Freitag, 15. April 2011















"Als der zuständige Oberstaatsanwalt Jürgen Keltsch daraufhin gegen Haack und Heinemann zu ermitteln begann, stieß er tatsächlich auf Belastungsmaterial - aber nicht bei den Angezeigten, sondern bei der Sekte. Im Mai 1984 veranlasste er die erste Razzia bei einer Scientology-Einrichtung in Deutschland. An die hundert Polizisten durchsuchten die Müncher Org und "beschlagnahmten Berge von Akten", wie der Spiegel berichtete; eine "Hucke von Verdächtigen" habe zu der Aktion geführt. "Verstoß gegen das Heilmittel- und Heilpraktiker-Gesetz, unlauterer Wettbeweb, Betrug, Wucher, Nötigung sowie Steuerhinterziehung". Damals wurde bekannt, dass nicht nur Lehrer, Ärzte, Rechtsanwälte und Künstler (auch Clowns, Anm. CM.) zu Scientology gehörten, sondern auch Mitarbeiter sensibler Bereiche aus Staatsanwaltschaften, Landeskriminalämtern und der Polizei ... Das Münchener Verfahren wurde damals zwar wegen "Verfolgungsverjährung" eingestellt, und Scientology durfte sich nach einem Vergleich mit dem Kreisverwaltungsreferat auch wieder Verein nennen, gleichwohl liest sich der Einstellungsbescheid der Staatsanwaltschaft heute eher wie eine Anklageschrift. Oberstaatsanwalt Keltsch wies darin erstmals nach, dass Scientology zahlreiche Stasi-artige Methoden gegen ihre Gegner in Deutschland anwandte".




Übrigens: Lügen ist laut Hubbard ein "Grundprinzip" im scientologischen "Aktionszyklus" und gilt als "schöpferische Tätigkeit", wenn auch auf der "niedrigsten Stufe". Oder Sex? Heirat? Es dient halt alles dem total tollen Zweck. Wie auch Michael Jackson erfahren durfte.





Aus: Frank Nordhausen - Liane von Billerbeck: Scientology. Wie der Sektenkonzern die Welt erobern will, Ch. Links Verlag, Berlin