Sonntag, 21. März 2010

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"Fragt man Verkäufer, woran es liegt, dass Mädchen derart auf Rosa abfahren, sagen sie achselzuckend, das sei so stark in den Mädchen drin, das müsse genetisch bedingt sein. Für diese These spricht, dass die für Roterkennung zuständigen Gene auf dem weiblichen X-Chromosom gelagert sind. Man könnte daraus schließen, dass dieses Chromosom bei kleinen Mädchen eben noch nicht ausgewachsen ist, dass Rosa also eine Art Schrumpfform von Rot darstellt.
Gegen die These spricht allerdings die Tatsache, dass Rosa noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Jungenfarbe galt: Als die belgische Prinzessin Astrid 1927 ein Mädchen zur Welt brachte, schrieb das amerikanische Magazin Time, die Mutter sei nun sicher enttäuscht, schließlich sei die Wiege in Erwartung eines Stammhalters »in der Jungenfarbe« dekoriert worden – in Rosa.
Die Mädchenfarbe war damals Blau, schließlich war das in der Kunstgeschichte von jeher die Farbe der Jungfrau Maria gewesen. Das amerikanische Ladies’ Home Journal begründete die Zuordnung 1918 damit, Pink sei nun mal die »kräftigere und damit für Jungen geeignete Farbe«. Der Siegeszug des weiblichen Rosa begann erst nach dem Zweiten Weltkrieg.
Psychologisch gesehen steht Rosa für Schutz und Sanftheit. Es ist erwiesen, dass Säuglinge in rosafarbenen Wänden weniger weinen als etwa in hellgelben. Bei Erwachsenen scheint das ähnlich zu sein: Im Untersuchungsgefängnis der schweizerischen Kleinstadt Pfäffikon gibt es eine Zelle, die ganz in Rosa gehalten ist. In diese Zelle kommen Insassen mit einem hohen Maß an Gewaltbereitschaft. Nach spätestens einem Tag sind die Häftlinge farbsediert."











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