Montag, 22. März 2010

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Jörg Kachelmann, der Wetterprophet mit Firma für's Fernsehen und Unwetter-Experte, der auf dem Berg schon mal mit Käpt'n Blaubär posiert und im Dreieck Stuttgart, Mainz und Baden-Baden pendelte, wurde am Samstag wegen Vergewaltigung verhaftet. Das teilte die Staatsanwaltschaft Mannheim mit. Manche esoterisch rechte Wettermacher-Erklärungsseite mag ihn offenbar auch nicht. Ein uralter Artikel. Wie das Wetter Weltmeister wurde:





"Jörg Asmus veröffentlichte einen Artikel in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift[7], noch dazu unter dem provokativen Titel „Unbekannte Flugobjekte im Radar-Bild?“. Darin diskutiert er ausführlich und fundiert alle denkbaren Erklärungsmöglichkeiten und kommt am Ende zu der Schlußfolgerung, es müsse sich um geheime militärische Experimente gehandelt haben. Mit dieser Publikation versetzte Asmus die Fachwelt im deutschsprachigen Bereich in hellen Aufruhr. Der private deutsche Internet-Wetterdienst Donnerwetter.de erstattete bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige gegen Unbekannt wegen unerlaubter Wettermanipulation, unter Berufung auf die o. g. UNO-Konvention, weil man, so Donnerwetter-Chef Karsten Brandt, bei den weiteren Nachforschungen „als privatwirtschaftliches Unternehmen an Grenzen stieß.“






Als sich dann im März 2006 erneut „Phantomwolken“ über Deutschland zeigten, meldete sich auch Deutschlands Pop-Meteorologe Nr. 1, Jörg Kachelmann, zu Wort. Mit einem beispiellosen Rundumschlag gegen seine Wissenschaftlerkollegen versuchte er, in wessen Auftrag auch immer, die ganze Diskussion über die Phantomwolken ins Lächerliche zu ziehen. Noch dazu beließ er die Debatte nicht etwa in Fachkreisen, sondern bescheinigte in aller Öffentlichkeit in seiner Kolumne bei t-online den Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes die „Wissenschaftlichkeit eines abgetauten Kühlschrankes“. Karsten Brandt und seine Mitarbeiter von Donnerwetter.de bezichtigte er sogar des Betruges. Sie hätten die Staatsanwaltschaft mit ihrer Anzeige getäuscht (natürlich sagte er nicht „getäuscht“, aber Sie sind ja mit Kachelmanns blumiger Ausdrucksweise sicher vertraut).
Ungeachtet der breiten Öffentlichkeitsplattform, die Kachelmann für seinen Rundumschlag gewählt hatte, waren seine Gegenargumente fachspezifisch und für den Nicht-Meteorologen nicht nachvollziehbar, wurden aber von Jörg Asmus als nicht stichhaltig zurückgewiesen.
Immerhin hatte der Fall nunmehr genug Staub aufgewirbelt, daß sich auch Politiker mit der Sache zu befassen begannen. In einer kleinen Anfrage im Landtag von Hannover forderte der Abgeordnete Ralf Briese (Bündnis 90/Die Grünen) die niedersächsische Landesregierung auf, die Ursache des seltsamen Wetterphänomens zu klären. Da die Fragen des Abgeordneten zu spezifisch waren, als daß die Politiker sie hätten beantworten können, reichten sie die Anfrage an die Bundeswehr weiter, die sich nun nicht mehr mit lapidaren Äußerungen aus der Verantwortung stehlen konnte, sondern eine detaillierte und überprüfbare Stellungnahme abgeben mußte."











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