oder sogar mit einem "Entweder die oder ich" zu unterbinden, hatte mal wieder geklappt. Apropos: Wie weit ist der Keller denn schon aufgeräumt, weitere Akten entstaubt und lesbar gemacht? Ich nehme an, es hüten da draußen einige ihre sorgfältig ausgesuchten Kopien für alle Fälle? Puzzeln mit ganz vielen kleinen Teilen hat auch meiner Tochter als kleines Kind schon sehr gut gefallen.



















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