Samstag, 26. Februar 2011

.













Die ZEIT schreibt 2008: Alle wollen Libyens Öl. "Um mit Libyen ins Geschäft zu kommen, akzeptieren die ausländischen Energiefirmen harte Bedingungen. BP etwa zahlte knapp 250 Millionen Euro alleine an Provision. Zudem wird der Konzern fast 80 Prozent seiner künftigen Produktionserlöse an die staatliche libysche Ölgesellschaft NOC abtreten müssen. Sie kontrolliert das Geschäft mit den fossilen Ressourcen des Landes. Überhaupt darf keine ausländische Firma in Libyen ohne einheimisches Partnerunternehmen aktiv werden. Meist schreiben die Vereinbarungen die Zusammenarbeit gleich über einen Zeitraum von 25 oder 30 Jahren fest. Doch falls die Explorationen die hochfliegenden Erwartungen erfüllen, winken den Konzernen trotz alledem gute Geschäfte. Auch energiepolitisch ist das Land von großer Bedeutung: Libyen könnte, falls sich die Hoffnungen der Europäer erfüllen, zu einem wichtigen Erdgaslieferanten für den ganzen Kontinent werden. Dann wäre Europa nicht mehr ganz so abhängig von Russland. Interessant sind auch die Bedingungen, die das Land der alternativen Energiegewinnung bietet. Fast das ganze Jahr über scheint die Sonne, zudem bietet der vielerorts besonders harte und ebenerdige Wüstensand einen idealen Untergrund für großflächige Solarparks. Zudem sei Libyens 1700 Kilometer lange Küste ideal für die Erzeugung von Windkraft, glaubt beispielsweise die deutsche Windenergiefirma CUBE. Am Standort Dernah an der libyschen Ostküste möchte das Kasseler Unternehmen Strom zum Preis von dreieinhalb Cent je Kilowattstunde erzeugen. In Deutschland kosten vergleichbare Windkraftanlagen mehr als doppelt so viel."





Die TAZ schreibt am 22.Februar: "Als Russlands Präsident Dmitri Medwedjew vergangene Woche Italien besuchte, stand er zusammen mit Ministerpräsident Silvio Berlusconi Pate für einen millionenschweren Libyen-Deal. Für 170 Millionen Dollar erwarb die russische Gazprom am 16. Februar die Hälfte des 66-Prozent-Anteils, den Italiens führender Ölkonzern ENI am westlibyschen Ölfeld "Elefant" hält. Diese gigantische Ölquelle enthält 110 Millionen Tonnen Öl, nahezu zehn Jahre der gesamten Weltproduktion. Wenn Libyens Regierung diesen Deal billigt, gehört der "Elefant" fortan zu je einem Drittel Libyern, Russen und Italienern. Sollte Libyen allerdings in Bürgerkrieg versinken und der Deal dadurch platzen, muss Italiens größtes Unternehmen - das auch das Agip-Tankstellennetzwerk betreibt - auf 170 Millionen Dollar verzichten. Kein Wunder, dass Italiens Außenminister Franco Frattini sich gestern beim EU-Außenministerium gegen Libyen-Sanktionen aussprach."






Der Anteil Libyens an der Weltproduktion Öl liegt momentan nur bei 2 Prozent, derzeitige Lieferschwierigkeiten dürften den Preis also nicht berühren. Warum werden dann gerade trotzdem weltweit die Benzinpreise erhöht? Wie hoch sind die staatlichen Mehreinnahmen an Mineralölsteuer? Die größte Ölraffinerie im Irak ist heute nach einem Anschlag geschlossen worden.















.