Montag, 18. Juli 2011

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Ein Interview in der WELT und ein Artikel im SPIEGEL als Futter für Rechtsaußen bis -draußen. Die Kommentare zum Interview sprechen Bände. "Es geht hier um Lohndumping und nicht um Fachkräftemangel." Und: "Klar, wenn deutsche Fachkräfte ab 45 als zu alt zum Einstellen gelten, muss man im Ausland suchen. Der Ingenieur für 7 Euro/Std. kann halt leider nicht in Deutschland leben, der muss aus dem Ausland kommen."
Update: Auch der Kölner Stadtanzeiger zieht mit.
Update: Ist das richtig? "Tausende arbeiten im Bundeshaus/tag als Praktikanten (for nothing) und 60 % der "Angestellten" sind über eine "Arbeiter-Überlassungsfirma" beschäftigt. (Sklavenverträge) Lohndrückungsfirmen! Das ist alles von der Regierung gewollt. In allen Regierungsabteilungen, so ist es meine Damen und Herren, genauso läuft es auch im "Springer-Verlag" ab, und, und, und...!" Zitatende. Das ist ein provokantes Spiel mit dem Feuer und Abhilfe lässt sich sicher nur durch exemplarische Einzelfall-Arbeit schaffen.
Neben dem im Blog erwähnten Beispiel des angeblichen IT-Kräftemangels das Beispiel Pflegeberufe: Wie viele Unternehmen sind in kirchlichem Eigentum und wie wird dort bezahlt? Man braucht nur als Außenstehende wie ich ab und an in der Cafeteria, oder besser gesagt: in der Ansammlung von Plastikstühlen in Michaelshoven gesessen zu haben, um in Worten und Gesten die dortige Arbeitsstimmung zu erleben. Das Thema Bezahlung lag ständig in der Luft. Der Sprache nach sind in dieser Einrichtung überdurchschnittlich viele Osteuropäerinnen beschäftigt gewesen. Aus den 70ern weiß ich noch, dass im kirchlichen Krankenhaus Maria Hilf in Bergheim es Nonnen, Vietnamesinnen und vereinzelt Afghaninnen waren, die billige und willige Arbeit leisteten. An die hochqualifizierte Afghanin mit dem schicken Kurzhaarschnitt, die dort als Krankenschwester arbeitete, kann ich mich gut erinnern.
Die Sozialpädagoginnen der erfolgreichen Hippotherapie (Pferdetherapie) in Michaelshoven sind hin und wieder ebenfalls sehr deutlich in ihren Äußerungen über die Bezahlung. Ein weiteres Beispiel: Die Universitätskliniken Köln. Wie hoch ist der vor kurzem durch die Presse gegangene Gewinn des Unternehmens und wie sieht im Vergleich dazu beispielsweise der Personalschlüssel auf der immens arbeitsintensiven Säuglingsstation aus? Den Mitarbeiterinnen dort von dieser Stelle aus noch einmal einen Gruß und ein großes Dankeschön!
Gebe ich übrigens den Namen "Monika Varnhagen" bei Google ein, so erscheint unter anderem: "Auslandsvermittlung Stuttgart, Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV)". Also wieder einmal Stuttgart. Wie sieht die Biografie und der Lebenslauf von Frau Varnhagen aus, die interviewt wurde?

















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