Freitag, 15. April 2011

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"Wenig Hoffnung machten die anwesenden Politiker den Autonomen für eine langfristige Perspektive an der Wiersbergstraße. Alle in der Bezirksvertretung vertretenden Fraktionen (SPD, CDU und Grüne) waren sich einig, dass sie für den Stadtteil andere Prioriäten setzten. So sähen alte, aber immer noch gültige Pläne der Stadt den Abriss der KHD-Kantine vor, um Platz für Grünflächen zu schaffen. Während sich CDU und SPD gegenüber den Autonomen aber gesprächsbereit erklärten, was eine Zwischennutzung angeht, gab sich der stellvertretende Bezirksbürgermeister Timon Delawari von den Grünen überraschend kompromisslos. Delawari kritisierte die Besetzer scharf und betonte die Illegalität der Aktion." (Siehe ISLA-Eintrag. Und leider auch das hier. Lässt sich nicht verhindern, dass diese und jene mitmischen wollen.)





Ich kenne die Kantine noch aus Zeiten, als KHD-Mitarbeiter dorthin gingen. Dann irgendwann stand sie mal leer, mal wurde sie kurze Zeit vermietet und war zuletzt an eine Baptistengemeinde vermietet. Als sie dann gingen und das Haus leer stand und sich die Sparkasse nicht darum kümmerte, verfiel das Haus zusehends. Es fing an zu rosten, die Fenster wurden dreckig, die Rolladen hingen herab, der Garten wucherte usw. Zwar sieht das Haus derzeit auch nicht besser aus, aber es lebt und wird von Künstlern, Autonomen, Anwohnern und Jugendlichen genutzt. Dieses Haus wäre neben der Halle Kalk (sportliche Aktivitäten für Jugendliche) ein idealer Standort für unser Kalker Viertel. Unsere Jugendlichen sollen nicht immer mehr in dunckle Ecken gedrängt werden, vor denen wir uns als Anwohner dann fürchten würden. Auch waren einige der Hausbesetzer sogar sehr zuvorkommend und freundlich. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber die gibt es auch in sogenannten besseren Kreisen."




"Normalerweise habe ich es nicht so mit allzu viel Lokalkolorit, doch im Moment ereignen sich im Prinzip direkt vor der Haustür Dinge, die doch recht erstaunlich sind, und darüber hinaus auf lokaler Ebene illustrieren worum es auch [ Hier ] und [ Hier] geht: Um die konsumorientierte Umgestaltung der Städte, die eine Monokultur erzeugt, die letztlich die Definition dessen was "Stadt" ist erheblich in Richtung Eintönigkeit verändert ...
Das sogenannte "Autonome Zentrum" hat Kalk um den wichtigen Aspekt einer nicht konsumorientierten und selbstverwalteten Initiative bereichert. Es hat das Viertel belebt, und unterstreicht die kulturelle Bedeutung des Stadtteils, zum Beispiel auch in Verbindung mit der Halle Kalk,, einer "Außenstelle" des Kölner Schauspiels. Ein wichtiges, lebendiges soziokulturelles Projekt, das nun durch die Räumungsabsicht in ein Licht gerückt wird, was es nicht verdient hat. Es ist aus soziokultureller Sicht ein absolut wichtiger Punkt für den Stadtteil, der nach den durchgreifenden Umstrukturierungen der letzten Jahre erst mühsam zu sich selbst findet. Im Grunde herrscht hierüber Konsens, auch in Rat und Verwaltung, umso unverständlicher ist es warum dieses Zentrum nun geräumt werden soll. Es muss in einem Viertel wie Kalk, was auch von Armut betroffen ist, unbedingt freie und lebendige Angebote geben. Es wäre zu wünschen, dass man hier noch eine Verhandlungslösung in letzter Sekunde findet. Es kann einfach nicht immer nur auf Konsum, Konsum, Konsum gesetzt werden"."














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