Montag, 17. Januar 2011

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"Dieser ehrliche Idealist hatte spätestens 1947 Kontakt zur "Organisation Gehlen", aus der 1956 der BND wurde. Zwar musste er als angeblicher "Führer der SS-Widerstandsaktion" die Festnahme fürchten, zwar wurde er in Frankreich in Abwesenheit zum Tod verurteilt, aber den Amerikanern wie den Gehlen-Leuten war er nach seinem Einsatz im Kampf gegen den Kommunismus doch so lieb und teuer, dass sie ihn mit Geld und einem neuen Namen ausstaffierten und nach Bolivien ins Exil verschickten. Ende der fünfziger Jahre sammelte die deutsche Justiz Material gegen ihn, betrieb die Sache aber nur unentschlossen Die Tatsache, dass Barbie die Kinder verhaftet und deportiert habe, hieß es in einem juristischen Gutachten, beweise noch lange nicht, dass er gewusst habe, welches Schicksal ihnen bevorstand.
Seine alten Betreuer vergaßen ihn nicht. Der Kriegsverbrecher hatte sich mit Mühe in Bolivien eine halbwegs bürgerliche Existenz aufgebaut. Er betrieb ein Sägewerk und herrschte nun statt über verängstigte jüdische Kinder über Indios, die er für sich arbeiten ließ."






'Demnach hatten die "einflussreichen privaten und geschäftlichen Beziehungen" Barbies in Südamerika den Ausschlag für die Zusammenarbeit gegeben. Die unmittelbare Kontaktaufnahme erfolgte durch den Oberst der Wehrmacht a. D. Walter Drück, Korrespondent der westdeutschen Waffenfirma MEREX, die enge Beziehungen zum BND unterhielt. Zur politischen Gesinnung des Informanten hieß es in den Geheimdienstakten knapp: "1930 Eintritt in die HJ, rechtsstehend und antikommunistisch". In einem BND-Memorandum vom 21. September 1966 ist zudem zu lesen: "Betr.: V- 43 118: Die Tatsache allein, dass V-43 118 SS-Hauptsturmführer war, schließt nicht aus, ihn als Quelle zu verwenden."'





"Peter Hammerschmidt: Anders als viele seiner flüchtigen Kameraden, begnügte sich Barbie nicht damit, unter falschem Namen in Südamerika unterzutauchen – im Gegenteil: Nach dem Militärputsch von General René Barrientos Ortuño im Jahre 1964, hatten sich Barbies Beziehungen zu einflussreichen Offizieren der bolivianischen Armee derart verfestigt, dass er selbstbewusst in der Öffentlichkeit auftreten konnte.




Neben seinem Einfluss vergrößerte sich sein Vermögen. 1979 erinnerte sich Barbie in dem Gespräch mit dem ehemaligen SS-Obergruppenführer, General Karl Wolff, dass er zum ersten Mal zum "Kriegsgewinnler" geworden war: Im Zuge des Vietnamkrieges verkaufte Barbie Unmengen von China-Rinde – den Rohstoff für das Schmerzmittel Chinin – an das deutsche Chemieunternehmen Böhringer Mannheim.




Aber Klaus Barbie war in Bolivien doch wohl mehr als der Vertreter eines Pharmaunternehmens?




Peter Hammerschmidt: Durchaus, denn zu diesem Zeitpunkt hatte die bolivianische Regierung unter Barrientos längst von Barbies Geheimdienst-Fähigkeiten Gebrauch gemacht. Im Hauptquartier der Armee erteilte er Mitgliedern des militärischen Geheim-dienstes "Lehrstunden" für den Kampf gegen die politische Opposition. Diese Lektionen erstreckten sich auf Themen wie "Verhörtechniken", "Folter" und "Anti-Guerilla-Maßnahmen". Unter der neuen Regierung war Barbie 1964 zum Militärberater für Aufstandsbekämpfung geworden. Er erhielt Büros im bolivianischen Innenministerium, in der Abteilung des zivilen Geheimdienstes, und auf dem Flughafen von La Paz."







"Aufarbeitung der braunen Vergangenheit ist längst überfällig"
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Siehe u.a.: Organisation Odessa
Siehe leider nicht: Bund Deutscher Matratzen
Dummheit kann sehr anstrengend sein.
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Gladio






"Unter der Schirmherrschaft von Papst Pius XII., der zum Holocaust geschwiegen hatte, entfaltete die Kurie eine Fluchthilfeoperation, die die Täter des Judenmordes in Sicherheit brachte. Für die katholische Kirche galt der Kampf gegen den „atheistischen Kommunismus“ als entscheidende epochale Auseinandersetzung; im Vergleich zu ihr erschien der Zweite Weltkrieg nur als Vorspiel. Zur Eindämmung der Sowjetunion träumten die Kirchenführer von einem katholischen „Intermarium“, einem Sperrgürtel, der von Polen und dem Baltikum bis zu einer neu zu bildenden Donauföderation von der Adria bis zum Schwarzen Meer reichen sollte. Die christliche Nächstenliebe erstreckte sich insbesondere auf östliche Kollaborationsregime der Nazis, die von katholischen politischen Parteien geführt worden waren. Dies galt an erster Stelle für die kroatische Ustascha.
Der von den Nazis 1941 an die Macht gehievte kroatische Satellitenstaat hatte unter der Führung von Ante Pavelic Hunderttausende von orthodoxen Serben, Juden, Roma und Sinti massakriert. Es war ein Völkermordregime von bestialischer Grausamkeit, das mit dem Konzentrationslager Jasenovac ein „Auschwitz des Balkans“ errichtet hatte, in dem ca. 80 000 Menschen umgebracht wurden. Die Weltanschauung der Klerikal-faschisten brachte Erziehungs- und Kulturminister Mile Budak im Juli 1941 folgendermaßen auf den Begriff: „Für Minderheiten wie Serben, Juden und Zigeuner haben wir drei Millionen Kugeln. Wir werden einen Teil der Serben umbringen, den anderen werden wir abtransportieren, und den Rest werden wir zwingen, die römisch-katholische Religion anzunehmen.“
Im April 1945 flohen die Ustaschen vor Titos Partisanen und der vorrückenden Roten Armee nach Österreich. Mit sich führten sie einen Teil des ihren Opfern geraubten Schatzes. Nun schlug die Stunde des kroatischen Priesters Krunoslav Draganovic, des „erfolgreichsten Nazi-Schleppers des Vatikans“. Er war selbst ein Ustascha-Oberst und Kriegsverbrecher, der an der „Umsiedlung“ von Juden und Serben beteiligt gewesen sein soll. Er ging 1943 nach Rom, wo er als inoffizieller Repräsentant Pavelic' fungierte und die ersten Kontakte nach Argentinien herstellte. Bereits in dieser Zeit wurde er mit der Verwaltung des Ustascha-Schatzes in Verbindung gebracht, was ihm den Beinamen „Goldener Priester“ einbrachte." (weiter)



















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