Montag, 29. November 2010

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Der Einfall des patriarchalen Monotheismus hat auch in Afrika schreckliche Folgen für die Frauen. Davor gab es auf diesem Kontinent matriarchale Traditionen, einige wenige haben sich bis heute erhalten, vereinzelt leben die alten Traditionen wieder auf. Berberstämme beispielsweise gibt es von Marokko bis Ägypten. Sie gelten als die älteste Bevölkerung Nordafrikas. "Alle Stämme besitzen eine reiche Erzähltradition und Literatur, die in den letzten Jahrzehnten wieder entdeckt wurde. Noch vor den Römern christianisiert und geschichtlich eng mit Europa verbunden traten die Berber erst um das Jahr 700 zum Islam über. Ihre alten und neuen Balladen, Gedichte und Geschichten lassen ein mystisches Weltbild erahnen: von Weite, Wüste, Unendlichkeit und vom Schatten der "tausend Mütter". Denn im Gegensatz zur arabischen ist die berberische eine matriarchalische Kultur, gezeichnet von Frei-heitskämpferinnen und Königinnen!"
Seit dem Einfall des Monotheismus, seit dem Einfall der männlichen Herrscher-Religionen in Afrika verlieren Frauen ihre Rechte, werden als Freiwild gejagt, als Hexen aus der Gemeinschaft ausgestoßen. Dieses Mal: Burkina Faso. Immer mehr Frauen werden in dem westafrikanischen Staat der Hexerei bezichtigt - auch von Gebildeten.
"Die Verstoßenen wirken wie vertriebene Tiere; ängstlich, verwirrt und hilflos. Sie erzählen lediglich Bruchstücke ihrer Geschichte. Die jüngste Frau, knappe 40 Jahre alt, besuchte Verwandte. Am Tag ihrer Ankunft im Dorf starben zwei Menschen. Seither gilt sie als Hexe. Amalie beschützte ihre Mutter vor dem Mob. Auch sie wurde zur Hexe. Beide werden wohl in dem Heim sterben. Reintegration ist kaum möglich.
Ali Nooma ist darüber froh. "Die Seelenfresserinnen haben schon immer eine Gefahr dargestellt", erklärt der 42-jährige Familienvater, der seinen richtigen Namen nicht nennen möchte. Er arbeite für ein internationales Unternehmen und möchte kein Risiko eingehen. Seine Haltung habe nichts mit Ignoranz oder Unwissen zu tun. Er besitzt einen Universitätsabschluss, hat Europa bereist und ist gläubiger Muslim. "Religion und Hexenglauben sind zweifellos kompatibel", erklärt er. "Das Böse war vor der Religion da."
Auch im Islam gibt es einige wenige Orte noch erhaltener matriar-chaler Strukturen: "Die Minangkabau auf Sumatra verbinden Matriarchat, Islam und Fortschritt".



















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