Sonntag, 21. März 2010

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"Westliche Gelehrte tun sich schwer mit dem Erklären der Kindes-tötung. An eine „uralte Bevorzugung von Söhnen“ glaubt etwa der „Economist“ in seiner faktenreichen Titelgeschichte „Gendercide“ vom 6. März. Überdies wirke sich die Einkindpolitik der Volksrepublik mörderisch aus. Solange Kinderreichtum normal ist – in China bis in die 1970er Jahre hinein –, werde gelassen auf den ersten Sohn gewartet. Seit dem Mehrkinderverbot von 1980 jedoch muss umgehend über Tod oder Leben entschieden werden. Ist der erste Fötus männlich, wird das Kind geboren. Ist er weiblich, wird abgetrieben oder getötet. Wo man zwei Kinder haben darf, weil das Ehepaar aus zwei Einzelkindern besteht, darf das Erstgeborene auch mal ein Mädchen sein. Aber für das zweite aufzuziehende Kind wird so lange abgetrieben, bis ein männlicher Fötus heranwächst. Es gibt viele Familien mit zwei Söhnen, aber nur wenige mit zwei Töchtern."













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