Freitag, 24. Dezember 2010

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Nach langer Zeit gestern abend wieder Fernsehen gesehen. Auch dem Heute-Journal wünsche ich eine ausgewogene Berichterstattung in den kommenden Zeiten der sozialen Marktwirtschaft. So ist in Ungarn nicht nur die Pressefreiheit mehr noch als in Ländern wie Deutschland bedroht durch großkapitalistische Zwangsmaßnahmen und selektive Berichterstattung, sondern mit Hilfe des 2/3-Ergebnisses der letzten Wahl, und wir alle wissen ja mittlerweile, dass wir uns im Zeitalter der Computer-Ergebnisse befinden, wird versucht, jeden Widerstand gegen diesen ungarischen Kurs zu brechen. Natürlich wird zu diesem Zwecke auch wieder das Sündenbock-Syndrom genutzt. Gehetzt wird gegen Ausländer, gegen Juden, gegen Zigeuner. Also die ewig gleichen Mittel der (Wirtschafts-)faschisten. Ungarn wird am 1. Januar die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen.
Ich darf das ZDF auch noch einmal daran erinnern, dass patriarchal monotheistische Religionen nicht (mehr) die Rolle der dienenden Stiefelträger für den asozialen Kapitalismus übernehmen sollten. Süffisante Reportagen über die Einführung der Figur des Väterchen Frost in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts begleitend zum Stalinismus in der Sowjetunion fallen in der allgemeinen tendentiellen Berichterstattung daher sehr ins Auge. Heute wird diese Figur immer noch umworben. Sie wirkt neben einer wieder erstarkenden russisch-orthodoxen Kirche. Und auch die schamanistischen Traditionen, in denen Frauen heilende und leitende Aufgaben in der Gemeinschaft innehaben, werden nicht mehr verfolgt.
Der Ausgeglichenheit halber ferner zum ZDF-Bericht über die bösen Israelis und Amerikaner, die angeblich wieder einen Palästinener-Staat verhindern wollen, der von der EU aber großzügig unterstützt wird, die Erinnerung an folgenden Sachverhalt:






"Israels stellvertretender Außenminister Danny Ayalon hat in einem Gastkommentar für den Guardian angemahnt, bei der Diskussion um das vermeintliche Rückkehrrecht für die palästinensischen Flüchtlinge nicht die Massenflucht zu vergessen, zu der Juden aus den arabischen Ländern etwa zur gleichen Zeit gezwungen wurden.
„Während die Zahl der Araber, die das Mandatsgebiet Palästina und Israel verließen oder von dort flüchteten, sich lediglich auf rund 750 000 belief, wurden zur etwa gleichen Zeit mehr als 900 000 jüdische Flüchtlinge aus arabischen Ländern vertrieben. Vor der Neugründung des Staates Israel im Jahr 1948 gab es beinahe eine Millionen Juden in arabischen Ländern; heute sind es um die 5000.
Im Gegensatz zu den Arabern im Mandatsgebiet Palästina, die seit Jahrzehnten einen Bürgerkrieg gegen die jüdische Gemeinschaft geführt hatten, waren die Juden in den arabischen Ländern loyale Bürger und Einwohner und waren nie in Gewaltakte verwickelt gewesen. Bedauerlicherweise behandelte sie die arabische Führung dieser Zeit als ‚fünfte Kolonne‘ und begann, drakonische Maßnahmen zu ergreifen, um ihre Vertreibung zu erleichtern.“
„Die Verhandlungen um eine Endstatuslösung des israelisch-arabischen Konflikts gehen nicht allein um die Schaffung von zwei Staaten für zwei Völker; sie gehen um historische Versöhnung, um Gerechtigkeit, Frieden und Sicherheit. Da ist auch die Frage der Entschädigung, und die Juden, die aus arabischen Ländern vertrieben wurden, haben sie verdient.
Leider gibt es solche, die meinen, es bestehe kein Bedarf, die Verhandlungen noch mit einem weiteren Problem zu belasten. Jedoch sollte die Tatsache, dass die arabische Mehrheit in multilateralen Foren sichergestellt hat, dass die jüdische Flüchtlingsfrage bis vor kurzem auf der internationalen Bühne nie angesprochen wurde, nicht ohne Folgen bleiben.
Diese Frage berührt den Kern einer regionalen Lösung des Konflikts und erkennt an, dass eine Lösung alle Forderungen von allen Seiten umfassen muss.
Israel hat den Weg zur Wiederaufnahme von Verhandlungen frei gemacht, indem es ständig erklärt, dass alle Fragen auf den Tisch kommen werden. Die jüdische Flüchtlingsfrage muss eine davon sein."





Vollständiger Artikel im Guardian: "Jewish refugees must not be neglected in peace talks. There are two sides to the refugee story, and the Israeli side is one of the best-kept secrets of the Israeli-Palestinian conflict" (via Newsletter Israelische Botschaft)

















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