Freitag, 4. Februar 2011

.














Deutschlandfunk: "Der amerikanische Journalist Ian Johnson be-schreibt, wie die Wegbereiter des politischen Islam in Süddeutsch-land Fuß fassten, mit den Schlapphüten spielten und am Ende eine der wichtigsten Moscheen der Welt, eben die vierte Moschee in München bauten:
"Dennoch ist es spannend zu lesen, wie die Geheimdienste in München Netzwerke antikommunistischer Propaganda und Zentren der Subversion aufbauten, wie sie über scheinbar unerschöpfliche Geldquellen verfügten und Schlachtpläne entwarfen, um die sozialistischen Staaten zu destabilisieren. Allerdings fehlen nähere Ausführungen, welchen Erfolg diese Gruppen hatten und ob sich die Millionen Dollars letztlich auszahlten, die die CIA in ihre musli-mischen Hilfstruppen steckte ... Mit der Rekrutierung muslimischer Gruppen in München förderten die USA indirekt den Aufstieg eines radikalen Islamismus in Deutschland und Europa. Ihre Bemühungen, die Religion für außenpolitische Zwecke zu instrumentalisieren, wendeten sich Jahre später jedoch gegen sie selbst."
WELT: "Die vierte Moschee", so lautet der Titel eines neuen Buches. Wie Nazis und CIA mit den Muslimbrüdern paktierten:
... Unstrittig ist, dass die Nationalsozialisten in den Arabern nützliche Helfer für ihre Zwecke sahen. Auf ihrem Ostfeldzug machte die Wehrmacht Hunderttausende muslimische Kriegsgefangene. Zehntausende von ihnen kämpften schon bald mit den deutschen Soldaten, um ihre Heimatländer „zu befreien“. Diesen Widerstand gegen die Sowjets wollten später auch die USA und die Bundes-republik nutzen, schreibt nun der US-Journalist Ian Johnson in seinem Buch „Die vierte Moschee“. Zu diesem Zweck sei versucht worden, die alten Nazi-Kontakte zu aktivieren (Anm.: Blog-LeserInnen kommt das sicher sehr bekannt vor, Stichwort Gladio). Der US-Geheimdienst CIA habe Hunderte Millionen Dollar dafür ausgegeben. Allerdings hätten die Sowjets diese Versuche dadurch unterlaufen, indem sie die Vergangenheit der muslimischen Nazi-Kämpfer veröffentlichten."
Amazon-Rezension: "Folglich förderte der Westen vor allem die Mohammedaner, die Vertreter des politischen Islam waren und Gegner der Kommunisten. Bald fanden diese auch Verbindungen zu fundamentalistischen Regierungen im nahen Osten und erhielten von dort Geldspenden. Die mohammedanische Gemeinde hatte damals bei weitem nicht die Mittel, um eine Moschee zu bauen. Saudi Arabien, Lybien, die Golfstaaten wurden Geldgeber und auch diese Staaten zählten nicht zu denen, für die Religion zur Privatsache gehört. Wer zahlt, schafft an. Türkische Gastarbeiter waren im Moscheebauverein nicht erwünscht, ihre Mitgliedschaft im Verein wurde abgelehnt. Als die Moschee eröffnet wurde, durften sie zwar das Gotteshaus benutzen, blieben aber weiterhin vom Moschee-verein ausgeschlossen. Zu liberal und obendrein wollten die arabischen Muslimbrüder mit Türken nichts zu tun haben."
Das Hochzeitsgeschäft Maas direkt am Moscheeneubau in Ehrenfeld gibt es übrigens nicht mehr. Hier werden jetzt Möbel verkauft. Mir war aus irgendeinem Grund beim ersten Anblick damals ganz spontan "Von der Maas bis an die Memel" eingefallen. Und ganz spontan denke ich dabei auch an den Spruch von Timothy Leary, der mal zu irgendeinem Vorfall meinte, das sei der rechte Flügel der CIA, der gegen den linken kämpft.





Ian Johnson: Die Vierte Moschee. Nazis, CIA und der islamische Fundamentalismus.
Erschienen ist das Buch bei Klett Cotta, 360 S. kosten 22 Euro 95.


















.