Samstag, 28. Mai 2011

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Hartmann | Malamatinas
Krisenlabor Griechenland
Finanzmärkte, Kämpfe und die Neuordnung Europas
Januar 2011
Assoziation A






"Noch nie im Verlauf der kapitalistischen Entwicklung gab es einen Krisenbogen, wie er sich seit Beginn dieses Jahrhunderts von der New-Economy-Krise 2001/2002, der Immobilienkrise 2007 über die Finanzkrise 2008/2009 bis hin zur heutigen Staatsschuldenkrise spannt. Griechenland steht im Zentrum des derzeitigen Geschehens, Portugal, Irland, Italien und Spanien können jederzeit folgen.
Im ersten Beitrag des Bandes beschreibt der griechische Autor John Malamatinas die vielfältige Zusammensetzung der überwiegend außerparlamentarischen Opposition gegen die von der EU und dem IWF aufgezwungenen sozialen Einschnitte. Er gibt einen Überblick über die griechische Widerstandsbewegung auf den Straßen und untersucht die sozialen Proteste und Revolten gegen die Verarmungspolitik, die im Mai 2010 einen vorläufigen Höhepunkt erreicht haben.





Im zweiten Beitrag zeichnet Detlef Hartmann die Entwicklung der kapitalistischen Strategien in den Krisen der Gegenwart nach. Er begreift sie als Ausdruck einer epochalen Offensive des globalen Kapitals, um das kapitalistische Kommando über die Wertschöpfungsprozesse zu reorganisieren. Über eine Politik der Verelendung, wie sie aktuell in Form von »Sparhaushalten« umgesetzt wird, soll ein neues, auf Informations- und Kommunikationstechnologien basierendes Regime durchgesetzt und die Bereitschaft der Menschen hergestellt werden, sich diesem neuen Regime zu unterwerfen. Die sozialen Auseinandersetzungen in Griechenland haben deshalb exemplarischen Charakter für die Zukunft eines maßgeblich von Deutschland aggressiv neu geordneten Europas.
»Griechenland ist das ›Labor‹ für eine Schockpolitik, die auf die Transformation der übrigen europäischen Länder, vor allem des Südgürtels mit Spanien, Portugal und Griechenland zielt« (A. Nikopolidis)."